{"id":2532,"date":"2006-07-10T11:33:17","date_gmt":"2006-07-10T11:33:17","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=2432"},"modified":"2006-07-10T11:33:17","modified_gmt":"2006-07-10T11:33:17","slug":"elias_aus_der_gemischten_krabbelgruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/elias_aus_der_gemischten_krabbelgruppe\/","title":{"rendered":"Elias aus der gemischten Krabbelgruppe"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"elias0706\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/elias0706.JPG\" alt=\"elias0706\" \/><br \/>\nGro\u00dfe Aufregung herrschte am 8. Juni 2006 unter den Tierpflegern des Tierparks Gettorf. Bei den Schopfmakaken hatte sich ein \u00fcber Nacht ein Baby eingestellt. Das war an sich keine \u00dcberraschung. Dass das junge Weibchen &#8222;Kiribati&#8220; zum ersten Mal tr\u00e4chtig war, hatte man schon seit Monaten gewusst und seit vielen Wochen auch schon gesehen. Verwunderlich war nur, dass das kleine m\u00e4nnliche Jungtier nicht von Kiribati, sondern von deren \u00e4lterer Schwester &#8222;Kendari&#8220; herumgetragen wurde. Kendari, die bereits eine 2-j\u00e4hrige Tochter hat, war vorher nicht als tr\u00e4chtig aufgefallen. Sollte es sich doch um Kiribatis Kind handeln? Intensiv wurde die Gruppe beobachtet, aber Kiribati zeigte keinerlei Interesse an dem Baby. Kendari, die das Baby gar nicht mehr hergeben wollte, konnte aber keinesfalls die Mutter sein, denn sie war in den letzten Wochen und Monaten regelm\u00e4\u00dfig in die Brunst gekommen. <!--more-->Das ist bei tr\u00e4chtigen Affen nie der Fall. Auch sah man beim genauen Hinschauen, dass Kiribati Blutspuren am Hinterteil aufwies, sie war also tats\u00e4chlich die Mutter des kleinen Jungen.<\/p>\n<p>Was also tun? Zuerst versuchten die Tierpfleger, die desinteressierte Mutter und ihr Baby zusammenzubringen. Erst wurden die beiden Schwestern mit dem Jungtier von der Gruppe getrennt, dann musste Kendari eingefangen werden, um ihr das Baby abzunehmen. Nun wurde Kiribati mit dem kleinen quakenden B\u00fcndel zusammen in ein Extragehege gesperrt, um zu sehen, ob sie nicht doch noch Interesse an ihrem Sohn entwickelte. Aber Kiribati k\u00fcmmerte sich kein bisschen um das Gequengel ihres Kindes. Sie verzog sich in die entferntesten Winkel des Geheges, nur m\u00f6glichst weit weg von dem pl\u00e4rrenden Kleinkind. Das quakte aus ganzer Kraft und griff auf der Suche nach Mamas Fell suchend in die Luft, aber ohne dort etwas zu finden. Als letzte M\u00f6glichkeit griff der Tierarzt zu einer leichten Narkosespritze f\u00fcr Kiribati. Von der Narkose benebelt lie\u00df sie sich den Kleinen tats\u00e4chlich einmal anlegen, aber sobald sie wieder zu Bewusstsein kam, streifte sie ihn sofort wieder ab und wollte nichts mehr von ihm wissen.<\/p>\n<p>Nun sa\u00dfen die Tierpfleger da. Dass Affenm\u00fctter ihre ersten Kinder nicht annehmen, ist gar nicht so selten. Aber trotzdem musste sich ja nun jemand um den Kleinen k\u00fcmmern. Bei Tante Kendari konnte er nicht bleiben, die h\u00e4tte ihn zwar sofort angenommen, hatte aber keine Milch f\u00fcr ihn. Da traf es sich gut, dass Tierpflegerin Martina B\u00e4cher schon einen anderen Pflegling bei sich zu Hause hatte. Kakadu &#8222;Cherokee&#8220; war von seinen Eltern nicht gen\u00fcgend gef\u00fcttert worden und wurde von Martina nun zu Hause gep\u00e4ppelt. Zu ihm stie\u00df nun auch der kleine Schopfmakak, bald auf den Namen &#8222;Elias&#8220; getauft. Nach anf\u00e4nglichen Problemen mit einer Handverletzung, die ihm seine Mutter bei den Versuchen, ihn abzustreifen, zugef\u00fcgt hatte, entwickelte er sich sehr gut. Daher darf und soll Elias jetzt auch schon so schnell wie m\u00f6glich wieder in Kontakt zu seiner richtigen Familie treten. So verbringt er den Tag bis zum fr\u00fchen Nachmittag jetzt schon wieder im Tierpark in einer eigens f\u00fcr ihn gebauten Krabbelstube im Affenhaus. Hier k\u00f6nnen seine Artgenossen (und nat\u00fcrlich auch die Besucher) ihn schon einmal gr\u00fcndlich in Augenschein nehmen und auch Elias kann \u00fcber den Gang hinweg schon einmal wieder Kontakt zu seiner Familie aufnehmen. Nachts nimmt Martina B\u00e4cher ihn nat\u00fcrlich wieder mit nach Hause in die gemischte Krabbelgruppe mit Cherokee, denn Elias braucht ja auch nachts immer noch alle zwei Stunden sein Fl\u00e4schchen, und das w\u00e4re im Tierpark nur schwer m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Und den Weg zwischen Tierpark und Nachtquartier, den legt Elias immer in Martinas Fahrradkorb zur\u00fcck. Am Anfang schaut er immer noch aufmerksam herum, aber nach kurzer Zeit kuschelt er sich zusammen und verschl\u00e4ft die kurze Fahrt auf seiner Pl\u00fcschmama, einem Flauschb\u00e4ren mit W\u00e4rmflasche im Bauch. Ja, ja auch kleine Affen m\u00f6gen es, von Mama im Kinderwagen herumgefahren zu werden&#8230;<\/p>\n<p>ge\u00f6ffnet t\u00e4glich von 9-18 Uhr<br \/>\nEintritt: Erwachsene 7,&#8211;\u20ac, Kinder 4,&#8211;\u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Aufregung herrschte am 8. Juni 2006 unter den Tierpflegern des Tierparks Gettorf. 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