{"id":272194,"date":"2018-12-27T13:06:51","date_gmt":"2018-12-27T13:06:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/2019-wird-ein-wichtiges-und-wegweisendes-jahr-fuer-europa-und-die-raumfahrt-ohb-chef-marco-fuchs-fordert-mehr-bekenntnis-zu-den-werten-europas-foto-2\/"},"modified":"2018-12-27T13:06:51","modified_gmt":"2018-12-27T13:06:51","slug":"2019-wird-ein-wichtiges-und-wegweisendes-jahr-fuer-europa-und-die-raumfahrt-ohb-chef-marco-fuchs-fordert-mehr-bekenntnis-zu-den-werten-europas-foto-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/2019-wird-ein-wichtiges-und-wegweisendes-jahr-fuer-europa-und-die-raumfahrt-ohb-chef-marco-fuchs-fordert-mehr-bekenntnis-zu-den-werten-europas-foto-2\/","title":{"rendered":"&#8222;2019 wird ein wichtiges und wegweisendes Jahr f\u00fcr Europa und die Raumfahrt.&#8220; OHB-Chef Marco Fuchs fordert mehr Bekenntnis zu den Werten Europas (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/8d9bacdd-f44a-41c7-aa3c-f826cb77f2c1\/Marco_Fuchs-39.jpg\" \/><\/p>\n<p>Bremen (ots) &#8211;     2018 neigt sich dem Ende zu, ein f\u00fcr OHB sehr erfolgreiches Jahr  mit zahlreichen Highlights, wie zum Beispiel dem International  Astronautical Congress IAC, der im Oktober in Bremen zu Gast war und  der viele wichtige und interessante G\u00e4ste in meine Heimatstadt  gebracht hat.<!--more--> Am Ende eines Jahres sollte man aber nicht nur in  R\u00fcckschau verharren, sondern den Blick nach vorne wenden und sich mit dem kommenden Jahr auseinandersetzen und dieses Jahr 2019 wird aus  meiner Sicht ein wichtiges und wegweisendes Jahr f\u00fcr uns, denn es  wird ein Jahr f\u00fcr Europa.      Europa ist f\u00fcr OHB nicht nur ein Schlagwort. Europa ist f\u00fcr uns  unser Lebens- und Wirtschaftsraum, unsere Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter sind in Firmen \u00fcber ganz Europa verstreut, erst im  November 2018 haben wir mit der OHB CzechSpace ein weiteres  OHB-F\u00e4hnchen in europ\u00e4ischen Boden gesteckt, n\u00e4mlich in Brno in  Tschechien. Der rege Austausch der europ\u00e4ischen Firmen untereinander, auch durchaus gew\u00fcnschte Wanderbewegungen bei den Mitarbeiterinnen  und Mitarbeitern, ist f\u00fcr uns ein Schl\u00fcssel unseres Erfolgs, die  europ\u00e4ische Freiz\u00fcgigkeit geh\u00f6rt f\u00fcr uns zu einer essentiellen  Voraussetzung unserer Konzernstruktur. Allein schon aus diesem Grund  macht mich der Brexit nachdenklich und betroffen. Er markiert einen  gravierenden R\u00fcckschritt in der Freiz\u00fcgigkeit im Binnenmarkt, etwas,  das in einem Unternehmen mit einem Durchschnittsalter der  Besch\u00e4ftigten von 40 Jahren, auf viel Unverst\u00e4ndnis st\u00f6\u00dft &#8211; unsere  Belegschaft setzt sich aus insgesamt 39 verschiedenen Nationen  zusammen, die \u00fcberwiegende Mehrheit kommt aus Staaten der EU, und  diese jungen Menschen sch\u00e4tzen es, ihre Arbeitskraft sehr flexibel in einem europ\u00e4isch aufgestellten Konzern zur Verf\u00fcgung zu stellen. Und  ich als Unternehmer sch\u00e4tze das nat\u00fcrlich auch.      