{"id":274860,"date":"2019-01-20T19:13:37","date_gmt":"2019-01-20T19:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/sperrfrist-montag-21-01-2019-06-00-uhr-pressemitteilung-der-bundesaerztekammer-reform-der-psychotherapeutenausbildungbundesaerztekammer-lehnt-referentenentwurf-des-bmg-strikt-ab\/"},"modified":"2019-01-20T19:13:37","modified_gmt":"2019-01-20T19:13:37","slug":"sperrfrist-montag-21-01-2019-06-00-uhr-pressemitteilung-der-bundesaerztekammer-reform-der-psychotherapeutenausbildungbundesaerztekammer-lehnt-referentenentwurf-des-bmg-strikt-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/sperrfrist-montag-21-01-2019-06-00-uhr-pressemitteilung-der-bundesaerztekammer-reform-der-psychotherapeutenausbildungbundesaerztekammer-lehnt-referentenentwurf-des-bmg-strikt-ab\/","title":{"rendered":"Sperrfrist: Montag, 21.01.2019, 06.00 Uhr \n\nPressemitteilung der Bundes\u00e4rztekammer\n \nReform der Psychotherapeutenausbildung\nBundes\u00e4rztekammer lehnt Referentenentwurf des BMG strikt ab"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Berlin &#8211; Die Bundes\u00e4rztekammer (B\u00c4K) lehnt den vom  Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit vorgelegten Referentenentwurf f\u00fcr  eine Reform der Psychotherapeutenausbildung strikt ab. Der Entwurf  verfehlt v\u00f6llig das Ziel einer verbesserten Ausbildung in diesem  wichtigen Versorgungsbereich. Vielmehr f\u00fchrt er zu einer Gef\u00e4hrdung  der Patientinnen und Patienten, warnt die B\u00c4K.<!--more--> Menschen mit  psychischen und psychosomatischen Erkrankungen d\u00fcrfen in ihrer  Behandlung nicht aus dem medizinischen Versorgungssystem  ausgegliedert werden. Die im Gesetzentwurf vorgeschlagene  Ausbildungsreform der Psychologischen Psychotherapeuten und der  Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aber w\u00fcrde unweigerlich zu  getrennten Versorgungsbereichen f\u00fchren.     -Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und  Jugendlichenpsychotherapeuten mit ihren jeweils spezifischen  Kompetenzen erg\u00e4nzen das therapeutische Angebot sinnvoll, sie k\u00f6nnen  aber keinesfalls die ganzheitliche \u00e4rztliche Expertise in Diagnose  und Therapie ersetzen. Denn psychische Erkrankungen gehen h\u00e4ufig mit  behandlungsbed\u00fcrftigen somatischen Erkrankungen einher. Oft bedingen  sich beide wechselseitig und verst\u00e4rken sich sogar. Aber anstatt auf  eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung komplexer  Krankheitsbilder hinzuwirken, bedroht die vorgesehene Reform eine  individuelle, somatische wie psychische Aspekte integrierende  Versorgung der Patientinnen und Patienten. Diese Reform f\u00fchrt damit  zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung.     -Aus gutem Grund ist die Verordnung von Arzneimitteln allein  \u00c4rztinnen und \u00c4rzten vorbehalten. Die Mehrheit der Psychologischen  Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten  anerkennt diese origin\u00e4re \u00e4rztliche Kompetenz und lehnt deshalb eine  Aufgaben\u00fcbernahme in diesem Bereich der Pharmakotherapie ab. Denn  eine sichere und schonende Anwendung von Psychopharmaka ist nur auf  der Grundlage eines Medizinstudiums m\u00f6glich. Im Reformentwurf ist  jedoch ein Modellversuchsstudiengang vorgesehen, in dem Nicht-\u00c4rzten  Kompetenzen zur Feststellung, Verordnung und \u00dcberpr\u00fcfung  psychopharmakologischer Ma\u00dfnahmen vermittelt werden sollen. Das  gef\u00e4hrdet die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, die auf  Grund ihrer Erkrankung unter Umst\u00e4nden besonders zu sch\u00fctzen sind, in ganz erheblichem Ma\u00dfe.     -Die vorgesehene Reduktion der Berufsbezeichnung der  Psychologischen Psychotherapeuten sowie der Kinder- und  Jugendlichenpsychotherapeuten auf &#8222;Psychotherapeut&#8220; ist eine  Mogelpackung. Dadurch werden Patienten in die Irre gef\u00fchrt. Man kann  nicht einen Behandlungsansatz zu einem Beruf erheben und dar\u00fcber  hinwegt\u00e4uschen, dass auch und gerade \u00c4rztinnen und \u00c4rzte mit  Facharztstatus nach sechsj\u00e4hriger Ausbildung und mindestens  f\u00fcnfj\u00e4hriger Weiterbildung als hochqualifizierte Psychotherapeuten  t\u00e4tig sind. Mit der Mogelpackung &#8222;Psychotherapeut&#8220; f\u00fcr eine deutlich  weniger umfangreiche Aus- und Weiterbildung wird Patienten  vorgegaukelt, sie erhielten auf Basis h\u00f6herer Qualifikation  psychotherapeutische Verfahren. Das ist politisch, vor allem aber  medizinisch nicht zu verantworten. Im Interesse des Patientenschutzes m\u00fcssen die jeweilige fachliche Expertise sowie deren Grenzen klar  erkennbar bleiben.     Die Bundes\u00e4rztekammer fordert das Bundesgesundheitsministerium  auf, den vorgelegten Referentenentwurf umfassend zu \u00fcberarbeiten und  dabei die bereits vorliegenden, die urspr\u00fcnglichen Reformziele  unterst\u00fctzenden, Vorschl\u00e4ge der Bundes\u00e4rztekammer zu ber\u00fccksichtigen. Gemeinsames Ziel von Politik und allen beteiligten Professionen muss  es bleiben, die seit vielen Jahren bew\u00e4hrte multidisziplin\u00e4re  Zusammenarbeit in der psychotherapeutischen Versorgung zu st\u00e4rken und im Interesse einer qualit\u00e4tsgesicherten, evidenzbasierten  Psychotherapie weiter zu entwickeln. Daf\u00fcr setzt sich die gesamte  verfasste \u00c4rzteschaft ein.    Pressekontakt: Bundes\u00e4rztekammer Stabsbereich Politik und Kommunikation  Herbert-Lewin-Platz 1 10623 Berlin   Tel. 030-400456700 Fax. 030-400456707 presse@baek.de www.baek.de  Original-Content von: Bundes\u00e4rztekammer, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/9062\/4170949\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Berlin &#8211; Die Bundes\u00e4rztekammer (B\u00c4K) lehnt den vom Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit vorgelegten Referentenentwurf f\u00fcr eine Reform der<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-274860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274860\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}