{"id":267503,"date":"2018-11-15T15:16:22","date_gmt":"2018-11-15T15:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/deutsche-umwelthilfe-erwirkt-erstes-autobahn-diesel-fahrverbot-auf-der-a40-im-ruhrgebiet-sowie-diesel-fahrverbote-fuer-essen-und-gelsenkirchen\/"},"modified":"2018-11-15T15:16:22","modified_gmt":"2018-11-15T15:16:22","slug":"deutsche-umwelthilfe-erwirkt-erstes-autobahn-diesel-fahrverbot-auf-der-a40-im-ruhrgebiet-sowie-diesel-fahrverbote-fuer-essen-und-gelsenkirchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-umwelthilfe-erwirkt-erstes-autobahn-diesel-fahrverbot-auf-der-a40-im-ruhrgebiet-sowie-diesel-fahrverbote-fuer-essen-und-gelsenkirchen\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe erwirkt erstes Autobahn-Diesel-Fahrverbot auf der A40 im Ruhrgebiet sowie Diesel-Fahrverbote f\u00fcr Essen und Gelsenkirchen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gibt Klagen f\u00fcr  &#8222;Saubere Luft&#8220; der Deutschen Umwelthilfe statt &#8211; Bisher st\u00e4rkstes  Urteil f\u00fcr den Gesundheitsschutz &#8211; DUH erwirkt elftes und zw\u00f6lftes  Urteil in Folge zu Diesel-Fahrverboten in Deutschland &#8211;  Luftreinhaltepl\u00e4ne der beiden Ruhrgebietsst\u00e4dte m\u00fcssen bis zum 1.  Juli 2019 um eine 18 Stadtteile umfassende Diesel-Fahrverbotszone <!--more-->f\u00fcr Essen und streckenbezogene Diesel-Fahrverbote f\u00fcr Gelsenkirchen  erweitert werden &#8211;  Zum ersten Mal soll in Essen mit der Sperrung der A40 f\u00fcr Dieselfahrzeuge bis einschlie\u00dflich Euro 5\/V auch eine  Autobahn in die Fahrverbotszone einbezogen werden &#8211; Heutige  Kabinettsentscheidung zur Heraufsetzung von NO2- und NOx-Grenzwerten: Diesel-Fahrverbote kommen trotz \u00c4nderung des BImSchG auch f\u00fcr St\u00e4dte  unter 50 \u00b5g NO2\/m3 \u00ac- Bundesland Nordrhein-Westfalen mit den meisten  Klagen f\u00fcr Diesel-Fahrverbote     Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat heute \u00fcber die Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) f\u00fcr &#8222;Saubere Luft&#8220; in den St\u00e4dten Essen  und Gelsenkirchen entschieden (Essen: 8K 5068\/15, Gelsenkirchen: 8K  5254\/15) und beiden Klagen in vollem Umfang stattgegeben: Der  Luftgrenzwert f\u00fcr das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2), der  seit dem Jahr 2010 verbindlich gilt, ist schnellstm\u00f6glich  einzuhalten, sp\u00e4testens im Jahr 2019. Dabei geht es um eine  Grenzwerteinhaltung jeweils im gesamten Stadtgebiet. Die  internationale Umweltrechtsorganisation ClientEarth unterst\u00fctzt  Klagen f\u00fcr &#8222;Saubere Luft&#8220; der DUH.     F\u00fcr die Stadt Essen hat das Gericht (h\u00f6chster NO2-Belastungswert  in Essen:49 \u00b5g\/m3) entschieden, dass die Landesregierung ein  Diesel-Fahrverbot f\u00fcr 18 Stadtteile inkl. der Stadtmitte als &#8222;Blaue  Umweltzone&#8220; in den Luftreinhalteplan aufzunehmen hat. Dieses gilt ab  dem 1. Juli 2019 f\u00fcr alle Diesel unterhalb der Abgasnorm Euro 5 und  Benziner unterhalb der Norm Euro 3. Zum 1. September 2019 ist das  Verbot auf Diesel-Pkw, Busse und Nutzfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5  zu erweitern.     Zum ersten Mal in Deutschland wurde von einem Gericht auch ein  Diesel-Fahrverbot f\u00fcr eine Bundesautobahn verf\u00fcgt. Ab dem 1. Juli  2019 gilt dies auf der Autobahn A40 f\u00fcr Diesel-Pkw, Busse und  Nutzfahrzeuge bis einschlie\u00dflich der Abgasstufe Euro 4\/IV, ab dem 1.  