{"id":28734,"date":"2011-02-14T07:13:17","date_gmt":"2011-02-14T06:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=28734"},"modified":"2011-02-14T07:13:17","modified_gmt":"2011-02-14T06:13:17","slug":"wir-brauchen-millenniumsziele-fur-reiche-nobelpreistrager-konsum-ist-schlussel-nachhaltiger-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wir-brauchen-millenniumsziele-fur-reiche-nobelpreistrager-konsum-ist-schlussel-nachhaltiger-entwicklung\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir brauchen Millenniumsziele f\u00fcr Reiche&#8220; &#8211; Nobelpreistr\u00e4ger: Konsum ist Schl\u00fcssel nachhaltiger Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1297267143i26298.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"300\" align=\"middle\" \/>Mohan Munasinghe mit Enkeln: Vordenker des nachhaltigen Konsums (Foto: M.Munasinghe) &#8211; Colombo (pte\/10.02.2011\/06:05) &#8211;   \t &#8222;So wie die armen L\u00e4nder Millenniumsziele f\u00fcr ihre Entwicklung haben,  brauchen auch die Reichen Millenniumsziele f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit im  Konsum.&#8220; Das wird der srilankesische Klimaforscher Mohan Munasinghe <a href=\"http:\/\/www.mohanmunasinghe.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mohanmunasinghe.com<\/a> n\u00e4chstes Jahr bei der Rio+20-Konferenz der UNO fordern. Munasinghe  geh\u00f6rte 2007 als Vizepr\u00e4sident des Weltklimarates zu den Tr\u00e4gern des  Friedensnobelpreises und ist Vork\u00e4mpfer der &#8222;gr\u00fcnen Revolution des  Konsums&#8220;. Im Interview erkl\u00e4rt der an der University of  Manchester lehrende Experte seine Pl\u00e4ne.<!--more--><strong>Reiche haben mehr zu verlieren<\/strong><\/p>\n<p>Die Millenniumsziele der UNO, die vorwiegend die armen Staaten zur  Armutsbek\u00e4mpfung verpflichten, seien ohne erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahmen zum  Scheitern verurteilt. &#8222;Nachhaltig ist die globale Entwicklung erst dann,  wenn sich auch die reichsten 1,2 Mrd. Menschen beteiligen. Obwohl sie  nur 20 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung ausmachen, verbrauchen sie 80 Prozent  der Ressourcen und verursachen 75 Prozent der Emissionen. Ihr  Lebensstil versch\u00e4rft Armut, Klimawandel und Ressourcenknappheit. Statt  die Reichen nur als Problem zu sehen, sollte man sie als Potenzial  wahrnehmen. Denn \u00e4ndern sie ihr Verhalten, schrumpft die \u00f6kologische  Last enorm&#8220;, so Munasinghe.<\/p>\n<p>Als Erg\u00e4nzung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) schl\u00e4gt der  Klimaforscher deshalb Millenniums-Konsumziele (MCG) vor. Dieser Schritt  sei eine Reaktion auf die ern\u00fcchternden Ergebnisse der UN-Klimagespr\u00e4che  in Kopenhagen und Canc\u00fan. &#8222;Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass der  n\u00f6tige Wandel nicht prim\u00e4r Aufgabe der Politiker ist, sondern der  Zivilgesellschaft und der Wirtschaft. Wir m\u00fcssen darauf dr\u00e4ngen, dass  beide von sich aus nachhaltiger handeln und mit weniger Ressourcen und  Emissionen auskommen.&#8220; Reichtum bedeute gr\u00f6\u00dfere Verantwortung, zugleich  jedoch auch, dass man angesichts der Krisen mehr zu verlieren habe.