{"id":277932,"date":"2019-03-05T09:30:06","date_gmt":"2019-03-05T09:30:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/nabu-ein-jahr-groko-kabinett-merkel-zu-traege-beim-umweltschutz\/"},"modified":"2019-03-05T09:30:06","modified_gmt":"2019-03-05T09:30:06","slug":"nabu-ein-jahr-groko-kabinett-merkel-zu-traege-beim-umweltschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/nabu-ein-jahr-groko-kabinett-merkel-zu-traege-beim-umweltschutz\/","title":{"rendered":"NABU: Ein Jahr GroKo &#8211; Kabinett Merkel zu tr\u00e4ge beim Umweltschutz"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Mit Blick auf ein Jahr Gro\u00dfe Koalition geht es aus  NABU-Sicht in wichtigen Bereichen des Umweltschutzes viel zu langsam  voran.<!--more--> Die schwarz-rote Koalition unter Kanzlerin Merkel ist  insgesamt zu tr\u00e4ge in Umweltbelangen und muss deutlich mehr Tempo  beim Schutz von Arten und Lebensr\u00e4umen, beim Klimaschutz, in der  Verkehrspolitik und bei Ma\u00dfnahmen gegen Ressourcenverschwendung an  den Tag legen. Europaweit ist Deutschland Bremser statt Vorreiter im  Umweltschutz.     &#8222;Insektenschwund, Klimakrise, Plastik- und Verpackungsflut dulden  keinen Aufschub. Kanzlerin Merkel und die meisten ihrer Ministerinnen und Minister haben offenbar nicht erkannt, wie wichtig der  Umweltschutz f\u00fcr unser \u00dcberleben ist. Wenn \u00fcberhaupt etwas passiert,  dann nur als Reaktion auf Gerichtsurteile und gesellschaftlichen  Druck&#8220;, sagte NABU-Pr\u00e4sident Olaf Tschimpke. An erster Stelle muss  die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stehen, die derzeit in Br\u00fcssel verhandelt wird. Die Verteilung der knapp 60 Milliarden Euro  Agrarsubventionen im Jahr, 114 Euro pro B\u00fcrger, kann zum  Rettungsanker oder aber Todesurteil f\u00fcr Insekten und Feldv\u00f6gel  werden. Doch die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand, w\u00e4hrend andere EU-Regierungen vorangehen. Die guten Vorschl\u00e4ge von  Bundesumweltministerin Schulze f\u00fcr ein &#8222;Aktionsprogramm  Insektenschutz&#8220; sowie das ebenfalls im Koalitionsvertrag stehende  Klimaschutzgesetz drohen in den Ressortabstimmungen mit dem Agrar-,  Wirtschafts- oder Verkehrsministerium verw\u00e4ssert oder g\u00e4nzlich  kassiert zu werden.     &#8222;Mal wieder fehlt beim Klimaschutz ein Machtwort von  Bundeskanzlerin Merkel. Denn bisher weigern sich die verantwortlichen Minister aus den Unionsreihen, ihren Job zu machen&#8220;, so Tschimpke.  Verkehrsminister Andreas Scheuer, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Agrarministerin Julia Kl\u00f6ckner und Bauminister Horst Seehofer w\u00fcrden  das im Koalitionsvertrag vereinbarte Klimaschutzgesetz blockieren und blieben bisher konkrete Ma\u00dfnahmen schuldig, die in ihren Bereichen zu messbaren CO2-Einsparungen f\u00fchren. Es sei fraglich, ob Merkel  \u00fcberhaupt noch das Ruder rumrei\u00dfen kann, um die Union wieder auf  Klimaschutz-Kurs zu bringen.     Kl\u00f6ckner und Scheuer haben beim Umweltschutz bisher wenig zu  bieten. Im Gegenteil: Julia Kl\u00f6ckner hat ihre Chance verpasst, das  traditionell blockierende Agrarministerium zu einem  &#8222;Lebensministerium&#8220; zu machen. Sie h\u00e4lt stur am althergebrachten  Modell der Agrarpolitik fest, das Steuergeld verschwendet und f\u00fcr die Natur nachteilig ist. Sie verteidigt die pauschalen Direktzahlungen,  die Fl\u00e4che statt Leistung belohnen. Und das, obwohl selbst ihr  wissenschaftlicher Beirat zu einer schnellen Abkehr von diesem Modell r\u00e4t.     &#8222;Ich erwarte von Frau Kl\u00f6ckner beim EU-Agrarrat Mitte M\u00e4rz endlich klare Vorschl\u00e4ge und ein vehementes Eintreten f\u00fcr eine  naturvertr\u00e4gliche Agrarpolitik. W\u00e4hrend Frankreich und die  Niederlande Mindestbudgets f\u00fcr die Umweltf\u00f6rderung vorschlagen, hat  das Agrarministerium hier nichts im Angebot&#8220;, so der NABU-Pr\u00e4sident.  Der NABU fordert Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz zum  Eingreifen auf: Bei den EU-Haushaltsverhandlungen der Regierungschefs m\u00fcssen sie daf\u00fcr sorgen, dass j\u00e4hrlich 15 Milliarden Euro  zweckgebunden f\u00fcr die Naturschutzf\u00f6rderung werden. Zwar hat Julia  Kl\u00f6ckner f\u00fcr das Verbot dreier bienensch\u00e4dlicher Neonikotinoide  gestimmt, doch sind Mittel dieser Insektizidklasse weiterhin auf dem  Markt. &#8222;Frau Kl\u00f6ckner wird ihrem Ausspruch bei Amtsantritt &#8218;was der  Biene schadet, muss vom Markt&#8216; bislang nicht gerecht. Es fehlt eine  Strategie zur Pestizid-Reduktion&#8220;, so Tschimpke.     