{"id":285607,"date":"2019-06-17T09:35:00","date_gmt":"2019-06-17T09:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/gender-gap-in-der-ahf-forschung-schieflage-behindert-medizinischen-fortschritt-foto\/"},"modified":"2019-06-17T09:35:00","modified_gmt":"2019-06-17T09:35:00","slug":"gender-gap-in-der-ahf-forschung-schieflage-behindert-medizinischen-fortschritt-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gender-gap-in-der-ahf-forschung-schieflage-behindert-medizinischen-fortschritt-foto\/","title":{"rendered":"Gender-Gap in der AHF-Forschung \/ Schieflage behindert medizinischen Fortschritt (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" title=\"Gender-Gap in der AHF-Forschung \/ Schieflage behindert medizinischen Fortschritt \/ Seniorautorinnen f\u00f6rdern Erstautorinnen. Grafik: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler \/ Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/122263 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte unter Quellenangabe: \"obs\/Nationales Register f\u00fcr angeborene Herzfehler e.V.\"\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/ae8bf048-dfb4-4cb4-850e-85c05dae8d73\/KNAHF%2520Grafik%2520Genderstudie_PRINT.jpg\" \/><\/p>\n<p>Berlin (ots) &#8211;     In Deutschland studieren weit mehr Frauen als M\u00e4nner Humanmedizin. \u00dcber die H\u00e4lfte der Doktoranden sind Frauen. In der Medizinforschung, auf Professorenstellen und in Chefarztpositionen jedoch bleiben sie  rar. Eine aktuelle Studie des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler  hat erstmals das Ausma\u00df des Gender-Gaps in der Erforschung  angeborener Herzfehler quantifiziert.<!--more--> Mit alarmierenden Ergebnissen.     Forscherinnen werden dringend gebraucht, auch auf dem Gebiet der  angeborenen Herzfehler. Dank des medizinischen Fortschritts nimmt die Zahl der Erwachsenen mit der weltweit h\u00e4ufigsten angeborenen  Fehlbildung stetig zu: um etwa 60 Prozent pro Jahrzehnt. F\u00fcr ein  m\u00f6glichst langes und gesundes Leben sind die Patienten auf die  kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit vieler Forscher angewiesen.  Erleichtert das Frauen den Zugang zu Spitzenpositionen in der  Medizin? Und f\u00e4llt die Gender-L\u00fccke entsprechend moderater aus? Die  Ergebnisse der Studie des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler  sprechen eine andere Sprache.     Ern\u00fcchterndes Ergebnis     \u00dcber 35.000 Fachpublikationen aus den Jahren 2006 bis 2015 haben  die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durchforstet, um die  Geschlechterverteilung auf dem Forschungsgebiet der angeborenen  Herzfehler zu ermitteln. Mit f\u00fcr Deutschland besonders ern\u00fcchterndem  Ergebnis: Stellen Frauen weltweit gerade einmal 30 Prozent aller  Erstautoren und knapp 21 Prozent aller Seniorautoren, so sind es  hierzulande bei den Erstautoren nur 22 Prozent, bei den Seniorautoren nur noch knapp \u00fcber 12 Prozent. Damit rangiert Deutschland im unteren Drittel von insgesamt 66 L\u00e4ndern.     &#8222;Wissenschaftlerinnen sind in der Forschung unterrepr\u00e4sentiert.  Das Dilemma ist seit vielen Jahren bekannt. Das aktuelle Ausma\u00df der  Geschlechterungleichheit in unserem Fachgebiet hat uns aber  \u00fcberrascht. Gerade auf einem Forschungsgebiet wie dem der angeborenen Herzfehler muss so ein Ergebnis alarmieren. In solchen dynamisch  wachsenden Pionierbereichen wird h\u00e4nderingend nach begabtem Nachwuchs gesucht&#8220;, sagt Paul-Gerhard Diller, Oberarzt an der Klinik f\u00fcr  Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen am Universit\u00e4tsklinikum M\u00fcnster und Seniorautor der Gender-Studie.     