{"id":268239,"date":"2018-11-22T10:38:13","date_gmt":"2018-11-22T10:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/eu-richtlinie-gegen-plastikmuell-in-der-umwelt-bundesumweltministerin-schulze-muss-fuehrungsrolle-bei-abfallvermeidung-und-meeresschutz-uebernehmen\/"},"modified":"2018-11-22T10:38:13","modified_gmt":"2018-11-22T10:38:13","slug":"eu-richtlinie-gegen-plastikmuell-in-der-umwelt-bundesumweltministerin-schulze-muss-fuehrungsrolle-bei-abfallvermeidung-und-meeresschutz-uebernehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/eu-richtlinie-gegen-plastikmuell-in-der-umwelt-bundesumweltministerin-schulze-muss-fuehrungsrolle-bei-abfallvermeidung-und-meeresschutz-uebernehmen\/","title":{"rendered":"EU-Richtlinie gegen Plastikm\u00fcll in der Umwelt: Bundesumweltministerin Schulze muss F\u00fchrungsrolle bei Abfallvermeidung und Meeresschutz \u00fcbernehmen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Das Ziel, 90 Prozent der Plastikflaschen ab 2025  getrennt zu sammeln, muss in der EU-Richtlinie beibehalten werden &#8211;  Europaweites Minderungsziel von 25 Prozent f\u00fcr Einwegbecher und  To-go-Lebensmittelverpackungen muss kommen &#8211; Verbote m\u00fcssen auch f\u00fcr  beschichtete Einwegprodukte aus Papier und Bioplastik gelten &#8211;  EU-weite Einf\u00fchrung von Systemen zur erweiterten <!--more--> Herstellerverantwortung statt freiwilliger Vereinbarungen notwendig &#8211; Wiederverwendungsquoten f\u00fcr Verpackungen und Pfandsysteme m\u00fcssen  Kernelemente einer Strategie gegen Plastikm\u00fcll sein     Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begr\u00fc\u00dft die von der EU-Kommission  im Rahmen der Plastikstrategie vorgelegte Richtlinie zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt.  Allerdings weisen sowohl der Richtlinienentwurf der Kommission als  auch die Position des EU-Rats deutliche Schwachpunkte auf, die nach  Einsch\u00e4tzung des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes den  nachhaltigen Erfolg der angesto\u00dfenen Regelung gef\u00e4hrden k\u00f6nnten. Bei  den aktuell in Br\u00fcssel stattfindenden Trilogverhandlungen zwischen  den Europ\u00e4ischen Institutionen, die voraussichtlich im Dezember  abgeschlossen sein sollen, muss Bundesumweltministerin Schulze  deshalb ihren Einfluss geltend machen und eine europ\u00e4ische  F\u00fchrungsrolle bei der Vermeidung von Abf\u00e4llen und dem Schutz der  Meere \u00fcbernehmen.     Die DUH fordert Ministerin Schulze auf, sich f\u00fcr die Beibehaltung  des Ziels zur getrennten Sammlung von 90 Prozent der Plastikflaschen  ab 2025 sowie f\u00fcr ein europaweites Minderungsziel von mindestens 25  Prozent f\u00fcr Einwegbecher und To-go-Lebensmittelverpackungen  einzusetzen. Ebenso notwendig ist es, Einwegprodukte aus Bioplastik  und mit Kunststoff beschichtetem Papier zu verbieten.     &#8222;Plastikflaschen verschmutzen Gew\u00e4sser und Str\u00e4nde besonders  h\u00e4ufig. Deshalb ist die von der EU-Kommission und dem Europ\u00e4ischen  Parlament vorgeschlagene Getrennterfassungsquote f\u00fcr Plastikflaschen  in H\u00f6he von 90 Prozent ab 2025 ganz besonders wichtig. Die Position  des EU-Rats, das Sammelziel auf das Jahr 2030 zu verschieben, f\u00fchrt  zu einer weiteren jahrelangen Verschmutzung der Umwelt und nimmt den  Druck f\u00fcr ein schnelles Handeln&#8220;, warnt die Stellvertretende  DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Metz.     &#8222;Aber auch der Vorschlag des EU-Rats, Plastikflaschen mit anderen  Verpackungen gemischt zu sammeln und die Berechnung der  Erfassungsquote anhand der anfallenden Abfallmengen und nicht der in  Verkehr gebrachten Flaschen zu berechnen, bietet EU-Mitgliedstaaten  mit niedrigen Ambitionen unn\u00f6tigerweise Schlupfl\u00f6cher. Dadurch wird  der konsequente Ansatz der Getrennterfassung von Plastikflaschen und  die Erreichung m\u00f6glichst hoher Sammelmengen unterlaufen&#8220;, erkl\u00e4rt  Metz weiter.     Thomas Fischer, Leiter der DUH f\u00fcr Kreislaufwirtschaft kritisiert: &#8222;Einweg-Coffee-to-go-Becher und Wegwerfboxen f\u00fcr Fast Food stellen  ein besonders gro\u00dfes Umweltproblem dar. Immer mehr Nahrungsmittel  werden unterwegs konsumiert und Verpackungsabf\u00e4lle achtlos in der  Umwelt entsorgt. Um diesen Trend zu stoppen, ist die Umsetzung des  vom EU-Parlament vorgeschlagenen europaweiten Minderungsziels von  mindestens 25 Prozent f\u00fcr Einwegbecher und  To-go-Lebensmittelverpackungen dringend notwendig. Das w\u00fcrde vor  allem umweltfreundlichen und abfallarmen Mehrwegalternativen einen  Push geben. Die von der EU-Kommission und dem Rat vorgeschlagene  Ma\u00dfnahme frei w\u00e4hlbarer Minderungsziele, l\u00e4sst es an Wirksamkeit  fehlen und kommt der Verpackungsindustrie entgegen.