{"id":26374,"date":"2010-12-21T18:04:07","date_gmt":"2010-12-21T17:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/12\/zweite-tunnelbohrmaschine-fur-den-european-xfel-am-start\/"},"modified":"2010-12-21T18:04:07","modified_gmt":"2010-12-21T17:04:07","slug":"zweite-tunnelbohrmaschine-fur-den-european-xfel-am-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zweite-tunnelbohrmaschine-fur-den-european-xfel-am-start\/","title":{"rendered":"Zweite Tunnelbohrmaschine f\u00fcr den European XFEL am Start"},"content":{"rendered":"<p>Taufe der Maschine und der von ihr herzustellenden Tunnelabschnitte<\/p>\n<p>Nach der traditionellen Tunnel- und Bohrertaufe ist nun auch die zweite Tunnelbohrmaschine f\u00fcr den europ\u00e4ischen R\u00f6ntgenlaser European XFEL bereit f\u00fcr ihren Einsatz. Die festliche Zeremonie fand am 21. Dezember in Anwesenheit von etwa 250 G\u00e4sten aus Forschung und Politik auf dem zuk\u00fcnftigen Forschungscampus der R\u00f6ntgenlaseranlage in Schenefeld (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) statt. Der Start der Tunnelbohrmaschine mit dem klangvollen Namen AMELI (\u201eAM Ende LIcht\u201c) ist f\u00fcr den 3. Januar 2011 vorgesehen. Die Patenschaft f\u00fcr die von AMELI herzustellenden Tunnelabschnitte hat Frau Dr. Cordelia Andre\u00dfen, Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, \u00fcbernommen. Ihr zur Seite steht die Taufpatin der Tunnelbohrmaschine, Frau Christiane K\u00fcchenhof, B\u00fcrgermeisterin von Schenefeld.<!--more--><\/p>\n<p>Der Einsatz der zweiten Tunnelbohrmaschine f\u00fcr den neuen R\u00f6ntgenlaser ist Anlass f\u00fcr einen Blick in die Zukunft:<\/p>\n<p>Frau Dr. Cordelia Andre\u00dfen, Schleswig-Holsteins Wissenschafts-Staatssekret\u00e4rin und seit heute Patin der \u201eCordelia-Tunnel\u201c, deren Bau gleich im neuen Jahr startet: \u201e&#8220;European XFEL ist nicht nur das gr\u00f6\u00dfte wissenschaftliche Bauvorhaben in Norddeutschland. Der neue R\u00f6ntgenlaser bringt auch eine neue Wissenschaftsdimension in die Metropolregion und unser Bundesland: eine international betriebene und genutzte Forschungsanlage f\u00fcr die Naturwissenschaften, die in ihrer Art weltweit einmalig sein wird. Wir in Schleswig-Holstein sind stolz, Teil dieses Projektes und hier in Schenefeld auch Standort f\u00fcr die Forschung zu sein.&#8220;\u201c<\/p>\n<p>Frau Dr. Herlind Gundelach, Hamburgs Wissenschaftssenatorin und Patin der \u201eHerlind-Tunnel\u201c, die mit der ersten Tunnelbohrmaschine aufgefahren werden: \u201e&#8220;Der European XFEL verbindet Hamburg und Schleswig-Holstein nicht nur symbolisch durch sein Tunnelsystem. Auch die jetzt schon hervorragende praktische Zusammenarbeit zwischen unseren beiden L\u00e4ndern wird durch ihn weiter gest\u00e4rkt.&#8220;\u201c<\/p>\n<p>Frau Christiane K\u00fcchenhof, B\u00fcrgermeisterin der Stadt Schenefeld und Taufpatin der Tunnelbohrmaschine AMELI: \u201e&#8220;Dieses Forschungsprojekt ist f\u00fcr Schenefeld zukunftsweisend und hat f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Bedeutung. Es wird zu einer nachhaltigen und positiven Entwicklung unserer Stadt beitragen.&#8220;&#8220;<\/p>\n<p>Professor Dr. Massimo Altarelli, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der European XFEL GmbH: \u201e&#8220;Was jetzt noch Startschacht f\u00fcr die Tunnelbohrmaschine ist, wird in vier Jahren die Experimentierhalle des R\u00f6ntgenlasers sein, in der Forschergruppen aus der ganzen Welt ihre empfindlichen Messapparaturen zur Erkundung von Nanostrukturen betreiben. Wir k\u00f6nnen mit Forschungsergebnissen rechnen, die die Industrie ert\u00fcchtigen, neue und verbesserte Werkstoffe und Medikamente auf den Markt zu bringen. Eine echte Investition in die Zukunft.&#8220;\u201c<\/p>\n<p>Professor Dr. Helmut Dosch, Vorsitzender des Direktoriums des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY: \u201e&#8220;Der Freie-Elektronen-Laser FLASH bei DESY stand am Anfang eines inzwischen weltweiten Booms in der R\u00f6ntgenlaser-Forschung. Wir m\u00fcssen jetzt sicherstellen, dass wir den European XFEL als weltbeste Anlage z\u00fcgig aufbauen, um ab 2014 die Nase vorn zu haben&#8220;.