{"id":286737,"date":"2019-07-01T06:15:00","date_gmt":"2019-07-01T06:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/ueberpruefung-des-textilbuendnisses-durch-die-oecd-chance-fuer-verbesserungen\/"},"modified":"2019-07-01T06:15:00","modified_gmt":"2019-07-01T06:15:00","slug":"ueberpruefung-des-textilbuendnisses-durch-die-oecd-chance-fuer-verbesserungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/ueberpruefung-des-textilbuendnisses-durch-die-oecd-chance-fuer-verbesserungen\/","title":{"rendered":"\u00dcberpr\u00fcfung des Textilb\u00fcndnisses durch die OECD &#8211; Chance f\u00fcr Verbesserungen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \/ Bonn (ots) &#8211; Zur Berlin Fashion Week feiert sich die  Modeindustrie &#8211; doch Fragen nach sozialen und \u00f6kologischen Folgen  kommen wie jedes Jahr zu kurz. Das 2014 gegr\u00fcndete B\u00fcndnis f\u00fcr  nachhaltige Textilien ist angetreten, die Missst\u00e4nde in den globalen  Textillieferketten schrittweise zu beseitigen. Die Bilanz ist bisher  mager.<!--more--> Eine Studie der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche  Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt die Anpassung des  Review-Prozesses. Die Zivilgesellschaft im Textilb\u00fcndnis sieht in der jetzt geplanten Reform eine Chance, das B\u00fcndnis effektiver zu machen.     Die Kritik der OECD entspricht in zentralen Punkten den bisherigen Forderungen der Zivilgesellschaft. Das Textilb\u00fcndnis erwartet von  seinen Mitgliedsunternehmen, dass sie Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung oder  Verringerung menschenrechtlicher und umweltbezogener Risiken in ihren Lieferketten treffen. Ein unabh\u00e4ngiges \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren soll  sicherstellen, dass Mitgliedsunternehmen dieser Anforderung  nachkommen. Bisher bewertet dieser Review-Prozess jedoch weder, ob  die Unternehmen die wichtigsten Risiken identifiziert haben, zum  Beispiel viel zu niedrige L\u00f6hne oder Klimaemissionen, noch ob die  getroffenen Ma\u00dfnahmen geeignet sind, um die Risiken zu beheben.  \u00c4hnlich wie die OECD kommt auch eine Studie des \u00d6ko-Instituts zum  Ergebnis, dass eine qualitative Bewertung der Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne der  Unternehmen bisher nicht m\u00f6glich ist.     Reform als Chance      In Reaktion auf die externe, kritische Begutachtung will das  Textilb\u00fcndnis nun den Review-Prozess optimieren. Die  zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen sehen in dieser  Reform Potenzial. Mit einer klaren Orientierung an den Empfehlungen  der OECD w\u00fcrde die internationale Ausrichtung des B\u00fcndnisses gest\u00e4rkt und Unternehmen m\u00fcssten ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht  gem\u00e4\u00df der UN-Leitprinzipien und der Leitlinien der OECD nachkommen.  Dazu geh\u00f6rt mehr Transparenz im Review-Verfahren. Die Standards der  OECD verlangen, dass Unternehmen \u00f6ffentlich \u00fcber identifizierte  Risiken in ihrer Lieferkette und entsprechend ergriffene Ma\u00dfnahmen  sowie deren Wirksamkeit berichten.     Verbesserung braucht ambitionierte Inhalte      Bei der Neuausrichtung des Review Prozesses darf das Textilb\u00fcndnis nicht hinter den Konsens zu bisherigen verbindlichen Zielen  zur\u00fcckfallen. So muss das Textilb\u00fcndnis an dem Ziel festhalten, dass  bis 2020 mindestens 10% der von Mitgliedsunternehmen beschafften  Baumwolle Bio-zertifiziert ist. &#8222;Der gesetzte Fokus auf  existenzsichernde L\u00f6hne muss konsequenter von allen Unternehmen  aufgegriffen werden. Der fehlende Fortschritt bei diesem Thema ist  zurzeit frustrierend und die durch eine B\u00fcndnisinitiative geebnete  Chance, in Kambodscha etwas zu bewirken, wird nicht von allen  ergriffen&#8220;, meint Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. Eine st\u00e4rkere  Koh\u00e4renz mit den Anforderungen der OECD bedeutet, dass Unternehmen  wesentliche Risiken in ihrer Lieferkette, wie geschlechtsspezifische  Gewalt am Arbeitsplatz und Gewerkschaftsfreiheit, erfassen und  effektiv beseitigen. &#8222;Dazu braucht es klare Vorgaben durch das  Textilb\u00fcndnis, was von den Unternehmen zur Bek\u00e4mpfung dieser  wichtigsten Arbeitsrechtsverletzungen im Textilsektor erwartet wird&#8220;, betont Dr. Sabine Ferenschild vom S\u00fcdwind Institut. Zuletzt wird aus  den bisherigen Entwicklungen im Textilb\u00fcndnis deutlich, dass wichtige Branchenans\u00e4tze wie das Textilb\u00fcndnis dringend durch gesetzliche  Regelungen erg\u00e4nzt werden m\u00fcssen. &#8222;Andernfalls bleibt der Fortschritt zu langsam, da engagierte Unternehmen durch h\u00f6here Kosten vom Markt  bestraft werden, w\u00e4hrend Unternehmen, die nicht Mitglied im  Textilb\u00fcndnis sind, keine Konsequenzen tragen m\u00fcssen&#8220;, erl\u00e4utert Dr.  Gisela Burckhardt von FEMNET.     Das B\u00fcndnis f\u00fcr nachhaltige Textilien ist eine 2014 vom  Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  ins Leben gerufene Initiative, welche das Ziel verfolgt, die soziale, \u00f6kologische und \u00f6konomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten  Textilkette kontinuierlich zu verbessern. Mehr unter:  https:\/\/www.textilbuendnis.com\/. 18 Organisationen der  Zivilgesellschaft sind Mitglieder des Textilb\u00fcndnisses, die von  folgenden drei NGOs im Steuerungskreis vertreten werden: FEMNET,  INKOTA-netzwerk, S\u00dcDWIND Institut.    Pressekontakt: Johannes Norpoth, Koordinator der zivilgesellschaftlichen  Mitgliedsorganisationen im B\u00fcndnis f\u00fcr nachhaltige Textilien,  koordination@nro-textilbuendnis.de, Tel. 0175-92 331 78  Original-Content von: Zivilgesellschaft im B\u00fcndnis f\u00fcr nachhaltige Textilien, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/130898\/4310995\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin \/ Bonn (ots) &#8211; Zur Berlin Fashion Week feiert sich die Modeindustrie &#8211; doch Fragen nach sozialen und \u00f6kologischen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-286737","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=286737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286737\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=286737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=286737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=286737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}