{"id":286395,"date":"2019-06-27T08:41:38","date_gmt":"2019-06-27T06:41:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=286395"},"modified":"2019-06-27T08:41:38","modified_gmt":"2019-06-27T06:41:38","slug":"sinfoniekonzert-in-der-luebecker-musik-und-kongresshalle-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/sinfoniekonzert-in-der-luebecker-musik-und-kongresshalle-2\/","title":{"rendered":"Sinfoniekonzert in der L\u00fcbecker Musik- und Kongresshalle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-27909\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-226x340.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-226x340.jpg 226w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-213x320.jpg 213w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><\/a>Es war ein glanzvoller Abschluss der\u00a0 Sinfoniekonzerte der &#8222;L\u00fcbecker Philharmoniker&#8220; vor der Sommerpause. Bei diesem Konzert wurden am letzten Montag in der reichlich gef\u00fcllten L\u00fcbecker Musik- und Kongresshalle unter der Leitung von Andreas Wolf Werke von Franz Liszt und Richard Strau\u00df bgeboten. Am Anfang stand die Sinfonische Dichtung &#8222;Orpheus&#8220; von Franz Liszt.<!--more-->Bei seiner Urauff\u00fchrung leitete das 1853\/54 in Weimar komponierte St\u00fcck am 16.Februar 1854 eine Wiedergabe von Glucks &#8222;Orpheus und Eurydike&#8220; ein. Die Idee zu seiner Sinfonischen Dichtung will Liszt jedoch von der Orpheus-Darstellung auf einer griechischen Vase empfangen haben.<\/p>\n<p>Die \u00fcbersichtliche dreiteilige Anlage des rund elfmin\u00fctigen Orchesterwerks exponiert zu Beginn ein Thema der H\u00f6rner, von dem alles andere abgeleitet ist. Der Mittelteil wird von einem Violin- und einem Violocellosolo getragen. Liszt ging es in seiner Komposition um die musikalische Deutung der Orpheus-Gestalt als Symbol der Harmonie und der Kunst.<\/p>\n<p>Die &#8222;Programme&#8220; der Sinfonischen Dichtungen bestehen entweder aus lyrischen und philosophischen Gedanken, die in Gestalt von &#8222;Leitmotiven&#8220; versinbildlicht werden, oder ihnen liegen Beobachtungen aus dem Leben der V\u00f6lker und der gesamten Menschheit zugrunde. Der Programmusiker erhebt nun den Anspruch, dass der im Programm enthaltene dichterische Gedanke sich bei seiner Darstellung &#8222;nicht dem Zwange feststehender Formen&#8220; anpasse, dass vielmehr die Form durch diesen Gedanken bestimmt werde. Hier liegt zweifellos ein Trugschluss vor: Hat nicht auch Beethoven gewisse programmatische Ideen gestaltet, ohne dass deshalb das klassische Sinfoniegeb\u00e4ude eingerissen zu werden brauchte? Zu ber\u00fccksichtigen ist ferner der Wandel der Kulturlage, ein ganz bestimmter Umwelteinfluss sowie die grunds\u00e4tzlich anti-klassisch gerichtete Individualit\u00e4t des Komponisten.<\/p>\n<p>Liszts Sinfonische Dichtungen &#8220; sind im Ursprung &#8222;pariserisch&#8220;, so hat sie auch Wagner angesehen, zumindest sind sie vom Temperament des Kosmopoliten Liszt gepr\u00e4gt und bewusst nicht mehr Sprache eines Volkes, einer Landschaft, sondern Widerhall einer Gro\u00dfstadt, sind elegante und rassige Metamorphosen jenes weltb\u00fcrgerlichen Geistes, den Liszt in seiner schillernden Internationalit\u00e4t vertritt.<\/p>\n<p>Es folgten dann die &#8222;Vier letzten Lieder&#8220; von Richard Strau\u00df . Die Sopranistin Cornelia Ptassek ber\u00fchrte dabei die Zuh\u00f6rer mit Gedicht-Vertonungen. Rein, hell, klar und licht sang Cornelia Ptassek diese eindrucksvollen Vertonungen von Gedichten Hermann Hesses und Joseph von Eichendorffs, diesen gro\u00dfen Abgesang auf eine Episode und zugleich ein Abgesang von Richard Strau\u00df auf das eigene Leben. Sie war auch in den H\u00f6hen sicher.