{"id":270776,"date":"2018-12-13T10:07:29","date_gmt":"2018-12-13T10:07:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/tsvg-gesetzgeber-konterkariert-seine-eigenen-guten-ansaetze\/"},"modified":"2018-12-13T10:07:29","modified_gmt":"2018-12-13T10:07:29","slug":"tsvg-gesetzgeber-konterkariert-seine-eigenen-guten-ansaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tsvg-gesetzgeber-konterkariert-seine-eigenen-guten-ansaetze\/","title":{"rendered":"TSVG: Gesetzgeber konterkariert seine eigenen guten Ans\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; &#8222;In Politik und Medizin gilt gleicherma\u00dfen: Nur  wenn die Diagnose stimmt, kann die Therapie anschlagen. Leider ist  beim geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) schon die  Grundannahme falsch, dass vermeintliche Versorgungsengp\u00e4sse von  unzureichenden Sprechstundenzeiten herr\u00fchren.<!--more--> Richtig ist: \u00c4rztinnen  und \u00c4rzte arbeiten schon jetzt am Limit und oftmals auch dar\u00fcber  hinaus. Wer sp\u00fcrbare Verbesserungen f\u00fcr die Patienten will, muss  genau hier ansetzen und f\u00fcr Entlastung sorgen.&#8220; Das sagte  Bundes\u00e4rztekammer-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zur  heutigen ersten Lesung des TSVG im Deutschen Bundestag. Notwendig  seien mehr Medizinstudienpl\u00e4tze, attraktive Arbeitsbedingungen und  nicht zuletzt wirksame Ma\u00dfnahmen gegen Kommerzialisierung und  Konzernbildung im deutschen Gesundheitswesen. Darauf sollte der  Gesetzgeber abzielen, statt die Arbeit von \u00c4rzten und  Selbstverwaltung mit Reglementierung und Kontrollb\u00fcrokratie weiter zu belasten.     Mit Blick auf die geplanten offenen Sprechstunden und die  Ausweitung der Mindestsprechstundenzeiten warnte Montgomery: &#8222;Viele  gute Ans\u00e4tze in dem Gesetzentwurf werden teilweise durch massive  Eingriffe in die Praxisabl\u00e4ufe und in die Arbeit der Selbstverwaltung konterkariert. Statt junge \u00c4rztinnen und \u00c4rzte mit starren  staatlichen Vorgaben f\u00fcr ihre Berufsaus\u00fcbung zu vergraulen, brauchen  wir flexible L\u00f6sungen, die sich sowohl an den Bed\u00fcrfnissen der  Patienten, als auch an denen der jungen \u00c4rztegeneration orientieren.&#8220; Solche praxisnahen Regelungen k\u00f6nnten nur von der Selbstverwaltung  kommen. Daf\u00fcr m\u00fcsse ihr die Politik aber auch die notwendige  Gestaltungsfreiheit geben.     Positiv hob Montgomery hervor, dass mit dem TSVG zus\u00e4tzliche  Leistungen auch zus\u00e4tzlich verg\u00fctet werden sollen. &#8222;Damit n\u00e4hern wir  uns der Entbudgetierung zumindest etwas an.&#8220; Richtig sei auch, dass  der Gesetzgeber erste Weichenstellungen f\u00fcr ein  sektoren\u00fcbergreifendes Konzept der Notfall- und Akutversorgung  vornimmt. Darauf k\u00f6nne und m\u00fcsse man aufbauen.     Zumindest punktuell gehe die Koalition auch das Problem der  zunehmenden Konzernbildung im Gesundheitswesen an. Hintergrund ist,  dass Medizinische Versorgungszentren  (MVZ) neben Pflegeeinrichtungen mehr und mehr zu beliebten Spekulationsobjekten f\u00fcr teilweise v\u00f6llig  fachfremde Finanzinvestoren werden. Die Bundes\u00e4rztekammer unterst\u00fctzt Forderungen der Bundesl\u00e4nder, die Vorgaben im  TSVG zu versch\u00e4rfen  und hat dies in einem gemeinsamen Schreiben mit weiteren \u00e4rztlichen  und zahn\u00e4rztlichen Spitzenorganisationen an das  Bundesgesundheitsministerium bekr\u00e4ftigt. Die \u00c4rzteschaft spricht sich daf\u00fcr aus, die Gr\u00fcndungsberechtigung von Krankenh\u00e4usern f\u00fcr MVZ auf  medizinisch-fachliche und r\u00e4umliche Bez\u00fcge einzugrenzen. Es gehe  darum, Monopole zu verhindern und die Versorgungssicherheit zu  gew\u00e4hrleisten, sagte Montgomery.    Pressekontakt: Bundes\u00e4rztekammer Stabsbereich Politik und Kommunikation  Herbert-Lewin-Platz 1 10623 Berlin  Tel. 030-400456700 Fax. 030-400456707 presse@baek.de www.baek.de  Original-Content von: Bundes\u00e4rztekammer, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/9062\/4142373\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; &#8222;In Politik und Medizin gilt gleicherma\u00dfen: Nur wenn die Diagnose stimmt, kann die Therapie anschlagen. 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