&#8220;<\/p>\n<p>Die neue R\u00f6ntgenlaser-Forschungsanlage European XFEL liegt in den beiden Bundesl\u00e4ndern Hamburg und Schleswig-Holstein und ist 3,4 Kilometer lang. Knapp 5,8 Kilometer Tunnelr\u00f6hre m\u00fcssen daf\u00fcr gebaut werden. Anfang Juli 2010 startete die erste der beiden Tunnelbohrmaschinen, TULA (\u201eTUnnel f\u00fcr LAser\u201c), die unter Hamburger Stadtgebiet arbeitet und bis heute bereits zwei Tunnelabschnitte von insgesamt \u00fcber einem Kilometer L\u00e4nge aufgefahren hat. Die zweite Tunnelbohrmaschine ist mit 5,48 Metern Au\u00dfendurchmesser, einer L\u00e4nge von 84 Metern und einem Gewicht von 500 Tonnen etwas kleiner als die erste. Sie gr\u00e4bt das Tunnelsystem unter dem zuk\u00fcnftigen Forschungsgel\u00e4nde der European XFEL GmbH in Schenefeld: Von der Baugrube f\u00fcr die sp\u00e4tere Experimentierhalle aus wird sie acht Tunnelabschnitte mit einem Innendurchmesser von 4,60 Metern f\u00fcr die R\u00f6ntgenlaseranlage herstellen.<\/p>\n<p>So viele kurze Tunnelabschnitte zu konstruieren, ist selbst f\u00fcr erfahrene Tunnelbauer eine Herausforderung, denn die Maschine muss daf\u00fcr insgesamt vier Mal auseinandergenommen, an ihren neuen Startpunkt in der zuk\u00fcnftigen Experimentierhalle zur\u00fccktransportiert und wieder zusammengebaut werden. Weitere drei Mal muss sie durch einen bereits bestehenden offenen Schacht hindurchbewegt werden, um an der gegen\u00fcberliegenden Schachtwand erneut starten zu k\u00f6nnen. Auch daf\u00fcr musste die Maschine vom Hersteller speziell ausgelegt werden. AMELI wird bis voraussichtlich Sommer 2012 im Einsatz sein.<\/p>\n<p>Wie der Bergbau unterliegt auch der Tunnelbau f\u00fcr den European XFEL einer besonderen Tradition, die bis heute f\u00fcr Bergleute und Tunnelbauer eine wichtige Rolle spielt. Zentraler Programmpunkt des heutigen Tunnelfestes war deshalb die feierliche Taufe von Tunnelr\u00f6hre und -bohrmaschine, die vor Beginn der Bauarbeiten im Rahmen einer \u00f6kumenischen Andacht erfolgt. W\u00e4hrend der Zeremonie wurde auch eine Holzstatue der heiligen Barbara gesegnet und anschlie\u00dfend in einem Schrein an der Tunnelwand aufgestellt. Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergarbeiter und Tunnelbauer und soll diese vor den Gefahren bei der Arbeit bewahren.<\/p>\n<p>Die Patenschaft f\u00fcr die von AMELI hergestellten Tunnelabschnitte hat Dr. Cordelia Andre\u00dfen, Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, \u00fcbernommen. Als Taufpatin wird sie von den Tunnelarbeitern w\u00e4hrend der Bauzeit als irdische Vertreterin der heiligen Barbara angesehen, und der Tunnel tr\u00e4gt traditionell ihren Vornamen (Cordelia-Tunnel).<\/p>\n<p>Auch die Tunnelbohrmaschine wurde vor ihrem ersten Einsatz getauft. Ihr Name \u2013 AMELI (\u201eAM Ende LIcht\u201c) \u2013 ist das Ergebnis eines f\u00fcr den Namen der ersten Maschine durchgef\u00fchrten \u00f6ffentlichen Wettbewerbs. Er wurde heute bei dem Taufakt von der Taufpatin f\u00fcr die Maschine, Christiane K\u00fcchenhof, B\u00fcrgermeisterin von Schenefeld, bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Die Tunnelanlagen f\u00fcr den European XFEL liegen so tief, dass sie im Grundwasser verlaufen. Sie werden direkt unterirdisch mit gro\u00dfen Schildvortriebsmaschinen gebohrt. Diese Bauweise ist ein weltweit eingesetztes und bestens erprobtes Verfahren, das zum Beispiel f\u00fcr den Bau von Stra\u00dfen- oder Bahntunneln verwendet wird. Die Tunnel f\u00fcr den European XFEL haben unterschiedliche Durchmesser: W\u00e4hrend f\u00fcr den Beschleuniger ein Innendurchmesser von 5,30 Metern ben\u00f6tigt wird, betr\u00e4gt der Innendurchmesser der meisten Tunnel des F\u00e4cherbauwerks 4,60 Meter. Deshalb kommen beim Bau zwei unterschiedlich gro\u00dfe Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz, die die verschiedenen R\u00f6hren abschnittsweise herstellen. Der Tunnelbau erfolgt von Juli 2010 bis Sommer 2012. Das heutige Tunnelfest markiert den Start der kleineren Tunnelbohrmaschine.