{"id":291511,"date":"2019-08-30T16:56:42","date_gmt":"2019-08-30T16:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/deutsche-umwelthilfe-und-our-fish-kritisieren-verpasste-chance-eu-kommission-schlaegt-zu-hohe-fangquoten-fuer-ostseebestaende-vor\/"},"modified":"2019-08-30T16:56:42","modified_gmt":"2019-08-30T16:56:42","slug":"deutsche-umwelthilfe-und-our-fish-kritisieren-verpasste-chance-eu-kommission-schlaegt-zu-hohe-fangquoten-fuer-ostseebestaende-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-umwelthilfe-und-our-fish-kritisieren-verpasste-chance-eu-kommission-schlaegt-zu-hohe-fangquoten-fuer-ostseebestaende-vor\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe und Our Fish kritisieren verpasste Chance: EU-Kommission schl\u00e4gt zu hohe Fangquoten f\u00fcr Ostseebest\u00e4nde vor"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe und Our Fish kritisieren  Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr Fangquoten in der Ostsee &#8211; Dorsch-  und Heringspopulationen sind bereits in kritischem Zustand &#8211;  Wissenschaftler empfehlen Null-Quote f\u00fcr westlichen Hering und  \u00f6stlichen Dorsch &#8211; DUH und Our Fish fordern Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner auf, die wissenschaftlichen Empfehlungen einzuhalten <!--more--> und so die \u00dcberfischung zu beenden     Den heute von der EU-Kommission ver\u00f6ffentlichten Vorschlag f\u00fcr  Fangbeschr\u00e4nkungen in der Ostsee f\u00fcr 2020 kritisieren die Deutsche  Umwelthilfe (DUH) und die Initiative Our Fish als unzureichend. Der  Vorschlag der Kommission geht erneut \u00fcber die wissenschaftlichen  Empfehlungen hinaus. Mit dem Vorschlag wird die \u00dcberfischung f\u00fcr den  westlichen Hering sowie den Lachs in der Ostsee 2020 fortgesetzt.  Au\u00dferdem wird f\u00fcr den \u00f6stlichen Dorsch, der sich in einem kritischen  Zustand befindet, eine noch nicht definierte Beifang-Fangquote  vorgeschlagen. Dies gef\u00e4hrdet die Erholung dieser stark gef\u00e4hrdeten  Population.     Gem\u00e4\u00df der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) sind die  EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die \u00dcberfischung bis sp\u00e4testens 2020 zu beenden und alle Best\u00e4nde nachhaltig zu befischen. Dem wird der  Vorschlag der EU-Kommission nicht gerecht. DUH und Our Fish werten  den Vorschlag als Versto\u00df gegen dieses wichtige Nachhaltigkeitsziel.  Im Oktober werden die Fangquoten w\u00e4hrend des Treffens im  Fischereiministerrat auf Basis des Vorschlags von Wissenschaftlern  und EU-Kommission final verhandelt. Die DUH und Our Fish fordern die  Beteiligten auf, die wissenschaftlichen Empfehlungen f\u00fcr alle  Best\u00e4nde einzuhalten.     &#8222;Die von der Wissenschaft vorgeschlagene Null-Quote f\u00fcr den  westlichen Hering wird ignoriert und f\u00fcr den Lachs eine zu hohe  Fangquote empfohlen. F\u00fcr den \u00f6stlichen Dorsch h\u00e4lt sich die  Kommission zwar an den empfohlenen Fangstopp, doch der massive  Beifang von Dorschen in der noch stattfindenden Plattfischfischerei  wird f\u00fcr ihn zum gro\u00dfen Problem. Es m\u00fcssen in den betreffenden  Gebieten selektivere Netze zum Einsatz kommen. Diese existieren schon lange und deren Einsatz ist f\u00fcr die Erholung der Dorschpopulation  unumg\u00e4nglich. Wir fordern die zust\u00e4ndige Ministerin Julia Kl\u00f6ckner  auf, sich f\u00fcr einen Stopp der Fischerei des \u00f6stlichen Dorschs und des westlichen Herings stark zu machen und die Beif\u00e4nge von Dorschen  nicht weiter zu tolerieren&#8220;, sagt Sascha M\u00fcller-Kraenner,  Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DUH.     Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish-Initiative dazu: &#8222;Es ist  erschreckend, dass die Kommission ihre rechtliche Verpflichtung  missachtet und f\u00fcr mehrere Fischpopulationen zu hohe Fangbegrenzungen vorschl\u00e4gt. Die Kommission h\u00e4tte in diesem Jahr aufgrund der  anstehenden Frist f\u00fcr 2020 den wissenschaftlichen Fangempfehlungen  folgen m\u00fcssen, um die \u00dcberfischung zu beenden. Angesichts des  schlechten Zustandes der Herings- und Dorschpopulationen in der  Ostsee und einer Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise in unseren Meeren,  ist der nun vorliegende Vorschlag unverantwortlich. Wir erkennen die  Bem\u00fchungen der Kommission an, f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Best\u00e4nde die  wissenschaftlichen Vorgaben einzuhalten. Doch die gesetzlichen  Vorgaben sind klar: Alle Best\u00e4nde m\u00fcssen bis 2020 nachhaltig befischt werden. Es gibt keine Ausreden mehr.