<\/p>\n<p>Den Abschluss bildete die Tondichtung f\u00fcr gro\u00dfes Orchester &#8222;Ein Heldenleben&#8220; von Richard Strau\u00df.<\/p>\n<p>In &#8222;Ein Heldenleben&#8220; op. 40 ist eine neue Qualit\u00e4t an subjektiver musikalischer Darstellung erreicht, wie sie von Strauss sp\u00e4ter noch einmal explizit in der &#8222;Sinfonica domestica&#8220; op. 53 zum Ausdruck gebracht wird. Urspr\u00fcnglich unter dem Titel &#8222;Held und Welt&#8220; geplant, wurde das Orchesterwerk am Ende ein kraftstrotzendes, reichinstrumentiertes und optimistisches Klangportr\u00e4t des Komponisten selbst.<\/p>\n<p>Mehrfach hat Strau\u00df dem Opus programmatische Erkl\u00e4rungen an die Seite gestellt, die je nach Alter und Laune des Komponisten h\u00f6chst unterschiedliche Aspekte betonen. Einerseits schrieb er an Romain Rolland, der sp\u00e4ter eine detaillierte Analyse von &#8222;Ein Heldenleben&#8220; anfertigte: &#8222;Sie brauchen mein Programm nicht zu lesen. Es gen\u00fcgt zu wissen, dass es einen Helden im Kampf mit seinen Feinden beschreibt&#8220;, andererseits legte er Wert auf die Assoziation eines exzeptionellen Menschen auf seinem Lebensweg zu innerer Harmonie.<\/p>\n<p>Die \u00dcberschriften der einzelnen Abschnitte lassen erkennen, wieviel Autobiografisches in diese sinfonische Bilderfolge eingeflossen ist. Das &#8222;Heldenleben&#8220; ist keine &#8222;Eroica&#8220; und will auch keine sein. Es ist eine artistische Hochleistung, die ein Meister im Kraftgef\u00fchl des Allesk\u00f6nnens gestellt hat, ein Meister, der sein Jahrhundert in die Schranken weist. Ein weitgeschwungenes Thema dominiert die Tondichtung, eine ganze Themenfolge, die doch \u00fcber viele Takte hinweg unter einheitlichem Duktus steht. Das Opus pr\u00e4sentiert dem Verst\u00e4ndnis kaum Schwierigkeiten. Man beachte vor allem die Partie III mit den G\u00e4ngen der Solovioline, einem zweifellos sehr &#8222;portr\u00e4t\u00e4hnlichen&#8220; Sinnbild kaprizi\u00f6ser Weiblichkeit, hinter dem niemand anders steht als Strau\u00df`Gattin Pauline steht. Aber es bleibt nicht bei dieser etwas giftigen Kaprice, denn nun entwickelt sich der sch\u00f6nste Liebesgesang, ein H\u00f6hepunkt des ganzen Tongedichts. Die Stelle der Durchf\u00fchrung in der klassischen Sinfonie nimmt der Satz &#8222;Des Helden Walstatt&#8220; ein. Auch der folgende Abschnitt muss mit zur Durchf\u00fchrung gerechnet werden, eine oft missverstandene Episode, in der Strau\u00df als &#8222;Friedenswerke&#8220; Themen eigener fr\u00fcherer Werke zitiert: &#8222;Don Juan&#8220;, &#8222;Tod und Verkl\u00e4rung&#8220; u.a.. Der Ausklang des &#8222;Heldenlebens&#8220; ist wieder einer jener musikerf\u00fcllten, herrlichen Epiloge, die jeden H\u00f6rer entsch\u00e4digen m\u00fcssen, wenn er f\u00fcr das Vorangegangene nicht immer den rechten Geschmack aufgebracht haben sollte.<\/p>\n<p>Vor allem gefiel bei dieser anspruchsvollen Soiree Adrian Iliescu, erster Konzertmeister der Hamburger Symphoniker, der f\u00fcr Carlos Johnson eingesprungen war, der sich noch im Urlaub befand. Er spielte einf\u00fchlsam und nuanciert Violine mit allerfeinsten seelischen Regungen.<\/p>\n<p>Die Mitglieder des &#8222;L\u00fcbecker Philharmonischen Orchesters&#8220; spielten virtuos und brillant und mit Feuer, Leidenschaft und Hingabe. Sie meisterten auch die schwierigsten Passagen mit Bravour. Andreas Wolf leitete sicher, beherzt und engagiert.<\/p>\n<p>Alle Beteiligten wurden schlie\u00dflich von den zahlreichen Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern mit sehr viel Beifall bedacht.<\/p>\n<p>Lutz Gallinat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein glanzvoller Abschluss der\u00a0 Sinfoniekonzerte der &#8222;L\u00fcbecker Philharmoniker&#8220; vor der Sommerpause. 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