{"id":274325,"date":"2019-01-16T10:00:41","date_gmt":"2019-01-16T10:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/big-data-buergerschreck-oder-hoffnungstraeger-foto\/"},"modified":"2019-01-16T10:00:41","modified_gmt":"2019-01-16T10:00:41","slug":"big-data-buergerschreck-oder-hoffnungstraeger-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/big-data-buergerschreck-oder-hoffnungstraeger-foto\/","title":{"rendered":"Big Data: B\u00fcrgerschreck oder Hoffnungstr\u00e4ger? (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/58431b60-454e-4a9c-b41e-a4b51f38b365\/Spuren%20im%20Netz.jpg\" \/><\/p>\n<p>Goslar (ots) &#8211;     Datensicherheit zwischen Horrorvisionen und euphorischen Utopien &#8211; Studie des Goslar Instituts offenbart notwendigen Paradigmenwechsel  bei Datenschutz     Beim Thema Datensicherheit verhalten sich die Bundesb\u00fcrger so  ambivalent wie selten: Einerseits sorgen sie sich sehr, dass ihre  pers\u00f6nlichen Daten missbraucht werden k\u00f6nnten, und lassen sich gern  von diffusen \u00c4ngsten <!--more-->vor &#8222;Big Data&#8220; umtreiben. Dazu tragen nicht  zuletzt auch Skandale wie der aktuelle Datenklau bei Prominenten bei, der als ein Versagen der f\u00fcr den Datenschutz Verantwortlichen  wahrgenommen wird. Andererseits gehen die B\u00fcrger selbst im Alltag &#8211;  nicht nur im Netz &#8211; ausgesprochen sorglos mit Informationen zu ihrer  Privatsph\u00e4re um. Dies dokumentiert sehr anschaulich eine aktuelle  Untersuchung im Auftrag des Goslar Instituts, Studiengesellschaft f\u00fcr verbrauchergerechtes Versichern e.V.     Dieses Missverh\u00e4ltnis im Umgang mit Big Data und Datenschutz  torpediert aus Sicht der Autoren &#8211; allesamt ausgewiesene Experten &#8211;  die Chancen der Digitalisierung f\u00fcr B\u00fcrger, Wirtschaft und die  Gesellschaft insgesamt. Sie fordern daher einen \u00fcberf\u00e4lligen  Paradigmenwechsel im Umgang mit Big Data und dem Schutz von Daten  gleicherma\u00dfen. Das Zielbild sind B\u00fcrger als selbstbewusste Nutzer,  die sich nicht mehr prim\u00e4r als Schutzobjekt verstehen, sondern als  Datengeber, Datenspender oder gar Datenh\u00e4ndler. Nur so kann die  Digitalisierung tats\u00e4chlich substanziellen Mehrwert f\u00fcr alle bringen, was die Studie anhand der Lebensbereiche Wohnen, Gesundheit und  Mobilit\u00e4t exemplarisch aufzeigt.     Big Data als &#8222;Big Brother&#8220;-Vision     &#8222;4.0&#8220; ist zu einem g\u00e4ngigen Synonym f\u00fcr den zunehmenden Einfluss  der Digitalisierung nicht nur auf die Arbeitswelt der Zukunft  geworden: Alles wird digitaler, dadurch vernetzter und flexibler.  Damit einher gehen Anfall, Erhebung, Verarbeitung und Verwertung kaum noch z\u00e4hlbarer Daten. Der daf\u00fcr inzwischen etablierte Begriff &#8222;Big  Data&#8220; assoziiert bei den einen eine Horrorvision \u00e0 la Orwells &#8222;Big  Brother&#8220;, bei anderen l\u00f6st er optimistische bis regelrecht  euphorische Utopien aus. In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung \u00fcberwiegen  allerdings deutlich die mit Big Data verbundenen Bef\u00fcrchtungen.     