{"id":275930,"date":"2019-01-29T10:00:23","date_gmt":"2019-01-29T10:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/10-jahre-un-behindertenrechtskonvention-nrw-bleibt-in-der-pflicht\/"},"modified":"2019-01-29T10:00:23","modified_gmt":"2019-01-29T10:00:23","slug":"10-jahre-un-behindertenrechtskonvention-nrw-bleibt-in-der-pflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/10-jahre-un-behindertenrechtskonvention-nrw-bleibt-in-der-pflicht\/","title":{"rendered":"10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention &#8211; NRW bleibt in der Pflicht"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211; Nordrhein-Westfalen hat in der ersten  Umsetzungsdekade (2009-2019) zwar wichtige Impulse der  UN-Behindertenrechtskonvention gut aufgegriffen, aber noch eine  betr\u00e4chtliche Strecke auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft vor  sich.<!--more--> Zu diesem Schluss kommt die heute ver\u00f6ffentlichte Studie  &#8222;Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen&#8220; des Deutschen  Instituts f\u00fcr Menschenrechte. Die Studie untersucht den Stand der  Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den Bereichen Wohnen, Mobilit\u00e4t, schulische Bildung und Arbeit bis Ende 2018.     &#8222;Das Land hat seit Inkrafttreten der  UN-Behindertenrechtskonvention 2009 umfangreiche Initiativen  ergriffen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am  gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Insbesondere bei der St\u00e4rkung des ambulanten Wohnens und beim Abbau von Pl\u00e4tzen in station\u00e4ren  Einrichtungen sind Fortschritte zu verzeichnen&#8220;, sagte Susann  Kroworsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Monitoring-Stelle  UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts f\u00fcr  Menschenrechte. &#8222;Dennoch k\u00f6nnen Menschen mit Behinderungen nur selten entscheiden, wie und wo sie wohnen wollen, da es kaum bezahlbare  barrierefreie Wohnungen gibt.&#8220;     Handlungsbedarf sieht Kroworsch auch im Bereich der Mobilit\u00e4t.  Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention gebe es kein  akteurs\u00fcbergreifendes Gesamtkonzept zur Mobilit\u00e4tssicherung von  Menschen mit Behinderungen. Ziel m\u00fcsse es sein, barrierefreie  Reiseketten von der Wohnungst\u00fcr bis zum Zielort und zur\u00fcck zu  erm\u00f6glichen. Positiv zu bewerten sei, dass Haltestellen und Bahnh\u00f6fe  sukzessive barrierefrei ausgebaut w\u00fcrden.     Zwar leisten die aktuellen Ma\u00dfnahmen der Landesregierung nach  Ansicht des Instituts im Bereich Bildung, insbesondere die &#8222;Eckpunkte zur Neuausrichtung der Inklusion&#8220;, einen Beitrag zur  Qualit\u00e4tssicherung von inklusiver Bildung. Allerdings b\u00f6ten sie  bisher nur eine unzureichende Antwort auf die menschenrechtlichen  Anforderungen an schulische Inklusion. Ziel m\u00fcsse es sein, ein  inklusives System ohne Sonderstrukturen wie Sonder- und F\u00f6rderschulen mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen zu etablieren, so Kroworsch.     Auch wenn Nordrhein-Westfalen mit 47,4 Prozent (2017) eine  \u00fcberdurchschnittlich hohe Erwerbsquote (bundesweiter Durchschnitt:  41,8) sowie mit 5,19 Prozent (2017) eine hohe Besch\u00e4ftigungsquote f\u00fcr Menschen mit Behinderungen (bundesweiter Durchschnitt: 4,69) aufweise und hier eine Vorreiterrolle einnehme, fehlt laut Studie nach wie vor ein umfassendes Konzept f\u00fcr einen inklusiven Arbeitsmarkt. &#8222;Aus  menschenrechtlicher Perspektive sollte ein solches Konzept Ma\u00dfnahmen  wie die Schaffung passgenauer, individueller Unterst\u00fctzungsangebote  ausbauen, die es Menschen mit Behinderungen erm\u00f6glicht, aus der  &#8218;Behindertenwerkstatt&#8216; in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln&#8220;,  betonte Susann Kroworsch.     Die Publikation ist die erste tiefergreifende Untersuchung des  Umsetzungsstands der UN-Behindertenrechtskonvention in  Nordrhein-Westfalen (NRW), seitdem das Land zum 1. M\u00e4rz 2017 einen  Vertrag &#8211; auf Grundlage des Inklusionsgrunds\u00e4tzegesetzes &#8211; mit dem  Deutschen Institut f\u00fcr Menschenrechte geschlossen hat. Ziel der  Beauftragung ist es, den Umsetzungsprozess der Rechte von Menschen  mit Behinderungen in NRW dauerhaft von unabh\u00e4ngiger Monitoring-Stelle begleiten zu lassen.     WEITERE INFORMATIONEN      Kroworsch, Susann (2019): Menschen mit Behinderungen in  Nordrhein-Westfalen. Zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den Bereichen Wohnen, Mobilit\u00e4t, Bildung und Arbeit  http:\/\/ots.de\/9KnwA5     4 Factsheets: Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in NRW: Wohnen, Mobilit\u00e4t, Bildung und Arbeit http:\/\/ots.de\/DyOsAB     Das Deutsche Institut f\u00fcr Menschenrechte ist die unabh\u00e4ngige  Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands. Es ist gem\u00e4\u00df den  Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen akkreditiert (A-Status).  Das Institut ist mit dem Monitoring der Umsetzung der  UN-Behindertenrechtskonvention betraut worden und hat hierf\u00fcr die  Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention eingerichtet. Es hat gem\u00e4\u00df der UN-Konvention (Artikel 33 Absatz 2 UN-BRK) den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu f\u00f6rdern, zu sch\u00fctzen und die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu \u00fcberwachen.    Pressekontakt:  Bettina Hildebrand, Pressesprecherin Telefon: 030 259 359-14 | Mobil: 0160 96 65 00 83 E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de Twitter: @dimr_berlin  Original-Content von: Deutsches Institut f\u00fcr Menschenrechte, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/51271\/4178456\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (ots) &#8211; Nordrhein-Westfalen hat in der ersten Umsetzungsdekade (2009-2019) zwar wichtige Impulse der UN-Behindertenrechtskonvention gut aufgegriffen, aber noch eine<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-275930","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=275930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275930\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=275930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=275930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=275930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}