{"id":292638,"date":"2019-09-06T07:45:00","date_gmt":"2019-09-06T07:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/deutsche-wollen-keinen-starken-fuehrer-weltweite-studie-ueber-die-entwicklung-populistischer-und-nationalistischer-gesellschaftstendenzen\/"},"modified":"2019-09-06T07:45:00","modified_gmt":"2019-09-06T07:45:00","slug":"deutsche-wollen-keinen-starken-fuehrer-weltweite-studie-ueber-die-entwicklung-populistischer-und-nationalistischer-gesellschaftstendenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche-wollen-keinen-starken-fuehrer-weltweite-studie-ueber-die-entwicklung-populistischer-und-nationalistischer-gesellschaftstendenzen\/","title":{"rendered":"Deutsche wollen keinen starken F\u00fchrer \/ Weltweite Studie \u00fcber die Entwicklung populistischer und nationalistischer Gesellschaftstendenzen"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; 69 Prozent der Deutschen sind der Meinung, das  Wirtschaftssystem werde zum Vorteil der Reichen und M\u00e4chtigen  manipuliert. Das entspricht etwa dem weltweiten Durchschnitt (70  Prozent). Die Wahrnehmung, dass lokale Experten die Lebenssituation  der gew\u00f6hnlichen Leute nicht verstehen, ist in der Bundesrepublik im  Vergleich zu 2016 um 11 Prozent gestiegen.<!--more--> Deutschland bleibt jedoch  eines von nur drei L\u00e4ndern, in dem sich weniger als die H\u00e4lfte der  Bev\u00f6lkerung einen starken F\u00fchrer w\u00fcnscht; jeder zweite spricht sich  ausdr\u00fccklich dagegen aus (48%).     Eine Ipsos-Studie, in der \u00fcber 18.000 Menschen in 27 L\u00e4ndern  befragt wurden, zeigt, dass Vorstellungen \u00fcber ein kaputtes,  politisches System auf globaler Ebene heute noch genauso verbreitet  sind wie im Dezember 2016 &#8211; wenige Wochen nach der Wahl von  US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Monate, nachdem sich eine Mehrheit der  Briten f\u00fcr den Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union entschieden hat.     &#8222;Die Daten best\u00e4tigen die gravierenden politischen Umw\u00e4lzungen,  die wir in den letzten Jahren beobachten konnten&#8220;, sagt Dr. Robert  Grimm, Leiter der Politik- und Sozialforschung bei Ipsos in  Deutschland. &#8222;Tiefgehende ideologische Differenzen werden in vielen  westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern offen gelebt und gegebenenfalls auch mit  politisch motivierter Gewalt ausgetragen.&#8220;     In Deutschland ist das Bild zweideutig. Immer mehr Deutsche  bezweifeln, von Experten verstanden, von Volksparteien vertreten und  am Wohlstand beteiligt zu sein. &#8222;Andererseits sehen viele Deutsche,  wohl auch auf Grund der tiefgehenden Erfahrung mit totalitaristischen Regimes, keine L\u00f6sung in einer starken F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit&#8220;, so  Grimm weiter. &#8222;So treibt das Land in einer apathischen politischen  Kultur von einer ungewollten Zweckkoalition zur n\u00e4chsten, ohne  konkret nach einem neuen Gesellschaftsvertrag zu suchen.&#8220;     Im weltweiten Vergleich: Mehrheiten stimmen populistischen und  nationalistischen Aussagen zu     W\u00e4hrend die Gesamtzahl der populistischen Meinungen weltweit  nahezu unver\u00e4ndert auf hohem Niveau geblieben ist, haben  nationalistische Einstellungen noch an Boden gewonnen. Die Umfrage  zeigt, dass populistische (Schweden, S\u00fcdafrika, Argentinien, Indien)  und nationalistische Tendenzen (Mexiko, Schweden, Japan) in einigen  L\u00e4ndern einen Anstieg verzeichnen, w\u00e4hrend sie in anderen (Israel,  Italien, Ungarn, USA) zur\u00fcckgegangen sind.     