M\u00f6gen manche Bef\u00fcrchtungen in Bezug auf den &#8222;gl\u00e4sernen Menschen&#8220;  und seine ferngesteuerte Zukunft auch \u00fcber das vern\u00fcnftige Ma\u00df  hinausschie\u00dfen, so sind die Sorgen der Menschen vor einer  unerw\u00fcnschten Erhebung und Verwendung ihrer pers\u00f6nlichen Daten  dennoch ernst zu nehmen. Denn auch f\u00fcr die Digitalisierung gilt in  einem ganz besonderen Ma\u00df wie f\u00fcr die meisten anderen technischen  Neuerungen: Sie bed\u00fcrfen m\u00f6glichst breiter Akzeptanz, sollen sie  nicht zum Spielball gesellschaftlicher bzw. politischer Kontroversen  werden, die eine nutzbringende Entwicklung am Ende blockieren. Dazu  m\u00fcssen B\u00fcrger bei der Digitalisierung insbesondere auf den Schutz  ihrer pers\u00f6nlichen Daten vertrauen k\u00f6nnen. Darin besteht eine prim\u00e4re Aufgabe der Politik.     Die Verantwortlichen in der Politik gehen jedoch &#8211; ganz im  Gegensatz zu der verbreiteten pessimistischen Skepsis in der  Bev\u00f6lkerung &#8211; vielfach von optimistischen, zum Teil geradezu  idealistischen Grundannahmen aus, wie die Studie des Goslars  Instituts &#8222;Big Data: B\u00fcrgerschreck oder Hoffnungstr\u00e4ger?&#8220; offenbart.  Sie macht aber auch deutlich, dass &#8222;der \u00f6ffentliche, in den Medien  ausgetragene Diskurs zum Umgang mit Massendaten (Big Data) von  Erz\u00e4hlungen dominiert ist, die um Konflikte und Kollisionen kreisen  und nicht \u00fcber diese hinauskommen. In der Medienanalyse sind sie als  Varianten des &#8222;Big Brother&#8220;-Narrativs einzuordnen und haben ganz  \u00fcberwiegend den Charakter von Dystopien&#8220;, stellen die Autoren der  Untersuchung, Susanne Knorre, Fred Wagner und Horst M\u00fcller-Peters,  fest.     Besorgnis und Sorglosigkeit gleichzeitig     Gleichzeitig, trotz der \u00fcberwiegend skeptischen bis ablehnenden  Grundeinstellung in der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Big Data, hinterlassen  die B\u00fcrger im Internet, in den sozialen Netzwerken oder allein schon  beim Einkaufen vergleichsweise sorglos eine breite Spur an  pers\u00f6nlichen Informationen. Daraus leiten die Verfasser der Studie  des Goslar Instituts ein Nutzer-Paradoxon ab: &#8222;Der Nutzer als B\u00fcrger  ist skeptisch, schutzbed\u00fcrftig und kulturpessimistisch, als  Verbraucher ist er sorglos, bequem und pragmatisch&#8220;, hei\u00dft es in der  Studie. Oder positiver formuliert: &#8222;Das tats\u00e4chliche Verhalten der  B\u00fcrger im Netz orientiert sich deutlich st\u00e4rker an den Chancen von  Big Data als an den Risiken.&#8220;     Daher bedarf es aus Sicht der Experten eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Big Data auf der einen Seite und dem Schutz von Daten auf  der anderen Seite. Denn eine immer st\u00e4rkere Regulierung von Big Data, wie sie zunehmend gefordert wird, um etwa international agierenden  &#8222;Datenkraken&#8220; Einhalt zu gebieten und letztlich auch den B\u00fcrger vor  sich selbst zu sch\u00fctzen, soll nicht die Chancen der Digitalisierung  verkennen geschweige denn zunichtemachen. Der Paradigmenwechsel,  welcher den Verfassern der Studie vorschwebt, beinhaltet im Kern den  Wandel der Datenschutzdiskussion vom Schutz- zum Handlungskonzept:  Damit soll der B\u00fcrger in seiner Rolle als Nutzer digitaler  Technologien so unterst\u00fctzt werden, dass er seine Daten gezielt und  sicher zu den von ihm gew\u00fcnschten Zwecken weitergeben kann.     