{"id":270459,"date":"2018-12-10T15:43:40","date_gmt":"2018-12-10T15:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/70-millionen-kunden-auf-einen-streich-sieben-tipps-fuer-start-ups-zur-zusammenarbeit-mit-krankenkassen\/"},"modified":"2018-12-10T15:43:40","modified_gmt":"2018-12-10T15:43:40","slug":"70-millionen-kunden-auf-einen-streich-sieben-tipps-fuer-start-ups-zur-zusammenarbeit-mit-krankenkassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/70-millionen-kunden-auf-einen-streich-sieben-tipps-fuer-start-ups-zur-zusammenarbeit-mit-krankenkassen\/","title":{"rendered":"70 Millionen Kunden auf einen Streich \/ Sieben Tipps f\u00fcr Start-ups zur Zusammenarbeit mit Krankenkassen"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (ots) &#8211; In Deutschland sind 90 Prozent der Menschen  gesetzlich krankenversichert. Schafft es ein Start-up aus dem  Gesundheitsbereich, in das Leistungsangebot der gesetzlichen  Krankenversicherung (GKV) aufgenommen zu werden, gewinnt es sofort  rund 70 Millionen potentielle Kunden.<!--more--> F\u00fcr digitale  Versorgungsangebote ist der Weg dorthin aufgrund der aktuellen  Gesetzeslage momentan allerdings noch mit einigen H\u00fcrden versehen.  Wie man es als Gr\u00fcnder schafft, in der GKV Fu\u00df zu fassen, erkl\u00e4rt Dr. Gabriele Gonschor, verantwortlich f\u00fcr neue Versorgungsangebote bei  der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK.     Die Zusammenarbeit mit der GKV hat gro\u00dfen Einfluss auf den  langfristigen Erfolg eines Start-ups im Gesundheitsbereich, denn der  Selbstzahlermarkt im Bereich Gesundheit gestaltet sich in Deutschland schwierig. Die Bereitschaft, f\u00fcr ein Produkt oder eine Therapie aus  eigener Tasche zu zahlen, ist meist gering. Im Vergleich zu anderen  L\u00e4ndern hat Deutschland ein sehr gutes Gesundheitssystem, in dem  jeder krankenversichert ist und alle medizinisch notwendigen  Leistungen von seiner Kasse bezahlt bekommt. Dar\u00fcber hinaus erreichen die gesetzlichen Krankenkassen ihre 70 Millionen Versicherten  mithilfe von Newslettern, Kundenzeitschriften sowie \u00fcber  Kundenberater und k\u00f6nnen einer Leistung somit schnell zu gro\u00dfer  Bekanntheit verhelfen. Es lohnt sich f\u00fcr Unternehmen also, den Sprung vom sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt (privat gezahlte Produkte  und Dienstleistungen) in den ersten Gesundheitsmarkt und die GKV zu  schaffen.     Gro\u00dfes Interesse an einer Zusammenarbeit besteht aber auch auf  Seiten der Krankenkassen: &#8222;Inzwischen gibt es viele spannende  Start-ups, die mit ihren Angeboten L\u00fccken schlie\u00dfen und unseren  Versicherten somit eine bessere Versorgung erm\u00f6glichen. Wir halten  daher immer unsere Augen offen, weil es so viele innovative Ideen  gibt, die einen echten Mehrwert bieten. Viele Gr\u00fcnder pitchen uns  ihre Ideen. Leider untersch\u00e4tzen sie aber h\u00e4ufig, an was f\u00fcr strenge  Regulierungen wir uns in der GKV halten m\u00fcssen und wie aufw\u00e4ndig der  Prozess ist, bis wir unseren Versicherten eine Leistung anbieten  k\u00f6nnen&#8220;, berichtet Dr. Gabriele Gonschor von der SBK. Was Start-ups  beachten m\u00fcssen, damit die Zusammenarbeit mit der GKV funktioniert,  hat die SBK zusammengefasst:     1. Ein Produkt muss die Leistungen der GKV sinnvoll erg\u00e4nzen oder  eine Versorgungsl\u00fccke schlie\u00dfen:      Ziel der Zusammenarbeit muss sein, dass ein Start-up mit seinem  Produkt die Versorgung der Versicherten sinnvoll erg\u00e4nzt. F\u00fcr eine  Leistung, die bereits von etablierten Leistungserbringern angeboten  wird, ist der Bedarf unter Umst\u00e4nden schon gedeckt. Anders sieht es  aus, wenn das Angebot beispielsweise digital statt analog genutzt  werden kann und somit mehr Menschen erreicht, oder wenn es sich um  eine v\u00f6llig neue Therapieform handelt. Wichtig ist also auch immer  eine gute Marktkenntnis: Erbringt jemand bereits eine \u00e4hnliche  Leistung? Steht mein Angebot in Konkurrenz zu etablierten  Versorgungsformen oder erg\u00e4nzt es sie sinnvoll?     