<\/p>\n<p>Mit dem europ\u00e4ischen R\u00f6ntgenlaser European XFEL (X steht f\u00fcr R\u00f6ntgen, FEL f\u00fcr Freie-Elektronen-Laser) entsteht in Hamburg und Schleswig-Holstein eine einzigartige Forschungsanlage, die ab 2015 Naturwissenschaftlern und industriellen Anwendern aus aller Welt v\u00f6llig neue Forschungsm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen wird. Der Gro\u00dfteil der 3,4 Kilometer langen Anlage befindet sich in bis zu 38 Meter tiefen Tunneln unter der Erde \u2013 insgesamt sind es knapp 5,8 Kilometer Tunnelr\u00f6hren, zu denen drei Betriebsgel\u00e4nde Zugang gew\u00e4hren. Schnurgerade zwischen den Betriebsgel\u00e4nden DESY-Bahrenfeld und Osdorfer Born verl\u00e4uft der Haupttunnel f\u00fcr den supraleitenden Teilchenbeschleuniger. Dieser bringt Elektronen \u2013 jene Teilchen, die auch in elektrischen Leitungen als Strom flie\u00dfen \u2013 auf die erforderliche Energie. Anschlie\u00dfend werden sie auf einen Tunnelf\u00e4cher unter dem Forschungsgel\u00e4nde Schenefeld verteilt und erzeugen dort in speziellen Magnetanordnungen intensive R\u00f6ntgenblitze. Diese werden dann in die Experimentierhalle geleitet, in der internationale Wissenschaftlerteams mit dem brillanten R\u00f6ntgenlicht forschen.<\/p>\n<p>Als weltweit einzige Forschungsanlage dieser Art wird der European XFEL hochintensive ultrakurze R\u00f6ntgenblitze mit den Eigenschaften von Laserlicht erzeugen, und zwar 27 000 Mal in der Sekunde. Den Naturwissenschaften bietet diese Lichtquelle der Superlative ungeahnte Forschungsperspektiven. Von den Ergebnissen profitieren die verschiedensten Disziplinen und auch industrielle Anwender \u2013 beispielsweise wenn es darum geht, neue Werkstoffe und Materialien im Nanobereich oder wirkungsvollere Medikamente zu entwickeln.<\/p>\n<p>Als internationales Projekt wird der European XFEL von einer eigenst\u00e4ndigen Forschungsorganisation betrieben, der gemeinn\u00fctzigen European XFEL GmbH, die im Herbst 2009 gegr\u00fcndet wurde und bereits \u00fcber 70 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt. An dem Projekt beteiligen sich zurzeit 12 L\u00e4nder (D\u00e4nemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien und Ungarn). Gesellschafter der European XFEL GmbH sind bereits D\u00e4nemark, Deutschland, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei und Ungarn. Die L\u00e4nder Frankreich, Italien und Spanien planen den Beitritt. Die Baukosten f\u00fcr die Anlage einschlie\u00dflich der Inbetriebnahme belaufen sich auf 1082 Millionen Euro (Preisniveau 2005). Als Sitzland tr\u00e4gt Deutschland (Bund, Hamburg und Schleswig-Holstein) 54 Prozent der Baukosten; Russland \u00fcbernimmt 23 Prozent und die anderen internationalen Partner jeweils zwischen einem und 3,5 Prozent.<\/p>\n<p>Vertreter Deutschlands und Hauptgesellschafter mit einem Anteil von \u00fcber 50 Prozent ist das Forschungszentrum DESY, bei dem die Idee f\u00fcr die R\u00f6ntgenlaseranlage geboren und auf den Weg gebracht wurde. DESY ist Bauherr der Tiefbauarbeiten, die im Januar 2009 begonnen haben. Auch in Zukunft arbeiten die European XFEL GmbH und DESY bei Bau, Inbetriebnahme und Betrieb der R\u00f6ntgenlaseranlage eng zusammen. So baut DESY zusammen mit internationalen Partnern das Herz der Anlage \u2013 den 1,7 Kilometer langen supraleitenden Beschleuniger mit der Elektronenquelle \u2013 und wird diesen sp\u00e4ter auch im Auftrag der European XFEL GmbH betreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taufe der Maschine und der von ihr herzustellenden Tunnelabschnitte Nach der traditionellen Tunnel- und Bohrertaufe ist nun auch die zweite<\/p>\n","protected":false},"author":1127,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-26374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1127"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26374\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}