{"id":257575,"date":"2018-05-16T13:55:30","date_gmt":"2018-05-16T13:55:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/loesungen-fuer-bezahlbares-wohnen-podiumsdiskussion-mit-nrw-bauministerin-scharrenbach-foto\/"},"modified":"2018-05-16T13:55:30","modified_gmt":"2018-05-16T13:55:30","slug":"loesungen-fuer-bezahlbares-wohnen-podiumsdiskussion-mit-nrw-bauministerin-scharrenbach-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/loesungen-fuer-bezahlbares-wohnen-podiumsdiskussion-mit-nrw-bauministerin-scharrenbach-foto\/","title":{"rendered":"L\u00f6sungen f\u00fcr bezahlbares Wohnen \/ Podiumsdiskussion mit NRW-Bauministerin Scharrenbach (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" title=\"Diskutierten \u00fcber bezahlbares Wohnen in NRW (v.l.): J\u00f6rg M\u00fcnning (LBS), Ina Scharrenbach (Bauministerin), Tobias Siewert (Bauindustrieverband), Reiner Braun (Empirica), Stephen Paul (FDP) und Thomas Reisener (Moderation). Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/56890 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte unter Quellenangabe: \"obs\/LBS West\"\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/d27ba3b8-0f61-4fa5-a8a9-e385dcc628e4\/image\" \/><\/p>\n<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211;     Wohnen wird in Teilen von NRW zunehmend zum Luxus. In 8 von 10  St\u00e4dten in NRW sind die Preise f\u00fcr vorhandene Eigentumswohnungen im  letzten Jahr erneut gestiegen. Das zeigen die Zahlen des &#8222;LBS-Markt  f\u00fcr Wohnimmobilien&#8220;, der diese Woche ver\u00f6ffentlicht wird.  Gleichzeitig haben die Mieten in vielen St\u00e4dten die Schmerzgrenze  erreicht.<!--more--> \u00dcber Strategien f\u00fcr mehr bezahlbaren Wohnraum im Land  diskutierten nun sechs Fachleute f\u00fcr Wohnungsbau mit Ministerin Ina  Scharrenbach auf Einladung der Landesbausparkasse LBS West in  D\u00fcsseldorf.      Reiner Braun, Immobilienmarktexperte des Forschungsinstitutes  empirica, umriss das Ausma\u00df der Krise auf der Angebotsseite:  &#8222;Mindestens 70.000 Wohneinheiten werden jedes Jahr in NRW ben\u00f6tigt&#8220;,  analysierte er. &#8222;Gebaut werden aber weniger als 50.000 &#8211; das  verknappt das Angebot stetig weiter&#8220;, so Braun. Ein Problem sei die  Tatsache, dass deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt w\u00fcrden als  genehmigt seien.      Tobias Siewert vom Bauindustrieverband NRW machte daf\u00fcr die  Preissteigerungen durch Bauauflagen mitverantwortlich. Alleine die  letzte Stufe der Energieeinsparverordnung, die 2016 in Kraft trat,  habe jeden Neubau um 8 Prozent verteuert. &#8222;Es w\u00e4re vern\u00fcnftig, diese  letzte Stufe der Verordnung auszusetzen&#8220;, forderte Siewert. Ansonsten rechne sich das Investment in energetische Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Eigent\u00fcmer  nicht mehr.      Die gestiegenen Baukosten machte Bauministerin Ina Scharrenbach  (CDU) auch f\u00fcr \u00f6ffentliche Bautr\u00e4ger als Faktor aus. &#8222;Kommunen in NRW bekommen bei Ausschreibungen zunehmend \u00fcberteuerte Angebote.