{"id":274670,"date":"2019-01-19T15:27:34","date_gmt":"2019-01-19T15:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/der-agrarindustrie-den-geldhahn-abdrehen-35-000-fordern-von-ministerin-kloeckner-eine-eu-agrarreform-fuer-bauern-tiere-und-umwelt-2\/"},"modified":"2019-01-19T15:27:34","modified_gmt":"2019-01-19T15:27:34","slug":"der-agrarindustrie-den-geldhahn-abdrehen-35-000-fordern-von-ministerin-kloeckner-eine-eu-agrarreform-fuer-bauern-tiere-und-umwelt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/der-agrarindustrie-den-geldhahn-abdrehen-35-000-fordern-von-ministerin-kloeckner-eine-eu-agrarreform-fuer-bauern-tiere-und-umwelt-2\/","title":{"rendered":"&#8222;Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!&#8220;: 35.000 fordern von \nMinisterin Kl\u00f6ckner eine EU-Agrarreform f\u00fcr Bauern, Tiere und Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Eine zukunftsf\u00e4hige Agrarreform &#8211; das fordern  zehntausende Teilnehmer bei der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration  zum Auftakt der &#8222;Gr\u00fcnen Woche&#8220; in Berlin.<!--more--> &#8222;Lautstark, bunt und  entschlossen haben wir heute mit 35.000 Menschen  Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner einen unmissverst\u00e4ndlichen  Auftrag gegeben: Schluss mit der falschen Agrarpolitik&#8220;, erkl\u00e4rt &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Sprecherin Saskia Richartz im Namen der \u00fcber 100  Organisationen, die zur Demonstration aufgerufen haben.     Das Demonstrationsb\u00fcndnis fordert die Bundesregierung auf, den  \u00fcberf\u00e4lligen Umbau der Landwirtschaft anzupacken. Die Gelegenheit ist da: Bei der aktuellen Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet  die Bundesregierung ma\u00dfgeblich mit, welche Landwirtschaft k\u00fcnftig  durch Steuergelder finanziert wird. In Deutschland werden jedes Jahr  6,3 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern ausgesch\u00fcttet, mehr als drei  Viertel davon als pauschale Subventionen je Hektar Fl\u00e4che. In der  Praxis hei\u00dft das: Die 3.300 fl\u00e4chengr\u00f6\u00dften Betriebe erhalten eine  Milliarde Euro im Jahr, w\u00e4hrend die kleinsten 200.000 Bauernh\u00f6fe sich knapp 700 Millionen teilen m\u00fcssen.     &#8222;Mit den \u00fcber sechs Milliarden Euro, die Deutschland jedes Jahr an EU-Agrargeldern verteilt, muss der umwelt- und tiergerechte Umbau der Landwirtschaft gef\u00f6rdert werden&#8220;, so Saskia Richartz. &#8222;Doch  Agrarministerin Kl\u00f6ckner klammert sich an die pauschalen  Fl\u00e4chensubventionen wie ihre Vorg\u00e4nger ans Ackergift Glyphosat. Der  Agrarindustrie immer weiter Milliarden in den Rachen zu stopfen ist  agrar- und klimapolitischer Irrsinn. Wir fordern: Umverteilen jetzt!&#8220;     Beim Demonstrationszug zum Agrarministergipfel schlagen die  Demonstranten Alarm f\u00fcr die Agrarwende. Mit ihrem Kochtopf-Konzert  fordern sie konsequenten Klima- und Naturschutz, mehr Unterst\u00fctzung  f\u00fcr kleine und mittlere Betriebe, artgerechte Tierhaltung, ein Ende  der Dumping-Exporte, gerechten Welthandel und gesundes Essen f\u00fcr  alle. Schon am Vormittag hatten die 171 Bauern, die die Demonstration mit ihren Traktoren anf\u00fchren, eine Protestnote an die 70 versammelten Minister aus aller Welt \u00fcbergeben.     &#8222;Wir haben die Agrarpolitik der Bundesregierung satt. Wir ackern  tagt\u00e4glich f\u00fcr gutes, enkeltauglich produziertes Essen. Daf\u00fcr  verlangen wir politische Unterst\u00fctzung&#8220;, sagt Moritz Sch\u00e4fer. Der  32-J\u00e4hrige ist aus dem hessischen Schwalmtal mit dem Traktor  angereist, wo er einen Betrieb mit 100 K\u00fchen und 250 Hektar  bewirtschaftet. &#8222;Meine K\u00fche stehen auf der Weide, ich produziere das  Futter hier vor Ort und s\u00e4he vielf\u00e4ltige Fruchtfolgen. Insekten,  Wasser und Klima danken es mir, die Politik aber nicht. Julia  Kl\u00f6ckner muss endlich die Interessenvertretung der Industrie beenden  und eine Politik f\u00fcr Bauern, Bienen und lebensf\u00e4hige D\u00f6rfer machen&#8220;,  fordert Sch\u00e4fer im Namen der Traktorfahrer.     Die Gro\u00dfdemonstration richtet sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. Die konventionellen und \u00d6ko-Bauern  demonstrieren auch im neunten Jahr im Schulterschluss mit B\u00e4ckern,  Imkern, K\u00f6chen, Natursch\u00fctzern und der Zivilgesellschaft gegen die  fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft.  Gemeinsam zeigt das breite &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-B\u00fcndnis Wege f\u00fcr eine b\u00e4uerliche Landwirtschaft der Zukunft und ein gutes Ern\u00e4hrungssystem  auf.     Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de      Fotos zur kostenfreien Verwendung ab 14 Uhr unter:  www.wir-haben-es-satt.de\/presse     Statements von Rednerinnen und Rednern der Demonstration:     Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland:  &#8222;Um unsere Ern\u00e4hrung und die der n\u00e4chsten Generation zu sichern,  m\u00fcssen wir die biokulturelle Vielfalt bewahren und die  kleinb\u00e4uerliche Landwirtschaft, handwerkliche Fischerei und  Lebensmittelherstellung unterst\u00fctzen. Gef\u00f6rdert werden darf nur noch, wer soziale und \u00f6kologische Leistungen erbringt. Daf\u00fcr ist ein  politischer Kurswechsel unausweichlich.&#8220;     Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz  Deutschland (BUND):  &#8222;Die europ\u00e4ische Agrarpolitik muss ge\u00e4ndert werden. Nur wer Tiere  artgerecht h\u00e4lt und unsere Umwelt sch\u00fctzt, soll in Zukunft Geld aus  Br\u00fcssel bekommen. Wir brauchen ein starkes Europa, das aber  \u00f6kologisch und sozial gerechter ist und brauchen die St\u00e4rkung des  EU-Parlaments, damit das auch als Mehrheitswille der europ\u00e4ischen  Bev\u00f6lkerung durchgesetzt werden kann.&#8220;     Alina Drach vom ackerfeministischen Treckerblock:  &#8222;In landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten knapp 50% Frauen*, ihre  Arbeit wird oft nicht gesehen und wertgesch\u00e4tzt. Wir fordern  Chancengleichheit f\u00fcr Frauen* in der Landwirtschaft. Wir sind hier,  um zu zeigen, dass wir auch Trecker fahren k\u00f6nnen und der Kampf f\u00fcr  eine gerechte Agrarpolitik nur gemeinsam geht!&#8220;     Dr. Felix Prinz zu L\u00f6wenstein, Bio-Bauer und Vorsitzender des Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft (B\u00d6LW):  &#8222;Immer mehr Landwirte packen den Umbau der Landwirtschaft schon  selbst an &#8211; nicht nur hunderttausende Bio-Bauern in ganz Europa. Die  Politik muss mit der EU-Agrarpolitik die Bauern unterst\u00fctzen, die  Klima und Wasser, Boden und Bienen sch\u00fctzen und unsere Tiere  artgerecht halten.&#8220;     Janet Maro, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Sustainable Agriculture Tanzania (SAT):  &#8222;Deutschland muss in seiner Entwicklungszusammenarbeit auf  Agrar\u00f6kologie statt Agrarindustrie und Gr\u00fcne Revolution setzen. Wir  brauchen b\u00e4uerliches Saatgut und keine Hybride. Damit Agrar\u00f6kologie  und b\u00e4uerliches Saatgut endlich eine Chance haben, muss Deutschland  die F\u00f6rderung der Allianz f\u00fcr eine Gr\u00fcne Revolution in Afrika  einstellen.