&#8220;     Bei dem Treffen der EU-Fischereiminister am 14. und 15. Oktober in Luxemburg, entscheiden diese auf der Grundlage des  Kommissionsvorschlags \u00fcber die Fangbegrenzungen in der Ostsee f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr. Dies wird in diesem Jahr die letzte Chance f\u00fcr die EU  sein, die \u00dcberfischung in der Ostsee bis 2020 zu beenden. Ab dem 1.  Januar 2020 ist die \u00dcberfischung in den -Gew\u00e4ssern der EU nach deren  eigenen Rechtsvorschriften illegal. DUH und Our Fish fordern die  zust\u00e4ndigen EU-Minister auf, nachhaltige Fangquoten festzulegen, um  den Druck auf die schwindenden Fischpopulationen zu verringern und so deren Zukunft zu erm\u00f6glichen.     Hintergrund:     Zum \u00f6stlichen Dorsch: Der Internationale Rat f\u00fcr Meeresforschung  (ICES) empfiehlt einen Fangstopp f\u00fcr 2020. Im Juli 2019 ergriff die  Kommission bereits Sofortma\u00dfnahmen, damit der Bestand nicht  vollst\u00e4ndig kollabiert. Die Kommission spricht sich f\u00fcr die  Einstellung aller gezielten Dorschfischereien in der \u00f6stlichen Ostsee und die vorgeschlagene Fortsetzung einer Laichschonzeit aus. Dies  reicht jedoch nicht aus, damit sich der Bestand vollst\u00e4ndig erholen  kann. Dazu m\u00fcssen die Fischereiminister die Fischerei in allen  Dorschlaichgebieten w\u00e4hrend der gesamten Hauptlaichzeit verbieten.  Der Ministerrat muss auch sicherstellen, dass die Fischer die  Erholung mit Grundschleppnetzen nicht gef\u00e4hrden. Deshalb muss  beispielsweise der Beifang von Dorsch in der Plattfischfischerei so  gering wie m\u00f6glich gehalten werden, indem Netze zum Einsatz kommen,  die den Dorschen Fluchtm\u00f6glichkeiten lassen. Die Netze existieren  schon lange, doch sie m\u00fcssen auch verwendet werden.     Zum westlichen Hering: Die ICES-Empfehlung f\u00fcr die Fangmenge liegt dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge bei Null. Laut ICES war die  Fangmenge bereits seit Mitte der 2000er Jahre gering und befindet  sich seit vier Jahren auf einem historischen Tiefpunkt. 2018 haben  die EU-Kommission und der Ministerrat diese Empfehlung ignoriert.  Auch in diesem Jahr schiebt die Kommission scheinbar lieber  kurzsichtige sozio\u00f6konomische Argumente vor und empfiehlt zu hohe  Fangmengen. Doch eine nachhaltige Bewirtschaftung der europ\u00e4ischen  Meere w\u00fcrde erhebliche sozio\u00f6konomische Vorteile in Form h\u00f6herer  Einnahmen und zus\u00e4tzlicher Arbeitspl\u00e4tze direkt in der Fischerei wie  auch in verwandten Sektoren bringen.     Zum Lachs: Die wissenschaftliche Empfehlung sagt eindeutig, dass  nicht mehr als 58.900 Tonnen im Jahr 2020 gefangen werden d\u00fcrfen. Die Kommission schl\u00e4gt dagegen 86.575 Tonnen vor. Dieser Vorschlag ist  nicht zu akzeptieren, da er klar gegen die EU-Vorschriften zum Stopp  der \u00dcberfischung verst\u00f6\u00dft.     Links:     Link zum Kommissionsvorschlag: http:\/\/ots.de\/qJHl7B     Zu den ICES-Empfehlungen:     &#8211; Westlicher Hering: http:\/\/ots.de\/HpIfcl\t     &#8211; \u00d6stlicher Dorsch: http:\/\/ots.de\/NHEPUh\t     &#8211; Lachs: http:\/\/ots.de\/AmPAky\t    Pressekontakt: Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer DUH 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de    Rebecca Hubbard, Programmdirektorin Our Fish +34 657669425, rebecca@our.fish  Katja Hockun, Projektmanagerin Meeresnaturschutz DUH 030 2400867-895, hockun@duh.de  DUH-Pressestelle:  Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann 030 2400867-20, presse@duh.de  www.duh.de, www.twitter.com\/umwelthilfe,  www.facebook.com\/umwelthilfe, www.instagram.com\/umwelthilfe  Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/4362535\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Deutsche Umwelthilfe und Our Fish kritisieren Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr Fangquoten in der Ostsee &#8211; Dorsch- und<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-291511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/291511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=291511"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/291511\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=291511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=291511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=291511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}