{"id":276267,"date":"2019-01-31T11:01:08","date_gmt":"2019-01-31T11:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/leistungen-buendeln-finanziell-entlasten-praevention-ausbauen-fachtagung-fordert-unterstuetzung-fuer-alleinerziehende-foto\/"},"modified":"2019-01-31T11:01:08","modified_gmt":"2019-01-31T11:01:08","slug":"leistungen-buendeln-finanziell-entlasten-praevention-ausbauen-fachtagung-fordert-unterstuetzung-fuer-alleinerziehende-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/leistungen-buendeln-finanziell-entlasten-praevention-ausbauen-fachtagung-fordert-unterstuetzung-fuer-alleinerziehende-foto\/","title":{"rendered":"Leistungen b\u00fcndeln, finanziell entlasten, Pr\u00e4vention ausbauen: Fachtagung fordert Unterst\u00fctzung f\u00fcr Alleinerziehende (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" title=\"Forderten ein Ende des Leistungswirrwarrs, mehr finanzielle Entlastung und eine bessere Unterst\u00fctzung von Alleinerziehenden in den Kommunen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Peter Zimmermann (Bergische Universit\u00e4t Wuppertal), Prof. Dr. Anne Lenze (Hochschule Darmstadt), Prof. Dr. Gunter Thielen (Walter Bl\u00fcchert Stiftung) und Prof. Dr. Matthias Franz (Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf). Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/108407 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte unter Quellenangabe: \"obs\/Walter Bl\u00fcchert Stiftung\/Amir Ouadahi \/ paint the town\"\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/f972ad72-885b-4f3d-b91d-b363f499b25f\/Bild%20zu%20PM%20Fachtagung%20Zimmermann%20Lenze%20Thielen%20Franz%2030_01_2019.jpg\" \/><\/p>\n<p>G\u00fctersloh (ots) &#8211;     Jedes f\u00fcnfte Kind in Deutschland w\u00e4chst bei nur einem Elternteil  auf. Vielen gelingt ein gl\u00fcckliches Familienleben, viele f\u00fchlen sich  aber auch stark belastet und haben deutlich gr\u00f6\u00dfere  Gesundheitsrisiken als Eltern in Paarbeziehungen.<!--more--> Aber anstatt sie  m\u00f6glichst umfassend zu unterst\u00fctzen, machen ihnen B\u00fcrokratie,  Steuergesetze und mangelnde Transparenz \u00fcber Hilfsangebote zus\u00e4tzlich das Leben schwer. Auf der Fachtagung &#8222;Was (Ein-Eltern-) Familien  brauchen&#8220; diskutierten am vergangenen Dienstag rund 250 Experten  dar\u00fcber, wie die Situation verbessert werden kann. Ihre wichtigsten  Forderungen: Staatliche Kompetenzen und Leistungen m\u00fcssen besser  geb\u00fcndelt, die Betroffenen von Steuern und Abgaben entlastet und  nachweislich wirksame Pr\u00e4ventionskonzepte m\u00f6glichst fl\u00e4chendeckend in den Kommunen umgesetzt werden.     Aktuelle Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf. So erhalten von den 2,4 Mio. Kindern aus Ein-Eltern-Familien knapp die H\u00e4lfte keinen  Unterhalt von dem getrenntlebenden Elternteil. Rund 700.000 Kinder  erhalten Unterhaltsvorschuss vom Staat. Viele Alleinerziehende  beantragen diese Leistung jedoch nicht. &#8222;Gerade wenn der  unterhaltspflichtige Elternteil unregelm\u00e4\u00dfig zahlt, muss die Leistung jeden Monat aufw\u00e4ndig neu berechnet werden. Vor diesem b\u00fcrokratischen Aufwand kapitulieren viele M\u00fctter und verzichten auf das Geld, das  ihnen eigentlich zusteht&#8220;, sagte Prof. Dr. Anne Lenze von der  Hochschule Darmstadt.     Deutschland sei im europ\u00e4ischen Vergleich au\u00dferdem das Land, das  mit Steuern und Abgaben am st\u00e4rksten auf die Einkommen von  Alleinerziehenden zugreift, so Lenze weiter. &#8222;Wir brauchen vor allem  im Niedriglohnbereich dringend den Einstieg in eine  Kindergrundsicherung, um die Betroffenen aus der staatlichen  Abh\u00e4ngigkeit zu befreien und Berufst\u00e4tigkeit nicht finanziell zu  bestrafen.