<\/p>\n<p><strong>Finanzen, Soziales und Umwelt<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl diese Konsumziele ehrgeizig sein sollten, will sie Munasinghe  nicht auf &#8222;weniger Fleischkonsum, h\u00f6here Effizienz von Autos, nur  Energiesparlampen&#8220; herunterbrechen. &#8222;Die Ziele m\u00fcssen f\u00fcr alle Kontexte  gelten, da der Konsumismus nicht nur Problem der Industriel\u00e4nder,  sondern auch der Reichen in Entwicklungsl\u00e4ndern ist. Erstes und  wichtigstes Ziel ist, Entwicklung nachhaltiger zu machen, indem man  alles nicht nachhaltige erkennt und vermeidet.&#8220; Nachhaltige Wirtschaft  reiche jedoch nicht. Der Klimaforscher fordert zweitens, der sozialen  und \u00f6kologische Entwicklung die gleiche Bedeutung zuzumessen.<\/p>\n<p><strong>Moral statt Geiz<\/strong><\/p>\n<p>Als drittes Prinzip schl\u00e4gt Munasinghe einen Wertewandel hin zu mehr  Langfristigkeit vor. &#8222;Statt Geiz brauchen wir mehr Moral, zudem muss  das globale Denken und jenes f\u00fcr den Nachbarn in den K\u00f6pfen verankert  werden. Das ist eine viel tiefergehendes Ziel, zumal es schon bei der  Erziehung junger Menschen ansetzt. Es kann jedoch erreicht werden, wie  etwa der Gesinnungswandel beim Thema Rauchen gezeigt hat. War es fr\u00fcher  Teil des Macho-Gehabes, ist es nun nach wenigen Jahrzehnten sozial kaum  mehr akzeptiert.&#8220;<\/p>\n<p>Viertens fordert Munasinghe, dass jedes Produkt nach Wirtschafts-,  Sozial- und Umweltkriterien durchleuchtet wird &#8211; und zwar von der  Ressourcengewinnung bis zu Konsum und Entsorgung. Daf\u00fcr n\u00f6tige Werkzeuge  gebe es l\u00e4ngst, wie etwa die Wertkette, Fu\u00dfabdruck und Lebenszyklus.  Das Ergebnis solle nicht nur durch Auslobung f\u00fcr den Konsumenten  sichtbar gemacht werden. &#8222;Wir brauchen dar\u00fcber hinaus auch Preise, die  die tats\u00e4chlichen Kosten wiedergeben, die ein Produkt der Umwelt  verursacht. Das kann \u00fcber den Weg der Steuern durchaus gelingen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Weniger konsumieren tut nicht weh<\/strong><\/p>\n<p>Die Konsumenten k\u00f6nnen nachhaltiger leben, ohne dabei an  Lebensqualit\u00e4t zu verlieren, so das Credo des Experten. &#8222;Wir sprechen  hier nicht von Unm\u00f6glichem, sondern von kleinen, aber st\u00e4ndigen  Optimierungen, die nicht weh tun und die auch Akzeptanz finden. Die  Formel daf\u00fcr lautet, ein Thema zu starten, es den Konsumenten in die  Hand zu geben, damit schlie\u00dflich auch Gruppen von Produzenten handeln.  Die Politik kann dabei durch Richtlinien ihren Beitrag leisten. Ziehen  alle an einem Strang, so gelingt die Nachhaltigkeit.&#8220;<\/p>\n<p>N\u00e4here Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.millenniumconsumptiongoals.org\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.millenniumconsumptiongoals.org<\/a><br \/>\nsowie <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1530-9290.2009.00215.x\/full\" target=\"_blank\">http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1530-9290.2009.00215.x\/full<\/a><br \/>\nund <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/wcc.86\/full\" target=\"_blank\">http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/wcc.86\/full<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mohan Munasinghe mit Enkeln: Vordenker des nachhaltigen Konsums (Foto: M.Munasinghe) &#8211; Colombo (pte\/10.02.2011\/06:05) &#8211; &#8222;So wie die armen L\u00e4nder Millenniumsziele<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-28734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28734"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28734\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}