{"id":291076,"date":"2019-08-26T11:00:08","date_gmt":"2019-08-26T11:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/die-dienstsitze-der-ministerien-im-klima-check-bundesregierung-faehrt-klimaschutz-in-gebaeuden-an-die-wand\/"},"modified":"2019-08-26T11:00:08","modified_gmt":"2019-08-26T11:00:08","slug":"die-dienstsitze-der-ministerien-im-klima-check-bundesregierung-faehrt-klimaschutz-in-gebaeuden-an-die-wand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/die-dienstsitze-der-ministerien-im-klima-check-bundesregierung-faehrt-klimaschutz-in-gebaeuden-an-die-wand\/","title":{"rendered":"Die Dienstsitze der Ministerien im Klima-Check: Bundesregierung f\u00e4hrt Klimaschutz in Geb\u00e4uden an die Wand"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe vergleicht erstmals  Geb\u00e4ude-Energieausweise der Bundesministerien und bewertet deren  Klimavertr\u00e4glichkeit &#8211; Forschungsministerium bereits jetzt mit  Klimazielen 2050 vereinbar, Amtssitz von Angela Merkel auf dem  vorletzten Platz &#8211; Nur vier Ministerien gen\u00fcgen Klimaschutz, alle  anderen Bundesgeb\u00e4ude haben erheblichen Sanierungsbedarf &#8211; Trotz <!--more--> vollmundiger Versprechungen versagt Bundesregierung seit Jahren beim  Klimaschutz in Geb\u00e4uden und nimmt lieber Sanktionszahlungen in Kauf,  anstatt in Klimaschutz zu investieren &#8211; DUH ver\u00f6ffentlicht  &#8222;Chronologie des Scheiterns&#8220; und fordert konkrete Ma\u00dfnahmen wie  Verbot von \u00d6lheizungen ab 2020 &#8211; DUH und Energieberaterverband GIH  fordern einheitlichen Energieausweis auf Basis des Bedarfsausweises  f\u00fcr alle Geb\u00e4ude &#8211; Vollzug der Energieeinsparverordnung auf  L\u00e4nderebene desastr\u00f6s     Die Dienstsitze der Bundesministerien und nachgeordneter Beh\u00f6rden  haben beim Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich geh\u00f6rigen Nachholbedarf.  Dies geht aus einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mit  Unterst\u00fctzung des Energieberaterverbands GIH unter 26 Ministerien und nachgeordneten Beh\u00f6rden hervor. Nur vier von zw\u00f6lf Bundesministerien  lassen eine Vorbildfunktion beim Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich  erkennen. Vollmundige Versprechungen der Bundesregierung vor dem  Klimakabinett im September kritisiert die DUH angesichts der  schlechten Performance im eigenen Amtssitz der Minister daher als  unglaubw\u00fcrdig.     Dazu Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der  DUH: &#8222;Die Politik der Bundesregierung gleicht beim Klimaschutz im  Geb\u00e4udebereich in den letzten Jahren einer Chronologie des  Scheiterns. Gesetze werden verz\u00f6gert, Versprechen nicht eingehalten.  Die vor \u00fcber einem Jahrzehnt angek\u00fcndigte steuerliche F\u00f6rderung  energetischer Geb\u00e4udesanierungen, die aufgrund ihrer Verz\u00f6gerung f\u00fcr  viele Sanierungswillige zu jahrelanger Unsicherheit und einer  unterirdischen Sanierungsrate gef\u00fchrt hat, steht auch f\u00fcr 2020 nicht  im Bundeshaushalt.&#8220;     Metz weiter: &#8222;Auch seit 2016 scheitert die Bundesregierung am  Geb\u00e4udeenergiegesetz. Aufgrund koalitions-interner Streitereien  befindet es sich offen in der Schwebe und ist im aktuellen Entwurf  v\u00f6llig unzureichend. Warme Worte kurz vor dem Klimakabinett verkommen angesichts dessen zur reinen Farce. Es hat fatale Folgen, wenn  Deutschland nicht schnell aufwacht und dem folgt, was Nachbarl\u00e4nder  wie D\u00e4nemark l\u00e4ngst begriffen haben: Ohne den Geb\u00e4udebereich werden  die Klimaziele definitiv nicht erreicht.