&#8220; Damit  entst\u00fcnden zus\u00e4tzliche Engp\u00e4sse in der Bauumsetzung. Auf einen  konkreten Zielwert f\u00fcr den Wohnungsneubau in der aktuellen  Legislaturperiode wollte sich die Bauministerin nicht festlegen  lassen. Das sei &#8222;unseri\u00f6s&#8220;. Mehr als unter Rot-Gr\u00fcn werde es jedoch  auf jeden Fall sein.      Neben dem Zusammenspiel mit den Kommunen sei vor allem auch die  Eigeninitiative vor Ort ein wesentlicher Erfolgsfaktor, so  Scharrenbach: &#8222;Wohnen hat Chefsache in einer Kommune zu sein &#8211; nicht  nur f\u00fcr den B\u00fcrgermeister. Ich erwarte von den Stadtr\u00e4ten, dass sie  das gleichsam als Chefsache behandeln und nicht unn\u00f6tig Streit in die B\u00fcrgerschaft tragen.&#8220; Das verlangsame die L\u00f6sung der  Wohnungsmarktprobleme und b\u00fcrde den B\u00fcrgern zus\u00e4tzliche Lasten auf.  LBS-Vorstandsvorsitzender J\u00f6rg M\u00fcnning warb daf\u00fcr, den  Immobilienerwerb f\u00fcr Familien und Privatpersonen nicht zu  vernachl\u00e4ssigen. Wohneigentum sei nicht nur wichtige Altersvorsorge,  sondern schaffe mittelbar auch Mietwohnraum: &#8222;Jeder, der ein neues  Haus bezieht, macht eine Wohnung frei. Durch diese Umzugsketten wird  die Wohnsituation von 3,3 Haushalten verbessert&#8220;, so M\u00fcnning. Ihren  Handlungswillen bekr\u00e4ftigten die Politiker beim Thema  rollstuhlgerechter Wohnraum. Sven Wolf, wohnungspolitischer Sprecher  der SPD, verteidigte die Quotenregelung der vorherigen, rot-gr\u00fcnen  Regierung. &#8222;Es gilt in unserer Gesellschaft ein Grundversprechen,  dass jeder eine bezahlbare und geeignete Wohnung bekommt. Das gilt  auch f\u00fcr Menschen, die nach Krankheit oder Unfall auf einen Rollstuhl angewiesen sind&#8216;, betonte Wolf.&#8220; Ministerin Scharrenbach, die die  Regelung ausgesetzt hatte, bekr\u00e4ftigte ihre vollste Unterst\u00fctzung zum barrierefreien Umbau: &#8222;Die Anliegen der Rollstuhlfahrer liegen mir  sehr am Herzen, jedoch muss  zun\u00e4chst der konkrete Bedarf weiter  erhoben werden, bevor das F\u00f6rderprogramm konkrete Formen bekommt.&#8220;  Kritisch beurteilten die Experten die Wirkung der Mietpreisbremse in  NRW. SPD-Experte Wolf stellte fest, dass die Mietpreisbremse durchaus positive Effekte gehabt habe. &#8222;Aber sie muss verbessert werden, zum  Beispiel durch den Einsatz qualifizierter Mietspiegel in den Kommunen und durch sch\u00e4rfere Konsequenzen f\u00fcr Vermieter, die die Regeln nicht  einhalten&#8220;, so Wolf.      Bauministerin Scharrenbach verwies darauf, dass f\u00fcr Mieter zudem  die Bedeutung der Kosten f\u00fcr Strom, Heizung und kommunale Geb\u00fchren  zunehme. &#8222;Die sogenannte &#8222;zweite Miete&#8220; steigt jedes Jahr, belastet  die Haushalte und sorgt daf\u00fcr, dass Vermieter sich zum Teil davor  scheuen, die eigentliche Miete angemessen anzupassen&#8220;, gab  Scharrenbach zu bedenken.      Auch LBS-Vorstandsvorsitzender J\u00f6rg M\u00fcnning machte die Nebenkosten zum Thema. Beim Bau seien die Belastungen f\u00fcr Erwerber durch Geb\u00fchren und Steuern in NRW derzeit hoch wie nie. Es sei wichtig, diese Kosten im Zaum zu halten: &#8222;Elf Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf sind  einfach zu hoch, das frisst das Eigenkapital auf. Das erforderliche  Startkapital anzusparen ist in der Niedrigzinsphase ohnehin schon f\u00fcr viele zuk\u00fcnftige Immobilienerwerber schwierig.