{"id":272997,"date":"2019-01-03T09:54:23","date_gmt":"2019-01-03T09:54:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/struktureller-neustart-pwc-fordert-offensive-gegen-schleichenden-qualitaetsverlust-im-deutschen-gesundheitswesen\/"},"modified":"2019-01-03T09:54:23","modified_gmt":"2019-01-03T09:54:23","slug":"struktureller-neustart-pwc-fordert-offensive-gegen-schleichenden-qualitaetsverlust-im-deutschen-gesundheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/struktureller-neustart-pwc-fordert-offensive-gegen-schleichenden-qualitaetsverlust-im-deutschen-gesundheitswesen\/","title":{"rendered":"&#8222;Struktureller Neustart&#8220;: PwC fordert Offensive gegen schleichenden Qualit\u00e4tsverlust im deutschen Gesundheitswesen"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211; PwC-Analyse zeigt: Deutsche Bev\u00f6lkerung noch  grunds\u00e4tzlich zufrieden mit medizinischer Versorgung \/ Kritisiert  werden lange Wartezeiten, steigende Kosten, Unterversorgung in  l\u00e4ndlichen Regionen und schleichender Qualit\u00e4tsverlust \/  Handlungsempfehlungen in f\u00fcnf Themenfeldern     Wie bewerten die Deutschen ihre medizinische Versorgung? Wo sehen  sie Schwachstellen?<!--more--> Wie stehen sie zu aktuellen Trends im  Gesundheitswesen? Zu diesen und anderen Schwerpunkten hat die  Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in den vergangenen f\u00fcnf Jahren fast 15.000 Menschen in  Deutschland befragt. Michael Burkhart, Leiter des Bereichs  Gesundheitswirtschaft bei PwC, hat die Ergebnisse in einer Studie  zusammengefasst &#8211; und leitet daraus Handlungsempfehlungen f\u00fcr einen  strukturellen Neustart im Gesundheitswesen ab. &#8222;Politische  Reformversuche sehen wir im Gesundheitswesen etwa alle zwei Jahre&#8220;,  sagt Michael Burkhart. &#8222;Dabei bleiben wichtige Grundsatzfragen h\u00e4ufig unber\u00fchrt.&#8220; Um die hohe medizinische Qualit\u00e4t des Gesundheitswesens  f\u00fcr die Zukunft zu sichern, schl\u00e4gt er Verbesserungen in f\u00fcnf  Themenfeldern vor.     Monistische statt duale Krankenhausfinanzierung     Die duale Finanzierung der Krankenh\u00e4user durch Krankenkassen und  Bundesl\u00e4nder f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfig zu Konflikten dar\u00fcber, wer bestimmte  Leistungen bzw. Investitionen finanzieren muss. Die Folge: Am Ende  zahlt h\u00e4ufig niemand und wichtige Ver\u00e4nderungen bleiben aus.  PwC-Gesundheitsexperte Burkhart schl\u00e4gt daher eine monistische  Krankenhausfinanzierung durch die Krankenkassen vor, wie sie bereits  in der Altenpflege, der Rehabilitation und der Diagnostik besteht.  Die Gesamtkosten blieben dadurch gleich, doch die eindeutige  Zust\u00e4ndigkeit erm\u00f6gliche wichtige Entscheidungen. Einzige Ausnahme:  Universit\u00e4tsklinken und akademische Lehrkrankenh\u00e4user sollten weiter  aus steuerfinanzierten Budgets der L\u00e4nder betrieben werden.     Qualit\u00e4tsanreiz durch Pro-Einwohner-Finanzierung     Michael Burkhart schl\u00e4gt dar\u00fcber hinaus eine  Krankenhausfinanzierung pro Einwohner vor: Ein Krankenhaus ist f\u00fcr  die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in seinem Umkreis zust\u00e4ndig und erh\u00e4lt f\u00fcr deren Behandlung ein Budget. Je weniger Menschen behandelt werden  m\u00fcssen, desto profitabler ist die einzelne Klinik. &#8222;Damit w\u00fcrde man  die Kliniken belohnen, die st\u00e4rker auf Pr\u00e4vention als auf Behandlung  von Krankheiten setzen&#8220;, sagt Burkhart. Gingen Patienten lieber in  ein anderes als das eigentlich f\u00fcr sie zust\u00e4ndige Krankenhaus, m\u00fcsste das &#8222;Heimatkrankenhaus&#8220; dem behandelnden Krankenhaus einen bestimmten Betrag bezahlen. &#8222;So besteht ein Anreiz f\u00fcr jede Klinik, in ihrem  Zust\u00e4ndigkeitsbereich die beste zu sein&#8220;, sagt Burkhart.     