Der Brexit hat uns aber auch in einem unserer gro\u00dfen Programme  ber\u00fchrt, n\u00e4mlich dem europ\u00e4ischen Satellitennavigationsprogramm  Galileo: Gro\u00dfbritannien kann und wird wohl nach einem Brexit nicht  mehr wie bisher an Galileo, speziell den sogenannten Public Regulated Services, beteiligt bleiben k\u00f6nnen, da es sich explizit um ein  Programm der Europ\u00e4ischen Kommission handelt, das auch  Sicherheitsaspekte der Union ber\u00fchrt. Dass ausgerechnet Galileo, ein  Programm, das im Gegensatz zu allen anderen weltweit existierenden  Satellitennavigationsprogrammen uneingeschr\u00e4nkt jedem Nutzer zur  Verf\u00fcgung steht und dessen Daten nicht nur f\u00fcr die t\u00e4gliche  Navigation, sondern auch f\u00fcr eigene Gesch\u00e4ftsideen genutzt werden  k\u00f6nnen, zu einem Zankapfel des Brexits wurde, ist in besonderem Ma\u00dfe  bedauerlich. Es soll doch eigentlich die Unabh\u00e4ngigkeit Europas  unterst\u00fctzen und genauso wie der unabh\u00e4ngige europ\u00e4ische Zugang zum  All die Souver\u00e4nit\u00e4t der EU sichern. Nebenbemerkung: in den Medien  wird darauf hingewiesen, dass Gro\u00dfbritannien sich nach einem  vollzogenen Brexit mit weiteren Partnern ein eigenes  Satellitennavigationssystem aufbauen m\u00f6chte.      Galileo ist f\u00fcr OHB ein weiterer Aspekt Europas, der f\u00fcr uns  bedeutend ist, schlie\u00dflich sind unsere Kunden die Europ\u00e4ische  Kommission und die ESA. In der gesamten Programmlaufzeit von Galileo  seit dem Gewinn der ersten Ausschreibung haben wir in der  Zusammenarbeit mit dem Kunden viel \u00fcber Europa gelernt, und zwar  nicht nur \u00fcber Entscheidungswege und mitunter komplizierte  Abstimmungssprogramme, sondern auch dar\u00fcber, was es f\u00fcr viele  Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er hei\u00dft, f\u00fcr die europ\u00e4ischen Institutionen  zu arbeiten. Nat\u00fcrlich kennen auch wir bei OHB aus dem t\u00e4glichen  Miteinander die Vor- und Nachteile gemischter Teams; und wir haben  dar\u00fcber hinaus gesehen, dass in Br\u00fcssel und Stra\u00dfburg oft der  gemeinsame Wunsch, die europ\u00e4ische Idee auch im Kleinsten zu  verwirklichen, die handelnden Personen eint. Bei einer derart  komplexen Institution wie der Europ\u00e4ischen Union ist es mitunter ein  kr\u00e4ftezehrendes Verhandeln, bis am Ende ein f\u00fcr alle tragbarer  Kompromiss steht, aber bei allem steht der Wunsch nach tiefer  Integration und damit dem Gelingen der Union im Fokus.      Der Aufbau von Galileo und dem zweiten  Raumfahrt-Leuchtturmprogramm der EU, dem Erdbeobachtungsprogramm  Copernicus, hat der Raumfahrt in Europa zu einer neuen Dynamik  verholfen. In der ESA geh\u00f6rt es zu den in der ESA-Konvention  verankerten Grunds\u00e4tze, ihre Programme \u00fcber den sogenannten  Geo-Return zu finanzieren; der Geo-Return besagt, dass die ESA sich  verpflichtet, den Teil der Einnahmen, den sie f\u00fcr Industrieauftr\u00e4ge  verwendet, in dem Verh\u00e4ltnis an die Industrien der Mitgliedsstaaten  zu vergeben, in dem die finanziellen Beitr\u00e4ge der Staaten zueinander  stehen . Verdeutlicht an einem willk\u00fcrlichen Beispiel: beteiligt sich Deutschland zu 25% an einem Erdbeobachtungsprogramm der ESA, dann  vergibt die ESA in etwa 25% der Auftr\u00e4ge f\u00fcr diese Programm an die  deutsche Industrie; es ist also f\u00fcr die deutsche Regierung steuerbar, welche Schwerpunkte \u00fcber ESA-Auftr\u00e4ge in der deutschen  Raumfahrtpolitik gesetzt werden. Die EU hingegen schreibt f\u00fcr ihre  Raumfahrtprogramme die Auftr\u00e4ge europaweit aus, die  Schwerpunktsetzung in einzelnen Mitgliedsstaaten ist f\u00fcr die  jeweilige politische F\u00fchrung nicht im gleichen Ma\u00dfe steuerbar wie bei der ESA. Obwohl die Entscheidungsprozesse bisweilen langwierig und  kleinteilig erscheinen, haben wir gelernt, dass sie in sich schl\u00fcssig sind und am Ende dazu f\u00fchren, dass den Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4ern  gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Mitbestimmung bei europarechtlichen Regelungen zu Gute  kommt &#8211; dass wir als m\u00fcndige B\u00fcrger diese Rechte dann oft genug nicht nutzen, das ist unsere eigene Schuld.      