{"id":253821,"date":"2018-03-21T11:55:46","date_gmt":"2018-03-21T11:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/steuerbetrug-der-autokonzerne-durch-falsche-co2-angaben-liegt-bei-ueber-10-milliarden-euro-verkehrsminister-scheuer-muss-behoerdliche-kontrollen-anordnen\/"},"modified":"2018-03-21T11:55:46","modified_gmt":"2018-03-21T11:55:46","slug":"steuerbetrug-der-autokonzerne-durch-falsche-co2-angaben-liegt-bei-ueber-10-milliarden-euro-verkehrsminister-scheuer-muss-behoerdliche-kontrollen-anordnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/steuerbetrug-der-autokonzerne-durch-falsche-co2-angaben-liegt-bei-ueber-10-milliarden-euro-verkehrsminister-scheuer-muss-behoerdliche-kontrollen-anordnen\/","title":{"rendered":"Steuerbetrug der Autokonzerne durch falsche CO2-Angaben liegt bei \u00fcber 10 Milliarden Euro &#8211; Verkehrsminister Scheuer muss beh\u00f6rdliche Kontrollen anordnen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe warnte bereits 2009 anl\u00e4sslich der Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Emissionsangaben vor falschen  Angaben der Hersteller &#8211; Seit zehn Jahren ignorieren  Kraftfahrt-Bundesamt und Bundesverkehrsministerium die Forderung der  DUH nach unabh\u00e4ngigen beh\u00f6rdlichen Nachmessungen und Aufdeckung  betr\u00fcgerischer Abschalteinrichtungen auch bei den <!--more--> Spritverbrauchsangaben &#8211; Trotz staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen  und eines von der DUH erwirkten Urteils des Verwaltungsgerichts  Berlin setzt das Bundesverkehrsministerium seine konspirative  Kooperation zur Vertuschung des CO2-Betrugs bei VW fort &#8211; DUH wird im Rahmen der Untersuchungen seines Emissions-Kontroll-Instituts in 2018 verst\u00e4rkt nach Betrugssoftware in der Motorsteuerung suchen     Nicht nur bei der Angabe der Stickoxid (NOx)-Emissionen, sondern  auch bei der Ermittlung von Spritverbrauch und damit der  CO2-Emissionen von Pkw wird von vielen Autoherstellern betrogen.  W\u00e4hrend die Abweichung zwischen amtlichen Verbrauchsangaben zum  Realverbrauch vor 17 Jahren ganze neun Prozent betrug, liegt diese im Durchschnitt bei mittlerweile 42 Prozent. Und dies bei  gleichgebliebenen Pr\u00fcfvorschriften. Durch die immer dreistere  Spritl\u00fcge entgingen dem Bundesfinanzministerium seit Umstellung der  Kfz-Steuer auf die CO2-Emissionsangaben im Jahr 2009 \u00fcber zehn  Milliarden Euro Kfz-Steuer.     Allein f\u00fcr 2017 rechnet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit  Steuer-Mindereinnahmen in H\u00f6he von 2,4 Milliarden Euro. Die letzten  drei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Peter Ramsauer und  Alexander Dobrindt weigerten sich, die nach einer EU-Verordnung  zwingend vorgesehenen beh\u00f6rdlichen Nachpr\u00fcfungen anzuordnen. Damit  nicht genug: Trotz staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen und eines  von der DUH erwirkten Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin (VG 2 K  236.16) setzt das Bundesverkehrsministerium seine konspirative  Kooperation zur Vertuschung des CO2-Betrugs bei VW fort. Anstatt die  knapp eine Million gesch\u00e4digten Autohalter ehrlich zu informieren und die den Beh\u00f6rden vorliegenden VW-Dokumente &#8211; wie vom VG Berlin im  Dezember 2017 in einer Klage der DUH gegen das BMVI angeordnet &#8211; zu  ver\u00f6ffentlichen, ist das Ministerium in Berufung gegangen.     Die DUH fordert den neuen Bundesverkehrsminister Andreas Franz  Scheuer auf, die seit zehn Jahren bestehende Kumpanei mit notorischen Gesetzesbrechern endlich einzustellen und die Kontroll-Verweigerung  seiner Vorg\u00e4nger zu beenden. Die Bundesregierung ist laut EU-Recht  verpflichtet, die CO2-Emissionsangaben der Hersteller zu  kontrollieren, festgestellten Betrug zu ver\u00f6ffentlichen und die von  der EU vorgeschriebenen &#8222;angemessenen und abschreckenden&#8220; Geldstrafen anzuordnen.     