Alleine in Deutschland fehlen nach Angaben der Bundesregierung  j\u00e4hrlich fast eine Milliarde Euro f\u00fcr das Erreichen der  EU-Naturschutzziele. Schon jetzt laufen 16  Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland wegen  Umwelt-Defiziten. Der M\u00f6chtegern-Mustersch\u00fcler schiebt wichtige  Naturschutzma\u00dfnahmen auf die lange Bank, wie die Sicherung der  Natura-2000-Gebiete. Beim Gew\u00e4sserschutz m\u00fcssen Bund und L\u00e4nder eine  erhebliche Schippe drauflegen, um zu zeigen, dass sie die EU-Vorgaben ernst nehmen. Ein guter Schritt dazu ist das Bundesprogramm Blaues  Band, eine gemeinsame Initiative des Bundesumwelt- und des  Bundesverkehrsministeriums, das nun mit Leben gef\u00fcllt werden muss.     Auch in der Debatte um den Umgang mit dem Wolf konnten sich  Bundesumweltministerium und Bundesagrarministerium nicht einigen. Ein vielversprechender Antrag der GroKo zum bundesweiten Wolfsmanagement  aus dem vergangenen Jahr blieb auf der Strecke. Insbesondere das  Agrarministerium geht stattdessen eigene Wege und zeigt sich alles  andere als l\u00f6sungsorientiert. Ministerin Kl\u00f6ckner beharrt weiterhin  auf rechtswidrigen und sinnlosen Forderungen nach Bejagung, anstatt  sich endlich f\u00fcr den Herdenschutz und damit f\u00fcr ihr eigenes Klientel  der Weidetierhalter einzusetzen. An sorgf\u00e4ltigem, fachgerechten  Herdenschutz mit bundeseinheitlichen Standards f\u00fchrt aus NABU-Sicht  kein Weg vorbei.     Minister Scheuer muss erkl\u00e4ren, wie die CO2-Emissionen im  Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 um 42 Prozent im Vergleich zu 1990  gemindert werden k\u00f6nnen und welchen Beitrag sein Ressort zum  Klimaschutzgesetz leisten wird. &#8222;Allein mit ein bisschen  Verkehrslenkung, ver\u00e4nderter Ampelschaltung und einer neuen  Mobilit\u00e4ts-App wird das kaum gelingen&#8220;, so Tschimpke. Der NABU  fordert eine deutliche Reduzierung des Individualverkehrs bei  gleichzeitiger Umstellung auf elektrische Antriebe auf Basis  erneuerbarer Energien. Ebenso ist es dringend n\u00f6tig Bus-, Bahn- und  Radverkehr erheblich zu verbessern, so dass der Umstieg auf diese  umweltvertr\u00e4glichen Verkehrstr\u00e4ger m\u00f6glich und attraktiv wird.     Beim Ressourcenschutz ist ein Schritt erfolgt. Der im November  ver\u00f6ffentlichte 5-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums &#8222;Nein zur  Wegwerfgesellschaft&#8220; liefert erste gute Ansatzpunkte, um den Plastik- und Verpackungsm\u00fcll zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Dazu geh\u00f6ren die F\u00f6rderung von  Leitungswasser als Trinkwasser oder die Ank\u00fcndigung einer  bundesweiten Recyclat-Initiative. Der Plan muss nun in der Praxis  wirken, vor allem auch durch die konsequente F\u00f6rderung von  Mehrwegl\u00f6sungen und Abfallvermeidung. Hier m\u00fcssen Handel und  Industrie bis Herbst Angebote vorlegen, sonst sind gesetzliche  Ma\u00dfnahmen notwendig.     Mehr Infos: www.NABU.de    F\u00fcr R\u00fcckfragen: Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. +49 (0)30.284984-1510, E-Mail: presse@NABU.de  NABU-Pressestelle Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Fl\u00f6per |  Silvia Teich  Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958  | -1588  Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de  Original-Content von: NABU, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6347\/4209379\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Mit Blick auf ein Jahr Gro\u00dfe Koalition geht es aus NABU-Sicht in wichtigen Bereichen des Umweltschutzes viel<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-277932","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=277932"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277932\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=277932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=277932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=277932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}