September 2019 wird dieses f\u00fcr Euro 5\/V Diesel ausgedehnt. Grund ist  die hohe Belastung einer Wohnsiedlung in Essen-Frohnhausen, hier  f\u00fchrt die Bundesautobahn unmittelbar vorbei. Das Gericht hat  zus\u00e4tzlich dem Land die Pr\u00fcfung weiterer Fahrverbote f\u00fcr neun weitere Verdachtsf\u00e4lle au\u00dferhalb der &#8222;Blauen Umweltzone&#8220; mit Frist bis zum 1. April 2019 auferlegt. Damit stellt das Gericht mit seinem Urteil das  verfassungsrechtlich gesch\u00fctzte Recht auf Gesundheit der Menschen in  Essen und Gelsenkirchen \u00fcber die Profitinteressen der  Automobilindustrie.     F\u00fcr die Stadt Gelsenkirchen, welche mit 46 \u00b5g NO2\/m3 geringere  Grenzwert\u00fcberschreitungen beim Dieselabgasgift NO2 als Essen  aufweist, muss das beklagte Land Nordrhein-Westfalen ein  streckenbezogenes Diesel-Fahrverbot auf der besonders belasteten  Kurt-Schumacher-Stra\u00dfe festlegen. Dieses muss zum 1. Juli 2019 f\u00fcr  alle Dieselfahrzeuge unterhalb der Abgasnorm Euro 6 und alle Benziner unterhalb der Abgasnorm Euro 3 in Kraft treten.     Das Gericht betonte, dass ein Gro\u00dfteil der vom Land NRW bisher in  den Luftreinhaltepl\u00e4nen angef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen &#8222;keine schnelle  Wirkung&#8220; verspricht. Die schnellstm\u00f6gliche Grenzwerteinhaltung noch  vor 2020, wie es das Bundesverwaltungsgericht gefordert hat, ist  somit nicht m\u00f6glich. Daher kann auf Diesel-Fahrverbote nicht mehr  verzichtet werden. Der lange Zeitraum, in dem der Grenzwert  \u00fcberschritten wird, zwingt zu einer besonders effizienten  Ma\u00dfnahmenplanung.     Dazu J\u00fcrgen Resch, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DUH: &#8222;Mit der  erstmaligen Sperrung einer Bundesautobahn f\u00fcr Diesel-Pkw, Busse und  Lkw muss auch eine Kanzlerin Merkel erkennen, dass sie mit ihrer  Politik gegen den Gesundheitsschutz und f\u00fcr die Profitsicherung einer betr\u00fcgerischen Industrie gescheitert ist. Das letzte Beispiel f\u00fcr  eine Fernsteuerung dieser Bundesregierung aus den Konzernzentralen  von BMW, Daimler und VW ist die heute im Bundeskabinett beschlossene, europarechtswidrige Heraufsetzung von Dieselabgasgift-Grenzwerten.  Was Gerichte von dieser industriefreundlichen Gesetzesnovelle halten, zeigte sich wenige Stunden nach der Regierungs-Pressekonferenz im  Gelsenkirchener Richterspruch: Die erstmalige Einf\u00fchrung eines ersten Diesel-Fahrverbots auf der Autobahn A40 sowie in Essen und  Gelsenkirchen. Diesel-Fahrverbote kommen trotz \u00c4nderung des BImSchG  auch f\u00fcr St\u00e4dte auch unter 50 \u00b5g NO2\/m3.&#8220;     Rechtsanwalt Remo Klinger, der die DUH in den Verfahren vertritt,  sagt: &#8222;Die Politik muss endlich in der Realit\u00e4t ankommen.  Diesel-Fahrverbote werden kommen. Man muss den Menschen rechtzeitig  reinen Wein einschenken und die daf\u00fcr n\u00f6tigen Hilfestellungen geben.  Insbesondere sozial schwache Familien, die h\u00e4ufig an stark belasteten Stra\u00dfen wohnen, d\u00fcrfen nicht daf\u00fcr zahlen m\u00fcssen, dass sie saubere  Luft atmen k\u00f6nnen. Saubere Luft ist ein Menschenrecht, das der Staat  zu gew\u00e4hrleisten hat.&#8220;     Hintergrund:     Die DUH hatte beide Klagen im November 2015 gegen das Land  Nordrhein-Westfalen eingereicht. Ziel ist die Einhaltung des seit  2010 verbindlich geltenden EU-Grenzwerts von 40 \u00b5g NO2\/m\u00b3 im  Jahresmittel.     