{"id":262697,"date":"2018-08-07T15:02:25","date_gmt":"2018-08-07T15:02:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/osteuropaeische-betreuungskraefte-kontra-deutsche-pflegepolitik-deutsch-polnische-wissenschaftseinrichtung-der-universitaeten-cottbus-und-breslau-stellen-faktenbuch-in-berlin-vor\/"},"modified":"2018-08-07T15:02:25","modified_gmt":"2018-08-07T15:02:25","slug":"osteuropaeische-betreuungskraefte-kontra-deutsche-pflegepolitik-deutsch-polnische-wissenschaftseinrichtung-der-universitaeten-cottbus-und-breslau-stellen-faktenbuch-in-berlin-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/osteuropaeische-betreuungskraefte-kontra-deutsche-pflegepolitik-deutsch-polnische-wissenschaftseinrichtung-der-universitaeten-cottbus-und-breslau-stellen-faktenbuch-in-berlin-vor\/","title":{"rendered":"Osteurop\u00e4ische Betreuungskr\u00e4fte kontra deutsche Pflegepolitik \/ Deutsch-polnische Wissenschaftseinrichtung der Universit\u00e4ten Cottbus und Breslau stellen Faktenbuch in Berlin vor"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Knapp jeder zehnte Pflegehaushalt in Deutschland  besch\u00e4ftigt eine zumeist aus Osteuropa stammende Hilfskraft, die  h\u00e4ufig mit im Haushalt lebt. Dies hat eine im Jahr 2017  ver\u00f6ffentlichte Studie der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung ermittelt. Die  Zahlen der Pflegestatistik 2017 zu Grunde gelegt (2,08 Mio.<!--more-->), w\u00e4ren  das mehr als 200.000 Haushalte, die eine Betreuungskraft aus  Osteuropa legal oder illegal besch\u00e4ftigen.     Das German-Polish Centre for Public Law and Environmental Network  GPPLEN, eine im Jahr 2009 gegr\u00fcndete deutsch-polnische  Wissenschaftseinrichtung der Universit\u00e4ten Cottbus und Breslau, legt  nun eine Modellabfrage bei Anbietern und Vermittlern, die mit einer  &#8222;24-Stunden-Betreuung&#8220; werben, in Form eines Faktenbuchs vor. &#8222;Die  Entwicklung dieses prosperierenden Dienstleistungsmarktes, der  Familien Hilfe und Entlastung in einer belastenden Situation  erm\u00f6glicht, wird von der deutschen Politik seit Jahren konsequent  ignoriert. Und dies in einem Umfeld, in dem schon heute zehntausende  ausgebildete Pflegefachkr\u00e4fte fehlen. Anstatt gesetzliche  Rahmenbedingungen zu schaffen, wird einfach weggeschaut&#8220;, so Prof.  Dr. Dr. h. c. Lothar Knopp, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des GPPLEN,  Herausgeber und Mitautor des Faktenbuchs.     Die gemeinsame Projektgruppe beider Universit\u00e4ten hat die  Vorgehensweisen der Vermittlung von osteurop\u00e4ischen Betreuungskr\u00e4ften und die Qualit\u00e4tssicherung abgefragt und ausgewertet. &#8222;Unsere  Auswertungen ver\u00f6ffentlichen wir im Herbst dieses Jahres in Form  eines Faktenbuchs. Eine wissenschaftliche Studie im klassischen Sinn  k\u00f6nnen wir nicht vorlegen, da ein nennenswerter Teil der Anbieter  entsprechende Ausk\u00fcnfte verweigert oder sogar strikt zur\u00fcckgewiesen  bzw. einzelne Fragen nicht oder nur unvollst\u00e4ndig beantwortet hat&#8220;,  sagt Lothar Knopp.     Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Faktenbuchs     Zu den Rahmenbedingungen:     Der Markt der Vermittlung osteurop\u00e4ischer Betreuungskr\u00e4fte bedarf  der Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen. Eine weitere  Tabuisierung, Nichtbeachtung und Kriminalisierung bestraft vorrangig  pflegebed\u00fcrftige Menschen und deren Angeh\u00f6rige, die um eine  bestm\u00f6gliche L\u00f6sung bem\u00fcht sind. Aus der teilweisen Illegalit\u00e4t der  Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse muss zwingend Legalit\u00e4t werden, da die  deutsche Pflegelandschaft auf die arbeitswilligen Frauen aus Polen,  Bulgarien oder Rum\u00e4nien &#8211; allein schon im Sinne der Pflegebed\u00fcrftigen &#8211; nicht verzichten kann. Hier gilt es, Rechtssicherheit f\u00fcr die  Betroffenen zu schaffen. Durch ausgebildete Pflegefachkr\u00e4fte lie\u00dfe  sich der Bedarf niemals decken.     Die von Bundesgesundheitsminister Spahn angek\u00fcndigte Finanzierung  von Betreuungsleistungen durch die Pflegekassen muss zwingend auch  f\u00fcr Leistungen der 24-Stunden-Betreuung gelten. F\u00fcr ebenso wichtig  erachten die Autoren des Faktenbuchs die Anhebung des steuerlichen  Betrags f\u00fcr Pflegeleistungen. Der derzeit anzusetzende  steuererm\u00e4\u00dfigende Betrag von bis zu 20.000 Euro pro Jahr, welcher zu  einer Erm\u00e4\u00dfigung der Steuerschuld von maximal 4.000 Euro pro Jahr  f\u00fchrt, sollte deutlich erh\u00f6ht werden.      Dies besonders vor dem Hintergrund einer Preisspirale, die durch  die stetige Anhebung des Mindestlohns in Deutschland ausgel\u00f6st wird.     Zur Marktentwicklung:     Angeh\u00f6rige sind mit Zunahme der Pflegedauer zeitlich \u00fcberfordert,  wenn die Betreuung eines Pflegebed\u00fcrftigen &#8222;rund um die Uhr&#8220;  notwendig wird. Ambulante Pflegedienste bieten hingegen eine  &#8222;24-Stunden-Pflege&#8220; kaum mehr an. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind die Kosten von  15.000 bis 20.000 Euro pro Monat, die kaum ein Pflegehaushalt zahlen  kann. Hinzu kommt der immer st\u00e4rker werdende Mangel an Fachkr\u00e4ften,  der diese intensive Versorgungsform kaum mehr m\u00f6glich macht. Die  Leistungen bleiben daher auf eine punktuelle Versorgung im  Minutentakt beschr\u00e4nkt. Gut 73 % aller Pflegebed\u00fcrftigen, oder deren  Angeh\u00f6rige, entscheiden sich trotzdem gegen einen Heimplatz und f\u00fcr  eine Betreuung in der gewohnten Umgebung. Die Nachfrage steigt  dadurch \u00fcberproportional an. Gleichzeitig nimmt die Verf\u00fcgbarkeit an  potenziellen Betreuungskr\u00e4ften in den osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern jedoch  ab.     Zu den Kunden:     Aus Sicht der Autoren ist gr\u00f6\u00dftes Augenmerk auf die  Vertragsgestaltung zu legen. In vielen F\u00e4llen werden pflegebed\u00fcrftige Menschen oder deren Angeh\u00f6rige zu Arbeitgebern, ohne dies zu wissen  und deren rechtliche Bedingungen zu erf\u00fcllen. Vorsicht sollte man  auch bei den Angaben des Anbieters zu den Deutschkenntnissen und  pflegerischen Erfahrungen einer vorgeschlagenen Betreuungskraft  walten lassen. Nur zu oft k\u00f6nnen in dieser Hinsicht Versprechungen  nicht eingel\u00f6st werden.     Zu den Marktmodellen:     Die verschiedenen Marktmodelle der Anbieter, die sich teilweise  auch rechtlich in einer Grauzone bewegen, sind f\u00fcr potenzielle  Kundinnen und Kunden nur schwer zu durchschauen. Da Standards und  rechtliche Rahmenbedingungen seitens der deutschen Gesetzgebung  fehlen, unterzeichnen Pflegebed\u00fcrftige und pflegende Angeh\u00f6rige  oftmals Vertr\u00e4ge, die einer rechtlichen Pr\u00fcfung nicht standhalten.  