{"id":287992,"date":"2019-07-19T14:05:52","date_gmt":"2019-07-19T14:05:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/gedenktag-21-7-drogenhilfe-koennte-todesfaelle-verhindern\/"},"modified":"2019-07-19T14:05:52","modified_gmt":"2019-07-19T14:05:52","slug":"gedenktag-21-7-drogenhilfe-koennte-todesfaelle-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gedenktag-21-7-drogenhilfe-koennte-todesfaelle-verhindern\/","title":{"rendered":"Gedenktag 21.7.: Drogenhilfe k\u00f6nnte Todesf\u00e4lle verhindern"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Kommunale Drogenhilfe kann Leben retten und  Gesundheit erhalten &#8211; ist aber chronisch unterfinanziert. Deutsche  Aidshilfe: &#8222;An Menschenleben spart man nicht!&#8220; Zahl der  Drogentodesf\u00e4lle k\u00f6nnte deutlich niedriger sein.     Passgenaue Hilfe bei Problemen im Umgang mit Drogen &#8211; daf\u00fcr gibt  es die kommunale Suchthilfe.<!--more--> Dass sie vielerorts dramatisch  unterfinanziert ist, kostet Menschen ihr Leben. Der Internationale  Gedenktag f\u00fcr verstorbene Drogengebraucher_innen am 21. Juli steht  darum dieses Jahr unter dem Motto: &#8222;\u00dcberleben und Gesundheit gibt es  nicht zum Nulltarif&#8220;. Denn die Zahl der Toten k\u00f6nnte deutlich  geringer sein.     &#8222;Die so genannten Drogentoten fallen nicht einfach den Substanzen  zum Opfer&#8220;, sagt Sven Warminsky vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe. &#8222;Viele Menschen sterben, weil ihnen vorher keine passende  Unterst\u00fctzung angeboten wurde. Drogenhilfe kann Leben retten und  Gesundheitsrisiken wie HIV- und Hepatitis-Infektionen reduzieren. Die Finanzierung sollte selbstverst\u00e4ndlich sein. An Menschenleben spart  man nicht!&#8220;     Schwindende Ressourcen     Die Finanzierung der kommunalen Drogenhilfe in Deutschland geht  laut Deutscher Suchthilfestatistik faktisch zur\u00fcck. K\u00fcrzungen  beziehungsweise keine Erh\u00f6hungen bei steigenden Kosten und  auslaufende Modellprojekte rei\u00dfen L\u00fccken in die  Versorgungslandschaft.     &#8222;Die Versorgung von Menschen mit Drogenproblemen ist in den  letzten Jahren faktisch schlechter geworden. Dabei m\u00fcsste sie  ausgebaut werden, denn neue Substanzen und ver\u00e4ndertes  Konsumverhalten erfordern differenzierte Antworten&#8220;, betont  DAH-Vorstand Sven Warminsky.     Fachwelt und Politik weisen seit Jahren auf dieses Problem hin.  Der Bedarf an Suchthilfe w\u00e4chst. Rund eine halbe Million Menschen  sucht laut Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle f\u00fcr Drogen und  Drogensucht j\u00e4hrlich Beratung und Unterst\u00fctzung in ambulanten  Einrichtungen.     Auch Marlene Mortler (CSU) hat in ihrer gerade beendeten Amtszeit  als Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Bedeutung der  kommunalen Drogenhilfe unterstrichen.     Bundesregierung muss Impulse geben     Ein zentrales Problem: Der Bund finanziert immer wieder  Modellprojekte, die erfolgreich verlaufen, nach Ablauf aber in den  Kommunen nicht weitergef\u00fchrt werden.     