{"id":281687,"date":"2019-04-23T10:58:20","date_gmt":"2019-04-23T10:58:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/riesige-reformchance-fuer-die-sicherheitsbranche-eigenes-gesetz-und-wechsel-zum-bundesinnenministerium-geplant-innenexperte-bosbach-juristische-rahmenbedingungen-muessen-dringend-angepasst-werde\/"},"modified":"2019-04-23T10:58:20","modified_gmt":"2019-04-23T10:58:20","slug":"riesige-reformchance-fuer-die-sicherheitsbranche-eigenes-gesetz-und-wechsel-zum-bundesinnenministerium-geplant-innenexperte-bosbach-juristische-rahmenbedingungen-muessen-dringend-angepasst-werde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/riesige-reformchance-fuer-die-sicherheitsbranche-eigenes-gesetz-und-wechsel-zum-bundesinnenministerium-geplant-innenexperte-bosbach-juristische-rahmenbedingungen-muessen-dringend-angepasst-werde\/","title":{"rendered":"Riesige Reformchance f\u00fcr die Sicherheitsbranche: Eigenes Gesetz und Wechsel zum Bundesinnenministerium geplant \/ Innenexperte Bosbach: &#8222;Juristische Rahmenbedingungen m\u00fcssen dringend angepasst werden&#8220; (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/001dd621-af6b-4cda-93c2-f3536d2ca21b\/Herr_Bosbach.jpg\" \/><\/p>\n<p>Essen\/Berlin (ots) &#8211;     Die Angst vor Kriminalit\u00e4t ist in Deutschland trotz der seit  vielen Jahren r\u00fcckl\u00e4ufigen Gesamtdeliktzahlen besonders ausgepr\u00e4gt.  Das zeigt eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Studie der Organisation f\u00fcr  wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).<!--more--> Liegt die  Bef\u00fcrchtung, Opfer von kriminellen Handlungen zu werden, im  OECD-Schnitt bei 34 %, sind es hierzulande 47 %. &#8222;Ein erneuter  deutlicher Hinweis auf den hohen Handlungsdruck, der aus Sicht der  Bev\u00f6lkerung bei der inneren Sicherheit besteht&#8220;, sagt Friedrich P.  K\u00f6tter, Verwaltungsrat der K\u00d6TTER Security Gruppe und Vizepr\u00e4sident  des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW). &#8222;Und eine klare Aufforderung an die beteiligten Akteure, Sicherheit neu zu denken.&#8220;  Angesichts stetig steigender Herausforderungen u. a. durch  Organisierte Kriminalit\u00e4t, Jugendgewalt oder Wirtschaftsspionage bei  gleichzeitiger Aufgaben\u00fcberlastung der Polizei reiche der Ruf nach  mehr Polizeibeamten allein nicht aus. &#8222;Neue, intelligente  Kooperationen von Staat und Privat sind zus\u00e4tzlich das Gebot der  Stunde&#8220;, betont der 52-J\u00e4hrige. Und einhergehend damit die von der  Bundesregierung gem\u00e4\u00df Koalitionsvertrag angestrebte Reform des  Rechtsrahmens f\u00fcr die Sicherheitswirtschaft. &#8222;Erst diese wird die  wiederholt beschworene tragende Rolle der privaten Anbieter f\u00fcr die  innere Sicherheit wirklich mit Leben f\u00fcllen&#8220;, ist Friedrich P. K\u00f6tter \u00fcberzeugt. Denn auch wenn die Sicherheitswirtschaft schon heute  wichtige Aufgaben \u00fcbernimmt und bereits vor mehr als zehn Jahren von  der Innenministerkonferenz (IMK) als zentraler Pfeiler der  Sicherheitsarchitektur anerkannt wurde, bleibe die Diskussion um die  Weiterentwicklung der inneren Sicherheit trotzdem prim\u00e4r auf die  staatlichen Organe fokussiert. Dar\u00fcber hinaus agiere das  Sicherheitsgewerbe weiter auf einem gesetzlichen Flickenteppich mit  Zust\u00e4ndigkeiten unterschiedlicher Ministerien, bei dem der \u00fcber 90  Jahre alte \u00a7 34a der Gewerbeordnung als prim\u00e4re rechtliche Basis  zudem den tats\u00e4chlichen Branchengegebenheiten l\u00e4ngst nicht mehr  gerecht werde.      &#8222;\u00dcbergang zum Innenministerium w\u00e4re der geeignetste Zeitpunkt f\u00fcr  den Gesetzesstart&#8220;      &#8222;Die juristischen Rahmenbedingungen sind nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.  Daher m\u00fcssen sie dringend angepasst werden. Au\u00dferdem w\u00e4re die Politik gut beraten \u00f6ffentliche und private Sicherheit nicht getrennt,  sondern gemeinsam zu betrachten und Verengungen zu vermeiden&#8220;, betont Wolfgang Bosbach, Mitglied des K\u00d6TTER Sicherheitsbeirates und einer  der renommiertesten Innenexperten. Die Gesetzesrealisierung in dieser Legislaturperiode, bei der die verantwortlichen Ministerien Herr des  Gesetzgebungsverfahrens sind, befinde sich auf gutem Weg. Wolfgang  Bosbach: &#8222;Bekanntlich mahlen die M\u00fchlen des Gesetzgebers langsam.  Mittlerweile ist allerdings gut ein Drittel der Legislaturperiode  vorbei, so dass ich davon ausgehe, dass sich Regierung und Parlament  rasch, z\u00fcgig und konstruktiv mit dem Thema Sicherheitsgesetz  besch\u00e4ftigen werden. Der Zust\u00e4ndigkeitswechsel vom Bundeswirtschafts- zum Bundesinnenministerium w\u00e4re der geeignetste Zeitpunkt f\u00fcr den  Start des geplanten Regelungswerkes f\u00fcr die private  Sicherheitswirtschaft.&#8220;      Branche in der Pflicht: Zentrale Aspekte f\u00fcr die Gesetzgebung in  den Fokus r\u00fccken      Das Bundesinnenministerium unterst\u00fctze dabei die k\u00fcnftige  Zust\u00e4ndigkeits\u00fcbernah\u00acme, verdeutlicht Fritz Rudolf K\u00f6rper, Mitglied  des K\u00d6TTER Sicherheitsbeirates und Staatssekret\u00e4r a. D., die  positiven Signale. Mit Blick auf die hiervon und vom geplanten  Sicherheitsgesetz ausgehende &#8222;riesige Reformchance, die Branche und  Politik nutzen sollten&#8220;, sieht er speziell die Sicherheitswirtschaft  selbst in der Pflicht: &#8222;Die Schaffung eines bundeseinheitlichen  Sicherheitsgesetzes ist eine gro\u00dfe Chance. Dies muss auch in der  Kommunikation der zentralen Punkte deutlich zum Ausdruck kommen. Die  Branche muss Politik und Ministerien mit klar verst\u00e4ndlichen Zielen  und Inhalten hierf\u00fcr begeistern.&#8220; Strategisch und in der Au\u00dfenwirkung gehe es um zwei Richtungen: Zum ersten, wie angef\u00fchrt, die wichtige  Funktion der Branche f\u00fcr die Sicherheitsarchitektur in der Praxis  nachhaltig mit Leben zu f\u00fcllen. Zum zweiten durch strengere  rechtliche Vorgaben h\u00f6here Qualit\u00e4tsstandards \u00fcber die gesamte  Branche hinweg zu verankern, schwarzen Schafen das Handwerk zu legen  und damit erweiterte Kooperationen von Staat und Privat zu  erm\u00f6glichen.      Wunsch nach h\u00f6heren Anforderungen f\u00fcr Gewerbetreibende und  Sicherheitsmitarbeiter      Im Fokus stehen daher versch\u00e4rfte Zugangsvoraussetzungen zur  Branche sowohl f\u00fcr Unternehmer als auch Besch\u00e4ftigte. Stichwort  Gewerbetreibende: &#8222;Hier w\u00e4re zu begr\u00fc\u00dfen, wenn die Schaffung h\u00f6herer  Eintrittsbarrieren, wie sie in der letzten Legislaturperiode  eingeleitet wurden, im Gesetzgebungsprozess ber\u00fccksichtigt w\u00fcrde.  S\u00e4mtliche Auflagen f\u00fcr das Betreiben eines Gewerbes m\u00fcssten nat\u00fcrlich um regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfungen erg\u00e4nzt werden&#8220;, sagt Wolfgang Bosbach.  