{"id":280403,"date":"2019-04-07T10:47:28","date_gmt":"2019-04-07T10:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/bundeskriminalamt-drastischer-anstieg-der-bestandsdatenabfragen-gegen-internetnutzer\/"},"modified":"2019-04-07T10:47:28","modified_gmt":"2019-04-07T10:47:28","slug":"bundeskriminalamt-drastischer-anstieg-der-bestandsdatenabfragen-gegen-internetnutzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bundeskriminalamt-drastischer-anstieg-der-bestandsdatenabfragen-gegen-internetnutzer\/","title":{"rendered":"Bundeskriminalamt: Drastischer Anstieg der Bestandsdatenabfragen gegen Internetnutzer"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Das Bundeskriminalamt nutzte die umstrittene  Bestandsdatenauskunft zuletzt fast neunmal so oft wie noch 2013. Dies musste die Bundesregierung in der Verfassungsbeschwerde gegen das  Gesetz einr\u00e4umen, die der B\u00fcrgerrechtler und Spitzenkandidat der  Piratenpartei zur Europawahl Dr.<!--more--> Patrick Breyer, die B\u00fcrgerrechtlerin und Autorin Katharina Nocun und \u00fcber 6.000 weitere Beschwerdef\u00fchrer  eingereicht haben. Breyer r\u00e4t Internetnutzern zu Schutzma\u00dfnahmen.     Konkret stellte das Bundeskriminalamt 2013 noch 2.001  Bestandsdatenabfragen, 2014 2.340 Abfragen, 2015 4.751 Abfragen, 2016 8.752 Abfragen und 2017 17.428 Abfragen [1]. Vorwiegend dienen solche Abfragen der Identifizierung von Internetnutzern.     Dr. Patrick Breyer warnt: &#8222;In einem Klima des politischen  \u00dcberwachungswahns sind Datenabfragen unter viel zu geringen  Voraussetzungen zugelassen worden. Dadurch ist die Gefahr, infolge  einer Bestandsdatenabfrage zu Unrecht in das Visier von Ermittlern  oder Abmahnkanzleien zu geraten, drastisch angestiegen. IP-Adressen  sind ein sehr fehleranf\u00e4lliges Ermittlungsinstrument, weil sie nicht  auf den konkreten Nutzer schlie\u00dfen lassen. Ich rate allen  Internetnutzern zum Einsatz eines Anonymisierungsdienstes, um sich  vor falschem Verdacht und ungerechtfertigter Verfolgung zu sch\u00fctzen.&#8220;     Auf Nachfrage des Bundesverfassungsgerichts [2] musste die  Bundesregierung auch eingestehen, einen gesetzlich vorgeschriebenen  Bericht \u00fcber die Auswirkungen des zunehmend genutzten IPv6-Protokolls auf den Grundrechtsschutz seit mehr als drei Jahren nicht vorgelegt  zu haben. W\u00e4hrend die Bundesregierung behauptet, das neue  Internetprotokoll erleichtere Ermittlungen gegen Internetnutzer  nicht, argumentieren die Beschwerdef\u00fchrer, dass das  Internetnutzungsverhalten gegenw\u00e4rtig sehr viel l\u00e4nger r\u00fcckverfolgbar sei als noch vor einigen Jahren. Seit Abschaffung der sogenannten  Zwangstrennung bleibe die Kennung von Internetnutzern oft monatelang  gleich und erm\u00f6gliche eine Nachverfolgung der Internetnutzung \u00fcber  lange Zeitr\u00e4ume [3].     Hintergrund: Nach dem Gesetz zur Bestandsdatenauskunft k\u00f6nnen  Beh\u00f6rden u.a. Internetnutzer identifizieren und Zugangscodes zu  Telekommunikationsdiensten herausgeben lassen, z.B. Passw\u00f6rter zu  E-Mail-Postf\u00e4chern. Zuletzt unterst\u00fctzte der  Bundesdatenschutzbeauftragte die von der Piratenpartei organisierte  Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz und kritisierte die  Ma\u00dfnahme scharf [4].  Quellen\/Fu\u00dfnoten:  [1] Schreiben der Bundesregierung: http:\/\/ots.de\/sRecKp  [2] Fragen des Bundesverfassungsgerichts: http:\/\/ots.de\/lZ3bji  [3] Schreiben der Beschwerdef\u00fchrer: http:\/\/ots.de\/0lZ5k7  [4] Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten: http:\/\/ots.de\/d2qk3e    Pressekontakt: Bundespressestelle Bundesgesch\u00e4ftsstelle,  Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit Piratenpartei Deutschland  Pflugstra\u00dfe 9A | 10115 Berlin  E-Mail: presse@piratenpartei.de  Web: www.piratenpartei.de\/presse  Telefon: 030 \/ 60 98 97 510 Fax: 030 \/ 60 98 97 519  Original-Content von: Piratenpartei Deutschland, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/76876\/4238886\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Das Bundeskriminalamt nutzte die umstrittene Bestandsdatenauskunft zuletzt fast neunmal so oft wie noch 2013. 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