{"id":284290,"date":"2019-05-29T15:40:37","date_gmt":"2019-05-29T15:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/wenn-aerzte-zu-patienten-werden-122-deutscher-aerztetag-fordert-wirksame-massnahmen-zur-staerkung-der-aerztlichen-gesundheit\/"},"modified":"2019-05-29T15:40:37","modified_gmt":"2019-05-29T15:40:37","slug":"wenn-aerzte-zu-patienten-werden-122-deutscher-aerztetag-fordert-wirksame-massnahmen-zur-staerkung-der-aerztlichen-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wenn-aerzte-zu-patienten-werden-122-deutscher-aerztetag-fordert-wirksame-massnahmen-zur-staerkung-der-aerztlichen-gesundheit\/","title":{"rendered":"Wenn \u00c4rzte zu Patienten werden \/ 122. Deutscher \u00c4rztetag fordert wirksame Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der \u00e4rztlichen Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; \u00c4rztinnen und \u00c4rzte arbeiten am Limit und damit auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit.<!--more--> Der 122. Deutsche \u00c4rztetag in  M\u00fcnster hat sich deshalb intensiv mit dem Thema \u00c4rztegesundheit  besch\u00e4ftigt und zusammen mit namhaften Referenten beraten, wo  gesundheitliche Belastungen f\u00fcr \u00c4rzte liegen, wie die beruflichen  Rahmenbedingungen ge\u00e4ndert und welche Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen ergriffen  werden m\u00fcssen.     Dabei wurde deutlich, dass Personalnot, Arbeitsverdichtung und  Wettbewerbsdruck zu k\u00f6rperlicher und auch emotionaler \u00dcberlastung von \u00c4rzten f\u00fchren. Betroffen sind \u00c4rzte aus den verschiedensten  Versorgungsbereichen des Gesundheitswesens. Unter Krankenhaus\u00e4rzten  beklagten bei einer Befragung durch den Marburger Bund drei Viertel  eine berufliche \u00dcberlastung. In einer weiteren Befragung gab ein  F\u00fcnftel der Krankenhaus\u00e4rzte an, zu erw\u00e4gen, ihre \u00e4rztliche T\u00e4tigkeit aufzugeben. Auch unter niedergelassenen \u00c4rzten f\u00fchlen sich viele  ausgebrannt, wie eine Befragung der Kassen\u00e4rztlichen  Bundesvereinigung aus dem Jahr 2018 zeigt. Eine Studie der  Berufsgenossenschaft f\u00fcr Gesundheits\u00acdient und Wohlfahrtspflege  stellte ebenfalls im Jahr 2018 einen zunehmenden beruflichen Druck  insbesondere auf junge \u00c4rztinnen und \u00c4rzte fest.     Auf dem \u00c4rztetag legte Prof. Dr. Monika Rieger von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen die gesamte Bandbreite der physischen und psychischen  Belastungen dar, denen \u00c4rzte im Beruf ausgesetzt sind. Sie gab zudem  einen \u00dcberblick \u00fcber die gesundheitliche Situation von \u00c4rzten und  stellte M\u00f6glichkeiten einer pr\u00e4ventiven Arbeits\u00acgestaltung vor. &#8222;Was  k\u00f6nnen wir f\u00fcr unsere Gesundheit tun?&#8220; Antworten auf diese Frage gab  Prof. Dr. Harald G\u00fcndel vom Universit\u00e4tsklinikum Ulm. Ein Ansatz ist  hier das Betriebliche Gesundheitsmanagement, bei dem es um eine  systematische und nachhaltige Gestaltung von gesundheitsf\u00f6rderlichen  Strukturen und Prozessen geht. Dr. Klaus Beelmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Arzt der \u00c4rztekammer Hamburg, stellte Interventionsprogramme der  Landes\u00e4rztekammern f\u00fcr suchtkranke \u00c4rztinnen und \u00c4rzte vor.     In mehreren Beschl\u00fcssen forderte der 122. Deutsche \u00c4rztetag von  den Arbeitgebern im Gesundheitswesen unter anderem  gesundheitsgerechtere Arbeitsbedingungen. Die Arbeits-schutzregeln  m\u00fcssten konsequent eingehalten und das betriebliche  Gesundheitsmanagement gest\u00e4rkt werden. Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden sind  aufgerufen, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes im \u00e4rztlichen  Dienst der Kliniken regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen. Auch sollten \u00c4rzte von  Verwaltungst\u00e4tigkeiten entlastet werden. Personalschl\u00fcssel m\u00fcssten  zudem so gestaltet werden, dass jederzeit eine patienten- und  aufgabengerechte Versorgung m\u00f6glich sei. Erforderlich seien au\u00dferdem  flexible Arbeitszeitmodelle und weitere Ma\u00dfnahmen zur besseren  Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. An den Gesetzgeber richtete  der \u00c4rztetag unter anderem die Forderungen, die gesetzlichen und  \u00f6konomischen Rahmenbedingungen f\u00fcr gesundheitsvertr\u00e4gliche  Arbeitsbedingungen zu schaffen sowie den freiberuflichen Charakter  der \u00e4rztlichen T\u00e4tigkeit zu st\u00e4rken. An die medizinischen Fakult\u00e4ten  appellierte der \u00c4rztetag, die Themen Resilienz und Stressbew\u00e4ltigung  als Teil der \u00e4rztlichen Ausbildung in das Studium aufzunehmen.     \u00c4rzte vor Gewalt sch\u00fctzen     Neben Stress und schwierigen Arbeitsbedingungen stellt Gewalt  durch Patienten bzw. Angeh\u00f6rige eine unmittelbare Bedrohung f\u00fcr die  Gesundheit von \u00c4rzten und ihren Mitarbeitern dar. \u00c4rzte aus  verschiedenen Versorgungsbereichen berichteten auf dem \u00c4rztetag \u00fcber  k\u00f6rperliche und verbale Gewalt, unter anderem in den Notaufnahmen, in Hausarztpraxen oder bei Notfalleins\u00e4tzen. \u00c4rztekammern bieten Hilfe  und spezielle Pr\u00e4ventionsangebote an. Diese Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen nach dem Willen des 122. Deutschen \u00c4rztetages aber durch einen  strafrechtlichen Schutz Hilfeleistender erg\u00e4nzt werden. Konkret  forderten die Abgeordneten des Deutschen \u00c4rztetages den Gesetzgeber  auf, den strafrechtlichen Schutz f\u00fcr Hilfeleistende bei  Ungl\u00fccksf\u00e4llen, gemeiner Gefahr oder Not zu erweitern. Ein vom  Bundesgesundheitsministerium eingeholtes Rechtsgutachten hat die  Notwendigkeit einer solchen Gesetzes\u00e4nderung best\u00e4tigt.    Pressekontakt: Bundes\u00e4rztekammer Stabsbereich Politik und Kommunikation  Herbert-Lewin-Platz 1 10623 Berlin   Tel. 030-400456700 Fax. 030-400456707 presse@baek.de www.baek.de  Original-Content von: Bundes\u00e4rztekammer, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/9062\/4284287\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; \u00c4rztinnen und \u00c4rzte arbeiten am Limit und damit auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-284290","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/284290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=284290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/284290\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=284290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=284290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=284290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}