{"id":258502,"date":"2018-05-31T11:59:33","date_gmt":"2018-05-31T11:59:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/erhoehte-belastung-auf-atemhoehe-von-kleinkindern-deutsche-umwelthilfe-ermittelt-die-no2-belastung-an-weiteren-583-orten\/"},"modified":"2018-05-31T11:59:33","modified_gmt":"2018-05-31T11:59:33","slug":"erhoehte-belastung-auf-atemhoehe-von-kleinkindern-deutsche-umwelthilfe-ermittelt-die-no2-belastung-an-weiteren-583-orten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/erhoehte-belastung-auf-atemhoehe-von-kleinkindern-deutsche-umwelthilfe-ermittelt-die-no2-belastung-an-weiteren-583-orten\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6hte Belastung auf Atemh\u00f6he von Kleinkindern &#8211; Deutsche Umwelthilfe ermittelt die NO2-Belastung an weiteren 583 Orten"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Citizen Science-Aktion der Deutschen Umwelthilfe  (DUH) &#8222;Decke auf, wo Atmen krank macht&#8220; geht vom 1. Juni bis 1. Juli  in die zweite Runde &#8211; Neue Messungen sollen die erh\u00f6hte Belastung von Kindergarten und Schulkindern verdeutlichen, die in Auspuffh\u00f6he das  Dieselabgasgift einatmen &#8211; Nachmessungen im Mai an besonders  belasteten Orten identifizierten 15 weitere \u00dcberschreitungen <!--more-->des  Grenzwertes von 40 \u00b5g NO2\/m3 &#8211; DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Resch  bezeichnet das heute in Hamburg in Kraft getretene Diesel-Fahrverbot  als &#8218;kleinen aber wichtigen Schritt f\u00fcr die Saubere Luft&#8216; in  Deutschland &#8211; DUH erwartet am 8. Juni Entscheidungen in der  Luftreinhalteklage Aachen und am 28. Juni in der  Zwangsvollstreckungsklage Stuttgart     Kinder im Kindergartenalter sind den Auspuffrohren von  Stra\u00dfenfahrzeugen besonders nah und daher den giftigen  Stickstoffdioxid-Abgasen von Dieselfahrzeugen in besonders hohem Ma\u00dfe ausgesetzt. Zudem konzentrieren sich die f\u00fcr Kleinkinder besonders  giftigen Dieselabgase in Bodenn\u00e4he. Dies wird bislang bei offiziellen Messungen nicht ber\u00fccksichtigt. Deshalb wird die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei ihrer zweiten Messreihe vom 1. Juni bis 1. Juli 2018 mit  Passivsammlern an insgesamt 583 Messorten die Belastung der Atemluft  mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) auch auf Atemh\u00f6he von  Kindergartenkindern messen. Mehr als 2.000 Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Messpunkte  gingen bei der DUH f\u00fcr die nun zweite Runde der Citizen  Science-Aktion &#8222;Decke auf, wo Atmen krank macht&#8220; ein. Mit dieser  m\u00f6chte die DUH nicht nur weitere Hot Spots der Luftverschmutzung  identifizieren, sondern auch aufzeigen, dass Deutschland ein  fl\u00e4chendeckendes Problem mit NO2 hat.     Offizielle Luftqualit\u00e4tsmessungen finden wie gesetzlich  vorgeschrieben in einer H\u00f6he von zwei bis vier Metern statt. Der  \u00fcberwiegende Teil der neuen Messpunkte wird sich auch in dieser  amtlichen Messh\u00f6he befinden. Da aber insbesondere Kleinkinder den  giftigen Dieselabgasen in besonderem Ma\u00dfe ausgesetzt sind, finden an  insgesamt f\u00fcnf Orten spezielle Messungen rund um Kinderg\u00e4rten oder  Grundschulen zus\u00e4tzlich in einem Meter H\u00f6he statt. Die WHO wie auch  andere von der Automobilindustrie nicht finanzierte  Forschungseinrichtungen weisen seit Jahren auf die besondere  Belastung und Gefahr dauerhafter gesundheitlicher Sch\u00e4den gerade bei  Kleinkindern hin.     