2. Das Produkt muss auf Akzeptanz bei den Versicherten treffen:      Manche Start-ups sind ihrer Zeit einfach ein bisschen zu weit  voraus: Nicht nur bei den Krankenkassen, auch bei den Versicherten  muss selbstverst\u00e4ndlich ein Bedarf f\u00fcr ein Produkt vorhanden sein.  Richtet es sich beispielsweise an eine \u00e4ltere Zielgruppe, zieht diese aktuell h\u00e4ufig noch den pers\u00f6nlichen Kontakt vor. Eine App f\u00fcr  Demenzkranke ist zwar ein sehr interessanter Ansatz, w\u00fcrde aber  vermutlich aktuell noch vom Gro\u00dfteil der \u00e4lteren Versicherten nicht  angenommen.     3. Partnerschaften mit Leistungserbringern machen vieles  einfacher:      Je nach Inhalt des Versorgungsangebotes ist es vorteilhaft, wenn  ein Start-up mit zugelassenen Leistungserbringern (wie \u00c4rzten,  Kliniken oder Therapeuten) zusammenarbeitet. Die rechtlichen  Rahmenbedingungen machen Vertr\u00e4ge \u00fcber digitale Versorgungsangebote  zwischen Kasse und Start-up momentan zum Teil noch schwierig.  Deutlich unkomplizierter ist es f\u00fcr Krankenkassen, einen Vertrag zu  schlie\u00dfen, an dem zus\u00e4tzlich auch zugelassene Leistungserbringer  beteiligt sind.  Kooperierende \u00c4rzte oder Therapeuten k\u00f6nnen au\u00dferdem beurteilen, ob das Angebot zur Erkrankung des Patienten passt und  \u00fcberpr\u00fcfen, inwiefern die Leistung den weiteren Krankheits- oder  Heilungsverlauf positiv beeinflussen kann. Insgesamt ist die  Akzeptanz bei \u00c4rzten und Therapeuten sehr wichtig f\u00fcr ein Start-up,  wenn es deren Therapie unterst\u00fctzt. Um Kooperationsm\u00f6glichkeiten  auszuloten, sprechen Unternehmen am besten den jeweils passenden  Verband an, zum Beispiel einen Fach\u00e4rzteverband.     4. Wirkung und Nutzen m\u00fcssen nachweisbar sein:      Gesetzliche Krankenversicherungen sind an zahlreiche Regulierungen gebunden und m\u00fcssen das Geld ihrer Versicherten wirtschaftlich  einsetzen. Experimente k\u00f6nnen sie sich daher nicht erlauben. Um mit  gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit in Betracht gezogen zu werden, sollten  Produkte oder Dienstleistungen daher mit der CE-Zertifizierung als  Medizinprodukt klassifiziert sein. Da die neue  EU-Medizinprodukteverordnung ab Mai 2020 f\u00fcr alle Unternehmen  verpflichtend gilt und Auswirkungen auf die Klassifizierung von  Medizinprodukten hat, sollten sich Gr\u00fcnder fr\u00fchzeitig hier\u00fcber  informieren, denn die Zertifizierung nimmt einige Zeit in Anspruch.  Im Idealfall gibt es \u00fcber die Klassifizierung als Medizinprodukt  hinaus bereits wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit oder  den Nutzen des Produkts belegen. Langj\u00e4hrige wissenschaftliche  Studien sind f\u00fcr Start-ups nat\u00fcrlich schwer durchzuf\u00fchren. Liegen  diese noch nicht vor, ist es dennoch m\u00f6glich, mit einer  Krankenversicherung gemeinsam ein Pilotprojekt zu starten, das auch  den Nutzen eines Angebotes evaluiert &#8211; eventuell sogar mit einer  Uniklinik zusammen.     5. Das Thema Datenschutz ist noch pr\u00e4senter als in anderen  Branchen:      Extrem wichtig ist auch das Thema Datenschutz: Da die GKV \u00fcber  besonders zu sch\u00fctzende Sozialdaten ihrer Versicherten verf\u00fcgt,  darunter Informationen \u00fcber den Gesundheitszustand einer Person,  gelten hier noch einmal strengere Vorgaben f\u00fcr den Datenschutz als  anderswo. Das bedeutet unter anderem f\u00fcr Start-ups, die mit der GKV  kooperieren m\u00f6chten, dass ihre Server am besten in Deutschland stehen sollten und dass dar\u00fcber hinaus hohe Anforderungen in Sachen  Registrierungs- und Authentifizierungsprozessen bestehen.     