{"id":270749,"date":"2018-12-13T09:00:20","date_gmt":"2018-12-13T09:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/fischrueckwuerfe-verbot-ab-januar-beendet-illegale-praktik-nicht\/"},"modified":"2018-12-13T09:00:20","modified_gmt":"2018-12-13T09:00:20","slug":"fischrueckwuerfe-verbot-ab-januar-beendet-illegale-praktik-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/fischrueckwuerfe-verbot-ab-januar-beendet-illegale-praktik-nicht\/","title":{"rendered":"Fischr\u00fcckw\u00fcrfe: Verbot ab Januar beendet illegale Praktik nicht"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage  enth\u00fcllt schwere M\u00e4ngel bei der Umsetzung des R\u00fcckwurfverbots &#8211; Im  Januar EU-weit in Kraft tretende Anlandeverpflichtung wird nicht  ausreichend kontrolliert &#8211; Was auf See passiert, bleibt weiterhin im  Verborgenen &#8211; Deutsche Umwelthilfe und Our Fish kritisieren  Intransparenz der deutschen Fischereipolitik und fordern <!--more-->vollst\u00e4ndige Dokumentation der gefangenen Fische     Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Our Fish kritisieren die  intransparente Datenlage in der deutschen Fischereipolitik und die  mangelhafte Umsetzung der am 1. Januar 2019 EU-weit im vollen Umfang  in Kraft tretenden Anlandeverpflichtung. Diese wurde im Zuge der  Reform der europ\u00e4ischen Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP)  eingef\u00fchrt. Extrem schwer zug\u00e4ngliche Anlandedaten deuten darauf hin, dass illegale Fischr\u00fcckw\u00fcrfe zu kleiner, nicht verk\u00e4uflicher Fische  in Nord- und Ostsee noch immer zur Tagesordnung geh\u00f6ren. Dies geht  aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der  Fraktion B\u00fcndnis 90\/die Gr\u00fcnen hervor.     Die Anlandeverpflichtung gilt in der Ostsee bereits seit 2017.  Demnach m\u00fcssen alle gefangenen Fische, f\u00fcr die Fangbegrenzungen oder  Mindestreferenzgr\u00f6\u00dfen existieren, mit an Land gebracht werden. Laut  Bundesregierung gibt es jedoch keine Beobachter, die die  Fischereit\u00e4tigkeiten und somit die Umsetzung der Anlandeverpflichtung in der Ostsee kontrollieren. Die Anlandungen werden nur in den H\u00e4fen  kontrolliert &#8211; was auf See passiert, bleibt nach wie vor im  Verborgenen. Die Anlandungen von zu kleinen Dorschen werden f\u00fcr 2017  mit 2 Prozent angegeben. Laut den wissenschaftlichen Erhebungen des  internationalen Rates f\u00fcr Meeresforschung (ICES) liegt der Anteil der Dorsch-Beif\u00e4nge allerdings deutlich h\u00f6her: mindestens 11 Prozent in  der \u00f6stlichen Ostsee. Andere Untersuchungen von 2017 gehen von  Dorsch-Beif\u00e4ngen von bis zu 38,5 Prozent des Gesamtfanges aus  (&#8222;Letzte Hol-Untersuchungen&#8220;).     DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sascha M\u00fcller-Kraenner bewertet die  augenscheinlichen Unterschiede zwischen wissenschaftlichen Erhebungen und Angaben der Bundesregierung als eklatant: &#8222;Aufgrund  unzureichender Dokumentation ist eine Missachtung der Regeln umso  wahrscheinlicher. Mangelhafte Kontrollen machen es erst m\u00f6glich, dass noch immer zu viel Fisch \u00fcber Bord geworfen wird. Wir fordern  Fischereiministerin Julia Kl\u00f6ckner auf, effektivere Kontrollsysteme  einschlie\u00dflich neuer Techniken wie der elektronischen Fern\u00fcberwachung in Deutschland einzuf\u00fchren, um die Umsetzung der Anlandeverpflichtung zu garantieren, Verst\u00f6\u00dfe aufzudecken und zu ahnden und diese  illegalen Zust\u00e4nde abzustellen.&#8220;     Seit 2017 gilt die EU-Anlandeverpflichtung auch f\u00fcr den Kabeljau  in der Nordsee. Die gemeldeten Anlandungen unterma\u00dfiger Kabeljaue in  der Nordsee liegen laut Bundesregierung unter 0,2 Prozent. Rebecca  Hubbard, Direktorin der Our Fish-Kampagne sagt, dass diese Angaben im Vergleich zu fr\u00fcheren Erhebungen und wissenschaftlichen Sch\u00e4tzungen  basierend auf Beobachterdaten unrealistisch niedrige sind: &#8222;Wenn man  die dokumentierten Anlandungen von weniger als 1 Prozent unterma\u00dfiger Kabeljaue in der Nordsee mit den gesch\u00e4tzten 19 Prozent der R\u00fcckw\u00fcrfe aus dem Jahr 2017 vergleicht, deutet alles darauf hin, dass illegale  R\u00fcckw\u00fcrfe von Kabeljau inzwischen in der deutschen Fischerei weit  verbreitet sind. Die gro\u00dfen Anstrengungen, den \u00fcberfischten Bestand  wiederaufzubauen, werden untergraben. Werden die R\u00fcckw\u00fcrfe nicht  gestoppt, k\u00f6nnte das den Bestand an den Rand des Zusammenbruchs  bringen. Lediglich effektive \u00dcberwachung und Kontrollen verhindern  dies.&#8220;     \u00dcber Our Fish:     Die Kampagne Our Fish will sicherstellen, dass die  EU-Mitgliedstaaten die GFP ordnungsgem\u00e4\u00df durchf\u00fchren und umsetzen und &#8211; auch \u00fcber eine effektive Kontrolle der europ\u00e4ischen Fischereien &#8211;  f\u00fcr nachhaltige Fischbest\u00e4nde in den europ\u00e4ischen Gew\u00e4ssern sorgen.  Our Fish arbeitet mit Organisationen und Personen in ganz Europa  zusammen, um eine starke und beharrliche Kernbotschaft zu verbreiten: Die \u00dcberfischung muss beendet und die nachhaltige Befischung der  europ\u00e4ischen Meere gew\u00e4hrleistet werden.     Our Fish ruft alle EU-Mitgliedstaaten dazu auf, nachhaltige  Fanggrenzen auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen  festzulegen und durch \u00dcberwachung und Dokumentation aller F\u00e4nge  sicherzustellen, dass ihre Fangflotten den Nachweis einer  nachhaltigen Fischerei erbringen.     Die Deutsche Umwelthilfe koordiniert diese Kampagnenarbeit in  Deutschland.     Links:  Link zur Antwort der Bundesregierung: http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/050\/1905063.pdf    Pressekontakt: Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de    Rebecca Hubbard, Programmdirektorin Our Fish +34 657669425, rebecca@our.fish   Katja Hockun, Projektmanagerin Meeresnaturschutz 030 2400867-895, hockun@duh.de  DUH-Pressestelle:  Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf  030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe, www.facebook.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4142244\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage enth\u00fcllt schwere M\u00e4ngel bei der Umsetzung des R\u00fcckwurfverbots &#8211; Im Januar<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-270749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270749\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}