&#8220;     Zu viele Anlaufstellen, zu viel B\u00fcrokratie, zu wenig Unterst\u00fctzung     Wie die Mehrheit der Fachtagungsteilnehmer aus Kommunen und von  sozialen Tr\u00e4gereinrichtungen beklagte sie den &#8222;Leistungswirrwarr&#8220; der verschiedenen Beh\u00f6rden, dem die Alleinerziehenden \u00fcberwiegend hilflos gegen\u00fcberst\u00fcnden. Zust\u00e4ndigkeiten m\u00fcssten st\u00e4rker geb\u00fcndelt,  Ansprechpartner vor Ort benannt und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten  leichter zug\u00e4nglich gemacht werden. In Umfragen w\u00fcnscht sich der  Gro\u00dfteil der Alleinerziehenden auch mehr Hilfe bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen.     F\u00fcr den Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Peter Zimmermann von der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal ist Bindung eine zentrale  Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung psychischer und k\u00f6rperlicher  Gesundheit von Alleinerziehenden und ihren Kindern. Fr\u00fchzeitige  Pr\u00e4vention im Bereich der elterlichen Feinf\u00fchligkeit und im Aufbau  sicherer Bindungen der Kinder k\u00f6nnen wesentlich dazu beitragen, die  oft vielf\u00e4ltigen famili\u00e4ren Belastungen zu bew\u00e4ltigen und Resilienz  zu entwickeln.     &#8222;Nicht die Alleinerziehenden sind das Problem. Die unzureichende  Unterst\u00fctzung ist das Problem&#8220;, erg\u00e4nzte Prof. Matthias Franz vom  Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf. So erkrankten Alleinerziehende etwa  dreimal h\u00e4ufiger an Depressionen als M\u00fctter und V\u00e4ter aus  Paarfamilien. Auch ihre Kinder seien dadurch oft mitbetroffen, was  sich in einer selteneren Teilnahme an U-Untersuchungen oder  Verhaltensauff\u00e4lligkeiten zeige. Der Psychosomatiker und  Psychotherapeut sieht die Gesellschaft in der Bringschuld: &#8222;Wir  m\u00fcssen die Alleinerziehenden st\u00e4rken und ihnen das Gef\u00fchl geben, gute M\u00fctter zu sein, statt sie zus\u00e4tzlich mit Schuldgef\u00fchlen zu belasten&#8220;, so Matthias Franz.     Wirksame Unterst\u00fctzungskonzepte konsequent umsetzen     Einen wichtigen Beitrag dazu k\u00f6nnen nachweislich wirksame  Pr\u00e4ventionsangebote wie das von Prof. Dr. Franz entwickelte  Bindungstraining &#8222;wir2&#8220; leisten. Darin lernen Alleinerziehende unter  fachkundiger Anleitung, besser mit belastenden Alltagssituationen  umzugehen und dem Kind eine sichere Bindung zu vermitteln. Das von  der Walter Bl\u00fcchert Stiftung gef\u00f6rderte Programm wird gemeinsam mit  verschiedenen Kooperationspartnern inzwischen bundesweit an mehr als  30 Standorten angeboten. &#8222;Das Programm ist wissenschaftlich  evaluiert, zeigt messbare Wirkung und steht direkt zum Einsatz  bereit. Was wir jetzt brauchen, sind mehr Kommunen und  Kooperationspartner, die es vor Ort umsetzen, um die  Alleinerziehenden sp\u00fcrbar zu entlasten&#8220;, so Stiftungsvorstand Prof.  Dr. Gunter Thielen.     Zu der Fachtagung in K\u00f6ln hatte die G\u00fctersloher Walter Bl\u00fcchert  Stiftung in Kooperation mit dem Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf, dem  Di\u00f6zesan-Caritasverband f\u00fcr das Erzbistum K\u00f6ln sowie dem  Landschaftsverband Rheinland bundesweit eingeladen. Moderiert wurde  sie von der Fernseh-Journalistin Brigitte B\u00fcscher.    Pressekontakt: Walter Bl\u00fcchert Stiftung Presse und \u00d6ffentlichkeitsarbeit  Frau Silke Hanheide Tel  05241.17949-0 Mail presse(at)walter-bluechert-stiftung.de  Original-Content von: Walter Bl\u00fcchert Stiftung, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/108407\/4180785\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00fctersloh (ots) &#8211; Jedes f\u00fcnfte Kind in Deutschland w\u00e4chst bei nur einem Elternteil auf. 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