{"id":260588,"date":"2018-07-06T14:39:54","date_gmt":"2018-07-06T14:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/klarstellung-eu-japan-abkommen-fuehrt-nicht-zu-wasserprivatisierung\/"},"modified":"2018-07-06T14:39:54","modified_gmt":"2018-07-06T14:39:54","slug":"klarstellung-eu-japan-abkommen-fuehrt-nicht-zu-wasserprivatisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/klarstellung-eu-japan-abkommen-fuehrt-nicht-zu-wasserprivatisierung\/","title":{"rendered":"Klarstellung: EU-Japan-Abkommen f\u00fchrt nicht zu Wasserprivatisierung"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Entgegen anderslautender Behauptungen f\u00fchrt das  Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan nicht zu einer  Deregulierung und Privatisierung von \u00f6ffentlichen Dienstleistungen  wie der Wasser- und Abwasserversorgung.<!--more--> Das Vorrecht der Beh\u00f6rden der Mitgliedstaaten der EU, \u00f6ffentliche Dienstleistungen in der  \u00f6ffentlichen Hand zu belassen, bleibt erhalten und keine Regierung  wird zur Privatisierung oder Deregulierung \u00f6ffentlicher  Dienstleistungen auf nationaler oder lokaler Ebene gezwungen.  Deutschland kann wie alle anderen EU-Mitgliedstaaten auch weiterhin  frei \u00fcber den Schutz und Erhalt seiner Wasservorkommen entscheiden.  Der Vorbehalt ist klar im EU-Japan-Abkommen geregelt (Anhang II,  Vorbehalt Nr. 15).     Kein EU-Freihandelsabkommen &#8211; auch nicht das  Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan &#8211; zwingt nationale Regierungen zu einer Privatisierung oder Deregulierung von  \u00f6ffentlichen Dienstleistungen. Die Beh\u00f6rden der Mitgliedstaaten  behalten au\u00dferdem das Recht, privat erbrachte Dienstleistungen wieder zu verstaatlichen. So werden die Menschen in Europa nach wie vor  selbst dar\u00fcber entscheiden, wie etwa Dienstleistungen in den  Bereichen Gesundheit, Bildung und Wasserversorgung erbracht werden  sollen.     Das EU-Japan-Abkommen bietet ebenso wie das EU-Kanada-Abkommen  (CETA) ein hohes Schutzniveau f\u00fcr \u00f6ffentliche Dienstleistungen wie  der Wasserversorgung. Beide Abkommen sehen entsprechende Vorbehalte  beim Marktzugang f\u00fcr den grenz\u00fcberschreitenden Dienstleistungsverkehr vor.     Im Kanada-Abkommen gibt es f\u00fcr Deutschland zwei Vorbehalte (Anhang II) f\u00fcr Umweltdienstleistungen: einen f\u00fcr &#8222;Abfallwirtschaft: Abwasser (Klassifizierungscode CPC 9401), Abfallentsorgung (9402) und  Sanit\u00e4rdienstleistungen (9403)&#8220; und einen zweiten f\u00fcr  &#8222;Bodenmanagement (94060)&#8220;.     Im Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan wurden diese beiden Vorbehalte zu einem Vorbehalt (Anhang II Nr. 15, siehe http:\/\/ trade.ec.europa.eu\/doclib\/docs\/2017\/december\/tradoc_156506.pdf)  zusammengefasst, der sich auf &#8222;Umweltdienstleistungen: Abfall und  Bodenbewirtschaftung&#8220; bezieht, d.h. auf die Sektoren, die unter die  Klassifizierungscodes 9401, 9402, 9403 und 94060 fallen. In beiden  Abkommen ist der CPC-Sektor 9403 (Sanit\u00e4rdienstleistungen) in  Deutschland also vollst\u00e4ndig durch einen entsprechenden Vorbehalt  (&#8222;policy space reservation&#8220;) abgedeckt.     Kein Handels- und Wirtschaftsabkommen der EU ist identisch,  sondern ist auf den jeweiligen Partner zugeschnitten. Auch wenn die  Texte der verschiedenen Abkommen nicht die exakt gleichen Artikel und Formulierungen enthalten, so basiert auch das  Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Japan auf dem seit langem  praktiziertem Ansatz der EU zum Schutz \u00f6ffentlicher Dienstleistungen  in internationalen Abkommen. Die EU hat dies im Rahmen der WTO (GATS) und in allen ihren Handelsabkommen so praktiziert.     Zusammenfassend l\u00e4sst sich also sagen, dass     &#8211; die EU-Mitgliedstaaten \u00f6ffentliche Monopole f\u00fcr eine bestimmte       Dienstleistung weiterhin wahrnehmen k\u00f6nnen,    &#8211; das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan keine       Regierung zur Privatisierung oder Deregulierung \u00f6ffentlicher       Dienstleistungen wie Wasserversorgung, Gesundheitsf\u00fcrsorge oder       Bildung zwingt,    &#8211; die EU-Mitgliedstaaten weiterhin frei entscheiden k\u00f6nnen, welche      Dienstleistungen sie \u00f6ffentlich erhalten und subventionieren       wollen,    &#8211; die Negativliste der Dienstleistungsverpflichtungen daran nichts      \u00e4ndert; die EU hat den Mitgliedstaaten das Recht vorbehalten,       alle Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die sie f\u00fcr ihre \u00f6ffentlichen       Dienstleistungen f\u00fcr angemessen halten,    &#8211; es den EU-Mitgliedstaaten frei steht, die kommerzielle Nutzung       von Wasser f\u00fcr Zwecke wie die Erhaltung der nat\u00fcrlichen       Wasserquellen zu regeln    &#8211; dar\u00fcber hinaus nichts im EU-Japan-Abkommen eine Regierung in der      EU daran hindert, eine etwaige Entscheidung zur Privatisierung       dieser Sektoren jederzeit r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Dieses Recht       wird durch Vorbehalt 21 in Anhang II (\u00fcber k\u00fcnftige Ma\u00dfnahmen)       gew\u00e4hrt.     Weitere Informationen:     Zentrale Elemente des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen  der EU und Japan  http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-18-3326_de.htm     Wortlaut des EU-Japan-Abkommens: http:\/\/ots.de\/m35ml6    Pressekontakt:  Vertretung der Europ\u00e4ischen Kommission in Deutschland Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280- 2340  Reinhard H\u00f6nighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300  Original-Content von: Europ\u00e4ische Kommission, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/35368\/3990956\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Entgegen anderslautender Behauptungen f\u00fchrt das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan nicht zu einer Deregulierung und Privatisierung von<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-260588","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=260588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260588\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=260588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=260588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=260588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}