In diesem Zuge sollten die Kriterien f\u00fcr aktuelle  Sicherheitsunternehmer gleichfalls kritisch auf den Pr\u00fcfstand kommen. Denn nur so bestehe die wirkliche Chance, das Gewerbe in seiner  gesamten Breite zu einer soliden und hochqualitativen Branche zu  machen. &#8222;Wir m\u00fcssen verhindern, dass Unternehmer am Markt sind, die  weder das notwendige Know-how mitbringen noch die erforderlichen  Personal- und Sachmittel nachweisen k\u00f6nnen, um seri\u00f6s zu agieren.  Ziel sollte es sein nicht den vermeintlichen Erfolg in Dumpingpreisen zu suchen, die wiederum ausschlie\u00dflich durch Dumpingl\u00f6hne m\u00f6glich  sind&#8220;, verdeutlicht der Innenexperte.      Stichwort Mitarbeiter: Hier sollten die in der vergangenen  Legislaturperiode in Kraft getretenen Regelungen gesetzgeberisch  gleichfalls m\u00f6glichst ausgebaut werden. &#8222;Ein Ansatzpunkt w\u00e4re, die  jetzt bereits f\u00fcr bestimmte T\u00e4tigkeitsfelder geltende  Sachkundepr\u00fcfung auf alle Besch\u00e4ftigten der Sicherheitsbranche  auszuweiten und damit die zurzeit bestimmende Unterrichtung bei der  IHK abzul\u00f6sen&#8220;, erkl\u00e4rt Fritz Rudolf K\u00f6rper. Einhergehend damit  erscheine die Anpassung der Pr\u00fcfungsverordnung durch mehr Praxisbezug sinnvoll. F\u00fcr spezielle Einsatzgebiete wie kritische oder sensible  Infrastrukturen sollten zudem h\u00f6here Qualifikationsanforderungen  gelten.      Dauerbrenner Subunternehmer-Einsatz \/ Vergabe nicht nach dem  billigsten Preis      Weiteres Themenfeld ist der &#8222;Dauerbrenner Subunternehmer&#8220;.  &#8222;\u00dcberm\u00e4\u00dfige Eins\u00e4tze von Nachunternehmern geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften  Sicherheitsrisiken. Daher sollten s\u00e4mtliche angef\u00fchrten Ideen zu  Anforderungserh\u00f6hungen an Gewerbetreibende, Mitarbeiter etc.  m\u00f6glichst in gleichem Ma\u00dfe auch von Nachunternehmern zu erbringen  sein&#8220;, erkl\u00e4rt Fritz Rudolf K\u00f6rper. Zus\u00e4tzlicher Aspekt: Durch die  aktuell h\u00e4ufig praktizierte Weitergabe an Sub-Subunternehmer werde  f\u00fcr Auftraggeber intransparent, wer am Schluss mit welchen  Qualifikationen und \u00dcberpr\u00fcfungen f\u00fcr sie im Einsatz sei. &#8222;Ein  erhebliches Sicherheits- und Haftungsrisiko. Der gesetzliche  Ausschluss von Kettenbeauftragungen w\u00e4re daher sicher  \u00fcberlegenswert&#8220;, unterstreicht der Staatssekret\u00e4r a. D. Einhergehend  damit tritt die Branche auch f\u00fcr eine Reform der Vergabepraxis ein.  &#8222;Der Billigste muss nicht der Wirtschaftlichste sein! Die gerade bei  der \u00f6ffentlichen Hand vorherrschende Praxis, ausschlie\u00dflich nach dem  niedrigsten Preis zu vergeben, ist h\u00e4ufig mit gro\u00dfen Risiken  verbunden&#8220;, erkl\u00e4rt Wolfgang Bosbach. &#8222;Es w\u00e4re daher w\u00fcnschenswert,  dass im Zuge einer solch gro\u00dfen Gesetzesanbahnung f\u00fcr die  Sicherheitswirtschaft auch die Vergabepraxis inhaltlich mit er\u00f6rtert  und m\u00f6glichst reformiert w\u00fcrde. Das Bestbieterprinzip, bei dem  Qualit\u00e4t und Preis in einem ausgewogenen Verh\u00e4ltnis zueinander  stehen, bietet hier sehr hilfreiche Ansatzpunkte.&#8220;    Pressekontakt: K\u00d6TTER GmbH &amp; Co. KG Verwaltungsdienstleistungen Carsten Gronwald, Pressesprecher, Tel.: (0201) 2788-126,  Carsten.Gronwald@koetter.de  Original-Content von: K\u00d6TTER Services, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/112413\/4251780\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Essen\/Berlin (ots) &#8211; Die Angst vor Kriminalit\u00e4t ist in Deutschland trotz der seit vielen Jahren r\u00fcckl\u00e4ufigen Gesamtdeliktzahlen besonders ausgepr\u00e4gt. 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