{"id":270054,"date":"2018-12-07T09:34:35","date_gmt":"2018-12-07T09:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/australien-gesundheitsprogramme-mit-grosser-wirkung-eine-blaupause-fuer-deutschland\/"},"modified":"2018-12-07T09:34:35","modified_gmt":"2018-12-07T09:34:35","slug":"australien-gesundheitsprogramme-mit-grosser-wirkung-eine-blaupause-fuer-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/australien-gesundheitsprogramme-mit-grosser-wirkung-eine-blaupause-fuer-deutschland\/","title":{"rendered":"Australien: Gesundheitsprogramme mit gro\u00dfer Wirkung &#8211; eine Blaupause f\u00fcr Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (ots) &#8211; Medizinischer Fortschritt kann das Leben von  Patientinnen und Patienten nur verbessern, wenn er auch bei ihnen  ankommt. Was nutzen neue Medikamente oder Impfstoffe, wenn sie die  Menschen nicht oder nicht in ausreichendem Ma\u00dfe erreichen? Dass das  auch in Deutschland ein Thema sein kann, zeigt ein Blick ans andere  Ende der Welt.<!--more--> Australien macht vor, wie man mit konzertierten  Aktionen und Gesundheitsprogrammen die Gesundheit von Menschen  erheblich verbessern kann. Eine Blaupause f\u00fcr Deutschland?     Lesen Sie den ganzen Artikel auch auf Pharma Fakten:  http:\/\/ots.de\/1nZruv.     HPV und HCV &#8211; leicht zu verwechseln und doch so unterschiedlich:  HPV steht f\u00fcr das Humane Papillomvirus. Die Erkenntnis, dass das  HP-Virus verschiedene Karzinome wie Geb\u00e4rmutterhalskrebs ausl\u00f6sen  kann &#8211; was letztlich zur Entwicklung der HPV-Impfung f\u00fchrte &#8211; brachte dem deutschen Wissenschaftler Harald zur Hausen den Nobelpreis ein.  An den HPV-Impfraten in seinem Heimatland verzweifelt der Mediziner  allerdings; nur rund 40 Prozent der M\u00e4dchen sind geimpft, sagt zur  Hausen im Interview mit dem Krebsinformationsdienst. &#8222;Skandal\u00f6s  niedrig&#8220; findet er das und &#8222;meilenweit&#8220; von den 85 Prozent entfernt,  die geimpft sein m\u00fcssten, um die Infektionskette zu durchbrechen.  Impfen gegen HPV-Infektionen ist aktive Krebsprophylaxe.  Voraussetzung daf\u00fcr: Man l\u00e4sst sich impfen.     Hinter der Abk\u00fcrzung HCV versteckt sich hingegen das Hepatitis  C-Virus. Es l\u00f6st eine Leberinfektion aus, die viele Jahre als schwer  behandelbar galt. Dies hat sich in den Jahren seit 2014 ge\u00e4ndert.  Eine neue Generation direkt wirkender antiviraler Medikamente macht  es heute m\u00f6glich, die Krankheit in der Regel in acht Wochen aus dem  menschlichen K\u00f6rper zu verbannen &#8211; und das fast ohne Nebenwirkungen.  Deutschland aber hat es gerade geschafft, von der Liste der L\u00e4nder  gestrichen zu werden, die auf einem guten Weg sind, die Eliminierung  der Leberinfektion bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Der Grund: Es  passiert zu wenig, um die zu finden, die infiziert sind, es aber  nicht wissen; Deutschland dr\u00fcckt sich vor der HCV-Dunkelziffer. Die  neuen Medikamente haben die M\u00f6glichkeit erst geschaffen, dass die  Infektion ausgerottet werden k\u00f6nnte. Voraussetzung daf\u00fcr: Man  behandelt die Infizierten.     Australien sagt Hepatitis C einen konzertierten Kampf an     Aufkl\u00e4ren, vorbeugen, testen, behandeln &#8211; das will die  australische Regierung im Rahmen ihrer &#8222;National Hepatitis C  Strategy&#8220;. Die Zahl der Infizierten wird in Australien auf rund  200.000 gesch\u00e4tzt (Stand: Ende 2016); jedes Jahr kommt es zu  tausenden Neuerkrankungen &#8211; vor allem in der Drogenszene. Als &#8222;Silent Killer&#8220; gebrandmarkt, gilt das Virus offiziell als &#8222;significant  public health issue&#8220; &#8211; ein erhebliches Problem f\u00fcr die \u00f6ffentliche  Gesundheit. Kernpunkt ist der diskriminierungsfreie Zugang f\u00fcr alle  Betroffenen, also unabh\u00e4ngig davon, wie und wo sie sich infiziert  haben. Zum Programm geh\u00f6ren auch Abkommen mit den Herstellern  antiviraler Medikamente; sprich: Preisverhandlungen, die auf  Mengenrabatten beruhen. &#8222;In Australien gibt es ein politisches  Bekenntnis zur Eliminierung, was u.a. dazu gef\u00fchrt hat, dass die  Regierung zentral einen Gro\u00dfeinkauf von Medikamenten get\u00e4tigt hat &#8211;  und dass trotz eines f\u00f6deralen Systems, wie es auch bei uns  existiert&#8220;, sagt der Hepatitis-Experte Achim Kautz. Insofern sieht er das Programm durchaus als m\u00f6gliche Blaupause f\u00fcr Deutschland.     