&#8220;     M\u00fcnning warb f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber die H\u00f6he der  Grunderwerbsteuer. &#8222;Neben Schleswig-Holstein und dem Saarland erhebt  nur NRW bundesweit die h\u00f6chste Grunderwerbsteuer mit 6,5 Prozent.&#8220;     Stephen Paul, wohnungspolitischer Sprecher der FDP, verwies  darauf, dass NRW eine Bundesratsinitiative gestartet habe, um  Freibetr\u00e4ge bei der Grunderwerbsteuer zu erm\u00f6glichen. Mit einer  Freibetragsregelung werde es m\u00f6glich, &#8222;gezielter bauwillige Familien  zu entlasten&#8220;. Ferner gehe es nun zun\u00e4chst darum, die im  Koalitionsvertrag vereinbarten Ma\u00dfnahmen f\u00fcr mehr bezahlbaren  Wohnraum umzusetzen. &#8222;Dabei m\u00fcssen wir auch Rahmenbedingungen  schaffen, die mehr Wohneigentum f\u00fcr unsere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger  erm\u00f6glichen.&#8220;      Markus Lewe, Pr\u00e4sident des Deutschen St\u00e4dtetages und  Oberb\u00fcrgermeister von M\u00fcnster, erweiterte die Diskussion um die  Perspektive der Kommunen. Bezahlbarer Wohnraum sei auch ein  Standortfaktor f\u00fcr die Arbeitgeberattraktivit\u00e4t. Wohnungspolitik  k\u00f6nne aber nicht isoliert betrachtet werden, denn das st\u00e4dtische  Gesamtsystem &#8211; Wohnen, Arbeiten, Einzelhandel und Freizeit &#8211; m\u00fcsse  funktionieren. Aus M\u00fcnster berichtete er vom dortigen Ansatz einer  &#8222;sozialgerechten Bodennutzung&#8220;, bei der Mindestquoten f\u00fcr \u00f6ffentlich  gef\u00f6rderten und bezahlbaren Wohnraum bei der Erschlie\u00dfung von neuem  Wohnraum umzusetzen seien. Mit Blick auf die Zuordnung von  F\u00f6rdermitteln forderte Lewe: &#8222;Wir m\u00fcssen uns auf mittlere und untere  Einkommensgrenzen konzentrieren, auf junge Menschen und  Familiengr\u00fcnder.&#8220; Von der Landespolitik forderte er verl\u00e4ssliche  Rahmenbedingungen. F\u00fcr St\u00e4dte m\u00fcsse es sich lohnen, die Strukturen zu schaffen, um die F\u00f6rderprogramme sinnvoll umzusetzen. Daf\u00fcr brauche  es Zeit. Das sei &#8222;wichtiger, als immer wieder neue F\u00f6rdert\u00f6pfe  aufzumachen&#8220;, so Lewe. Marktforschungsexperte Reiner Braun von  Empirica mahnte dazu, nicht am Bedarf vorbei zu bauen. Gro\u00dfe Mengen  kleiner Wohnungen zu bauen, sei ein Fehler. &#8222;Kein Mensch will in  einer kleinen Wohnung in Einfachstbauweise wohnen.&#8220;     LBS-Vorstandsvorsitzender J\u00f6rg M\u00fcnning bekr\u00e4ftigte dabei die Rolle von Wohneigentum: &#8222;Vier von f\u00fcnf B\u00fcrgern tr\u00e4umen vom Wohneigentum und sie wollen im Alter darin wohnen bleiben&#8220;. M\u00fcnning forderte die  Politik auf, bei allen Angeboten rund um das Bauen und Wohnen &#8222;mit  den Menschen und f\u00fcr die Menschen zu planen.&#8220;    Pressekontakt: Sven Sch\u00fcler Tel.: 0251 \/ 412 5051 Mobil: 0170 \/ 760 6290 E-Mail: sven.schueler@lbswest.de  Original-Content von: LBS West, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/56890\/3945297\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211; Wohnen wird in Teilen von NRW zunehmend zum Luxus. 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