{"id":249844,"date":"2018-01-24T16:50:36","date_gmt":"2018-01-24T16:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/birte-pauls-schulgeldfreie-ausbildung-ist-die-beste-medizin-gegen-den-fachkraeftemangel-in-gesundheitsfachberufen\/"},"modified":"2018-01-24T16:50:36","modified_gmt":"2018-01-24T16:50:36","slug":"birte-pauls-schulgeldfreie-ausbildung-ist-die-beste-medizin-gegen-den-fachkraeftemangel-in-gesundheitsfachberufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/birte-pauls-schulgeldfreie-ausbildung-ist-die-beste-medizin-gegen-den-fachkraeftemangel-in-gesundheitsfachberufen\/","title":{"rendered":"Birte Pauls: Schulgeldfreie Ausbildung ist die beste Medizin gegen den Fachkr\u00e4ftemangel in Gesundheitsfachberufen"},"content":{"rendered":"<p>Kiel (ots) &#8211; TOP 23: Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen  schulgeldfrei gestalten     Die Therapeutenberufe sind ein unverzichtbarer Teil unseres  Gesundheitswesens. Sie helfen, Selbstst\u00e4ndigkeit zu erhalten oder  wiederherzustellen.<!--more--> Durch Therapien k\u00f6nnen  Medikamente reduziert,  Operationen verhindert, Schmerzen gelindert, Pflegebed\u00fcrftigkeit  hinausgez\u00f6gert und Lebensqualit\u00e4t gesichert werden. Therapien  verk\u00fcrzen Krankheitszeiten und stellen die Arbeitsf\u00e4higkeit wieder  her. Sie k\u00f6nnen Kindern mit angeborenen Schw\u00e4chen Sicherheit und  Selbstbewusstsein geben und ihnen so einen besseren Start in ein  eigenst\u00e4ndiges Leben erm\u00f6glichen. Ihre Erfolge sind nachweisbar und  werden daher immer h\u00e4ufiger von \u00c4rzten verordnet. Hinzu kommt der  wachsende Bedarf an Therapeuten durch eine immer \u00e4lter werdende  Gesellschaft. Aber der Fachkr\u00e4ftemangel ist auch in diesem Bereich  bereits bittere Realit\u00e4t.      Immer mehr Patienten finden keine Therapeuten f\u00fcr eine zeitnahe  Behandlung und k\u00f6nnen die von den Kassen vorgeschriebene 14  Tage-Frist zum Behandlungsbeginn nicht einhalten. Noch schwieriger  wird es, wenn Hausbesuche erforderlich sind.      Einer Studie mit dem Titel &#8222;Ich bin dann mal weg&#8220; zufolge planen  67 % der 1000 befragten Therapeuten aus den Berufsgruppen  Physiotherapie, Ergotherapie und Logop\u00e4die einen Berufsausstieg.  Gleichzeitig hat die Zahl der Physiotherapiesch\u00fcler nach Angaben des  Bundesinstituts f\u00fcr Berufsausbildung um 30 % abgenommen. Davon ist  nicht nur der Berufsstand betroffen, sondern auch die Schulen, die  unter starkem finanziellen Druck leiden.      Die Antwort der Landesregierung auf meine kleine Anfrage zum Thema hat deutlich gemacht, dass wir in Schleswig Holstein insgesamt 1874  Schulpl\u00e4tze f\u00fcr die Ausbildung Physiotherapie (974), Ergotherapie  (840) und Logop\u00e4die (60) haben. Hinzu kommen 65 Studienpl\u00e4tze. Ein  Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang f\u00fcr die Sch\u00fclerzahlen ist das hohe Schulgeld,  das zwischen 300-400 EUR monatlich liegt. Das ist f\u00fcr viele junge  Menschen nicht finanzierbar.      Nicht alle bekommen Baf\u00f6G. Der anschlie\u00dfende durchschnittliche  Verdienst liegt nach 3-j\u00e4hriger Ausbildung bei 11- 15EUR brutto.  Verpflichtende Fortbildungen m\u00fcssen ebenfalls selber finanziert  werden. Erschwerend hinzukommen anschlie\u00dfende Arbeitsbedingungen, die zunehmend zur Berufsflucht f\u00fchren. Z.B. Verdienstausf\u00e4lle, wenn  Patienten nicht zur Behandlung erscheinen, zunehmende  Arbeitsverdichtung, hoher b\u00fcrokratischer Aufwand, viele Leistungen,  die \u00fcberhaupt nicht bezahlt werden, wie z.B. Gespr\u00e4che und  Voruntersuchungen, keine Lobby, wenig Wertsch\u00e4tzung. In den Praxen  wie auch in den Krankenh\u00e4usern w\u00e4chst der Frust in den jeweiligen  Berufsgruppen.      