Die vom Kunden mit dem Anbieter oder Vermittler einzugehenden  Rechtsbeziehungen bed\u00fcrfen daher in vielen F\u00e4llen der Hinzuziehung  einer Rechtsberatung. Pflegest\u00fctzpunkte, Serviceeinrichtungen der  Kommunen und anderweitige Beratungsangebote sind damit zumeist  fachlich \u00fcberfordert. Diese werden aber auch nur unzureichend in  Anspruch genommen. Viele Anbieter nutzen daher die \u00fcbergro\u00dfe  Nachfrage auch rechtlich aus. Der Markt an &#8222;24-Stunden-Betreuung&#8220; hat damit seine &#8222;eigenen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten&#8220; entwickelt und ausgepr\u00e4gt.  Neben vielen kleinen Anbietern, die h\u00e4ufig in einer Art &#8222;Grauzone&#8220;  agieren, haben sich aber auch gro\u00dfe, bundesweit arbeitende  Dienstleister etabliert. Diese sind mehrheitlich auf Qualit\u00e4t,  Transparenz, einen &#8222;Vor-Ort-Service&#8220; und Rechtssicherheit bedacht.  Besonders bei den zahlreichen verf\u00fcgbaren Online-Angeboten ist es  potenziellen Kunden nur sehr schwer m\u00f6glich, seri\u00f6se und  rechtssichere Anbieter eindeutig zu identifizieren.     Zu den Kosten:      Die Kosten einer 24-Stunden-Betreuung durch eine osteurop\u00e4ische  Betreuungskraft liegen bei allen Anbietern deutlich \u00fcber 2.000 Euro  pro Monat. Diese Kosten variieren, je nach Vorkenntnissen der  Betreuungskraft und Grad der Sprachbeherrschung, weiter nach oben.  Hinzu kommen Verpflegung und Logis f\u00fcr die Betreuungskraft und  teilweise Reisekosten sowie Vermittlungsgeb\u00fchren. Auf Grund der in  Deutschland geltenden Mindestlohnverordnung, die bereits ab dem 1.  Januar 2019 eine weitere Steigerung auf dann 9,19 Euro pro Stunde  vorsieht, ist mit weiterhin steigenden Kosten und Preisen zu rechnen. Die finanziellen Belastungen f\u00fcr die pflegenden Haushalte werden  daher in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Die stetige Zunahme  von illegalen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen, z. B. auf Minijob-Basis  oder durch die Besch\u00e4ftigung von Schein-Selbstst\u00e4ndigen, ist daher zu bef\u00fcrchten.     Hier besteht gro\u00dfer Handlungsbedarf durch die Politik, so sind  sich die Autoren des Faktenbuchs einig.    Pressekontakt: Steffen Ritter fokus&gt;p Die Kommunikationsagentur f\u00fcr die Pflegewirtschaft Reinhardtstra\u00dfe 31 10117 Berlin-Mitte  T   +49 30 2888 6003 M  +49 160 15 31 796 ritter@fokus-p.de www.fokus-p.de  Original-Content von: Charleston Holding GmbH, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/127419\/4028704\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Knapp jeder zehnte Pflegehaushalt in Deutschland besch\u00e4ftigt eine zumeist aus Osteuropa stammende Hilfskraft, die h\u00e4ufig mit im<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-262697","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=262697"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262697\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=262697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=262697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=262697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}