{"id":287777,"date":"2019-07-17T12:26:58","date_gmt":"2019-07-17T12:26:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/dekv-mdk-reformgesetz-vernachlaessigt-die-folgen-des-demografischen-wandels-in-deutschland\/"},"modified":"2019-07-17T12:26:58","modified_gmt":"2019-07-17T12:26:58","slug":"dekv-mdk-reformgesetz-vernachlaessigt-die-folgen-des-demografischen-wandels-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dekv-mdk-reformgesetz-vernachlaessigt-die-folgen-des-demografischen-wandels-in-deutschland\/","title":{"rendered":"DEKV: MDK-Reformgesetz vernachl\u00e4ssigt die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Ein Meniskusschaden wird heute meist ambulant  operiert. Doch wie sieht es aus, wenn eine Patientin betagt ist und  durch zus\u00e4tzliche Erkrankungen wie Hypertonie und Adipositas die  Mobilisation nach der Operation erschwert ist?<!--more--> Wenn zu Hause niemand  ist, der sie unterst\u00fctzen kann &#8211; im Gegenteil: Der leicht demente  Ehemann braucht selbst Hilfe, eine Aufgabe, die normalerweise seine  Frau \u00fcbernimmt. Aus Sicht des Medizinischen Dienstes der  Krankenkassen (MDK) ist der Fall klar: Auch diese Patientin kann  ambulant versorgt werden. Bleibt sie aufgrund einer Drainage, der  Gabe von leichten Schmerzmitteln und zur krankengymnastischen  Betreuung f\u00fcr zwei Tage station\u00e4r im Krankenhaus, handelt es sich um  eine Fehlbelegung.     Pr\u00fcfpraxis bestraft verantwortliches Handeln      Zentrale Inhalte des aktuell im Kabinett diskutierten  MDK-Reformgesetzes sind neben der Unabh\u00e4ngigkeit des Medizinischen  Dienstes von den Kranken- und Pflegeversicherungen die  Abrechnungspr\u00fcfungen in den Krankenh\u00e4usern. Hier will das Gesetz die  Abrechnungsqualit\u00e4t der Krankenh\u00e4user belohnen. &#8222;Im Prinzip ist das  ein guter, begr\u00fc\u00dfenswerter Ansatz. Doch er wird den aktuellen  Gegebenheiten bei der Versorgung bestimmter Patienten nicht gerecht:  Wollen Krankenh\u00e4user bei der Betreuung vulnerabler Patientengruppen,  beispielsweise der zunehmenden Zahl \u00e4lterer oder kognitiv  eingeschr\u00e4nkter Patienten, so handeln, wie es die besondere Situation dieser Patienten erfordert, sind scheinbare Fehlbelegungen  unvermeidbar. Dadurch setzen sich die Krankenh\u00e4user dem Verdacht der  Falschabrechnung und einer sich daraus ergebenden erh\u00f6hten Pr\u00fcfquote  sowie ab 2021 Sanktionszahlungen aus. Das ist vor dem Hintergrund der demografischen Zahlen und dem Aufwuchs \u00e4lterer und kognitiv  eingeschr\u00e4nkter Patienten im Krankenhaus ein falsches Signal.  Stattdessen muss eine politische und gesellschaftliche L\u00f6sung  gefunden werden, die sicherstellt, dass verantwortliches Handeln  gegen\u00fcber vulnerablen Patientengruppen nicht zu Lasten der  Krankenh\u00e4user geht&#8220;, erkl\u00e4rt Christoph Radbruch, Vorstand des  Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV).     Versorgungsengp\u00e4sse abbauen      Dass eine politische L\u00f6sung gefunden werden muss, zeigen erste  Ans\u00e4tze beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen:  Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) k\u00fcndigte Anfang  Juni an, dass zur Erleichterung des \u00dcbergangs aus der station\u00e4ren  Behandlung in solchen Situationen die Kurzzeitpflege auch in  Krankenh\u00e4usern m\u00f6glich und abrechnungsf\u00e4hig werden soll. Bisher ist  diese Betreuungsform auf Pflegeheime beschr\u00e4nkt. Es stehen jedoch in  vielen Regionen zu wenige Kurzzeitpflegepl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Dazu  Radbruch: &#8222;Kurzzeitpflege im Krankenhaus im Anschluss an eine  Krankenhausbehandlung ist ein wichtiger Baustein in einem aus  verschiedenen Komponenten bestehenden L\u00f6sungsmodell. Einen weiteren  Beitrag k\u00f6nnen evangelische Krankenh\u00e4user leisten. Sie sind in der  diakonischen Versorgungskette in ein System eingebunden, das neben  der Krankenhausbehandlung die Kurz- und Langzeitpflege, die Sozial-  und Diakoniestationen bis hin zum Aufenthalt im Hospiz umfasst. Damit k\u00f6nnen diakonische Versorgungseinrichtungen dem Bedarf erkrankter  Menschen umfassend und verantwortungsbewusst gerecht werden.&#8220;     &#8222;Um ausreichend Kapazit\u00e4ten zu schaffen, muss die Abrechenbarkeit  dieser Leistungen gegeben sein. Dazu gilt es unter anderem bei der  Verabschiedung des MDK-Reformgesetzes die Weichen in Richtung eines  verantwortlichen Handelns zu stellen. Aus Sicht des DEKV w\u00e4re dazu  eine klinisch-ethische Kompetenzstelle der richtige Weg, die bei  besonders betreuungsbed\u00fcrftigen Patientengruppen in die  Entscheidungsfindung regelhaft mit einbezogen werden muss. Die  Verantwortung f\u00fcr die Patientinnen und Patienten muss an erster  Stelle stehen&#8220;, betont Radbruch.    Pressekontakt: Medizin &amp; PR GmbH &#8211; Gesundheitskommunikation Barbara Kluge | Eupener Stra\u00dfe 60, 50933 K\u00f6ln E-Mail: barbara.kluge@medizin-pr.de | Tel.: 0221 \/ 77543-0  Melanie Kanzler | Verbandsdirektorin E-Mail: kanzler@dekv.de | Tel.: 030 80 19 86-11  Original-Content von: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126495\/4325485\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Ein Meniskusschaden wird heute meist ambulant operiert. 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