Wir haben hier einen dringenden Handlungsbedarf und deshalb geht  der Alternativantrag der regierungstragenden Parteien komplett an der Realit\u00e4t vorbei. Die Regierung will stattdessen die Gelder f\u00fcr die  Altenpflegeausbildung wieder aufstocken und zwar f\u00fcr  Ausbildungspl\u00e4tze, die nachweislich gar nicht besetzt sind. Deshalb  war unsere Marschroute immer, wir finanzieren alle Schulpl\u00e4tze nach  den aktuellen tats\u00e4chlichen Ausbildungszahlen. Gesundheitsberufe  gegeneinander ausspielen geht gar nicht.      Es ist gut und richtig, dass wir in Schleswig-Holstein das  Medizinstudium geb\u00fchrenfrei anbieten. Es ist gut und richtig, dass  die Pflegeausbildungen mittlerweile geb\u00fchrenfrei sind. Noch besser  und richtiger w\u00e4re es, die Ausbildung aller Gesundheitsberufe in  Schleswig-Holstein geb\u00fchrenfrei zu gestalten! Dazu geh\u00f6ren dann auch  die anderen jetzt hier nicht erw\u00e4hnten Berufe der  Heilmittelerbringer.      Wir wollen Gesundheitsland sein. &#8222;Vernetzte Gesundheit&#8220; hie\u00df der  Kongress in der letzten Woche. Dazu geh\u00f6rt auch, das haben wir in  verschiedenen Debatten immer wieder betont, eine  sektoren\u00fcbergreifende Versorgung, eine gute Kommunikation und die  ganzheitliche Betrachtung des Menschen. Und dazu geh\u00f6ren dann neben  Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und Pflege eben auch die Therapeuten.     Die Regierung schielt jetzt auf die beschlossene  Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe, die bis Ende 2019 einen Aktionsplan zur  Neustrukturierung der Gesundheitsfachberufe vorlegen soll. Die SPD  hat ja eine geb\u00fchrenfreie Ausbildung der Gesundheitsberufe in die  vorliegenden Sondierungspapiere bereits hineinverhandelt. Das ist  sehr gut. Aber darauf k\u00f6nnen die Therapeuten und damit die  Patientinnen und Patienten in Schleswig-Holstein nicht mehr warten.  Zum Vergleich: 2013 hat die GroKo die Pflegeberufe-Reform vereinbart. Beschluss Sp\u00e4tsommer 2017, Umsetzung bis 2020.     Das hei\u00dft, h\u00e4tte die K\u00fcstenkoalition nicht schon vorher 900  zus\u00e4tzliche Ausbildungspl\u00e4tze finanziert, m\u00fcssten die Auszubildenden  in der Altenpflege in Schleswig-Holstein jetzt immer noch Schuldgeld  zahlen. Das tun sie zum Gl\u00fcck seit 2015 nicht mehr.      Zum Vergleich, Sozialminister Garg hatte in der schwarz-gelben  Regierung  gerade mal 20 Pl\u00e4tze gef\u00f6rdert. Wohlwissend, dass schon  2011 Handlungsbedarf bestand. Kein Geld? 2011 ok. Aber heute ist das  fehlende Geld keine Ausrede mehr f\u00fcr politisches Nichtstun. Und  deshalb fordern wir die Landesregierung auf, den Therapeutenberuf in  Schleswig Holstein durch die schrittweise Kosten\u00fcbernahme der  Ausbildung zu sichern, so wie wir es in der Altenpflegeausbildung  auch gemacht haben und nicht auf m\u00f6gliche L\u00f6sungen vom Bund zu  warten. Die SPD m\u00f6chte die Problematik der Therapeuten in den  politischen Fokus r\u00fccken. Deshalb beantragen wir den Antrag in den  Sozialausschuss zu \u00fcberweisen.    Pressekontakt: Pressesprecher: Heimo Zwischenberger (h.zwischenberger@spd.ltsh.de)  Original-Content von: SPD-Landtagsfraktion SH, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/127710\/3848925\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (ots) &#8211; TOP 23: Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen schulgeldfrei gestalten Die Therapeutenberufe sind ein unverzichtbarer Teil unseres Gesundheitswesens. 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