{"id":29211,"date":"2011-02-23T15:58:22","date_gmt":"2011-02-23T14:58:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=29211"},"modified":"2011-02-23T15:58:22","modified_gmt":"2011-02-23T14:58:22","slug":"bundnis-fur-fachkrafte-schleswig-holstein-initiiert-schulterschluss-fur-landesweite-fachkrafteinitiative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bundnis-fur-fachkrafte-schleswig-holstein-initiiert-schulterschluss-fur-landesweite-fachkrafteinitiative\/","title":{"rendered":"B\u00fcndnis f\u00fcr Fachkr\u00e4fte Schleswig-Holstein initiiert: Schulterschluss f\u00fcr landesweite Fachkr\u00e4fteinitiative"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. Die Sicherung des Fachkr\u00e4ftebedarfs ist die zentrale arbeitsmarktpolitische Herausforderung der Zukunft. Hier\u00fcber waren sich die Spitzenvertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner, der Kammern, der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit sowie die Minister f\u00fcr Arbeit, Wirtschaft, Bildung und Integration einig. Die Akteure waren am 22. Februar auf Einladung des stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidenten und Arbeitsministers Dr. Heiner Garg zum Auftakt einer gemeinsamen landesweiten Fachkr\u00e4fteinitiative zusammengetroffen.<!--more--><br \/>\nDemografiebedingt geht das Potenzial an Erwerbspersonen k\u00fcnftig sp\u00fcrbar zur\u00fcck. In den n\u00e4chsten zehn Jahren klafft in Schleswig-Holstein eine L\u00fccke von 67.000 Personen, die sich bis 2030 auf rd. 253.000 vergr\u00f6\u00dfern wird. Zugleich ver\u00e4ndert sich der Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften. Der Anteil an hochqualifizierten Arbeitspl\u00e4tzen nimmt aufgrund des Strukturwandels zu, w\u00e4hrend zugleich die Jobs f\u00fcr Geringqualifizierte weniger werden.<\/p>\n<p>Als eine Antwort auf diese Herausforderung haben die Partner der Fachkr\u00e4fteinitiative sich darauf verst\u00e4ndigt, in einem abgestimmten Vorgehen entsprechende Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, zu koordinieren und umzusetzen. Die Spitzenvertreter der beteiligten Organisationen verst\u00e4ndigten sich dabei auf folgende Handlungsfelder:<\/p>\n<p>* die Erarbeitung einer regional und branchenspezifische Analyse<br \/>\n* die Erh\u00f6hung der Erwerbsbeteiligung von Frauen<br \/>\n* die Verbesserung der Besch\u00e4ftigungssituation \u00c4lterer<br \/>\n* die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration<br \/>\n* die Optimierung des \u00dcbergangs von der Schule in den Beruf<br \/>\n* die Erh\u00f6hung des Anteils der Schulabg\u00e4nger mit Schulabschluss und die Erh\u00f6hung des Anteils der Jugendlichen mit abgeschlossener Berufsausbildung<br \/>\n* die Erh\u00f6hung des Anteils an Akademikern und Fachkr\u00e4ften in Mangelbereichen<br \/>\n* die Unterst\u00fctzung des lebenslangen Lernens<br \/>\n* die verst\u00e4rkte Mobilisierung von Migrantinnen und Migranten sowie gezielte Zuwanderung<\/p>\n<p>Eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Partner wurde damit beauftragt, in den n\u00e4chsten Monaten Ma\u00dfnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Ziel der Initiative ist auch eine bessere Vernetzung und Koordinierung der bereits laufenden Ma\u00dfnahmen zur Fachkr\u00e4ftesicherung. Konkrete Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen im Sommer dieses Jahres vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Stellvertretender Ministerpr\u00e4sident und Arbeitsminister Dr. Heiner Garg betonte: \u201e&#8220;Der Schulterschluss von Wirtschaft, Gewerkschaft, Arbeitsagentur und Landesregierung zeigt: Gemeinsame Anstrengungen sind notwendig, um den Fachkr\u00e4ftebedarf zu sichern. Dabei geht es nicht nur um Jobs, sondern auch um die Zukunft unseres Wohlstandes. Die Weiterentwicklung von Bildung, Qualifizierung, Familienfreundlichkeit und gezielte Zuwanderung sind die zentralen Ans\u00e4tze, die wir gemeinsam verfolgen werden, damit Schleswig-Holstein wettbewerbsf\u00e4hig bleibt&#8220;\u201c.