Dass es auch anders geht, beweisen die USA, wo die mit der DUH  kooperierende Verbraucherschutzorganisation &#8222;Consumer Watchdog&#8220; vor  zehn Jahren einen Betrug bei den Falschangaben hunderttausender  Kia-\/Hyundai-Modelle aufdeckte und fortan beh\u00f6rdliche Kontrollen der  Spritverbrauchs- und damit der CO2-Angaben durchsetzte. Heute betr\u00e4gt die Differenz zwischen Norm- zu Realverbrauch in den USA dank  stichprobenhafter Kontrollen der Umweltbeh\u00f6rde EPA nur drei Prozent.     &#8222;Die beh\u00f6rdliche Nichtkontrolle f\u00fchrt in Deutschland dazu, dass  die Automobilhersteller ihre Innovationskraft auf  Softwaremanipulationen und immer dreistere Falschangaben bei den  Emissionen verlegen und darauf verzichten, wirklich wirksame  Spritspartechnik zu verbauen. Es ist ein Skandal, wenn das  Bundesverkehrsministerium trotz Kenntnis dieses Betruges am  Klimaschutz und am Geldbeutel des Autohalters aktiv wegschaut und  damit Steuermindereinnahmen in Milliardenh\u00f6he in Kauf nimmt. Wir  fordern den neuen Verkehrsminister Scheuer auf, mit dieser Kumpanei  zu brechen und unabh\u00e4ngige beh\u00f6rdliche Kontrollen einzuf\u00fchren. Dies  schlie\u00dft auch Transparenz ein: Alle gefundenen Abschalteinrichtungen  &#8211; zu NOx ebenso wie zu CO2 &#8211; m\u00fcssen ver\u00f6ffentlicht und Verst\u00f6\u00dfe  wirkungsvoll sanktioniert werden. Scheuer muss dem Betrug der  Autokonzerne endlich ein Ende bereiten &#8211; nicht nur beim Stickoxid,  sondern auch beim Spritverbrauch und damit klimasch\u00e4dlichem CO2&#8220;,  sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der DUH.     Deutschland ist aktuell weit davon entfernt, die international  sowie national verbindlichen Klimaschutzziele zu erreichen. Im  Verkehrssektor steigen die CO2-Emissionen seit 1990 sogar an, statt  wie insgesamt als Ziel vorgesehen um 40 Prozent zu sinken. Die  Nichtkontrolle f\u00fchrt wie bei den NOx-Betr\u00fcgereien auch bei CO2 zu  einer fatalen Fehlsteuerung. Seit zehn Jahren sind die realen  CO2-Emissionen der Neufahrzeuge deutlich langsamer gesunken als die  Herstellerangaben. Grund daf\u00fcr ist auch die verst\u00e4rkte Werbung f\u00fcr  Stadtgel\u00e4ndewagen und Kleinlaster. Von 2010 bis 2017 hat sich die  Zahl an neuzugelassenen SUVs und Gel\u00e4ndewagen mehr als verdoppelt.     &#8222;Den gesetzlich vorgeschriebenen CO2-Flottengrenzwert von 95 g\/km  bis 2021 nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Realit\u00e4t  einzuhalten, wird nur durch konsequente Kontrollen gelingen. Wir  erwarten von Scheuer, sich dabei von den Pl\u00e4nen seines Vorg\u00e4ngers zu  verabschieden, diese Kontrollen ausgerechnet vom Staat an eine von  den Autokonzernen finanzierte Pr\u00fcfinstitution auszulagern&#8220;, so Metz  weiter.     &#8222;Die Wahrheit liegt auf der Stra\u00dfe, nicht im Labor&#8220;, betont Axel  Friedrich, Internationaler Verkehrsberater. &#8222;Die Hersteller nutzen  &#8218;halblegale und illegale&#8216; Umgehungsma\u00dfnahmen, um die CO2-Werte im  Pr\u00fcflabor zu &#8217;sch\u00f6nen&#8216;. Um diese Praxis zu beenden, m\u00fcssen die  CO2-Werte, ebenso wie die Schadstoffemissionen, auf der Stra\u00dfe  ermittelt werden.&#8220; Noch immer sind die CO2-Werte aus dem  VW-Untersuchungsbericht von 2016 nicht ver\u00f6ffentlicht. &#8222;Diese Daten  m\u00fcssen endlich auf den Tisch&#8220;, fordert Friedrich.     Die Autohersteller sorgen mit den falschen Spritangaben nicht nur  daf\u00fcr, dass der CO2-Flottengrenzwert auf dem Papier eingehalten wird  &#8211; sie verschaffen sich auch enorme Wettbewerbsvorteile: Durch niedrig angegebene Verbrauchswerte erscheint das Neufahrzeug attraktiver,  sowohl was die Tankkosten als auch die Kfz-Steuer angeht. Nicht  umsonst boomen derzeit Spritschlucker in Deutschland.     