{"id":273795,"date":"2019-01-09T15:25:05","date_gmt":"2019-01-09T15:25:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/rog-bekannter-blogger-in-aserbaidschan-im-hungerstreik\/"},"modified":"2019-01-09T15:25:05","modified_gmt":"2019-01-09T15:25:05","slug":"rog-bekannter-blogger-in-aserbaidschan-im-hungerstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/rog-bekannter-blogger-in-aserbaidschan-im-hungerstreik\/","title":{"rendered":"ROG: Bekannter Blogger in Aserbaidschan im Hungerstreik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Reporter ohne Grenzen (ROG) ist in gro\u00dfer Sorge um  den aserbaidschanischen Blogger Mehman Husejnow. Der bekannte  Regimekritiker sitzt seit knapp zwei Jahren im Gef\u00e4ngnis und sollte  eigentlich im M\u00e4rz freikommen. Weil er angeblich einen  Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter angegriffen haben soll, drohen ihm nun weitere sieben Jahre Haft.<!--more--> Aus Protest gegen die neuen Anschuldigungen ist Husejnow  seit Ende Dezember im Hungerstreik (http:\/\/ogy.de\/n10i).     &#8222;Mehman Husejnow droht im Hungerstreik zu sterben. F\u00fcr sein  Schicksal sind die aserbaidschanischen Beh\u00f6rden verantwortlich. Die  Justiz muss die absurden Anschuldigungen fallenlassen und Mehman  Husejnow endlich freilassen&#8220;, sagte ROG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian  Mihr. &#8222;Die internationale Gemeinschaft darf nicht l\u00e4nger tatenlos  zusehen, wie Pr\u00e4sident Alijew skrupellos Kritiker unterdr\u00fcckt und  straffrei davonkommt.&#8220;     Im Januar 2017 hatten Unbekannte Husejnow in der Hauptstadt Baku  entf\u00fchrt und zu einer Polizeistation gebracht. Dort folterten ihn  Polizisten mit Elektroschocks und schlugen ihn. Nachdem Husejnow  \u00f6ffentlich \u00fcber die Folter durch Polizisten berichtet hatte, wurde er im M\u00e4rz 2017 wegen Verleumdung von Beamten zu zwei Jahren Haft  verurteilt und sitzt seither im Gef\u00e4ngnis (http:\/\/ogy.de\/9nd3).     Rund drei Monate bevor er im M\u00e4rz 2019 eigentlich freikommen  sollte, behaupteten die Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden, Husejnow habe einen  Aufseher geschlagen. Wegen der Vorw\u00fcrfe drohen ihm im Falle einer  Verurteilung weitere sieben Jahre Haft. Aus Protest gegen die neuen  Anschuldigungen ist er in den Hungerstreik gegangen. Als seine  Anw\u00e4lte ihn am 28. Dezember besuchten, war er bereits so schwach,  dass er ohne Hilfe nicht mehr gehen konnte. Inzwischen nimmt Husejnow wieder Fl\u00fcssigkeit zu sich.     Husejnow ist einer der bekanntesten Blogger des Landes. Er  erreichte mit seinem Satiremagazin Sancaq rund ein Drittel der  Facebook-Nutzer in Aserbaidschan. In seinen Beitr\u00e4gen gab er denen  eine Stimme, die in den staatlich gelenkten Medien nicht zu Wort  kamen. Er thematisierte die Prunksucht der Herrschenden und die  Ausbeutung einfacher Arbeiter ebenso wie Korruption bei Beamten und  Missst\u00e4nde in Krankenh\u00e4usern. Seit 2012 durfte er deshalb das Land  nicht verlassen (http:\/\/ogy.de\/b4dp).     INVESTIGATIVJOURNALISTIN ZU GELDSTRAFE VERURTEILT     Neben Husejnow wurden rund um die Feiertage weitere unabh\u00e4ngige  Journalisten aus Aserbaidschan Opfer von Repressionen durch das  Alijew-Regime. Am 21. Dezember verurteilte ein Gericht in Baku die  bekannte Investigativjournalistin Khadija Ismajilowa zu einer  Geldstrafe von umgerechnet rund 23.000 Euro Steuergeldern, die das  Baku-B\u00fcro von Radio Free Europe\/Radio Liberty (RFE\/RL) w\u00e4hrend ihrer  Zeit als B\u00fcroleiterin zwischen 2008 und 2010 angeblich nicht gezahlt  haben soll. Die Vorw\u00fcrfe sind absurd, denn Ismajilowa war finanziell  nie verantwortlich f\u00fcr das RFE\/RL-B\u00fcro, das als gemeinn\u00fctzige  Organisation zudem keine steuerrechtlichen Gewinne gemacht hat.     