&#8220;     Verbote m\u00fcssen auch f\u00fcr Einwegprodukte aus Bioplastik und mit  Kunststoff beschichtetem Papier gelten. Verbote f\u00fcr Papierteller mit  Kunststoffbeschichtung d\u00fcrfen nicht, wie vom Rat vorgeschlagen, bis  2023 aufgeschoben werden. Biologisch abbaubare Kunststoffe m\u00fcssen,  wie vom Parlament gefordert, auch in Zukunft im Geltungsbereich der  Richtlinie enthalten sein. Eine Pr\u00fcfung ohnehin nicht realistischer  Standards zum marinen biologischen Abbau, wie von der Kommission und  vom Rat unterst\u00fctzt, und eine damit verbundene Neubewertung von  Einwegprodukten aus Bioplastik, sind nicht akzeptabel.     &#8222;Selbst, wenn es zuk\u00fcnftig Kunststoffe geben sollte, die im  marinen Umfeld problemlos abbaubar sind, w\u00e4re damit das Problem der  Ressourcenverschwendung durch die unreflektierte Nutzung von  Einwegprodukten nicht gel\u00f6st. Auch k\u00f6nnte ein solcher Standard dazu  beitragen, dass der Verbrauch von Einwegprodukten und deren  unreflektierte Entsorgung in der Umwelt dramatisch ansteigt&#8220;, warnt  Fischer.     Bislang werden viele Hersteller f\u00fcr die Auswirkungen der von ihnen in Verkehr gebrachten und in der Umwelt entsorgten Produkte, wie zum  Beispiel Zigarettenfilter aus Plastik, nicht zur Verantwortung  gezogen. Damit sich dies \u00e4ndert, m\u00fcssen EU-weit Systeme der  erweiterten Herstellerverantwortung ohne Ausnahmen vorgeschrieben  werden, so wie es die EU-Kommission und das Parlament vorgeschlagen  haben. Wirksame Ma\u00dfnahmen zur erweiterten Herstellerverantwortung und zur Verbrauchsminderung d\u00fcrfen nicht, wie vom Rat empfohlen, durch  freiwillige Vereinbarungen ersetzt werden.     Der vom EU-Parlament vorgeschlagene verpflichtende Anteil von 35  Prozent Recyclingmaterial f\u00fcr Plastikflaschen ist eine besonders  wichtige Ma\u00dfnahme, um ein qualitativ hochwertiges  Bottle-to-Bottle-Recycling und die Schlie\u00dfung von Stoffkreisl\u00e4ufen zu erreichen. Deshalb sollte dieses Ziel unbedingt verbindlich in die  Richtlinie zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter  Kunststoffprodukte auf die Umwelt aufgenommen werden. Der Vorschlag  des Rats, wonach der Einsatz von 35 Prozent Recyclingmaterial in  Plastikflaschen lediglich &#8222;anzustreben&#8220; sei, ist inakzeptabel und  untergr\u00e4bt die Wirksamkeit des Ziels.     Besonders problematisch ist der Vorschlag des EU-Rats,  Einwegprodukte anhand der Wahrscheinlichkeit einer unsachgem\u00e4\u00dfen  Entsorgung in der Umwelt definieren zu wollen. Die M\u00f6glichkeit des  Litterings soll dabei von der Gr\u00f6\u00dfe einer Verpackung oder eines  Produkts abh\u00e4ngig sein. Dies k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass beispielsweise  gr\u00f6\u00dfere Plastikflaschen oder Essensverpackungen einfach aus dem  Geltungsbereich ausgenommen werden. Die Definition eines  Einwegplastikprodukts sollte, wie von der EU-Kommission und dem  Parlament vorgesehen, allein durch die sinnvolle Abgrenzung zu  Mehrwegprodukten erfolgen.     &#8222;Leider fehlt in den bisherigen Verhandlungspositionen aller  europ\u00e4ischen Institutionen die Festlegung verbindlicher  Wiederverwendungsquoten f\u00fcr Getr\u00e4nke-, Verkaufs- und  Transportverpackungen, die zu einer dauerhaften und wirksamen  Reduktion des Eintrags umweltsch\u00e4dlicher Einweg-Plastikartikel in die Umwelt f\u00fchren w\u00fcrden. Wir fordern Bundesumweltministerin Schulze  deshalb dazu auf, sich im Sinne des Umweltschutzes und im Interesse  der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00fcr Mehrwegsysteme in Europa und  Deutschland einzusetzen&#8220;, sagt Metz.     Links:      Schreiben der DUH an Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur  Einnahme einer F\u00fchrungsrolle bei Abfallvermeidung und Meeresschutz:  http:\/\/l.duh.de\/p181122a     Forderungspapier einer Plastikstrategie f\u00fcr Deutschland:  https:\/\/www.duh.de\/projekte\/plastikstrategie\/     Infopapier zu Bioplastik: https:\/\/www.duh.de\/bioplastik\/    Pressekontakt: Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin  0170 7686923, metz@duh.de   Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft 030 2400 86743, 0151 18256692, fischer@duh.de  DUH-Pressestelle: Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf  030 2400867-20, presse@duh.de www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4122648\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Das Ziel, 90 Prozent der Plastikflaschen ab 2025 getrennt zu sammeln, muss in der EU-Richtlinie beibehalten werden<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-268239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/268239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=268239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/268239\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=268239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=268239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=268239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}