{"id":280647,"date":"2019-04-10T15:16:51","date_gmt":"2019-04-10T15:16:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/politisches-fruehstueck-der-deutschen-gefluegelwirtschaft-mit-jedem-importierten-kilogramm-gefluegelfleisch-aus-osteuropa-kommt-weniger-tierschutz-nach-deutschland\/"},"modified":"2019-04-10T15:16:51","modified_gmt":"2019-04-10T15:16:51","slug":"politisches-fruehstueck-der-deutschen-gefluegelwirtschaft-mit-jedem-importierten-kilogramm-gefluegelfleisch-aus-osteuropa-kommt-weniger-tierschutz-nach-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/politisches-fruehstueck-der-deutschen-gefluegelwirtschaft-mit-jedem-importierten-kilogramm-gefluegelfleisch-aus-osteuropa-kommt-weniger-tierschutz-nach-deutschland\/","title":{"rendered":"Politisches Fr\u00fchst\u00fcck der deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft: &#8222;Mit jedem importierten Kilogramm Gefl\u00fcgelfleisch aus Osteuropa kommt weniger Tierschutz nach Deutschland&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Ihre existenziellen Sorgen um die Zukunft der  Nutztierhaltung in Deutschland haben die Spitzenvertreter der  deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft heute Vormittag den f\u00fchrenden  Agrarpolitikern im Deutschen Bundestag im pers\u00f6nlichen Austausch  vermittelt. Beim Politischen Fr\u00fchst\u00fcck des Zentralverbandes der  Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e. V.<!--more--> (ZDG) forderte ZDG-Pr\u00e4sident  Friedrich-Otto Ripke mit Blick auf den sp\u00fcrbar sinkenden  Selbstversorgungsgrad in Deutschland und die auf den Markt dr\u00e4ngenden Importe aus L\u00e4ndern mit deutlich geringeren Standards die aktive  Unterst\u00fctzung der Politik ein: &#8222;Mit jedem importierten Kilogramm  Gefl\u00fcgelfleisch aus Osteuropa kommt weniger Tierschutz nach  Deutschland&#8220;, mahnte er. Zugleich drohten nationale Alleing\u00e4nge und  weitere Versch\u00e4rfungen im Umwelt- und Tierschutzrecht wichtige  Entwicklungsperspektiven f\u00fcr tierwohlorientierte deutsche Tierhalter  zu zerst\u00f6ren. &#8222;Wir haben schon heute beim Gefl\u00fcgel keine  Vollversorgung mehr mit deutscher Ware&#8220;, betonte Ripke. Bei den Puten liege der Selbstversorgungsgrad bei 73 Prozent, bei den G\u00e4nsen bei  ersch\u00fctternd niedrigen 15 Prozent, selbst bei den H\u00e4hnchen  mittlerweile deutlich unter 100 Prozent. &#8222;Wir sind bereit, in neue  St\u00e4lle und mehr Tierwohl zu investieren &#8211; aber wir brauchen am Ende  Ihre Hilfe&#8220;, appellierte der ZDG-Pr\u00e4sident an die Parlamentarier. Und skizzierte konkrete Forderungen des ZDG: eine vollst\u00e4ndige  Mehrkostenerstattung f\u00fcr mehr Tierwohl, eine zielgerichtete und  praxistaugliche L\u00f6sung f\u00fcr den Zielkonflikt zwischen Tierwohl und  Umweltschutz, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung f\u00fcr  Gefl\u00fcgelfleisch in der Gastronomie. Ripke: &#8222;Sonst dr\u00e4ngt uns die  osteurop\u00e4ische Billigware im Preiskampf an die Wand.&#8220;     &#8222;Wir stehen an einem Scheidepunkt&#8220;, forderte auch  ZDG-Pr\u00e4sidiumsmitglied Paul-Heinz Wesjohann aus  Unternehmerperspektive ein aktives Gegensteuern der Politik.  Insbesondere in dem mit \u00fcber 65 Prozent des Absatzes enorm relevanten Gro\u00dfverbrauchersegment (Restaurants, Kantinen, Gro\u00dfk\u00fcchen etc.)  verliere Deutschland t\u00e4glich Marktanteile an Billigware aus Osteuropa &#8211; auch weil die Herkunft des Gefl\u00fcgelfleisches f\u00fcr den Gast nicht  ersichtlich sei. Mit Blick auf Wettbewerbsverzerrungen durch  einseitig hohe nationale Standards in Deutschland bef\u00fcrchtete  Wesjohann: &#8222;Wenn wir so weitermachen, werden wir in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren 30 Prozent der Betriebe verlieren.&#8220; Eindrucksvoll schilderte  auch Stefan Teepker als Spitzenvertreter der deutschen H\u00e4hnchenhalter aus der Sicht des Praktikers am Beispiel von TA Luft,  D\u00fcnge-Verordnung und Verbandsklagerecht, wo der Schuh dr\u00fcckt.     