{"id":275196,"date":"2019-01-23T16:37:05","date_gmt":"2019-01-23T16:37:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/tesla-preiserhoehung-was-unternehmen-daraus-lernen-koennen\/"},"modified":"2019-01-23T16:37:05","modified_gmt":"2019-01-23T16:37:05","slug":"tesla-preiserhoehung-was-unternehmen-daraus-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tesla-preiserhoehung-was-unternehmen-daraus-lernen-koennen\/","title":{"rendered":"Tesla-Preiserh\u00f6hung: Was Unternehmen daraus lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (ots) &#8211; Preiserh\u00f6hungen &#8211; k\u00f6nnen sie Unternehmen schaden? Ja, wenn man die falsche Strategie hat, meint Matthias Riemer,  Pricing-Experte f\u00fcr den Automotive-Sektor bei der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher &amp; Partners. Aktuelles Beispiel  daf\u00fcr ist der Elektroautohersteller Tesla.<!--more--> Wo sich das Unternehmen  bei seiner j\u00fcngsten Preiserh\u00f6hung verkalkuliert hat und was die  Branche daraus lernen kann.     Vergangene Woche verk\u00fcndete Tesla, marktf\u00fchrender Hersteller im  Bereich Elektrofahrzeuge, eine weltweite Preiserh\u00f6hung f\u00fcr die  Nutzung der unternehmenseigenen Schnelllades\u00e4ulen, der sogenannten  Supercharger. Nach zahlreichen emp\u00f6rten Kundenreaktionen korrigierte  das US-amerikanische Unternehmen diese Ma\u00dfnahme gestern wieder. Laut  urspr\u00fcnglicher Meldung sah die neue Preisstruktur eine Erh\u00f6hung um  durchschnittlich etwa 30 Prozent vor. In Deutschland sollten k\u00fcnftig  0,46 Euro pro Minute \u00fcber 60 Kilowatt (zuvor: 0,34 Euro\/Minute) und  0,23 Euro pro Minute bis 60 Kilowatt (zuvor: 0,17 Euro\/Minute)  berechnet werden. Aufgrund negativer Kundenreaktionen nahm Tesla  diese Preiserh\u00f6hung nun teilweise zur\u00fcck: Das Unternehmen senkt die  Supercharger-Preise weltweit wieder um etwa zehn Prozent. F\u00fcr  Deutschland bedeutet dies statt 0,46 nur noch 0,40 Euro pro Minute  \u00fcber 60 Kilowatt Ladeleistung. Bis 60 Kilowatt fallen statt 0,23  jetzt 0,20 Euro pro Minute an.     Schrittweise Reduzierung des Angebots     Diese Kostenerh\u00f6hung zeichnete sich bereits seit einiger Zeit ab:  Hatte Tesla urspr\u00fcnglich, um Absatzzahlen zu steigern, lebenslanges  kostenloses Tanken an den Superchargern in den Kaufpreis der  Top-Modelle inkludiert, teilte das Unternehmen vor Kurzem mit, dass  bald die Nutzung nur noch zeitlich begrenzt f\u00fcr bestimmte Neukunden  und Modelle im Preis inbegriffen ist. Anschlie\u00dfend sollen dann alle,  die sich einen Tesla neu anschaffen, Geb\u00fchren an den Lades\u00e4ulen  bezahlen. Die Emp\u00f6rung \u00fcber die nun zus\u00e4tzlich durchgef\u00fchrte  Preiserh\u00f6hung beeindruckte das Unternehmen nun offensichtlich stark  genug, um einen gro\u00dfen Teil zu verhindern.     Was war schief gelaufen? Scheinbar hat Tesla die Emotionalit\u00e4t  seiner Kunden im Hinblick auf das Thema Preis untersch\u00e4tzt. Statt dem Image des langfristig denkenden Vision\u00e4rs treu zu bleiben, reduzierte der Hersteller sein Angebot immer mehr und erweckte so den Eindruck  eines &#8222;typischen&#8220;, kurzfristig profitorientierten Unternehmens. Zwar  bleibt das Angebot im Vergleich mit herk\u00f6mmlichen Ladestation zuhause durch seine Schnelligkeit und Flexibilit\u00e4t auch mit den neuen Preisen attraktiv &#8211; jedoch reagieren Kunden, wenn es um Preise geht, nicht  zwingend rational.     Preiserh\u00f6hungen: Was Unternehmen besser machen k\u00f6nnen     Preiserh\u00f6hungen bergen stets ein hohes Risiko &#8211; vor allem, wenn  sie derart fl\u00e4chendeckend ausgerollt werden. Zwar hat Tesla Preise in einzelnen L\u00e4ndern und Bundestaaten in unterschiedlichen H\u00f6hen  angehoben. Dies passierte jedoch nur ein einem gewissen Rahmen: meist zwischen 30 und 40 Prozent. Eine geschicktere Strategie verfolgt etwa Netflix mit seiner j\u00fcngsten Preiserh\u00f6hung: Der Streaming-Anbieter  hebt seine Preise in kleineren Schritten vorerst nur in bestimmen  M\u00e4rkten an, testet die Reaktionen, und l\u00e4sst das Erlernte in k\u00fcnftige Schritte einflie\u00dfen. Zudem beachtet das Unternehmen psychologische  Preisschwellen.     Um eine Entwicklung wie im Fall Tesla zu vermeiden, sollten  Unternehmen wie der Autohersteller generell ihrem Preismodell mehr  Aufmerksamkeit widmen. Lieber nicht von einem Extrem (einer  lebenslangen Flatrate) ins andere (striktes Pay-per-use) verfallen;  stattdessen Abstufungen, unterschiedliche Pakete und  Zahlungsvarianten wie etwa Subscription-Modelle oder zweiteilige  Tarife aus Festpreis und verbrauchsabh\u00e4ngiger Zahlung erw\u00e4gen. Auch  das generelle Preisniveau sollte regelm\u00e4\u00dfig kritisch \u00fcberpr\u00fcft werden und nur mit klarer Kommunikation des f\u00fcr den Kunden zu erwartenden  Mehrwerts kommuniziert werden. Mit dem geplanten starken Ausbaus des  Supercharger-Netzes und dessen technischer Aufr\u00fcstung sowie neuen  Playern erwartet Tesla ein zunehmend dynamisches Marktumfeld mit  steigendem Wettbewerbsdruck.    Pressekontakt: Anne Angenvoort (Public Relations Manager) Tel: +49 221 36794 386 E-Mail: Anne.Angenvoort@simon-kucher.com www.simon-kucher.com  Original-Content von: Simon-Kucher &amp; Partners, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/78805\/4174238\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (ots) &#8211; Preiserh\u00f6hungen &#8211; k\u00f6nnen sie Unternehmen schaden? 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