{"id":270521,"date":"2018-12-11T12:32:30","date_gmt":"2018-12-11T12:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/lebensmittelverschwendung-stoppen-deutsche-umwelthilfe-und-foodsharing-fordern-verbindlichen-aktionsplan-statt-freiwilliger-konzernvereinbarungen\/"},"modified":"2018-12-11T12:32:30","modified_gmt":"2018-12-11T12:32:30","slug":"lebensmittelverschwendung-stoppen-deutsche-umwelthilfe-und-foodsharing-fordern-verbindlichen-aktionsplan-statt-freiwilliger-konzernvereinbarungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lebensmittelverschwendung-stoppen-deutsche-umwelthilfe-und-foodsharing-fordern-verbindlichen-aktionsplan-statt-freiwilliger-konzernvereinbarungen\/","title":{"rendered":"Lebensmittelverschwendung stoppen: Deutsche Umwelthilfe und foodsharing fordern verbindlichen Aktionsplan statt freiwilliger Konzernvereinbarungen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe und foodsharing stellen  Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung vor &#8211; Eckpunkte von  Landwirtschaftsministerin Kl\u00f6ckner sind nicht ausreichend &#8211;  Unternehmensspezifische Zwischenziele zur Reduzierung der  Lebensmittelverschwendung bis 2030 n\u00f6tig &#8211; Weitergabe \u00fcbersch\u00fcssiger  Lebensmittel muss rechtlich abgesichert werden &#8211; Besseres Verst\u00e4ndnis von <!--more-->Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum erforderlich     Jedes Jahr landen in Deutschland 18 Millionen Tonnen und damit  rund ein Drittel der erzeugten Lebensmittel im M\u00fcll. Dabei lie\u00dfe sich \u00fcber die H\u00e4lfte davon vermeiden. Deutschland hat sich dazu  verpflichtet, die Lebensmittelabf\u00e4lle von Einzelhandel und privaten  Haushalten bis 2030 um die H\u00e4lfte zu reduzieren. Wie genau dieses  Ziel erreicht werden kann, stellten die Deutsche Umwelthilfe (DUH)  und foodsharing heute in Berlin mit einem gemeinsamen Aktionsplan  anl\u00e4sslich des sechsten foodsharing-Geburtstags am 12. Dezember vor.     Die beiden Vereine kritisieren die am 19. November 2018 von  Bundeministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft Julia Kl\u00f6ckner  ver\u00f6ffentlichten Eckpunkte gegen die Lebensmittelverschwendung als  unzureichend und zu wirtschaftsnah. DUH und foodsharing sehen in den  vorgesehenen Unternehmensvereinbarungen den Versuch wirksame  politische Ma\u00dfnahmen zu verz\u00f6gern. Die Vereine fordern eine  Dokumentationspflicht von Lebensmittelverlusten entlang der  Wertsch\u00f6pfungskette und die Festlegung verbindlicher  unternehmensspezifischer Zwischenziele zur Halbierung der  Lebensmittelabf\u00e4lle bis 2030. Es fehle auch ein Wegwerfstopp  genie\u00dfbarer Lebensmittel f\u00fcr Superm\u00e4rkte, eine st\u00e4rkere Aufkl\u00e4rung  \u00fcber Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum sowie eine rechtliche  Absicherung von Lebensmittelrettern.     &#8222;F\u00fcr die Produktion weggeworfener Lebensmittel wird 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che in Deutschland beansprucht und es  kommt zu unn\u00f6tigen Klimaemissionen von umgerechnet 48 Millionen  Tonnen CO2 pro Jahr. Um diese enormen Umweltfolgen zu begrenzen, nahm sich Deutschland bereits 2015 die Halbierung der Lebensmittelabf\u00e4lle  bis 2030 vor. Dazu sind verbindliche, unternehmensspezifische  Zwischenziele unverzichtbar. Doch bis heute gibt es solche Zielmarken f\u00fcr Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gro\u00dfverbraucher nicht.  Stattdessen vertraut Bundesministerin Julia Kl\u00f6ckner auf das  Wohlwollen von Unternehmen durch freiwillige Vereinbarungen und  verhindert so notwendige sowie schnelle positive Entwicklungen&#8220;,  kritisiert DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sascha M\u00fcller-Kraenner.     &#8222;Um Zielmarken f\u00fcr die Unternehmen festlegen und \u00fcberpr\u00fcfen zu  k\u00f6nnen, ist eine verl\u00e4ssliche Datengrundlage notwendig. Vom Landwirt  bis zum H\u00e4ndler gibt es aber noch immer keine Pflicht, die  Lebensmittelverluste genau zu erfassen und zu melden. Ohne  Transparenz \u00fcber die von den Unternehmen vernichteten Lebensmittel  bleiben Reduktionsziele wirkungslos&#8220;, sagt Philipp Sommer,  Stellvertretender Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft. DUH und  foodsharing fordern deshalb eine Dokumentationspflicht von entsorgten Lebensmitteln, bei der alle Verluste in Landwirtschaft, Industrie und Handel sowie bei Gro\u00dfverbrauchern erhoben werden.     &#8222;Seit sechs Jahren bewahren \u00fcber 47.000 foodsharing-Freiwillige  t\u00e4glich tonnenweise gute Lebensmittel vor dem M\u00fcll und erg\u00e4nzen damit die wichtige Arbeit der Tafeln. Wir haben die Wertsch\u00e4tzung von  Lebensmitteln in die \u00d6ffentlichkeit gebracht und vielen Unternehmen  L\u00f6sungen aufgezeigt. Allerdings wird das Retten von Lebensmitteln  nach wie vor durch rechtliche Unsicherheiten erschwert. Dabei m\u00fcsste  es umgekehrt sein und die Weitergabe von Lebensmitteln aktiv  unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert werden&#8220;, res\u00fcmiert foodsharing-Vorstand  Stefan Kreutzberger.     