Hauptverursacher der hohen NO2-Belastung in weit \u00fcber 100  deutschen St\u00e4dten sind Diesel-Pkw. Als am schmutzigsten haben sich  die Euro 5 Diesel herausgestellt. Die spezifischen NO2-Emissionen  eines Euro 5 Diesel-Pkw sind sogar im Durchschnitt sechsmal h\u00f6her als 20 Jahre alte Euro 1 Diesel. Zwischenzeitlich sind praktisch alle  Hersteller von Diesel-Pkw des Einsatzes illegaler  Abschalteinrichtungen \u00fcberf\u00fchrt. Die Anzahl der von den Beh\u00f6rden als  illegal bewerteten Mercedes Diesel-Pkw ist nach Informationen der DUH auf 748.000 angestiegen, liegt aber tats\u00e4chlich in siebenstelliger  H\u00f6he. Seit Monaten verz\u00f6gert das Bundesverkehrsministerium auch bei  hunderttausenden Diesel-Pkw von Opel und Audi die rechtlich  zwingenden R\u00fcckrufbescheide.     Das heute in Kraft getretene Dieselfahrverbot in Hamburg und die  Folgen kommentiert J\u00fcrgen Resch als &#8218;kleinen aber wichtigen Schritt  f\u00fcr die Saubere Luft&#8216;. Die symbolische Sperrung von zwei  Stra\u00dfenabschnitten in Hamburg zeige sowohl die rechtliche Machbarkeit von Dieselfahrverboten auch f\u00fcr Euro 5 Diesel-Pkw wie auch deren  Wirksamkeit zur Erreichung der gesetzlich vorgeschriebenen  Luftqualit\u00e4tswerte. Au\u00dferdem haben ab heute Millionen gesch\u00e4digte  Diesel-Halter deutlich verbesserte Argumente f\u00fcr ihre  zivilrechtlichen Klagen auf R\u00fcckabwicklung des Kaufvertrages. Dennoch kritisiert die DUH die Ausgestaltung des Hamburger Fahrverbots als  eindeutig rechtswidrig: &#8222;Der Hamburger Senat muss die  Dieselfahrverbote noch in diesem Sommer auf alle Stra\u00dfen ausdehnen,  die eine \u00dcberschreitung der NO2-Grenzwerte zeigen. Hierzu hat die DUH im Februar eine Schwerpunktmessung gemeinsam mit Hamburger B\u00fcrgern  und Umweltverb\u00e4nden durchgef\u00fchrt und aufgezeigt, dass die Hansestadt  ein fl\u00e4chendeckendes Problem mit dem Dieselabgasgift NO2 hat. Und  Hamburg missachtet die h\u00f6chstrichterliche Entscheidung, wonach nicht  nur die Umgebung der amtlichen Messpunkte geschont werden soll:  Fahrverbote m\u00fcssen so ausgestaltet werden, dass die Grenzwerte  \u00fcberall unterschritten werden&#8220;, so Resch weiter.     Die DUH rechnet noch in diesem Jahr mit weiteren  Dieselfahrverboten in allen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten. Derzeit betreibt die  DUH 28 Klageverfahren. Nach der h\u00f6chstrichterlichen Best\u00e4tigung der  Dieselfahrverbot-Entscheidungen von D\u00fcsseldorf und Stuttgart durch  das Bundesverwaltungsgericht Leipzig geht die DUH nun von schnell  ergehenden Urteilen aus. Im Juni stehen Aachen (8.6.) sowie die  Zwangsvollstreckung in Stuttgart (28.6.) auf dem Gerichtskalender.     Bislang beschr\u00e4nkt sich die Luftreinhaltepolitik der  Bundesrepublik auf 90 beh\u00f6rdlich best\u00e4tigte Problemst\u00e4dte. Das  verkennt die wahre Problematik der innerst\u00e4dtischen Belastung in  weitaus mehr St\u00e4dten.     &#8222;Die nur 250 amtlichen verkehrsnahen Messstellen f\u00fcr NO2 in nur  154 Orten bilden die Belastung der Luft nicht hinreichend ab. Dass  keine Messwerte vorliegen, bedeutet nicht, dass die Luft sauber ist.  Gemeinsam mit vielen Menschen, die \u00fcber die Qualit\u00e4t ihrer Atemluft  mehr wissen wollen, messen wir also, um die blinden Flecken auf der  Karte zu verringern und zu zeigen, dass auch an bisher unbeachteten  Orten eine Gesundheitsgefahr in der Luft liegt&#8220;, sagt Dorothee Saar,  Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. Die DUH erwartet,  dass weitere Hot-Spots der Luftverschmutzung identifiziert werden.     