&#8220;     Die DUH ruft die Bundesregierung und insbesondere die  Bundesminister Svenja Schulze und Horst Seehofer auf, den Stillstand  im Geb\u00e4udew\u00e4rmebereich zu beenden und folgende Ma\u00dfnahmen unverz\u00fcglich anzugehen: Keine neuen \u00d6lheizungen ab 2020 und einen Ausstieg aus  Gasheizungen ab 2025 sowie die Einf\u00fchrung der steuerlichen F\u00f6rderung  energetischer Sanierung mit ausreichend hohem Finanzrahmen.     Im Geb\u00e4udeenergiegesetz m\u00fcssen zudem die Effizienzanforderungen  f\u00fcr Neubauten unverz\u00fcglich auf mindestens den KfW-40-Standard  angehoben werden. Heutige Neubauten werden bis zum Jahr 2050 nicht  noch einmal umfassend oder wirtschaftlich vertretbar energetisch  modernisiert und m\u00fcssen bereits jetzt klimaneutral errichtet werden.  Zudem muss es ordnungsrechtliche Vorgaben f\u00fcr die Bestandssanierung  geben, wie eine verpflichtende Erstellung von individuellen  Sanierungsfahrpl\u00e4nen bei Verkauf oder Neuvermietung.     F\u00fcr den Klima-Check wurden die Energieausweise der  Bundesministeriumsgeb\u00e4ude mit den Angaben zu deren Energiebedarf  herangezogen. Damit der Geb\u00e4udebereich sp\u00e4testens 2050 klimaneutral  ist, m\u00fcssen Geb\u00e4ude dem KfW 40-Standard entsprechen und mit  erneuerbarer W\u00e4rme versorgt werden. Nur vier Geb\u00e4ude sieht die DUH  auf dieser Grundlage auf einem guten Weg: das Ministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, das Umweltministerium, das Ausw\u00e4rtige Amt und das  Landwirtschaftsministerium. Mit einem Energiebedarf von 36 kWh\/m2 ist das Forschungsministerium bereits jetzt mit den Klimazielen von 2050  kompatibel.     Alle weiteren Ministerien haben Sanierungsbedarf und heizen zum  Fenster raus. Besonders schlecht schneiden Wirtschafts-,  Verteidigungs- und Finanzministerium sowie das Bundeskanzleramt ab.  Sie alle veranschlagen einen Energiebedarf \u00fcber 140 kWh\/ m2.  Schlusslicht bildet das Familienministerium mit 211 kWh\/m\u00b2. Negativ  f\u00e4llt auch der neue Dienstsitz von Horst Seehofer auf, der erst 2014  gebaut wurde und trotz gleichem Baujahr drei Mal so viel Energie  ben\u00f6tigt wie der Spitzenreiter. Von den 14 angefragten nachgeordneten Beh\u00f6rden des Innen- und Verkehrsministeriums k\u00f6nnen nur zwei  \u00fcberhaupt Energieausweise vorlegen.     Abhilfe soll eigentlich der Energetische Sanierungsfahrplan der  Bundesliegenschaften (ESB) schaffen. Der ESB betrifft 2.200  Liegenschaften. Bereits seit 2012 geplant und 2015 fertiggestellt,  bleibt er jedoch noch immer unter Verschluss. Der Grund: Die  Sanierungen sind aus Sicht des Bundesfinanzministeriums zu teuer.     Dazu Paula Brandmeyer, Stellvertretende Leiterin Energie und  Klimaschutz: &#8222;Die zust\u00e4ndigen Minister Scholz und Seehofer verweigern offen den Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich. Herr Scholz zieht es vor,  ein Budget f\u00fcr Sanktionszahlungen wegen verpasster Klimaziele in den  Haushalt aufzunehmen, statt in die energetische Verbesserung zu  investieren. Es ist kurzsichtig, Klimaschutz und Sanierung aufgrund  von Kosten gegeneinander auszuspielen. Die Bundesregierung muss den  fertigen Sanierungsfahrplan endlich beschlie\u00dfen. Angesichts des  desastr\u00f6sen Ergebnisses insbesondere bei den nachgeordneten Beh\u00f6rden  bleiben wir deshalb dran und pr\u00fcfen weiter.&#8220;     Auch \u00e4u\u00dfert die DUH Kritik an der aktuellen Ausgestaltung des  Energieausweises. In Zukunft sollte der Energieausweis zu dem  wirksamen Klimaschutz-Instrument gemacht werden, f\u00fcr das er  urspr\u00fcnglich gedacht war.     