Initiativen und Organisationen, die sich f\u00fcr einen nachhaltigen  Konsum und gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen, sollten  steuerlich und rechtlich gef\u00f6rdert und nicht schlechter gestellt  werden, indem man sie zu Unrecht als Gewerbetreibende einstuft. Der  Rechtsrahmen muss zudem endlich einen unkomplizierten Betrieb von  \u00dcbergabestellen erm\u00f6glichen.     Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum (VD) werden von einem gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung nicht richtig verstanden. In der  Folge landen etwa 131.000 Tonnen Lebensmittel jedes Jahr unn\u00f6tig im  M\u00fcll. Deshalb ist eine bessere Erkl\u00e4rung des MHD auf der Verpackung  und eine verst\u00e4rkte Informationsarbeit erforderlich. &#8222;Handel und  Produktion m\u00fcssen durch Hinweise an K\u00fchlregalen und auf Verpackungen  Verbrauchende dazu animieren, selbstst\u00e4ndig zu pr\u00fcfen, ob Produkte  noch genie\u00dfbar sind. Wir sollten weniger den Angaben auf den  Verpackungen und mehr unseren Sinnen vertrauen, um unn\u00f6tige Verluste  zu verhindern&#8220;, sagt Nathalie Szycher, Beir\u00e4tin bei foodsharing.     Immer \u00f6fter werden neuartige intelligente oder aktive Verpackungen als L\u00f6sung gegen die Lebensmittelverschwendung auf den Markt  gebracht, die zum Teil kaum recyclingf\u00e4hig sind. Intelligente  Verpackungen zeigen die Haltbarkeit eines Produktes an, w\u00e4hrend  aktive Verpackungen dessen Haltbarkeit verl\u00e4ngern, indem sie  beispielsweise Feuchtigkeit oder Sauerstoff absorbieren. &#8222;Eine  l\u00e4ngere Haltbarkeit bedeutet jedoch nicht, dass weniger Lebensmittel  weggeworfen werden. So hat sich die Menge an Plastikverpackungen in  den letzten zehn Jahren um etwa ein Drittel erh\u00f6ht, ohne dass dies  die Lebensmittelverschwendung reduziert h\u00e4tte. Anstelle von mehr  Verpackungen bedarf es besserer politischer Rahmenbedingungen, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren&#8220;, sagt Sommer.     &#8222;Damit nicht l\u00e4nger essbare Lebensmittel aus dem Einzelhandel in  gro\u00dfem Stil im M\u00fcll entsorgt werden, ist ein gesetzlicher  Wegwerfstopp f\u00fcr Superm\u00e4rkte n\u00f6tig. Anstatt genie\u00dfbare Lebensmittel  zu vernichten, sollten Handelsketten diese kostenlos sozialen Tr\u00e4gern oder Initiativen gegen die Lebensmittelverschwendung zur Verf\u00fcgung  stellen&#8220;, fordert Kreutzberger.     Mit dem durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)  gef\u00f6rderten Projekt &#8222;MinusMethan&#8220; entwickelt die DUH gemeinsam mit  Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft und Klimaschutz einen  Methan-Reduktionsplan f\u00fcr die deutsche Landwirtschaft und setzt dabei auch bei der Reduktion von Lebensmittelverschwendung an.     Links:     &#8211; Aktionsplan von DUH und foodsharing gegen       Lebensmittelverschwendung: http:\/\/l.duh.de\/p181211     &#8211; DUH-Factsheet &#8222;Keine Lebensmittel in die Tonne&#8220;:      http:\/\/ots.de\/HTFNE6     &#8211; DUH-Hintergrundpapiere zur Methanreduktion in der Landwirtschaft      &#8222;MinusMethan&#8220;: Reduktion der Lebensmittelverschwendung im Handel      und Methanminderung durch innovative Verpackungen       www.minus-methan.de     &#8211; Internetseite foodsharing e.V.: www.foodsharing.de    Pressekontakt: Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer DUH 030 2400867-0, mueller-kraenner@duh.de  Philipp Sommer, Stellv. Leiter Kreislaufwirtschaft DUH 030 2400867-43, sommer@duh.de  Stefan Kreutzberger, Vorstand foodsharing e.V. 0170 9037 410, stefanK@foodsharing.de  Nathalie Szycher, Beir\u00e4tin foodsharing e.V. 0157 5214 0415, nathalie.szycher@posteo.de   DUH-Pressestelle:  Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf  030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  foodsharing-Pressestelle:  Kerstin Bergmann, Stefan Kreutzberger 0170 9037410, presse@foodsharing.de  www.foodsharing.de, www.facebook.com\/foodsharing.de,  www.twitter.com\/FoodsharingDE  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4140619\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe und foodsharing stellen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung vor &#8211; Eckpunkte von Landwirtschaftsministerin Kl\u00f6ckner sind nicht ausreichend<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-270521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270521\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}