Systemrelevante und marktwirtschaftliche Kliniken     Welche Kliniken sind &#8222;systemrelevant&#8220;, erbringen also notwendige  Gesundheitsleistungen in einer f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung akzeptablen  Entfernung, welche stehen in ihrer Region mit anderen Anbietern im  Wettbewerb? Die Unterscheidung ist PwC-Experte Michael Burkhart  wichtig, denn: F\u00fcr &#8222;systemrelevante&#8220; Kliniken w\u00e4re ein  Verlustausgleich trotz monistischer Finanzierung m\u00f6glich, eine  Schlie\u00dfung ohne Zustimmung des jeweiligen Bundeslandes w\u00fcrde dadurch  verhindert. Und: &#8222;Die Verluste marktwirtschaftlich agierender  Einrichtungen d\u00fcrften dann nicht mehr mit \u00f6ffentlichen Geldern  ausgeglichen werden.&#8220;     Gr\u00f6\u00dfere Anreize f\u00fcr Land\u00e4rzte     L\u00e4ndliche Regionen sind medizinisch strukturell unterversorgt. Die Politik steuert mit der sogenannten Landarztquote gegen, auch  Bundesl\u00e4nder wie Nordrhein-Westfalen wollen mit dem &#8222;Masterplan  Medizinstudium 2020&#8220; mehr \u00c4rzte f\u00fcr l\u00e4ndliche Regionen gewinnen.  Gr\u00f6\u00dfte Hindernisse f\u00fcr \u00c4rzte auf dem Land sind wenig familien- und  freizeitfreundliche Arbeitszeiten sowie das unternehmerische Risiko.  &#8222;Abhilfe k\u00f6nnten hier Zentren schaffen, in denen sich  gr\u00fcndungswillige \u00c4rzte zusammentun&#8220;, sagt Burkart. Zu denken sei  dabei an F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Existenzgr\u00fcndungen von Land\u00e4rzten sowie  g\u00fcnstige oder zinslose Gr\u00fcndungsdarlehen.     Sichere Arzneimittel dank IT-L\u00f6sungen     Gesch\u00e4tzte drei bis f\u00fcnf Prozent der Todesf\u00e4lle in Europa gehen  auf unerw\u00fcnschte Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten  zur\u00fcck. Etwa zehn bis 15 Prozent dieser F\u00e4lle seien vermeidbar. &#8222;In  unserer alternden Gesellschaft sind immer mehr Menschen auf  Medikamente angewiesen. Die \u00dcberwachung der Arzneimittelsicherheit  wird daher immer wichtiger&#8220;, meint Michael Burkhart. Ein Risiko  bestehe darin, dass viele Patienten gleichzeitig von verschiedenen  \u00c4rzten Medikamente verordnet bekommen. Mangelnde Absprache der  Behandler erh\u00f6he prinzipiell das Risiko schwerwiegender Neben- oder  Wechselwirkungen. Hier, sagt Burkhart, brauche es E-Health-Systeme,  um die Vielzahl aller m\u00f6glichen Wirkstoffkombinationen schnell zu  \u00fcberblicken. Studien zeigen, dass IT-L\u00f6sungen Medikationsfehler um  mehr als 80 Prozent verringern k\u00f6nnen.     &#8222;Die PwC-Vorschl\u00e4ge zielen darauf ab, die Gesundheitsversorgung  als wichtigen Teil der Daseinsvorsorge zu erhalten.  Marktwirtschaftliche Anreize halte ich dort f\u00fcr sinnvoll, wo dies  nicht zu Lasten der Qualit\u00e4t geht &#8211; oder die Qualit\u00e4t sogar  verbessert&#8220;, res\u00fcmiert er.     Weitere Informationen: www.pwc.de\/neustartgesundheit     \u00dcber PwC:      PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen  aufzubauen und wichtige Probleme zu l\u00f6sen. Mehr als 250.000  Mitarbeiter in 158 L\u00e4ndern tragen hierzu mit hochwertigen,  branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen  Wirtschaftspr\u00fcfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die  Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und\/oder eine oder  mehrere der rechtlich selbstst\u00e4ndigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com\/structure.    Pressekontakt: Julia Wollschl\u00e4ger PwC Communications Tel.: +49 (0) 211 981 &#8211; 5095 E-Mail: julia.wollschlaeger@pwc.de  Original-Content von: PwC Deutschland, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/8664\/4156685\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211; PwC-Analyse zeigt: Deutsche Bev\u00f6lkerung noch grunds\u00e4tzlich zufrieden mit medizinischer Versorgung \/ Kritisiert werden lange Wartezeiten, steigende Kosten,<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-272997","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=272997"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272997\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=272997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=272997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}