&#8220;     Sweelin Heuss, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Greenpeace Deutschland:  &#8222;F\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern sind D\u00fcrre und Starkregen eine besonders  existenzielle Gefahr. Die Landwirtschaft kann dem Klimawandel nicht  einfach ausweichen. Ich bin froh, dass wir mit der Klimaklage Seite  an Seite mit Landwirten f\u00fcr wirksamen Klimaschutz k\u00e4mpfen!&#8220;     Lucia Heigl, konventionelle Milchb\u00e4uerin aus Bayern und  stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft (AbL):  &#8222;Wir nehmen die Sorgen und W\u00fcnsche der Gesellschaft ernst. Aber daf\u00fcr brauchen wir faire Preise und eine grundlegend andere F\u00f6rder- und  Marktpolitik in Berlin. Die alte Agrarpolitik haben wir satt.&#8220;     Olaf Tschimpke, NABU-Pr\u00e4sident:  &#8222;Die aktuelle Agrarpolitik schaufelt ein Grab f\u00fcr Insekten und H\u00f6fe &#8211; finanziert mit 60 Milliarden Euro Steuergeld. Wir brauchen einen  Kurswechsel: Landwirte, die Natur und Klima schonen, m\u00fcssen besser  belohnt werden. Frau Kl\u00f6ckner, befreien Sie sich endlich aus dem  Zangengriff der Agrarlobby und machen Sie Agrarpolitik f\u00fcr Bauern und Verbraucher&#8220;     Thomas Schr\u00f6der, Pr\u00e4sident des Deutschen Tierschutzbundes:  &#8222;Eine freiwillige, staatliche Tierwohlkennzeichnung, wie sie  Bundeslandwirtschaftsministerin Kl\u00f6ckner plant, darf nicht  missbraucht werden, um notwendige Anpassungen im Ordnungsrecht auf  die lange Bank zu schieben. Die Kennzeichnung sollte daher dringend  in eine Gesamtstrategie eingebettet sein.&#8220;     Christoph Bautz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der B\u00fcrgerbewegung Campact:  &#8222;Wir sind hier, damit die 60 Milliarden im Jahr, unser Steuergeld,  endlich an die B\u00e4uerinnen und Bau ern flie\u00dfen, die mit ihrer harten  Arbeit unsere Kulturlandschaft und die Artenvielfalt erhalten und f\u00fcr gutes Essen sorgen. Gebt denen genug Geld. Aber dreht der  Agrarindustrie endlich den Geldhahn zu!&#8220;     Klaus Ahrens, Vizepr\u00e4sident des Deutschen Berufs- und  Erwerbsimkerbunds (DBIB):  &#8222;Ob Insektenschutz, Tierhaltung oder Pestizidverbot &#8211; die  Agrarministerin vertagt den Umbau der Landwirtschaft auf den Kosten  von Umwelt, Tier und Klima. Die Zeche bezahlen am Ende die  Artenvielfalt und die Verbraucher. Denn Insekten sind nicht nur die  wichtigsten Pflanzenbest\u00e4uber, sondern sie regulieren auch Sch\u00e4dlinge und dienen zahlreichen anderen Arten als Futter.&#8220;     Lea Kliem, Sprecherin des Berliner Ern\u00e4hrungsrats:  &#8222;Wir wollen keinen Einheitsbrei von Gro\u00dfkonzernen, sondern  schmackhafte Vielfalt auf den Tellern! Die Zeit ist reif f\u00fcr die  Ern\u00e4hrungswende. Die Politik zeigt wenig Engagement und so nehmen  zivilgesellschaftliche Initiativen wie der Ern\u00e4hrungsrat den Wandel  in die Hand. Wir fordern: Ern\u00e4hrungsdemokratie jetzt!&#8220;    Pressekontakt: Christian Rollmann, &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Pressesprecher,  Tel.: 030-28482438, Mobil: 0151-51245795, E-Mail:  presse@meine-landwirtschaft.de  Original-Content von: BUND, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/4170440\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Eine zukunftsf\u00e4hige Agrarreform &#8211; das fordern zehntausende Teilnehmer bei der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration zum Auftakt der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-274670","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274670"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274670\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}