{"id":253672,"date":"2018-03-20T09:23:34","date_gmt":"2018-03-20T09:23:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/barrieren-niederreissen-kundgebung-anlaesslich-des-kongresses-armut-und-gesundheit\/"},"modified":"2018-03-20T09:23:34","modified_gmt":"2018-03-20T09:23:34","slug":"barrieren-niederreissen-kundgebung-anlaesslich-des-kongresses-armut-und-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/barrieren-niederreissen-kundgebung-anlaesslich-des-kongresses-armut-und-gesundheit\/","title":{"rendered":"Barrieren niederrei\u00dfen! Kundgebung anl\u00e4sslich des Kongresses Armut und Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche AIDS-Hilfe unterst\u00fctzt heutigen Protest am Brandenburger Tor: &#8222;Fehlender Zugang zu Behandlung kann t\u00f6dliche  Folgen haben. Menschrechte und Vernunft gebieten, die  Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen.&#8220;     Ein breites B\u00fcndnis von Organisationen demonstriert heute vor dem  Brandenburger Tor in Berlin gegen Barrieren im Zugang zu  medizinischer Versorgung in Deutschland.<!--more--> Fast ein Dutzend  Einsatzbusse medizinischer Hilfsorganisationen fahren um 18.30 Uhr,  begleitet von mehreren Hundert Demonstrierenden, am Brandenburger Tor ein.     Dort sind bereits rund einhundert Kartons zu einer symbolischen  Mauer aufeinandergestapelt. &#8222;Verst\u00e4ndigungsprobleme&#8220;,  &#8222;Einschr\u00e4nkungen nach Asylbewerberleistungsgesetz&#8220; oder &#8222;zu hohe  Versicherungsbeitr\u00e4ge&#8220; steht auf den Bausteinen. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte  auf der einen und Patientinnen und Patienten auf der anderen Seite  sind durch die Mauer voneinander getrennt. Doch sie finden sich nicht damit ab, gemeinsam rei\u00dfen sie die Barriere ein.     Der Hintergrund des Protests: Hunderttausende Menschen haben in  Deutschland keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung.  Dabei hat sich Deutschland in internationalen Abkommen verpflichtet  sicherzustellen, dass hierzulande jeder und jede das Menschenrecht  auf Gesundheitsversorgung wahrnehmen kann, ohne in eine finanzielle  Notlage zu geraten. Aber immer noch schr\u00e4nken rechtliche Vorgaben die M\u00f6glichkeit vieler ein, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.     Hinzu kommen sprachliche Barrieren und Diskriminierungen im  Gesundheitssystem. Betroffen sind h\u00e4ufig Menschen, deren  Lebensbedingungen ohnehin ihre Gesundheit beeintr\u00e4chtigen und die  Lebenserwartung senken. Armut macht krank. In einem reichen Land wie  Deutschland ist das nicht hinzunehmen.     Anl\u00e4sslich des Kongresses Armut und Gesundheit am 20.\/21. M\u00e4rz in  Berlin fordert daher ein Zusammenschluss von mehr als 20  Organisationen die Bundesregierung dazu auf, s\u00e4mtliche  diskriminierende H\u00fcrden zu beseitigen, die verhindern, dass Menschen  notwendige medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.     Dazu sagt Sylvia Urban vom Vorstand des Aktionsb\u00fcndnisses gegen  AIDS und der Deutschen AIDS-Hilfe: &#8222;Bei HIV-positiven Menschen hat  fehlender Zugang zur medizinischen Versorgung katastrophale Folgen.  Unbehandelt f\u00fchrt HIV noch immer zu Aids und zum Tod. Insbesondere  bei Menschen ohne Papiere kommt das immer wieder vor. Zugleich bleibt HIV \u00fcbertragbar, wenn die Infektion nicht behandelt wird &#8211;  es kommt  zu vermeidbaren weiteren Infektionen. Die Versorgungsl\u00fccken zu  schlie\u00dfen ist gleicherma\u00dfen ein Gebot der Menschenrechte wie der  Vernunft.&#8220;     &#8222;Personen mit Beitragsschulden &#8211; zum Beispiel Selbstst\u00e4ndige, die  sich die Versicherungsbeitr\u00e4ge nicht mehr leisten k\u00f6nnen &#8211; haben oft  nur ein Anrecht auf Notfallversorgung. Das kann dazu f\u00fchren, dass  Krankheiten verschleppt oder chronisch werden&#8220;, sagt Maria Loheide,  Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.     &#8222;F\u00fcr Menschen ohne Papiere kann der Gang zum Arzt die Abschiebung  bedeuten. Denn das Sozialamt muss sie laut Aufenthaltsgesetz bei der  Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde melden, wenn sie einen Krankenschein beantragen.  Diese Vorschrift kann Menschenleben kosten und geh\u00f6rt abgeschafft!&#8220;,  fordert Johannes Ulrich vom Medinetz W\u00fcrzburg.     Dringend abgeschafft werden muss nach Ansicht der Organisatoren  des Protests auch das sogenannte Leistungsausschlussgesetz, das  vielen Menschen aus anderen L\u00e4ndern der europ\u00e4ischen Union den  Anspruch auf notwendige Gesundheitsdienste verwehrt.     &#8222;Das Gesetz schiebt die Verantwortung auf \u00c4rzte und \u00c4rztinnen ab  und zwingt sie in ein Dilemma zwischen der Pflicht zu helfen und dem  Kostendruck. F\u00fcr die Patientinnen und Patienten kann dies  lebensbedrohliche Folgen haben&#8220;, kritisiert Prof. Heinz-Jochen Zenker vom Verein \u00c4rzte der Welt.     Auch Gefl\u00fcchtete erhalten keinen vollen Zugang zum  Gesundheitssystem. &#8222;Asylsuchende  haben in den ersten 15 Monaten  keinen ausreichenden Anspruch auf medizinische Versorgung. Wir  fordern, ihnen entsprechend der menschenrechtlichen Verpflichtungen  von Anfang an unb\u00fcrokratischen Zugang zu Leistungen im Umfang der  gesetzlichen Krankenversicherungen zu erm\u00f6glichen&#8220;, sagt Tobias  Kiwitt, Themenkoordinationsgruppe Wirtschaftliche, Soziale und  Kulturelle Menschenrechte bei Amnesty International.     Diese und weitere Forderungen an die Bundesregierung werden die  Sprecher der einzelnen Organisationen bei der Kundgebung vortragen.     Die Sprecher und Betroffene stehen Ihnen gern vorweg oder am Rande der Demonstration zu Interviews zur Verf\u00fcgung.     Auf der Kundgebung werden sprechen:     Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Parit\u00e4tischen  Wohlfahrtsverbands     Lillian Petry Kababiito, Koordinatorin von AGHNiD (Afrikanisches  Gesundheits- und HIV-Netzwerk in Deutschland), einem Netzwerk der  Deutschen AIDS-Hilfe     Dr. Cevat Kara, Projektreferent open.med M\u00fcnchen, \u00c4rzte der Welt  e.V.     Prof. Dr. Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes f\u00fcr das  Erzbistum Berlin     Lukas Kratzsch, Medib\u00fcro Berlin     Prof. Dr. Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins Armut und  Gesundheit     Unterst\u00fctzer der Kundgebung:  Amnesty International  Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.  \u00c4rzte der Welt  Bundesverband der Medizinstudierenden Deutschlands &#8211; Gruppe Medizin  und Menschenrechte  Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren f\u00fcr  Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer  Caritasverband f\u00fcr das Erzbistum Berlin e.V.  Deutsche AIDS-Hilfe  Diakonie Deutschland  Familienplanungszentrum Balance  Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.  Handicap International  IPPNW  Malteser  Medib\u00fcro Berlin  Medico international  Medinetz Mainz  MediNetz W\u00fcrzburg e.V.  Medizin Hilft e.V.  Migrantenmedizin Westend &#8211; Hoffnungsorte Hamburg  Migrationsrat Berlin  Parit\u00e4t  Praxis ohne Grenzen  Praxis ohne Grenzen Remscheid  Praxis ohne Grenzen Solingen  Stadtmission Berlin  Verein demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte    Pressekontakt: Deutsche AIDS-Hilfe Holger Wicht Pressesprecher Tel. (030) 69 00 87 &#8211; 16 holger.wicht@dah.aidshilfe.de www.aidshilfe.de  Original-Content von: Deutsche AIDS-Hilfe, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/14407\/3895741\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche AIDS-Hilfe unterst\u00fctzt heutigen Protest am Brandenburger Tor: &#8222;Fehlender Zugang zu Behandlung kann t\u00f6dliche Folgen haben. 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