{"id":274472,"date":"2019-01-17T14:44:06","date_gmt":"2019-01-17T14:44:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/mdr-magazin-hauptsache-gesund-zum-transplantationsgesetz-experten-einig-gesetzesaenderung-kann-chancen-der-organspende-verbessern\/"},"modified":"2019-01-17T14:44:06","modified_gmt":"2019-01-17T14:44:06","slug":"mdr-magazin-hauptsache-gesund-zum-transplantationsgesetz-experten-einig-gesetzesaenderung-kann-chancen-der-organspende-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mdr-magazin-hauptsache-gesund-zum-transplantationsgesetz-experten-einig-gesetzesaenderung-kann-chancen-der-organspende-verbessern\/","title":{"rendered":"MDR-Magazin &#8222;Hauptsache gesund&#8220; zum Transplantationsgesetz \/ Experten einig: Gesetzes\u00e4nderung kann Chancen der Organspende verbessern"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig (ots) &#8211; Transplantationsmediziner in Mitteldeutschland  begr\u00fc\u00dfen den Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und  der Strukturen bei der Organspende, der heute (17.01.) im Deutschen  Bundestag beraten wird. &#8222;Das Gesetz bietet gute Voraussetzungen, um  die Zahlen der Organspende in Deutschland zu erh\u00f6hen.<!--more-->&#8222;, sagt Christa  Wachsmuth, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende \u00c4rztin f\u00fcr die Region Ost der Deutschen  Stiftung Organtransplantation dem MDR-Magazin &#8222;Hauptsache gesund&#8220;.  &#8222;Deutschland ist bei der Organspende eines der Schlusslichter in  Europa und in der Welt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf  und die Ma\u00dfnahmen, die jetzt angegangen werden sollen, halte ich f\u00fcr  \u00e4u\u00dferst vern\u00fcnftig&#8220;, so Prof. Paolo Fornara, Leiter des  Nierentransplantationszentrums des Landes Sachsen-Anhalt an der  Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg.     Der Gesetzesentwurf beinhaltet Regelungen, die die Organspende in  den Krankenh\u00e4usern optimieren sollen. So soll etwa die Verg\u00fctung der  Kliniken aufwandsgerecht gestaltet werden. F\u00fcr Prof. Fornara ist das  ein \u00fcberf\u00e4lliger Schritt: Die Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der  Organentnahme binde sehr viele Spezialisten \u00fcber mehrere Stunden, so  der Mediziner. Insgesamt seien 20 bis 30 OP-Mitarbeiter dran  beteiligt. &#8222;Das war bei der bisherigen Pauschale f\u00fcr eine  Organentnahme von 3.000 bis 5.000 Euro f\u00fcr viele Krankenh\u00e4user  bislang logistisch und personell kaum zu stemmen&#8220;, sagt der  Nierenspezialist.     Zudem soll jedes Krankenhaus mit einer Intensivstation mindestens  einen Transplantationsbeauftragten benennen. Nach Angaben von Christa Wachsmuth gibt es in den Kliniken in Mitteldeutschland bereits  fl\u00e4chendeckend seit dem Jahr 2000 dieses Amt, das von \u00c4rzten und  teilweise erg\u00e4nzend von Pflegekr\u00e4ften wahrgenommen wird. Sachsen,  Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen sei also Vorreiter in diesem Punkt,  betont Prof. Fornara und erg\u00e4nzt: &#8222;Bislang ist der  Transplantationsbeauftragte jedoch ein Fisch ohne Wasser. Durch das  Gesetz werden seine Funktion, Position und die Bezahlung gest\u00e4rkt.&#8220;     Im Gesetzesentwurf ist ebenfalls geplant, die Angeh\u00f6rigenbetreuung gesetzlich zu verankern, um zum Beispiel den anonymisierten Austausch zwischen Organempf\u00e4ngern und Angeh\u00f6rigen des Organspenders zu  erleichtern. Zudem soll ein fl\u00e4chendeckendes Berichtssystem  eingef\u00fchrt werden, um potentielle Spender besser zu erkennen und zu  melden. Solch ein System wurde nach den Angaben von Christa Wachsmut  im Jahr 2014 schon in den mitteldeutschen Kliniken eingef\u00fchrt: &#8222;Wir  haben durch die Auswertungen gemerkt, wo Probleme in der Organisation der Organspende liegen und ich denke, dass so ein bundesweites  Berichtssystem noch mehr Chancen aufzeigen wird, die  Transplantationszahlen zu erh\u00f6hen.&#8220;     Kein Bestandteil des Gesetzesentwurfs ist eine \u00c4nderung der Art  und Weise, wie einer Organspende zu Lebzeiten zugestimmt oder  widersprochen werden kann. Derzeit kann jeder Deutsche freiwillig  einen Organspendeausweis ausf\u00fcllen. Dies ist jedoch nicht  verpflichtend. Wenn keine Entscheidung getroffen wurde, m\u00fcssen im  Ernstfall die Angeh\u00f6rigen dar\u00fcber entscheiden, ob dem Toten  Spenderorgane entnommen werden d\u00fcrfen. &#8222;Diese Praxis ist einfach  bestialisch, denn aus meiner Erfahrung heraus machen sich die  Angeh\u00f6rigen immer Vorw\u00fcrfe, egal, wie sie sich entscheiden. Jeder  Mensch sollte zu Lebzeiten selbst eine Entscheidung treffen, damit  die Angeh\u00f6rigen nicht mit dieser Entscheidung belastet werden&#8220;,  appelliert Prof. Fornara. Diskutiert wird derzeit die von  Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene doppelte  Widerspruchsl\u00f6sung, bei der jeder automatisch als Organspender gilt,  es sei denn, er hat sich zu Lebzeiten ausdr\u00fccklich dagegen  entschieden oder die Angeh\u00f6rigen lehnen es ab.     Unter Angabe der Quelle sofort frei     &#8222;Hauptsache gesund&#8220;, donnerstags, 21 Uhr, MDR-Fernsehen  mdr.de\/hauptsache-gesund | facebook.com\/MDRHauptsachegesund    Pressekontakt: MDR, Presse und Information, Sebastian Henne,  Tel.: (0341) 3 00 63 76, E-Mail: presse@mdr.de, Twitter: @MDRpresse  Original-Content von: MDR Exklusiv-Meldung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/129256\/4168921\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig (ots) &#8211; Transplantationsmediziner in Mitteldeutschland begr\u00fc\u00dfen den Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende, der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-274472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274472\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}