6. Genug Zeit einplanen:      Der Prozess von der Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterzeichnung dauert aufgrund der gesetzlichen Regelungen je nach Komplexit\u00e4t  h\u00e4ufig ein bis zwei Jahre. Damit rechnen Start-ups oft nicht. Liegt  die Auftragssumme \u00fcber einer bestimmten H\u00f6he, m\u00fcssen Krankenkassen  Vertr\u00e4ge sogar EU-weit ausschreiben, was weitere Zeit kostet. Das  geht bei Nicht-Gesundheitsdienstleistungen (wie bei Unternehmen, die  Arzttermine vermitteln) bei einer Auftragssumme von rund 221.000 Euro auf vier Jahre gerechnet los, bei Gesundheitsdienstleistungen  (darunter Therapieangebote oder Hilfsmittel) ab circa 750.000 Euro  innerhalb von vier Jahren.     7. Kontakt zu den richtigen Personen aufbauen:      Wie \u00fcberall sonst gilt auch hier: Ein gutes Netzwerk ist der  Schl\u00fcssel zum Erfolg. Kontakte zu Krankenkassen lassen sich auf  thematisch passenden Tagungen und Kongressen kn\u00fcpfen, oder auch \u00fcber  Initiativen wie den Healthy Hub, den die SBK und vier weitere  Krankenkassen ins Leben gerufen haben. 2019 startet der zweite Call  f\u00fcr Start-ups aus dem Bereich Digital Health. Ein weiterer, wenn auch deutlich aufw\u00e4ndigerer Weg f\u00fchrt \u00fcber den Innovationsfonds des  Gemeinsamen Bundesausschusses, der den Leistungskatalog der GKV  festlegt. Bei der Bewerbung sind bereits vorhandene Partnerschaften  mit Leistungserbringern und Krankenkassen ebenfalls von gro\u00dfem  Vorteil. Gelingt es Start-ups, vom Innovationsfonds gef\u00f6rdert zu  werden, k\u00f6nnen sie es schlussendlich sogar in die Regelversorgung der GKV schaffen. Ihr Produkt oder ihre Dienstleistung erreicht dadurch  Versicherte aller 110 Krankenkassen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Start-ups  Krankenkassen immer auch direkt per Telefon oder E-Mail kontaktieren.     Trotz aller Regulierungen und Gesetze sollten sich Start-ups nicht einsch\u00fcchtern lassen, denn die Zusammenarbeit mit gesetzlichen  Krankenkassen erm\u00f6glicht es ihnen, deutlich mehr Menschen zu  erreichen. Gabriele Gonschor erg\u00e4nzt: &#8222;Wir freuen uns, wenn wir mit  weiteren jungen Unternehmen zusammenarbeiten und so die Versorgung  unserer Versicherten noch innovativer und besser gestalten k\u00f6nnen.  Wenn uns ein Angebot \u00fcberzeugt, arbeiten wir gerne mit Gr\u00fcndern  daran, die Basis f\u00fcr eine Zusammenarbeit zu schaffen.&#8220;     \u00dcber die SBK:      Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK ist die gr\u00f6\u00dfte  Betriebskrankenkasse Deutschlands und geh\u00f6rt zu den 20 gr\u00f6\u00dften  gesetzlichen Krankenkassen. Als ge\u00f6ffnete, bundesweit t\u00e4tige  Krankenkasse versichert sie mehr als 1 Million Menschen und betreut  \u00fcber 100.000 Firmenkunden in Deutschland &#8211; mit mehr als 1.500  Mitarbeitern in 94 Gesch\u00e4ftsstellen.     Seit \u00fcber 100 Jahren setzt sich die SBK pers\u00f6nlich und engagiert  f\u00fcr die Interessen der Versicherten ein. Sie positioniert sich als  Vorreiter f\u00fcr einen echten Qualit\u00e4tswettbewerb in der Gesetzlichen  Krankenversicherung. Voraussetzung daf\u00fcr ist aus Sicht der SBK mehr  Transparenz f\u00fcr die Versicherten &#8211; \u00fcber relevante Finanzkennzahlen,  aber auch \u00fcber Leistungsbereitschaft, Beratung und  Dienstleistungsqualit\u00e4t von Krankenkassen. Im Sinne des Kunden  vereint die SBK dar\u00fcber hinaus das Beste aus pers\u00f6nlicher und  digitaler Welt und treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen  aktiv voran.    Pressekontakt: SBK  Siemens-Betriebskrankenkasse  Gesa Seibel Stab Unternehmenskommunikation  Heimeranstr. 31  80339 M\u00fcnchen  Tel. +49(89)62700-161  Fax: +49(89)62700-60161  Email: gesa.seibel@sbk.org  Internet: www.sbk.org  Original-Content von: Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/40635\/4139800\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (ots) &#8211; In Deutschland sind 90 Prozent der Menschen gesetzlich krankenversichert. Schafft es ein Start-up aus dem Gesundheitsbereich, in<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-270459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}