{"id":272002,"date":"2018-12-25T18:53:58","date_gmt":"2018-12-25T17:53:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=272002"},"modified":"2018-12-25T18:56:43","modified_gmt":"2018-12-25T17:56:43","slug":"schiller-abend-mit-andreas-von-steegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/schiller-abend-mit-andreas-von-steegen\/","title":{"rendered":"Schiller-Abend mit Andreas von Steegen"},"content":{"rendered":"<div><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-272003 alignright\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz1-550x450.jpg\" alt=\"Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz1\" width=\"453\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz1.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Friedrich_Schiller_by_Ludovike_Simanowiz1-320x262.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><\/a><strong>Text: Lutz Gallinat, Foto:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.wikipedia.org\">www.wikipedia.org<\/a> by Ludovike_Simanowiz \u00b7 Schiller-Abend mit Andreas von Steegen im Museum Bad Schwartau \u00b7 Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Soiree. Unter dem Motto &#8222;Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst&#8220; gestaltete der in Bad Schwartau lebende Schauspieler Andreas von Steegen (74) am 28.September 2018\u00a0 im Museum der Bad Schwartau einen Abend mit Friedrich Schiller. Bei diesem literarisch-musikalischen Abend handelte es sich um das 31.Programm von Steegens.<!--more--><\/div>\n<div>\n<p>Der deutsche Dichter Friedrich von Schiller, 1802 geadelt, wurde am 10.11. 1759 in Marbach geboren und starb am 9.5.1805 in Weimar. Der Sohn eines Wundarztes und Offiziers wuchs in Marbach und Lorch auf. Seine Jugend wurde durch den schw\u00e4bischen Pietismus des Elternhauses und die Despotie des w\u00fcrtembergischen Absolutismus gepr\u00e4gt.Die Ludwigsburger Lateinschule musste er nach knapp sechs Jahren 1773 auf Befehl\u00a0des Herzogs Karl Eugen verlassen, um auf der Milit\u00e4rschule, der sp\u00e4teren Hohen Karlsschule, zu studieren , zun\u00e4chst Jura, sp\u00e4ter Medizin. Nach Abschluss des Studiums wurde er Regimentsmedikus in Stuttgart (1780). Dem Zwang der milit\u00e4rischen Subordination\u00a0 entzog sich Schiller durch seine Flucht\u00a0 \u00fcber Mannheim\u00a0\u00a0und Frankfurt\/M nach Bauerbach bei\u00a0Meiningen. Der erfolgreiche Dichter der &#8222;R\u00e4uber&#8220;, UA: Mannheim, 1782, wollte als &#8222;Weltb\u00fcrger&#8220; schreiben, der keinem F\u00fcrsten dient&#8220;. Den Brotberuf des Milit\u00e4rarztes vertauschte er mit dem eines freien Schriftstellers , wodurch er zwar freier, aber zugleich \u00e4rmer wurde. Als sein Vertrag am Nationaltheater in Mannheim, wo er 1783\/84 Theaterdichter war- Zusammenarbeit mit A.W.Iffland-, nicht verl\u00e4ngert wurde, Schulden, Not und Krankheit ihn niederdr\u00fcckten, nahm er 1785 eine Einladung ihm unbekannter Verehrer nach Dresden an.\u00a0 Dort genoss er zwei Jahre die Gastfreundschaft\u00a0 Christian Gottfried K\u00f6rners (1756-1831).<\/p>\n<\/div>\n<div>Schillers Verbindung mit Goethe leitete seine dritte Schaffensphase ein\u00a0(1794-1805) und f\u00fchrte den &#8222;Olympier&#8220;\u00a0 zur lyrischen und dramatischen Produktion. Zun\u00e4chst wurde noch die poetologische Abhandlung &#8222;\u00dcber naive und sentimentalische Dichtung&#8220;, 1795\/96, abgeschlossen, eine pers\u00f6nliche und historische Standortbestimmung des modernen Dichters. Sie erschien, wie zuvor die \u00c4sthetischen Briefe , in Schillers neuem Journal &#8222;Die Horen&#8220;, 1795-97, dem literarischen Organ des Weimarer Kreises. Daneben gab Schiller seit 1796 den &#8222;Musenalmanach&#8220; heraus, bis 1800, der vor allem durch die &#8222;Xenien-&#8222;, 1797, und den Balladen-Jahrgang , 1798, Aufsehen erregte. Auch in der Lyrik fand Schiller &#8222;nach den wilden Produkten eines jugendlichen Dilettantismus&#8220; zu der ihm eigent\u00fcmlichen Gro\u00dfform philosophischer Gedichte, Elegien und Lieder, &#8222;die das Werk einer reiferen Einsicht sind&#8220;. Zwischen 1786 und 1805 entstanden in rascher Folge die klassischen Dramen, vom &#8222;Wallenstein&#8220;, UA 1798\/99, \u00fcber &#8222;Maria Stuart&#8220;, 1800, &#8222;Die Jungfrau von Orleans&#8220;, 1801, und &#8222;Wilhelm Tell&#8220; , 1804, bis zum Demetrius-Fragment. In ihnen wird Schiller zum Dramatiker der Geschichte. Er wollte &#8222;keine anderen als historische Stoffe w\u00e4hlen&#8220;, weil es f\u00fcr ihn leichter sei, &#8222;das Reale zu idealisieren&#8220;.