Hierzu Lutz Badelt, Experte des Energieberaterverbands GIH: &#8222;Wir  brauchen aussagekr\u00e4ftige, am tats\u00e4chlichen Energiebedarf orientierte  Energieausweise f\u00fcr alle Geb\u00e4ude. Das ist nur mit dem Bedarfsausweis  m\u00f6glich, denn nur aus ihm lassen sich belastbare R\u00fcckschl\u00fcsse auf die energetische Qualit\u00e4t des Geb\u00e4udes ziehen. Im Gegensatz zum  Verbrauchsausweis, der bei vielen Geb\u00e4uden zugelassen ist, ist er  au\u00dferdem nicht vom individuellen Verhalten der Nutzer abh\u00e4ngig. Zudem muss im Geb\u00e4udeenergiegesetz endlich die Vor-Ort-Pflicht beim  Energieausweis verbindlich eingef\u00fchrt werden. Wie soll denn ein  Energieberater von seinem Schreibtisch aus sinnvolle energetische  Modernisierungsempfehlungen in den Energieausweis schreiben, wenn er  das Geb\u00e4ude noch nie gesehen hat?&#8220;     Dass auch die Bundesl\u00e4nder ihre Verpflichtungen beim Klimaschutz  im Geb\u00e4udebereich nicht ernst nehmen, zeigt eine Umfrage der DUH zum  Vollzug der Energieeinsparverordnung (EnEV). Sobald ein  Bestandsgeb\u00e4ude grundlegend ver\u00e4ndert wird, besteht laut EnEV f\u00fcr den Eigent\u00fcmer die Pflicht, die W\u00e4rmed\u00e4mmung zu verbessern. Ob dieser  Pflicht nachgekommen wird, sollen die Bundesl\u00e4nder kontrollieren.  Bremen konnte als einziges Bundesland Zahlen zu vorgenommenen  Stichproben vorlegen &#8211; im Jahr 2018 wurden 6 Kontrollen durchgef\u00fchrt. Dazu Brandmeyer: &#8222;Das Ergebnis unserer Anfrage ist ein Armutszeugnis. Ohne Kontrollmechanismen ist die Energieeinsparverordnung ein  nutzloses Instrument. Freiwilligkeit hat beim Klimaschutz im  Geb\u00e4udebereich offenkundig versagt. Die Bundesl\u00e4nder m\u00fcssen ihre  Verpflichtung ernst nehmen und den Vollzug der EnEV durch ausreichend personelle und finanzielle Kapazit\u00e4ten sicherstellen.&#8220;     Links:     Folgende Dokumente finden Sie \u00fcber: http:\/\/l.duh.de\/p190826     &#8211; \u00dcbersicht Energieausweise der Dienstsitze der Bundesministerien    &#8211; \u00dcbersicht Energieausweise der nachgeordneten Beh\u00f6rden von Innen-      und Verkehrsministerium    &#8211; Chronologie des Scheiterns beim Klimaschutz im Geb\u00e4udebereich    &#8211; L\u00e4nderabfrage EnEV    &#8211; Sofortprogramm Klimaschutz im Geb\u00e4udesektor    &#8211; Stellungnahme zum Geb\u00e4udeenergiegesetz     Forderungen des Energieberaterverbands GIH zum Energieausweis:  http:\/\/www.gih.de\/gih-forderungen-zum-energieausweis\/     Ma\u00dfnahmen des Energieberaterverbands GIH gegen den  klimapolitischen Stillstand im Geb\u00e4udesektor: http:\/\/ots.de\/Oi0FCX    Pressekontakt: Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin DUH 0170 7686923, metz@duh.de   Paula Brandmeyer, Stellvertretende Bereichsleiterin Energie und  Klimaschutz DUH 0160 3201434, brandmeyer@duh.de   Lutz Badelt, Experte des Energieberaterverbands GIH 033438 7299 855, eb.kontakt@bbt-energie.de   DUH-Pressestelle:  Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann 030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe,  www.facebook.com\/umwelthilfe, www.instagram.com\/umwelthilfe  GIH-Pressestelle:   Barbara Wittmann-Ginzel, Bundesvorstand f\u00fcr Presse und \u00d6ffentlichkeit 030 34062376, ginzel@gih.de  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4357637\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe vergleicht erstmals Geb\u00e4ude-Energieausweise der Bundesministerien und bewertet deren Klimavertr\u00e4glichkeit &#8211; Forschungsministerium bereits jetzt mit Klimazielen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-291076","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/291076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=291076"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/291076\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=291076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=291076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=291076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}