Eine am 10. M\u00e4rz 2018 ver\u00f6ffentlichte Studie des Forum  \u00d6kologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Gr\u00fcnen im  Europaparlament zu Steuerausf\u00e4llen in Europa aufgrund falscher  CO2-Angaben (&#8222;Loss of revenues in passenger car taxation due to  incorrect CO2 values in 11 EU states&#8220;) best\u00e4tigt die Warnungen der  DUH seit 2009: Die Ergebnisse verdeutlichen, wie viel Geld den  europ\u00e4ischen Staaten durch falsche Angaben bei der Kfz-Zulassung  entgeht. Der Verlust in den Jahren von 2010 bis 2016 wird auf  insgesamt mindestens 46 Milliarden Euro beziffert.     &#8222;Es ist schon erstaunlich, dass die Bundesregierung seit  Umstellung der Kfz-Steuer auf ungepr\u00fcfte CO2-Angaben der  Neuwagenhersteller alle Hinweise auf Steuerbetrug ignoriert und die  erste entsprechende Untersuchung aus dem Europaparlament kommt. Wir  brauchen ein Ende des Steuerbetruges. Ehrliche CO2-Angaben f\u00fchren zu  emissions\u00e4rmeren Fahrzeugen &#8211; das ist gut f\u00fcr den Verbraucher, die  saubere Stadt und schlie\u00dflich f\u00fcr den Klimaschutz&#8220;, so Metz weiter.     Hintergrund:     Erstmals im Herbst 2007 wies die DUH im Rahmen einer  Pressekonferenz zur Er\u00f6ffnung der IAA detailliert auf den Betrug bei  falschen Emissionsangaben der Hersteller hin und forderte beh\u00f6rdliche Kontrollen. In den Folgejahren dokumentierte die DUH die zunehmenden  Abweichungen bei den CO2-Angaben der Neufahrzeuge, wies auf die immer dreisteren Betr\u00fcgereien beim Zustandekommen hin und f\u00fchrte  Emissionsmessungen an bestimmten Fahrzeugen durch. Die von der DUH  von den Herstellern geforderten unabh\u00e4ngigen Kontrollen der  CO2-Angaben werden bis heute vom Kraftfahrt-Bundesamt verweigert.     Die DUH setzt sich seit vielen Jahren f\u00fcr ehrliche Spritangaben  ein. Die derzeitige Kampagne &#8222;Get Real &#8211; F\u00fcr ehrliche Spritangaben!&#8220;  wird im Rahmen des LIFE-Programms der EU-Kommission gef\u00f6rdert.  Links: \u00dcbersicht Steuer-Mindereinnahmen durch CO2-Betrug von 2009-2017:  http:\/\/l.duh.de\/p180321b Tabelle mit Entwicklung Real- zu Normverbr\u00e4uchen:  http:\/\/l.duh.de\/p180321b Tabelle mit Abweichung Real- zu Normverbr\u00e4uchen:  http:\/\/l.duh.de\/p180321b Hintergrundpapier: http:\/\/l.duh.de\/p180321b DUH-Pressemitteilung zum Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts:  http:\/\/l.duh.de\/pm171220 Kampagnenwebseite: http:\/\/www.get-real.org Informationen zum Thema Spritverbrauch:  https:\/\/www.duh.de\/projekte\/die-spritluege\/    Pressekontakt: Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin DUH 0170 7686923, metz@duh.de  Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte 0152 29483857, axel.friedrich.berlin@gmail.com    DUH-Pressestelle: Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf  030 2400867-20, presse@duh.de www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/3897114\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe warnte bereits 2009 anl\u00e4sslich der Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Emissionsangaben vor falschen Angaben der Hersteller<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-253821","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/253821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=253821"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/253821\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=253821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=253821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=253821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}