<\/div>\n<div>Nach gefl\u00fcgelten Worten aus Schillers umfangreichem Werk\u00a0 kam der ber\u00fchmte deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit einer Hommage an Schiller zu Wort. Schiller sei der Dichter der Freiheit und Jugend gewesen, ein engagierter Schriftsteller, der gr\u00f6\u00dfte der deutschen Theaterautoren, er habe gezeigt, was die B\u00fchne zu leisten imstande war. Reich-Ranicki habe dabei auch auf Schillers ber\u00fchmte Schrift &#8222;Die Schaub\u00fchne als moralische Anstalt&#8220; Bezug genommen. Die Beziehung zwischen Schiller und Goethe sei eine ideale Kombination bei aller Verschiedenheit gewesen, wie von Steegen aufschlussreich ausf\u00fchrte. Goethes Biograf Eckermann habe bei Schiller Verst\u00f6\u00dfe gegen die Wahrheit der Natur entdeckt. Die philosophische Orientierung schade dessen Dichtung, die Idee gef\u00e4hrde die Natur.<\/div>\n<div>&#8222;Schiller hat sich ein pers\u00f6nliches Theater-Idiom erfunden, unverwechselbar nach Tonfall, Geb\u00e4rde und Melodie, sofort als das seine zu erkennen,- das gl\u00e4nzendste, rhetorisch packendste, das im Deutschen und vielleicht in der Welt je erfunden worden, eine Mischung von Reflexion und Affekt, des dramatischen Geistes so voll, dass es schwer ist seither, von der B\u00fchne zu sprechen, ohne zu schillisieren&#8220;, wie Thomas Mann in seinem &#8222;Versuch \u00fcber Schiller schrieb.<\/div>\n<div>Andreas von Steegen rezitierte bei dieser eindrucksvollen Veranstaltung auswendig,\u00a0 emphatisch, beherzt, engagiert, mit viel Pathos, Sentiment, Feuer, Leidenschaft, Hingabe und mit einer phantastischen Mimik und Gestik den Monolog des Franz Moor, den Monolog des Mortimer und &#8222;Die B\u00fcrgschaft&#8220;. Er lie\u00df scheinbar verstaubte Gestalten wieder lebendig\u00a0und Erinnerungen an die Schulzeit wach werden. Andreas von Steegen\u00a0\u00a0pr\u00e4sentierte\u00a0\u00a0au\u00dferdem\u00a0augenzwinkernd\u00a0das ironische, satirische, persiflierende, karikierende , humorvolle, ulkige und drollige Gedicht &#8222;Der Apfelschuss&#8220; von Heinz Erhard. Auf Wunsch der Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer rezitierte er auch einf\u00fchlsam, nuanciert und akzentuiert als Zugabe &#8222;Die Kraniche des Ibykus&#8220;, die Lieblingsballade Marcel Reich-Ranickis. Von Steegen zeigte bei diesem\u00a0aufschlussreichen Event\u00a0den Kontext zwischen politischen, historischen, \u00e4sthetischen und poetischen Faktoren auf.<\/div>\n<div>Lucas Zink , L\u00fcbeck, begleitete von Steegen dabei virtuos und brillant mit dem Cajon, einem Rhythmus-Instrument aus S\u00fcdamerika. &#8222;Schiller war jung und revolution\u00e4r in seiner Fr\u00fchphase, ein Vertreter des &#8222;Sturm und Drang&#8220;, deshalb passt dieses Instrument durchaus&#8220;, so der Bad Schwartauer Schauspieler. &#8222;Ich liebe es, gerade Schillers Werk zu rezitieren und das geht- um der Gestaltung Raum zu geben- in freier Darbietung, das hei\u00dft auswendig&#8220;, so von Steegen.<\/div>\n<div>Beide K\u00fcnstler wurden schlie\u00dflich mit sehr viel Beifall bedacht.<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Lutz Gallinat, Foto: www.wikipedia.org by Ludovike_Simanowiz \u00b7 Schiller-Abend mit Andreas von Steegen im Museum Bad Schwartau \u00b7 Es war<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":272003,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[10,7],"tags":[20587],"class_list":["post-272002","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lubeck-lupe","category-wissenschaft","tag-schiller-abend-mit-andreas-von-steegen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=272002"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":272005,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272002\/revisions\/272005"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/272003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=272002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=272002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}