Ausgew\u00e4hlt wurden f\u00fcr die neue Messaktion Standorte in 139  Kleinst\u00e4dten, 104 Mittelst\u00e4dten und 255 Gro\u00dfst\u00e4dten. Unter anderem  auch in Hamburg: An der nun von Fahrverboten f\u00fcr Diesel-Pkw  betroffenen Julius-Leber-Stra\u00dfe\/Max-Brauer-Allee bis  Holstenstra\u00dfe\/Max-Brauer sowie Ausweichstra\u00dfen wird die DUH mit  Passivsammlern die NO2-Belastung ermitteln. Auch an besonders vom  Verkehr betroffenen Orten wie Busbahnh\u00f6fen werden Passivsammler  angebracht. Das akkreditierte schweizerische Labor Passam AG wertet  die Messungen erneut aus. Mit den Ergebnissen rechnet die DUH Anfang  August.     Hintergrund:     Untersucht werden bei der neuen DUH-Messaktion 135 neue,  zus\u00e4tzliche St\u00e4dte und Gemeinden gegen\u00fcber der ersten Messaktion im  Februar 2018. Die Ergebnisse der ersten DUH-Messungen zeigten an 89  Prozent der 559 Messstellen eine gesundheitlich bedenkliche  NO2-Belastung der Atemluft von 20 \u00b5g NO2\/m\u00b3 und mehr. Dass massive  Gesundheitssch\u00e4den auch bei Konzentrationen unterhalb des EU-weit  geltenden Jahresmittelwertes von 40 \u00b5g NO2\/m\u00b3 auftreten, hatte Anfang M\u00e4rz 2018 das Umweltbundesamt in einer neuen Studie unterstrichen. 67 Orte wiesen bei der DUH-Messung eine \u00dcberschreitung des derzeitigen  EU-Grenzwerts f\u00fcr NO2 von 40 \u00b5g \/m\u00b3 auf.     Wegen der durch die tiefen Temperaturen im Februar vermutlich zu  niedrig ausgefallenen Messergebnisse hat die DUH an den Messorten,  bei denen die erste Messreihe Werte zwischen 35 und 39,9 \u00b5g NO2\/m\u00b3  ergaben, im Mai erneut vier Wochen lang nachgemessen. Dabei zeigen 15 weitere Orte eine Grenzwert\u00fcberschreitung auf: Berlin (3  Messstellen), Dortmund, Freiburg, Herzogenrath, D\u00fcsseldorf, Ratingen, L\u00fcneburg, F\u00fcrth, Hamburg, Kassel, K\u00f6ln, Mannheim und Datteln (zu den  Ergebnissen der Nachmessung: http:\/\/l.duh.de\/p180531). Die Messdaten  der Februarreihe, der Nachmessungen im Mai sowie Nachreichungen  ergeben insgesamt 85 Messorte mit 40 \u00b5g NO2\/m\u00b3 und mehr (alle  Ergebnisse im \u00dcberblick und interaktive Karte:   https:\/\/www.duh.de\/abgasalarm\/).     Messungen mit Passivsammlern sind ein international anerkanntes  Messverfahren, das auch von zust\u00e4ndigen Landes\u00e4mtern erg\u00e4nzend  angewandt wird. Die DUH arbeitet f\u00fcr ihre Messaktion mit dem  akkreditierten schweizerischen Analyselabor Passam AG zusammen.  Passivsammler sind kleine R\u00f6hrchen, in denen sich eine chemische  Substanz befindet, die die Messkomponente &#8211; in Fall der DUH-Messung  Stickstoffdioxid (NO2) &#8211; bindet. Sobald das R\u00f6hrchen ge\u00f6ffnet wird,  wird der Messprozess in Gang gesetzt. Der Wert der NO2-Konzentration  in der Luft wird durch eine chemische Analyse nach Ablauf des  Messzeitraumes ermittelt.     Links:     Alle Messergebnisse (auch nach Bundesland sortiert), interaktive  Karte und weitere Informationen: https:\/\/www.duh.de\/abgasalarm\/     Ergebnisse der Nachmessung und Gesamt\u00fcbersicht:  http:\/\/l.duh.de\/p180531     Fragen und Antworten zum Abgasalarm:  https:\/\/www.duh.de\/abgasalarm\/faqs-abgasalarm\/    Kontakt: J\u00fcrgen Resch, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer 0171 3649170, resch@duh.de  Dorothee Saar, Leiterin Verkehr &amp; Lufteinhaltung 030 240086772, saar@duh.de   DUH-Pressestelle:  Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf  030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/3958018\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Citizen Science-Aktion der Deutschen Umwelthilfe (DUH) &#8222;Decke auf, wo Atmen krank macht&#8220; geht vom 1. 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