Laut der australischen Regierung erhielten sch\u00e4tzungsweise 14  Prozent aller Menschen, die zu Beginn von 2016 mit chronischer  Hepatitis C infiziert waren, eine Behandlung &#8211; die Mehrheit (93 %)  davon wurde noch im selben Jahr geheilt. Wie ernst das Programm auf  politischer Ebene genommen wird, zeigt dieses Beispiel: Weil seit dem Jahr 2017 die Behandlungsquoten zur\u00fcckgehen, hat die Regierung  reagiert und rund eine Millionen australische Dollar in zus\u00e4tzliche  Aufkl\u00e4rungskampagnen gesteckt; denn: &#8222;Es ist eine Trag\u00f6die, dass  hunderttausende Australier lebensrettende Therapien verpassen, die  Hepatitis C in wenigen Wochen mit wenigen Nebenwirkungen heilen  k\u00f6nnen, wo doch diese Behandlung mit der Verordnung durch den  Allgemeinarzt jederzeit verf\u00fcgbar ist&#8220;, sagt Helen Tyrrell, Chefin  von Hepatitis Australia. Von dem Ziel, Hepatitis C zu eliminieren,  will man sich nicht abbringen lassen.     Ziel des Impfprogramms: Geb\u00e4rmutterhalskrebs dramatisch reduzieren     Auch in Sachen HPV-bedingter Krebsbek\u00e4mpfung hat sich Australien  f\u00fcr einen konsequenten Weg entschieden. Bereits seit 1991 wurde dort  ein sogenanntes Papscreening eingef\u00fchrt, das von 80 Prozent der  Frauen angenommen wurde. Allein das hat die H\u00e4ufigkeit von  Geb\u00e4rmutterhalskrebs mehr als halbiert. Als der erste HPV-Impfstoff  auf den Markt kam, war Australien im Jahr 2007 das erste Land, das  ein nationales Impfprogramm eingef\u00fchrt hat, das mit regelm\u00e4\u00dfigen  Screenings begleitet wird. Seit 2013 ist auch die Impfung der Jungen  vorgesehen (in Deutschland seit 2018) &#8211; nicht nur, weil sie  HPV-bedingte Krebsarten entwickeln k\u00f6nnen, sondern auch, weil sie  \u00dcbertr\u00e4ger sind.     Die Impfquoten sind hoch: Fast 80 Prozent der M\u00e4dchen und \u00fcber 70  Prozent der Jungen werden \u00fcber das Programm erreicht. Die  Studie  &#8222;The projected timeframe until cervical cancer elimination in  Australia: a modelling study&#8220;, die in der Fachzeitschrift The Lancet  ver\u00f6ffentlicht wurde, zeigt nicht nur, was mit der Konsequenz des  Programms alles erreicht wurde. Auf der Basis der Daten wagen die  Wissenschaftler auch einen Ausblick: Wenn hohe Impf- und  Screeningraten auf dem Niveau gehalten werden, d\u00fcrfte die j\u00e4hrliche  Inzidenz von Geb\u00e4rmutterhalskrebs bis zum Jahr 2020 auf sechs und bis 2028 auf vier neue F\u00e4lle pro 100.000 Frauen fallen.  &#8222;Geb\u00e4rmutterhalskrebs ist \u00b4on track`, um als Problem der \u00f6ffentlichen Gesundheit in Australien eliminiert zu werden&#8220;, so das Fazit der  Autoren. &#8222;Allerdings m\u00fcssen dazu die Screening- und Impfinitiativen  beibehalten werden, um weiterhin die sehr geringe Inzidenz von und  Sterberate durch Geb\u00e4rmutterhalskrebs zu erreichen&#8220;.     Die Erfolgsformel d\u00fcrfte in der Erkenntnis liegen, dass es nicht  reicht, eine Impfung zur Verf\u00fcgung zu stellen. Wenn die Menschen  nicht zum impfen kommen, muss man eben dorthin gehen, wo die Menschen sind &#8211; in Australien sind das die Schulen. Immerhin: Ende November  2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss ein organisiertes Programm  zur Fr\u00fcherkennung von Geb\u00e4rmutterhalskrebs in Deutschland  beschlossen. Es soll 2020 starten.     http:\/\/ots.de\/wukQnD.    Pressekontakt: Redaktion Pharma Fakten www.pharma-fakten.de E-Mail: redaktion@pharma-fakten.de http:\/\/twitter.com\/pharmafakten  Original-Content von: PHARMA FAKTEN, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/114406\/4136894\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (ots) &#8211; Medizinischer Fortschritt kann das Leben von Patientinnen und Patienten nur verbessern, wenn er auch bei ihnen ankommt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-270054","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270054"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270054\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}