<\/p>\n<p>Nach den Worten von Wirtschaftsminister Jost de Jager ist die Sicherung des Fachkr\u00e4ftebedarfs auch f\u00fcr die rund 120.000 kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen im Land eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in den n\u00e4chsten Jahren. &#8222;&#8220;Es gibt zunehmend mehr Ausbildungsstellen als Schulabg\u00e4nger, die tats\u00e4chlich ausbildungsbereit und ausbildungsf\u00e4hig sind. Das wird sich in absehbarer Zeit nicht \u00e4ndern&#8220;.&#8220; De Jager erinnerte in diesem Zusammenhang an die j\u00fcngste regionalisierte Studie des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung,  wonach der Fachkr\u00e4ftebedarf sp\u00e4testens ab 2020 zum limitierenden Faktor der Wirtschaft werden k\u00f6nne. &#8222;&#8220;Wir werden deshalb alles daran setzen, g\u00fcnstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um Jugendliche und Betriebe optimal zusammenzubringen&#8220;&#8220;, so de Jager.<\/p>\n<p>Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug: &#8222;&#8220;Die in den vergangenen Jahren gesammelten guten Erfahrungen mit dem Handlungskonzept Schule &amp; Arbeitswelt haben deutlich gemacht, dass es mit einer individuellen Begleitung von benachteiligten Jugendlichen durch Coaches gut gelingt, auch f\u00fcr diese Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und somit eine Perspektive zu finden&#8220;.&#8220; Klug verwies weiter darauf, dass die Zahl der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die die Schulen ohne einen Hauptschulabschluss verlassen, seit Jahren stetig sinke.<\/p>\n<p>Gleichstellungs &#8211; und Integrationsminister Emil Schmalfu\u00df f\u00fcgte an: &#8222;&#8220;Die Erh\u00f6hung des Anteils an qualifizierter Ausbildung und Besch\u00e4ftigung von Migrantinnen und Migranten ist von hoher gesellschaftspolitischer Bedeutung und nicht nur unter den Aspekten \u201eVermeidung von Sozialleistungen\u201c oder \u201eBeseitigung eines Fachkr\u00e4ftemangels\u201c relevant. Die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ist auch ein Indikator f\u00fcr gelungene Integration.&#8220;&#8220; Verbesserungen der Integration von Migrantinnen und Migranten bei Bildung, Ausbildung und Beruf seien zentrale Themenfelder des Aktionsplans Integration, der unter Federf\u00fchrung seines Ministeriums gerade von der Landesregierung erarbeitet werde, sagte der Minister. &#8222;&#8220;F\u00fcr den Arbeitsmarkt deutlich relevanter ist allerdings die mit dem Fachkr\u00e4ftemangel verbundene Chance, endlich mit der Chancengleichheit von Frauen und M\u00e4nnern im Erwerbsleben deutlich voranzukommen. Frauen und Teilzeit, Frauen und Minijobs d\u00fcrfen keine Synonyme bleiben f\u00fcr die Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen. Egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund&#8220;&#8220;, so Schmalfu\u00df. &#8222;&#8220;Gelingt es uns, die hier vorhandenen Potentiale zu nutzen, k\u00f6nnen (bundesweit gerechnet) mehr als 2 Mio. fehlende Fachkr\u00e4fte ersetzt und ein ganz wichtiges Karrierehemmnis f\u00fcr Frauen beseitigt werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur durch die weitere Verst\u00e4rkung im Bereich Kinderbetreuung, sondern insbesondere aber auch durch einen Bewusstseinswandel im Bereich der Unternehmen in Richtung attraktive Arbeitsbedingungen wird deshalb zu einer noch zentraleren Themenstellung werden.