2017 ermittelten in Essen f\u00fcnf offizielle Messstationen NO2-Werte  oberhalb des erlaubten Jahresmittelgrenzwerts von 40 \u00b5g\/m\u00b3. Der  h\u00f6chste Wert mit 49 \u00b5g\/m\u00b3 wurde an der Messstation Frohnhausen an  einem dreigeschossigen Wohnhaus nahe der Bundesautobahn A 40  gemessen. Auch in Gelsenkirchen weist eine offizielle Messstation  einen Wert oberhalb des NO2-Grenzwerts auf: An der Messstation  Kurt-Schumacher-Stra\u00dfe \u00fcberschreitet der gemessene Wert mit 46 \u00b5g  NO2\/m\u00b3 die gesetzlichen Vorgaben deutlich. Dass diese Zahl f\u00fcr  Gelsenkirchen kein Einzelfall ist, belegen Messungen der DUH aus  diesem Jahr. In der Florastra\u00dfe wurde mit 44 \u00b5g NO2\/m\u00b3 ebenfalls ein  nach europ\u00e4ischem Recht gesetzeswidriger Wert gemessen.     NO2 ist gesundheitssch\u00e4digend. Die Europ\u00e4ische Umweltagentur EEA  hat im Oktober 2018 die gesundheitlichen Folgen der NO2-Verschmutzung mit j\u00e4hrlich 13.100 vorzeitigen Todesf\u00e4llen allein in Deutschland  beziffert. Diesel-Fahrverbote sind zur kurzfristigen Einhaltung des  NO2-Grenzwertes die einzige Option und laut Urteilen des  Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 27. Februar 2018 rechtm\u00e4\u00dfig  und notwendig.     Schmutzige Diesel-Pkw tragen wesentlich zu mehr als 800.000  j\u00e4hrlichen Neuerkrankungen an Diabetes und Asthma bei, verursacht  durch die anhaltende Belastung der Atemluft mit dem Dieselgift NO2.  Das Umweltbundesamt hatte mit einer Studie \u00fcber die Gesundheitsfolgen des Dieselabgasgiftes NO2 verdeutlicht, dass bereits bei  Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes mit 437.000  Neuerkrankungen an Diabetes Mellitus und 439.000 Asthmaerkrankungen  zu rechnen ist.     Derzeit f\u00fchrt die DUH Klageverfahren f\u00fcr &#8222;Saubere Luft&#8220; in 30  St\u00e4dten. Klagen in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal wird  die DUH im November einreichen. Damit klagt die DUH dann in insgesamt 34 St\u00e4dten. Bis Ende 2018 sind noch f\u00fcr zwei St\u00e4dte Verhandlungen f\u00fcr &#8222;Saubere Luft&#8220; terminiert (VG Wiesbaden zu Darmstadt am 21.11. und VG Wiesbaden zu Wiesbaden am 19.12.2018).     Links: Zu den aktuellen Ergebnissen der Messaktion &#8222;Decke auf, wo  Atmen krank macht&#8220;: https:\/\/www.duh.de\/abgasalarm\/     Hintergrundpapier &#8222;Klagen f\u00fcr Saubere Luft&#8220;:  https:\/\/www.duh.de\/projekte\/right-to-clean-air\/    Pressekontakt: J\u00fcrgen Resch, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer DUH 0171 3649170, resch@duh.de   Prof. Dr. Remo Klinger, Rechtsanwalt Kanzlei Geulen &amp; Klinger, Berlin 0171 2435458, klinger@geulen.com  Ellen Baker, Kommunikationsmanager ClientEarth  0044 203 030 5951, ebaker@clientearth.org    DUH-Pressestelle: Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf 030 2400867-20, presse@duh.de   www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4116845\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gibt Klagen f\u00fcr &#8222;Saubere Luft&#8220; der Deutschen Umwelthilfe statt &#8211; Bisher st\u00e4rkstes Urteil f\u00fcr den<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-267503","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267503"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267503\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267503"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267503"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}