{"id":288724,"date":"2019-07-27T18:06:33","date_gmt":"2019-07-27T16:06:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=288724"},"modified":"2019-07-27T18:06:33","modified_gmt":"2019-07-27T16:06:33","slug":"aktionen-gegen-geplanten-mega-tunnel-versinkt-unser-ostsee-urlaub-im-matsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/aktionen-gegen-geplanten-mega-tunnel-versinkt-unser-ostsee-urlaub-im-matsch\/","title":{"rendered":"Aktionen gegen geplanten Mega-Tunnel: Versinkt unser Ostsee-Urlaub im Matsch?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1_BELTRETTER_Matsch-Aktion_Fehmarn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-288725 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1_BELTRETTER_Matsch-Aktion_Fehmarn-550x367.jpg\" alt=\"\" width=\"695\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1_BELTRETTER_Matsch-Aktion_Fehmarn.jpg 550w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/1_BELTRETTER_Matsch-Aktion_Fehmarn-320x214.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/a>Bildquelle: BELTRETTER\/Jutta Schewe<\/strong> \u00b7 Aktionen gegen geplanten Mega-Tunnel: Versinkt unser Ostsee-Urlaub im Matsch? Der BELTRETTER e.V. macht in Leipzig und Kiel sowie auf Fehmarn auf massive Auswirkungen des geplanten Ostseetunnel-Baus aufmerksam. Au\u00dfergew\u00f6hnliche k\u00fcnstlerische Stra\u00dfen- und Strand-Inszenierungen zeigen dabei m\u00f6gliche Folgen der geplanten Mega-Baustelle am Fehmarnbelt auf. Rund 70 Prozent der Deutschen haben noch nie vom geplanten Ostsee-Tunnel geh\u00f6rt.<sup>1\u00a0<\/sup>Dabei nimmt das Projekt, f\u00fcr das die empfindliche Ostsee \u00fcber eine Strecke von 18 Kilometern aufgerissen und \u00fcber Jahre ausgebaggert werden m\u00fcsste, immense Ausma\u00dfe an: Schon jetzt liegt die Kostenprognose f\u00fcr den Tunnelbau inklusive der Hinterlandanbindung mit fast 14 Milliarden Euro h\u00f6her als bei \u201eStuttgart 21\u201c. <!--more-->Hinzu k\u00e4men die Sch\u00e4den, die der Umwelt zugef\u00fcgt, sowie Existenzen, die bedroht w\u00fcrden. Dass kaum einer davon wei\u00df, soll sich \u00e4ndern. Deshalb veranstaltete der BELTRETTER e.V. vom 25. bis 27. Juli 2019 an drei Orten in Deutschland au\u00dfergew\u00f6hnliche Strandszenen, die von Laiendarstellern und einigen freiwilligen Tunnel-Gegnern inszeniert wurden. Damit sollte \u2013 bewusst \u00fcberspitzt \u2013 aufgezeigt werden, wie der Strandurlaub aussehen k\u00f6nnte, sollte der Tunnel gebaut werden: tr\u00fcbes Meer und matschiger Strand.<\/p>\n<p>Vor dem Leipziger Bundesverwaltungsgericht, auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel und am S\u00fcdstrand auf der Ostseeinsel Fehmarn stellten die Initiatoren typische Strandszenen nach: entspannen im Liegestuhl, Beach- und Federball spielen, Muscheln sammeln und Sandburgen bauen. Eigentlich nichts Ungew\u00f6hnliches mitten in der Urlaubssaison. Allerdings: Die \u201eUrlauber\u201c waren komplett mit Matsch bedeckt. \u201eWir m\u00f6chten damit auf die Auswirkungen des geplanten Ostsee-Tunnelbaus aufmerksam machen. Wenn dieses Mega-Bauprojekt nicht gestoppt wird, werden viele Ostseestr\u00e4nde nicht mehr so sein wie wir sie kennen. Das Wasser wird dann \u00fcber mehrere hundert Kilometer hinweg \u00fcber viele Jahre eintr\u00fcben und schlammig werden. Es w\u00e4re die gr\u00f6\u00dfte Baustelle Nordeuropas\u201c, erkl\u00e4rt Karin Neumann, Pressesprecherin von BELTRETTER e.V., die Aktionen. Doch das w\u00e4re nicht der einzige Schaden. Durch den Tunnelbau w\u00fcrden die bedrohten Schweinswale vertrieben, Laichpl\u00e4tze von Dorschen und Heringen zerst\u00f6rt und Existenzen derer, die vom Ostseetourismus leben, bedroht. Zudem w\u00fcrde das Projekt immense Geldmengen verschlingen, wahrscheinlich sogar mehr als BER und Stuttgart 21. \u201eWir fordern die Beteiligten auf, die Wirtschaftlichkeit neu zu beurteilen sowie Alternativen zum geplanten Absenktunnel genau zu pr\u00fcfen. Im Staatsvertrag von 2008 ist klar definiert, dass das Projekt neu beurteilt werden muss, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen\u201c, fordert auch Florian Bumm, ebenfalls Pressesprecher der BELTRETTER.