{"id":26400,"date":"2010-12-22T16:43:51","date_gmt":"2010-12-22T15:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/12\/technology-review-uber-tauschung-bei-klinischen-studien-arzte-behandeln-ihre-patienten-im-blindflug\/"},"modified":"2010-12-22T16:43:51","modified_gmt":"2010-12-22T15:43:51","slug":"technology-review-uber-tauschung-bei-klinischen-studien-arzte-behandeln-ihre-patienten-im-blindflug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/technology-review-uber-tauschung-bei-klinischen-studien-arzte-behandeln-ihre-patienten-im-blindflug\/","title":{"rendered":"Technology Review \u00fcber T\u00e4uschung bei klinischen Studien &#8211;  &#8222;\u00c4rzte behandeln ihre Patienten im Blindflug&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>[1]Hannover, 21. Dezember 2010 &#8211; Weltweit arbeiten Medizinstatistiker daran, in den Unterlagen von klinischen Studien Scheinargumente von soliden Beweisen zu trennen. Ihre Ergebnisse haben dabei eine Schummelkultur gro\u00dfen Stils zutage gef\u00f6rdert. So m\u00fcssten 50 bis 90 Prozent der heute als erprobt geltenden \u00e4rztlichen Interventionen mit gro\u00dfen Fragezeichen versehen werden. &#8222;Nimmt man all die Indizien zusammen, die wir heute haben, um das Ausma\u00df der Verf\u00e4lschung abzusch\u00e4tzen, dann liegt der Schluss nahe, dass die \u00c4rzte ihre Patienten im Blindflug behandeln&#8220;, sagt Gerd Antes, Professor f\u00fcr Biometrie in Freiburg in der Januar-Ausgabe des Magazins Technology Review [2].<!--more-->Die erste umfassende \u00dcbersicht mit Fallbeispielen f\u00fcr die verbreitete Praxis, unangenehme Studiendaten selektiv zu verschweigen, haben Arzneimittelpr\u00fcfer des K\u00f6lner Institutes f\u00fcr Qualit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen im Oktober 2010 ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nBetroffen ist dabei nahezu jedes Fachgebiet: Die Experten listen 50 Behandlungen von 40 verschiedenen Krankheiten auf, unter anderem Medikamente gegen Depressionen, Psychosen, Schmerzen, Alzheimer, Migr\u00e4ne, Herzrhythmusst\u00f6rungen, Inkontinenz, Diabetes, Arthritis, HIV und Krebs. &#8222;Vergleicht man die unpublizierten mit den publizierten Daten, so zeigen sich gro\u00dfe Ergebnisunterschiede. Die publizierten Studien neigen dazu, die Wirksamkeit zu \u00fcber- und die Nebenwirkungen zu untersch\u00e4tzen&#8220;, res\u00fcmieren die Pr\u00fcfer in ihrem Bericht.<\/p>\n<p>Ihre Pr\u00fcfmethoden stammen aus der sogenannten evidenzbasierten Medizin: Dabei werden medizinische Ver\u00f6ffentlichungen mittels statistischer Methoden auf Herz und Nieren getestet, um zu ermitteln, welche Medikamente und Therapien wirklich helfen &#8211; weil deren Wirkung durch aussagekr\u00e4ftige und belastbare Daten untermauert werden kann. Doch eine saubere Bewertung der Wirksamkeit ist aufgrund der Datenlage oft gar nicht m\u00f6glich, weil die Hersteller h\u00e4ufig klinische Tests mit ung\u00fcnstigem Ergebnis zur\u00fcckhalten oder durch statistische Tricks die Medikamente besser dastehen lassen, als sie tats\u00e4chlich sind. Wie Patienten einige dieser Tricks durch Fragen entlarven k\u00f6nnen, zeigt Gerd Gigerenzer, Direktor des Berliner\u00a0 Max-Planck-Instituts f\u00fcr Bildungsforschung, in einem Leitfaden, den Technology Review in Ausz\u00fcgen vorstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[1]Hannover, 21. 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