Aus den Reihen der Parlamentarier waren Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die  schwierige Lage der Tierhalter und der Wille zur Unterst\u00fctzung zu  sp\u00fcren. Ein &#8222;hohes Ma\u00df an Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die deutsche  Gefl\u00fcgelwirtschaft und ihre Arbeit&#8220; vermittelte Alois Gerig (CDU) als Vorsitzender des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages. Er  bekannte: &#8222;Der erschreckende R\u00fcckgang in der Selbstversorgung macht  mir gro\u00dfe Sorgen.&#8220; Explizit wandte sich Gerig gegen weitere nationale Alleing\u00e4nge und ein &#8222;Landwirts-Bashing&#8220;: &#8222;Wir brauchen eine Kampagne  f\u00fcr unsere Landwirte! Ich will, dass die Menschen in Deutschland das  essen, was aus Deutschland kommt.&#8220;     Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der  CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, verwies im Kontext der von den  ZDG-Vertretern skizzierten Marktverwerfungen darauf, dass Deutschland bereits heute die h\u00f6chsten Standards bei Tierwohl und Umweltschutz  habe. Sie sah hier f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit der deutschen Betriebe  eine klare Grenze erreicht, konkret mit Blick auf die  D\u00fcnge-Verordnung: &#8222;Es darf nicht zu einer weiteren Versch\u00e4rfung  kommen, die f\u00fcr die landwirtschaftlichen Betriebe nicht mehr tragbar  ist!&#8220;     Dr. Gero Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, nahm  auch die Verbraucher in die Pflicht. Es m\u00fcsse Schluss sein mit der  &#8222;Geiz-ist-geil-Mentalit\u00e4t&#8220;. &#8222;Es darf nicht sein, dass die deutsche  Erzeugung aus dem Markt gedr\u00e4ngt wird &#8211; aber es muss in den K\u00f6pfen  der Verbraucher auch das Bewusstsein ankommen, dass mehr Tierwohl  mehr kostet!&#8220;     Als Einstieg in das Thema hatte Prof. P. Michael Schmitz vom  Institut f\u00fcr Agribusiness Gie\u00dfen einen Impulsvortrag zu den globalen  Auswirkungen einer rein pflanzlichen Ern\u00e4hrung gehalten. Mit seinem  Team hat Prof. Schmitz in einer aktuellen Studie untersucht,  inwieweit das Ern\u00e4hrungsverhalten der Deutschen und nationale  Versch\u00e4rfungen der Tierschutz- und Umweltstandards \u00fcberhaupt positive Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Weltern\u00e4hrung im globalen  Kontext haben. Sein Fazit: &#8222;Fleischverzicht, steigende Tierwohl- und  Umweltstandards und Sojaimportverbote bedrohen nicht nur die  bisherigen Erfolge der Nutztierbranche, sondern auch deren  Existenzf\u00e4higkeit.&#8220; Entsprechend lautete sein klarer Appell an die  Politik, nicht auf staatliche Konsum- und Produktionslenkung zu  setzen, sondern stattdessen die Potenziale von Innovationen in  Pflanzen- und Tierschutz, Tierhaltung und Tierern\u00e4hrung deutlich  besser zu nutzen als bislang.    Pressekontakt: ZDG Zentralverband der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e.V. Christiane von Alemann Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin Tel. 030 288831-40 | Fax 030 288831-50 E-Mail: c.von-alemann@zdg-online.de | Internet: www.zdg-online.de  Original-Content von: Zentralverband der Deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/32363\/4242439\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Ihre existenziellen Sorgen um die Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland haben die Spitzenvertreter der deutschen Gefl\u00fcgelwirtschaft heute<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-280647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/280647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=280647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/280647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=280647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=280647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=280647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}