DAH-Vorstand Sven Warminsky:     &#8222;Nachweislich wirksame Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen in die Regelfinanzierung  vor Ort \u00fcbergehen. Die Kommunen stehen in der Pflicht, Innovationen  auch langfristig zu erm\u00f6glichen. Die Bundesregierung muss hier ein  klares Signal setzen und mit L\u00e4ndern und Kommunen gemeinsam L\u00f6sungen  entwickeln. Um Menschen m\u00f6glichst fr\u00fch gezielt zu unterst\u00fctzen,  m\u00fcssen die Angebote dauerhaft finanziell abgesichert und gut vernetzt sein.&#8220;     Was hilft     Suchtforschung und praktische Erfahrungen in der Drogenhilfe  zeigen klar, welche Ma\u00dfnahmen und Einrichtungen ben\u00f6tigt werden:     &#8211; Drogenkonsumr\u00e4ume erm\u00f6glichen schnelle Hilfe bei einer \u00dcberdosis      und vermeiden Infektionen, doch neun Bundesl\u00e4nder nutzen diese       M\u00f6glichkeit nicht.    &#8211; Leicht erreichbare Angebote f\u00fcr Tests auf HIV und Hepatitis       f\u00f6rdern fr\u00fche Diagnose und Behandlung und verhindern weitere       Infektionen. Sie m\u00fcssen ausgebaut werden.    &#8211; Das Notfallmedikament Naloxon rettet Leben bei einer \u00dcberdosis       Heroin. Es muss nicht nur an Abh\u00e4ngige, sondern auch an Polizei,      Drogenhilfe, Angeh\u00f6rige und andere potenzielle Ersthelfer_innen       abgebeben werden &#8211; begleitet von umfassenden       Schulungsprogrammen.    &#8211; Angebote, die Konsumierende vor Ort aktiv aufsuchen, sorgen       daf\u00fcr, dass mehr Menschen erreicht werden, Sie m\u00fcssen ausgebaut       werden.    &#8211; Ben\u00f6tigt werden noch mehr spezielle Beratungsangebote und       Hilfestrukturen, die neu entstandene Herausforderungen in den       Blick nehmen, z.B. f\u00fcr Menschen, die synthetische Drogen in       Verbindung mit Sexualit\u00e4t konsumieren (Chemsex).    &#8211; Die deutliche Zunahme des Konsums so genannter neupsychoaktiver       Substanzen&#8220; (NPS) erfordert mehr mobile Angebote des       Drugchecking in Verbindung mit Beratungsangeboten.     Dringend erforderlich sind au\u00dferdem l\u00e4ngere \u00d6ffnungszeiten der  bestehenden Einrichtungen, mehr Personal und kontinuierliche  Fortbildungsangebote, die bisher h\u00e4ufig nur in sehr beschr\u00e4nktem Ma\u00dfe m\u00f6glich sind.     Auch ausreichend Zeit, um sich um die jeweiligen Menschen  empathisch zu k\u00fcmmern, gibt es nicht zum Nulltarif.     Drogenhilfe gibt Halt     Kommunale Einrichtungen leisten dabei mehr als Hilfe im  Einzelfall: &#8222;Drogenhilfe schafft auch soziale Orte, an denen Drogen  konsumierende Menschen sich \u00fcber Gesundheitsfragen informieren und  Kraft sch\u00f6pfen k\u00f6nnen, auch um sich mit ihrer Situation  auseinanderzusetzen und Hilfe in Anspruch zu nehmen&#8220;, betont  Warminsky.     Im Jahr 2018 starben 1276 an den Folgen von Schwarzmarktsubstanzen mit unbekanntem Reinheitsgehalt, etwa die H\u00e4lfte davon an Heroin.    Pressekontakt: Deutsche Aidshilfe Holger Wicht, Pressesprecher Tel. (030) 69 00 87 &#8211; 16 presse@dah.aidshilfe.de www.aidshilfe.de  Original-Content von: Deutsche AIDS-Hilfe, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/14407\/4327720\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Kommunale Drogenhilfe kann Leben retten und Gesundheit erhalten &#8211; ist aber chronisch unterfinanziert. 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