Kleiner Anstieg, gro\u00dfe Unterschiede     Insgesamt nur 25 Prozent der Gesamtheit der Autoren aller  untersuchten Fachpublikationen waren Frauen. Zwar ist der Anteil der  weiblichen Erstautoren im gesamten Untersuchungszeitraum weltweit um  0,8 Prozent gestiegen, auch gab es bei den Seniorautorinnen mit fast  0,6 Prozent einen leichten Zuwachs. Zugleich ergab die Studie jedoch, dass die Entwicklung in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich  und teilweise sogar r\u00fcckl\u00e4ufig ist, wie die Kardiologin und  Studienautorin Margarita Brida einschr\u00e4nkt: &#8222;W\u00e4hrend Nordamerika,  Nord-. West-, und S\u00fcdeuropa einen Anstieg des Anteils der weiblichen  Autorenschaft aufweisen, verzeichnen Osteuropa und Westasien einen  tats\u00e4chlichen R\u00fcckgang.&#8220; Zum Anstieg tragen zudem einzelne Regionen,  nicht aber alle ihre L\u00e4nder bei. So schert Deutschland aus der Gruppe der westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder deutlich nach unten aus.     Erstautorinnen und gemischte Teams erzielen bessere Ergebnisse     Was das in der Konsequenz bedeutet? Auch daf\u00fcr liefern die  Ergebnisse der der von der EMAH Stiftung Karla V\u00f6llm gef\u00f6rderten  Studie interessante Anhaltspunkte: Publikationen mit einer  Erstautorin erzielten einen h\u00f6heren durchschnittlichen Impact-Faktor  und wurden h\u00e4ufiger zitiert als solche mit einem m\u00e4nnlichen  Erstautor. \u00c4hnlich \u00fcberlegen zeigten sich Publikationen mit einem  gemischten Autorenpanel. Sie wiesen einen h\u00f6heren medianen  Impact-Faktor und mehr Zitationen auf als Publikationen homogener  Autorenpanel. F\u00fcr die medizinische Laufbahn der Autoren haben  Impact-Faktoren und Zitationen einen erheblichen Stellenwert, wie  Gerhard-Paul Diller verdeutlicht: &#8222;Ver\u00f6ffentlichungen in  Peer-Review-Zeitschriften sagen nicht nur etwas \u00fcber die relative  Qualit\u00e4t der Forschung aus. Sie sind nach wie vor ein integraler  Bestandteil des Promotionssystems und werden allgemein als  unerl\u00e4sslich f\u00fcr den Aufstieg in die Spitzengruppe der akademischen  Medizin angesehen.&#8220;     Deutschland hinkt hinterher     Bezogen auf Deutschland zeigten die Studienergebnisse, dass der  Forschungsstandort bei der akademischen Produktion weit hinter seinen M\u00f6glichkeiten zur\u00fcckbleibe. Bei der Anzahl der Publikationen zu  Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler  rangiert Deutschland auf dem sechsten Platz hinter den USA, Japan,  China, Gro\u00dfbritannien und Italien. Bei den tonangebenden  Publikationen belegt Deutschland den dritten Platz hinter den USA und Gro\u00dfbritannien. &#8222;Ein beunruhigender Zustand f\u00fcr den  Innovationsstandort Nummer eins. Wir werden weiterhin an  Wettbewerbsf\u00e4higkeit verlieren, wenn wir vers\u00e4umen, das verf\u00fcgbare  Potenzial und Know-how von Frauen zu f\u00f6rdern&#8220;, bef\u00fcrchtet der  EMAH-Kardiologe.     M\u00e4nner bevorzugt     Das scheitert offenkundig auch an den nach wie vor m\u00e4nnlich  dominierten Gremien im Wissenschaftsbetrieb. Bei von den Fachverlagen angeforderten Publikationen wie Vorworten, Fallberichten oder  Leitlinien sind weibliche Autoren deutlich seltener vertreten als bei der origin\u00e4ren Forschung. Die Autoren der Studie schlie\u00dfen daraus,  dass die bestehenden informellen Netzwerke nach wie vor m\u00e4nnliche  Autoren bevorzugten. Zugleich verfassten Forscherinnen deutlich  seltener Briefe an die Herausgeber als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. &#8222;Die Zur\u00fcckhaltung der Kolleginnen kommt nicht von ungef\u00e4hr. Ein aktives  Forschungsengagement muss attraktiver werden f\u00fcr Frauen. Das bedeutet auch, dass wir als m\u00e4nnliche Vorgesetzte und Entscheider umdenken  m\u00fcssen, um die Gender-Diversit\u00e4t in der Forschung bewusst und gezielt zu f\u00f6rdern&#8220;, res\u00fcmiert Gerhard-Paul Diller.     