Das System ist kaputt &#8211; Mehrheit f\u00fchlt sich ausgeschlossen     Eine Mehrheit der B\u00fcrger in den 27 befragten L\u00e4ndern f\u00fchlt sich  von der &#8222;normalen Ordnung&#8220; in ihrem Land ausgeschlossen, daran hat  sich seit der Erhebung im Dezember 2018 kaum etwas ge\u00e4ndert: -70%  sagen, die Wirtschaft werde manipuliert, um die Reichen und M\u00e4chtigen zu beg\u00fcnstigen (plus 1 Prozentpunkt seit Dezember 2018) -66% sind der Meinung, dass sich traditionelle Parteien und Politiker nicht um  Menschen wie sie k\u00fcmmerten (plus 2 Prozentpunkte) -54% halten die  Gesellschaft ihres Landes f\u00fcr zerr\u00fcttet (plus 4 Prozentpunkte)     In jedem Land der Welt au\u00dfer in Schweden stimmt eine Mehrheit der  Aussage zu, dass ihre Wirtschaft zugunsten der Reichen und M\u00e4chtigen  manipuliert werde. Seit Dezember 2018 ist diese Ansicht in Schweden,  Argentinien und Japan um jeweils 11 Prozentpunkte gestiegen. Die  Zustimmung zu dieser Einstellung ist jedoch auch in einigen L\u00e4ndern  zur\u00fcckgegangen: am meisten in Israel (15 Prozentpunkte) und in  geringerem Ma\u00dfe in Ungarn und Serbien (jeweils 5 Punkte), sowie  Mexiko und den USA (jeweils 3 Punkte).      Nur 11 Prozent der Menschen in den 27 Befragungsl\u00e4ndern haben den  Eindruck, dass traditionelle Politiker und Parteien sich um Menschen  wie sie k\u00fcmmerten. Seit 2016 ist die Wahrnehmung, von ihnen nicht  mehr vertreten zu werden, in S\u00fcdafrika (plus 13 Punkte) und  Gro\u00dfbritannien (plus 11 Punkte) am st\u00e4rksten angestiegen. Israel  (minus 8 Punkte), Serbien und Italien (jeweils minus 5) verzeichnen  dagegen einen R\u00fcckgang dieser Einsch\u00e4tzung.     Das Gef\u00fchl, die Gesellschaft sei zerbrochen, ist auf globaler  Ebene zwischen 2016 und 2019 um 4 Prozentpunkte zur\u00fcckgegangen. Am  st\u00e4rksten ist der R\u00fcckgang in S\u00fcdkorea (minus 29 Punkte), Italien  (minus 19 Punkte) und Mexiko (minus 15 Punkte). Kanada verzeichnet  als einziges Land einen zweistelligen Anstieg dieser Einsch\u00e4tzung um  15 Prozentpunkte.     Zwei Drittel der Befragten verlangen nach starkem F\u00fchrer     -64% sagen, ihr Land brauche einen starken F\u00fchrer, um es von den  Reichen und M\u00e4chtigen zur\u00fcckzuholen (plus 1 Punkt) -62% glauben, dass lokale Experten das Leben von Menschen wie ihnen nicht verst\u00fcnden  (plus 2 Punkte) -49% sind der Meinung, dass ihr Land, um es wieder in Ordnung zu bringen, einen F\u00fchrer brauche, der bereit sei, die Regeln  zu brechen (unver\u00e4ndert)     Deutschland, Schweden und Japan sind nach wie vor die einzigen  L\u00e4ndern, bei denen die Zustimmung zu der Ansicht, das Land brauche  einen starken F\u00fchrer zum Schutz vor den Reichen und M\u00e4chtigen unter  50 Prozent liegt. Allerdings hat die Einsch\u00e4tzung in Schweden mit  einem Anstieg um 10 Prozentpunkte am st\u00e4rksten zugenommen. In Italien (minus 8 Punkte) und Israel (minus 6 Punkte) wurde der gr\u00f6\u00dfte  R\u00fcckgang gemessen.     