M\u00fcndiger B\u00fcrger 4.0: Vom Objekt zum Subjekt der Digitalisierung     In einem solchen System w\u00e4re der Nutzer weniger als Schutzobjekt  zu verstehen, sondern als Datengeber, Datenspender oder gar  Datenh\u00e4ndler. Er w\u00fcrde quasi als m\u00fcndiger B\u00fcrger 4.0 vom Objekt zum  Subjekt der Digitalisierung. Dies erfordert auch ein anderes  Rollenverst\u00e4ndnis bei der Wirtschaft. Unternehmen sollen im Rahmen  des angestrebten Paradigmenwechsels nicht mehr nur zur Compliance mit den Datenschutzgesetzen gehalten sein. Vielmehr sind sie  aufgefordert, mithilfe von Big Data positive Beitr\u00e4ge f\u00fcr  gesellschaftlich relevante Zwecke zu erm\u00f6glichen. Unternehmen w\u00fcrden  dementsprechend ethisch verpflichtet, die Chancen von Big Data bzw.  K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) proaktiv f\u00fcr Zwecke des Gemeinwohls  (&#8222;social good&#8220;) zu nutzen, erkl\u00e4ren die Verfasser der Studie. Nur mit einem solchen grundlegenden Wandel lassen sich die Chancen der  Digitalisierung wirklich nutzen, wie die Studie beispielhaft anhand  der digitalen M\u00f6glichkeiten in den drei ausgew\u00e4hlten Lebensbereichen  Wohnen, Gesundheit und Mobilit\u00e4t zeigt. Denn, so das Fazit: &#8222;Die  B\u00fcrger wertsch\u00e4tzen den Mehrwert, den diese Smart Services ihnen  bieten k\u00f6nnen. Die Grundskepsis gegen\u00fcber Big Data kippt, wenn  konkrete, nutzenstiftende Anwendungen genannt werden.&#8220;     Vor diesem Hintergrund werden beim n\u00e4chsten Goslar Diskurs am 24.  Januar 2019 im Klosterhotel W\u00f6ltingerode in Goslar unabh\u00e4ngige  Experten das Thema &#8222;Big Data: B\u00fcrgerschreck oder Hoffnungstr\u00e4ger?&#8220;  ebenso diskutieren wie die Ergebnisse der gleichnamigen Studie des  Goslar Instituts.     Auf dem Podium werden sich dazu \u00e4u\u00dfern:     &#8211; Klaus-J\u00fcrgen Heitmann, Sprecher der Vorst\u00e4nde, HUK-COBURG    &#8211; Prof. Dr. Fred Wagner, Institut f\u00fcr Versicherungslehre (IVL),       Universit\u00e4t Leipzig    &#8211; Christoph Keese, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter, Axel       Springer hy GmbH    &#8211; Dr. Thilo Weichert, Vorstand, Deutsche Vereinigung f\u00fcr       Datenschutz e.V.    &#8211; Dr. Michael Giese, CEO, it&#8217;s my data GmbH     Zuvor wird Bundesminister a.D. Sigmar Gabriel mit einem  er\u00f6ffnenden Gru\u00dfwort in die Podiumsdiskussion einleiten.    Pressekontakt: GOSLAR INSTITUT Studiengesellschaft f\u00fcr verbrauchergerechtes Versichern e.V. &#8211; Eine Initiative der HUK-COBURG &#8211; V.i.S.d.P.: Lennart Karow M.A.  Breite Stra\u00dfe 13 38640 Goslar Tel + 49 (0) 5321 339961 Fax + 49 (0) 5321 339975  info@goslar-institut.de www.goslar-institut.de  Original-Content von: GOSLAR INSTITUT, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/133369\/4167292\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goslar (ots) &#8211; Datensicherheit zwischen Horrorvisionen und euphorischen Utopien &#8211; Studie des Goslar Instituts offenbart notwendigen Paradigmenwechsel bei Datenschutz Beim<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-274325","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274325\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}