Seniorautorinnen f\u00f6rdern Erstautorinnen     F\u00fcr ein solches Umdenken spricht auch die im Rahmen der Studie  erfolgte Analyse von l\u00e4nderspezifischen Faktoren, die sich positiv  auf die Beteiligung von Frauen an Forschung auswirken. Einbezogen  hatten die Wissenschaftler das jeweilige Bruttoinlandsprodukt, den  Human Development Index (HDI), den Gender Inequality Index (GII), die Anzahl der \u00c4rzte pro Kopf und die Beteiligung von Seniorautorinnen.  &#8222;Die Wahrscheinlichkeit der Mitwirkung einer Erstautorin stieg vor  allem dann, wenn eine Seniorautorin an der Forschung beteiligt war,&#8220;  fasst Margarita Brida das Ergebnis zusammen. So waren an den  Publikationen von Seniorautorinnen zu 50 Prozent Erstautorinnen  beteiligt, w\u00e4hrend die Publikationen ihrer m\u00e4nnlichen Kollegen die  vertraute Schieflage aufwiesen: Bei 75 Prozent dieser Publikationen  waren die Erstautoren M\u00e4nner.     F\u00fcr Ihre Recherche:      Die Studie wurde unter dem Titel &#8222;Sex differences in publication  volume and quality congenital heart disease: are women  disadvantaged?&#8220; in Open Heart, dem Fachmagazin der British  Cardiovascular Society ver\u00f6ffentlicht:     https:\/\/openheart.bmj.com\/content\/6\/1\/e000882     http:\/\/ots.de\/WEvzml     Zahlen &amp; Fakten     Der lange Weg zur Vielfalt     Medizinerinnen in Deutschland     Folgt man im j\u00fcngsten Bericht der Gemeinsamen  Wissenschaftskonferenz von Bund und L\u00e4ndern (GWK) den Zahlen des  Statistischen Bundesamtes entscheiden sich seit Jahrzehnten deutlich  mehr Frauen als M\u00e4nner f\u00fcr ein Studium der Humanmedizin. Lag ihr  Anteil 1997 bereits bei fast 53 Prozent, stellten Frauen 2016 rund 70 Prozent der Studienanf\u00e4nger in der F\u00e4chergruppe  Humanmedizin\/Gesundheitswissenschaften. Auch die Zahl der  berufst\u00e4tigen \u00c4rztinnen steigt kontinuierlich an. Stellten sie 1991  nur ein knappes Drittel der \u00c4rzteschaft, betrug ihr Anteil Ende 2017  rund 47 Prozent wie die Bundes\u00e4rztekammer vorrechnet.      Quellen:     http:\/\/ots.de\/dK1sNJ     http:\/\/ots.de\/3adjb4     Doch wie auch an dem durch die Studie ermittelten Gef\u00e4lle zwischen Erstautorinnen und Seniorautorinnen im Bereich der AHF-Forschung in  Deutschland abzulesen ist, kehrt sich das Geschlechterverh\u00e4ltnis in  der Humanmedizin und den Gesundheitswissenschaften nach der Promotion um. Liegen Frauen bei der Promotion noch mit 59 Prozent vorne,  betr\u00e4gt ihr Anteil bei den Habilitationen nur noch 27 Prozent. Von  s\u00e4mtlichen Professorenstellen in der Humanmedizin und den  Gesundheitswissenschaften sind gerade einmal 21 Prozent von Frauen  besetzt; bei den h\u00f6her dotierten W3- und C4-Professuren sind es nur  noch 14 Prozent.      Quelle:     http:\/\/ots.de\/lOUHmU    Pressekontakt: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler e.V.  Wissenschaftskommunikation Karin Lange Augustenburger Platz 1  13353 Berlin  Tel.:+49 30 45937277  Mobil:+49 175 2604260  E-Mail: presse@kompetenznetz-ahf.de http:\/\/www.kompetenznetz-ahf.de\/ https:\/\/www.kompetenznetz-ahf.de\/wir\/presse\/ Das Nationale Register f\u00fcr angeborene Herzfehler bei Facebook http:\/\/bit.ly\/2dhaTeP  Original-Content von: Nationales Register f\u00fcr angeborene Herzfehler e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/122263\/4298752\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; In Deutschland studieren weit mehr Frauen als M\u00e4nner Humanmedizin. \u00dcber die H\u00e4lfte der Doktoranden sind Frauen. 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