<\/p>\n<p><strong><em>Matsch-Inszenierungen sollen Entscheider in Leipzig und Kiel zum Nachdenken anregen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Neben Fehmarn, der Ostseeinsel, die direkt betroffen w\u00e4re, fanden die k\u00fcnstlerischen Inszenierungen in Kiel und Leipzig statt.\u00a0\u201eWir haben dabei bewusst auf die professionelle Unterst\u00fctzung von Laiendarstellern gesetzt, um unseren Botschaften besonderen Ausdruck zu verleihen. Ja, daf\u00fcr haben wir auch etwas Geld in die Hand genommen. Die Tunnel-Lobbyisten machen das seit Jahren im gro\u00dfen Stil\u201c, so Karin Neumann.\u00a0In Leipzig liegen den Richtern des Bundesverwaltungsgerichtes zehn Klagen gegen das Mega-Bauprojekt vor, unter anderem von Umweltschutzorganisationen, die auf die massiven Auswirkungen auf Natur und Umwelt aufmerksam machen. In Kiel sollte vor allem das Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein angesprochen werden. Denn trotz der bekannten Auswirkungen und Kosten in Milliardenh\u00f6he bef\u00fcrwortet das Ministerium den geplanten Tunnelbau und setzt sich f\u00fcr eine schnelle Umsetzung ein.<\/p>\n<p><strong><em>Entsetzen und Betroffenheit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Viele Betroffene, die auf der Insel Fehmarn leben oder deren Existenzen durch den Tunnelbau zerst\u00f6rt w\u00fcrden, \u00e4u\u00dferten ihre Sorgen w\u00e4hrend der Aktion am S\u00fcdstrand. \u201eIch halte von dem ganzen Projekt \u00fcberhaupt nichts. Ich habe auf Fehmarn meine Kindheit verbracht, meine Familie lebt hier. Dass diese Idylle zerst\u00f6rt werden soll, f\u00fcr einen Tunnel, der sich noch nicht einmal lohnen wird, macht mich sprachlos und sehr traurig\u201c, so Malin Bindig. Auch Jan Ueberall, Ostsee-Liebhaber und Surfshop-Betreiber auf Fehmarn erg\u00e4nzt: \u201eDas Projekt zerst\u00f6rt den Lebensraum der ohnehin schon bedrohten Schweinswale, denen ich schon oft beim Stand-Up Paddling begegnet bin. Und das Schlimmste: Die meisten Urlauber haben keine Ahnung, was hier geplant ist.\u201c<\/p>\n<p>Das konnten die BELTRETTER mit der Aktion \u00e4ndern: Passanten und Urlauber waren schockiert: \u201eWir machen seit Jahren Urlaub auf Fehmarn.\u00a0Wenn der Tunnel gebaut wird, w\u00fcrde der Tourismus zusammenbrechen, die Insel w\u00e4re \u00fcber Jahre vom Festland abgetrennt wegen der neuen Hinterlandanbindung,\u201c so Dietmar Eggeling aus Nordrhein-Westfalen. \u201eDas w\u00e4re f\u00fcr mich ein Grund, hier erst mal keine Ferienwohnung zu kaufen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDurch den Klimawandel wird sich in den n\u00e4chsten Jahren so viel ver\u00e4ndern. Wenn dann noch der Ostsee-Tunnel gebaut wird, wird es nicht besser. Unsere Kinder w\u00fcrden die Ostsee nicht mehr so erleben, wie wir sie kennen\u201c, sagt Lisa Haarhoff, Mutter zweier kleiner Kinder aus Damlos, einem Ort in Schleswig-Holstein, der von der Hinterlandanbindung betroffen w\u00e4re. \u201eBei uns sollen neue Trassen f\u00fcr den Schienenverkehr gebaut werden, das wird riesen L\u00e4rm erzeugen\u201c, zeigt sich Michaela Homann-Speck w\u00fctend.<\/p>\n<p>\u201eDie Aktion war ein voller Erfolg. Wir machen weiter, sind spontan und aufmerksam\u201c, res\u00fcmiert Karin Neumann die Inszenierungen.<\/p>\n<p>Die Aufkl\u00e4rung \u00fcber den geplanten Ostseetunnel durch BELTRETTER e.V. hat inzwischen viele Deutsche wachger\u00fcttelt: Rund\u00a0174.000 Menschen haben bereits die Petition unter <a href=\"http:\/\/presse.beltretter.de\/go\/12\/3G6FBE7X-3G3EPV81-3G0JAGNC-Z4PI4C.html\">www.beltretter.de\/petition<\/a> gegen den Ostsee-Tunnelbau unterschrieben. Und es werden t\u00e4glich mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildquelle: BELTRETTER\/Jutta Schewe \u00b7 Aktionen gegen geplanten Mega-Tunnel: Versinkt unser Ostsee-Urlaub im Matsch? 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