Ismajilowa ist durch ihre Recherchen \u00fcber Vetternwirtschaft und  Korruption der Familie von Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilcham Alijew  international bekannt geworden. Im Mai 2016 wurde sie nach 18 Monaten im Gef\u00e4ngnis auf Bew\u00e4hrung freigelassen, jedoch darf sie das Land  nicht verlassen (http:\/\/ogy.de\/78ef). Erst k\u00fcrzlich sagte Ismajilowa, sie sei vor einer erneuten Verhaftung gewarnt worden. Die Beh\u00f6rden  sperrten zudem ihr Bankkonto, nachdem sie ihr eine vom Europ\u00e4ischen  Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte angeordnete Entsch\u00e4digung f\u00fcr  willk\u00fcrliche Haft \u00fcberwiesen hatten (http:\/\/ogy.de\/gf1d).     Am 28. Dezember hat in Baku der Prozess gegen den Journalisten  Anar Mammadov begonnen. Dem Redakteur der Seite Criminalaz.&amp;#1089;om  droht eine zw\u00f6lfj\u00e4hrige Haftstrafe, unter anderem weil er angeblich  den Umsturz der Regierung gefordert und falsche Informationen  verbreitet haben soll (http:\/\/ogy.de\/zbst).     JOURNALIST IM EXIL ENTF\u00dcHRT     Dass aserbaidschanische Journalisten auch im Nachbarland Georgien  nicht sicher sind, zeigt der Fall des entf\u00fchrten Afgan Muchtarli, der heute seinen 45. Geburtstag feiert. Der damals im georgischen Exil  lebende Journalist war am 29. Mai 2017 in der georgischen Hauptstadt  Tiflis verschwunden und einen Tag sp\u00e4ter in Baku wieder aufgetaucht,  wo er seitdem im Gef\u00e4ngnis sitzt (http:\/\/ogy.de\/bqsb). Mitte Januar  2018 verurteilte ihn ein Gericht in Aserbaidschan unter anderem wegen illegalen Grenz\u00fcbertritts zu sechs Jahren Haft. Muchtarli war als  scharfer Kritiker des Regimes von Pr\u00e4sident Alijew bekannt.     Georgien war in den vergangenen Jahren zum Zufluchtsort  aserbaidschanischer Oppositioneller geworden, als das Regime in Baku  immer h\u00e4rter gegen Kritiker vorging und b\u00fcrgerliche Freiheiten  beschnitt. Doch seit beide L\u00e4nder in den letzten Jahren  wirtschaftlich und politisch enger zusammenger\u00fcckt sind, w\u00e4chst der  Druck auf Exil-Aserbaidschaner in Georgien.     Immer wieder wenden sich aserbaidschanische Journalisten mit der  Bitte um Unterst\u00fctzung an Reporter ohne Grenzen. Aserbaidschan geh\u00f6rt zu den Schwerpunktl\u00e4ndern des ROG-Nothilfereferats. Mindestens zehn  Medienschaffende sitzen dort derzeit wegen ihrer journalistischen  Arbeit in Haft. Pr\u00e4sident Alijew geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften Feinden der  Pressefreiheit weltweit (http:\/\/ogy.de\/mzzg).     Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Aserbaidschan auf Platz 163 von 180 Staaten. Weitere Informationen \u00fcber die Lage f\u00fcr  Journalisten vor Ort finden Sie unter  www.reporter-ohne-grenzen.de\/aserbaidschan.    Pressekontakt: Reporter ohne Grenzen  Ulrike Gruska \/ Christoph Dreyer \/ Anne Renzenbrink \/ Juliane Matthey presse@reporter-ohne-grenzen.de www.reporter-ohne-grenzen.de\/presse T: +49 (0)30 609 895 33-55  F: +49 (0)30 202 15 10-29  Original-Content von: Reporter ohne Grenzen e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/51548\/4161790\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Reporter ohne Grenzen (ROG) ist in gro\u00dfer Sorge um den aserbaidschanischen Blogger Mehman Husejnow. 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