&#8220;&#8220;<\/p>\n<p>Uli Wachholtz, Pr\u00e4sident UVNord: &#8222;&#8220;Die demografische Entwicklung erfordert ein abgestimmtes Vorgehen, um den Fachkr\u00e4ftebedarf der Zukunft f\u00fcr die Unternehmen in Schleswig-Holstein zu decken. Ich begr\u00fc\u00dfe daher die Fachkr\u00e4fteinitiative von Minister Dr. Garg. UVNord wird sich mit innovativen Konzepten an dieser Initiative beteiligen und den Schwerpunkt auf die Deckung des Fachkr\u00e4ftebedarfs f\u00fcr die KMUs im Lande legen.&#8220;&#8220;<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, unterstrich: \u201e&#8220;Der drohende Fachkr\u00e4ftemangel kann allein durch den Schulterschluss aller Arbeitsmarktpartner in Schleswig-Holstein bek\u00e4mpft werden. Deshalb begr\u00fc\u00dfen wir die gemeinsame Fachkr\u00e4fteinitiative. Betonen m\u00f6chte ich, dass wir &#8211; die Arbeitsagenturen und Jobcenter &#8211; bereits jetzt einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, den ich an drei Beispielen illustrieren m\u00f6chte. So qualifizieren wir aktuell in Schleswig-Holstein mehrere Tausend Jugendliche und Arbeitsuchende, um sie fit f\u00fcr den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu machen. Gleichzeitig f\u00fchren wir landesweite Branchenaktionen durch, veranstalten Bewerbermessen und bieten Info-Tage f\u00fcr Sch\u00fcler und branchenfremde Arbeitsuchende an. Und nicht zuletzt unterst\u00fctzen wir mit unseren \u00f6rtlichen Arbeitgeberservice-Teams Betriebe bei der Suche nach geeignetem Personal: regional, \u00fcberregional und international.&#8220;\u201c<\/p>\n<p>DGB Nord-Vorsitzender Uwe Polkaehn: \u201e&#8220;Demografie ist keine Bedrohung, sondern eine Herausforderung f\u00fcr Politik und Tarifpartner. Wir sehen keinen generellen Fachkr\u00e4ftemangel. Wir brauchen Transparenz \u00fcber den realen Fachkr\u00e4ftebedarf. Arbeit ist der wertvollste Rohstoff, den wir hegen und pflegen m\u00fcssen. Durch gute Arbeitsbedingungen. Und wir brauchen jeden \u2013 auch den vermeintlich Schwachen.&#8220;<\/p>\n<p>Christoph Andreas Leicht, Pr\u00e4sident der IHK Schleswig-Holstein:<br \/>\n&#8222;\u201eDie IHK Schleswig-Holstein bringt sich bereits heute in diesen Prozess mit folgenden Schwerpunkten ein: Fachkr\u00e4fte entwickeln, Fachkr\u00e4fte halten und Fachkr\u00e4fte anwerben. Diese Schwerpunkte sind von den drei IHKs in Schleswig-Holstein mit konkreten Projekten und Aktionen hinterlegt, die von der Schule \u00fcber die Aus- und Weiterbildung bis zur Hochschule reichen und in speziellen Arbeitsgruppen mit vielen Partnern realisiert werden. Unser Motto ist hierbei, selber anpacken und nicht abwarten, bis andere etwas tun.&#8220;\u201c<\/p>\n<p>Teilnehmer des Auftaktes zum B\u00fcndnis f\u00fcr Fachkr\u00e4fte:<br \/>\nStellvertretender Ministerpr\u00e4sident und Arbeitsminister Dr. Heiner Garg,<br \/>\nWirtschaftsminister Jost de Jager,<br \/>\nBildungsminister Dr. Ekkehard Klug,<br \/>\nIntegrationsminister Emil Schmalfu\u00df,<br \/>\nPr\u00e4sidenten des UVNord, Uli Wachholtz,<br \/>\nVorsitzenden der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, Regionaldirektion Nord, J\u00fcrgen Goecke,<br \/>\nVorsitzenden des Bezirksvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirkes Nord, Uwe Polkaehn,<br \/>\nPr\u00e4sident der IHK Schleswig-Holstein, Christoph Andreas Leicht,<br \/>\nPr\u00e4sidenten der Handwerkskammer L\u00fcbeck, Horst Kruse<br \/>\nHauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein Udo Hansen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. 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