Die Europawahl im Mai 2019, die \u00fcbrigens ein Baustein der  Mitbestimmung ist, schlie\u00dflich sind die Abgeordneten des  Europaparlaments ihren W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern ebenso verpflichtet  wie es in nationalen Parlamenten der Fall ist, wird ein wichtiger  Meilenstein f\u00fcr uns werden, nicht zuletzt, weil die endenden  Amtszeiten einiger EU-Kommissare f\u00fcr einen gr\u00f6\u00dferen Personalwechsel  sorgen werden &#8211; ein von mehreren guten Gr\u00fcnden, den Ausgang der  Europawahl besonders zu beachten. Eine neue EU-Kommission wird bis  zur ESA-Ministerratskonferenz, die im November 2019 in Sevilla  stattfinden wird, hoffentlich schon arbeitsf\u00e4hig sein. Bei der  ESA-Konferenz wird es n\u00e4mlich auch um das Verh\u00e4ltnis zwischen EU und  ESA gehen, allerdings auch um die Zukunft der europ\u00e4ischen Raumfahrt: es stehen Entscheidungen zum Weiterbetrieb der Internationalen  Raumstation ISS an, aber auch die Frage, wie es in der Exploration  mit und ohne Astronauten weitergehen soll: wohin m\u00f6chte Europa sich  im All orientieren? Schon bald werden die USA zum Mond zur\u00fcckkehren,  und ebenfalls aus den USA kommen Bestrebungen, mit Astronauten zum  Mars zu fliegen- doch wohin will Europa? Und mit wem? Bisher bewegen  sich die gro\u00dfen internationalen Kooperationen im Kreise der eher  klassischen Raumfahrtnationen, und die ISS hat schon mehrfach  bewiesen, dass sie ein letzter Rettungsanker in der internationalen  Zusammenarbeit sein kann, daher gilt es unbedingt, solche  Kooperationen weiter zu bekr\u00e4ftigen, doch auch neue staatliche  Akteure, die nicht Teil des ISS-Teams waren und sind, wie z.B. China  und Indien sind l\u00e4ngst im All angekommen, und aus meiner Sicht gilt  es zu \u00fcberlegen, ob und wie man diese einbindet. F\u00fcr OHB stehen wie  immer die Anwendungsbereiche, die n\u00fctzliche Raumfahrt, im  Mittelpunkt; doch neben den \u00fcblichen Programmen aus dem Bereichen  Erdbeobachtung, Telekommunikation und Navigation werben wir f\u00fcr eine  Asteroidenabwehrmission, bei der in einer Partnermission mit der  US-Raumfahrtbeh\u00f6rde NASA ein Asteroid mittels Aufprall durch eine  Raumsonde von seiner Bahn abgelenkt werden soll. F\u00fcr uns ist eine  solche Mission ein wichtiger Bestandteil von Katastrophenschutz und  wir werben daf\u00fcr, f\u00fcr die Mission in Sevilla den Startschuss zu  geben.      Ein herausforderndes Jahr mit viel Arbeit liegt vor uns, und ein  spannendes Jahr f\u00fcr Europa erwartet uns &#8211; wir freuen uns drauf!    Pressekontakt: G\u00fcnther H\u00f6rbst Leiter Unternehmenskommunikation 0421\/2020-9438 guenther.hoerbst@ohb.de  Original-Content von: OHB SE, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/69441\/4152791\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (ots) &#8211; 2018 neigt sich dem Ende zu, ein f\u00fcr OHB sehr erfolgreiches Jahr mit zahlreichen Highlights, wie zum<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-272194","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=272194"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272194\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=272194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=272194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}