Nationalistische Stimmungen bleiben auf hohem Niveau     -60% sagen, dass Arbeitgeber bevorzugt Staatsb\u00fcrger statt  Einwanderer einstellen sollten, wenn Arbeitspl\u00e4tze knapp sind (plus 4 Prozentpunkte) -60% verneinen die Ansicht, dass es ihrem Land besser  ginge, wenn es alle Einwanderer hereinlie\u00dfe, die kommen wollen (plus  1 Punkt) -43% denken, dass Einwanderer den &#8222;echten&#8220; Staatsangeh\u00f6rigen ihres Landes wichtige Sozialleistungen wegn\u00e4hmen (plus 4 Punkte)     Bei der Einsch\u00e4tzung, dass Arbeitgeber Einheimischen Vorrang vor  Einwanderern geben sollten, wenn Arbeitspl\u00e4tze knapp sind, lassen  sich lokale Tendenzen beobachten: Bis auf wenige Ausnahmen liegt  diese Ansicht in Osteuropa, Lateinamerika und Asien \u00fcber, sowie in  Westeuropa und Nordamerika unter dem globalen Durchschnitt. Den  st\u00e4rksten Anstieg verzeichnen Schweden (plus 17 Punkte), Japan (plus  15 Punkte) und Mexiko (plus 14 Punkte). Italien (minus 7 Punkte) ist  das einzige Land mit einem R\u00fcckgang von \u00fcber 4 Prozent. F\u00fcnf L\u00e4nder  verzeichnen eine zweistellige Zunahme bei der Einsch\u00e4tzung,     Einwanderer n\u00e4hmen &#8222;echten&#8220; Staatsb\u00fcrgern wichtige  Sozialleistungen weg &#8211; die meisten von ihnen haben einen Zustrom von  Gefl\u00fcchteten erfahren: Mexiko (plus 25 Prozentpunkte), Peru (plus 23  Punkte), Serbien (plus 17 Punkte), Schweden (plus 13 Punkte) und  Brasilien (plus 10 Punkte). In der T\u00fcrkei, Malaysia und Serbien liegt der Zustimmungsgrad bei \u00fcber 50 Prozent. In Japan (25 Prozent) und  Polen (26 Prozent) ist die Zustimmung am geringsten.     GRAFIKEN ZU DIESER STUDIE FINDEN SIE AUF Ipsos.de     \u00dcber die Studie      Die Ergebnisse stammen aus der Global Advisor Studie &#8222;Populist and Nativist Sentiment 2019&#8220;, die von 22. M\u00e4rz bis 15. April 2019 in 27  L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt wurde. Ipsos befragte im Rahmen der  Online-Befragung 18.528 Erwachsene im Alter von:      &#8211; 16 bis 74 Jahren in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Ungarn, Indien,  Italien, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien,  Serbien, S\u00fcdafrika, Spanien und Schweden      &#8211; 18 bis 74 Jahren in Kanada, Israel, S\u00fcdafrika, der T\u00fcrkei und  den USA      &#8211; 19 bis 74 Jahren in S\u00fcdkorea     Die Stichprobe besteht in Australien Brasilien Kanada, Frankreich, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Italien, Japan, Spanien und den USA aus  mehr als 1000 Personen, in jedem anderen untersuchten Land aus \u00fcber  500 Personen.      In Argentinien, Australien, Belgien, Kanada, Frankreich,  Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Ungarn, Italien, Japan, Polen, S\u00fcdkorea, Spanien, Schweden und den USA k\u00f6nnen Online-Umfragen als  repr\u00e4sentativ f\u00fcr die allgemeine Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter  angesehen werden. In den anderen untersuchten L\u00e4ndern sind  Online-Stichproben st\u00e4dtischer, gebildeter und\/oder wohlhabender als  die allgemeine Bev\u00f6lkerung.     Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die  demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der  erwachsenen Bev\u00f6lkerung eines jeden Landes widerspiegelt.     \u00dcber Ipsos:      Ipsos ist die Nummer 3 weltweit in der Marktforschungsbranche mit  mehr als 18.0000 Mitarbeitern und starker Pr\u00e4senz in 90 L\u00e4ndern.  Unsere Forschungsexperten, Analysten und Wissenschaftler verf\u00fcgen  \u00fcber das breite Know-How von Multi-Spezialisten, das tiefe Insights  in Handlungen, Meinungen und Motivationen von B\u00fcrgern, Konsumenten,  Patienten, K\u00e4ufern oder Mitarbeitern erm\u00f6glicht. Wir haben die gro\u00dfe  Bandbreite unserer L\u00f6sungsans\u00e4tze in 18 Service Lines zusammengefasst und unterst\u00fctzen damit \u00fcber 5000 Kunden weltweit.     1975 in Paris gegr\u00fcndet, wird Ipsos bis heute von Forschern  gef\u00fchrt. In Deutschland sind wir mit ca. 700 Mitarbeitern an sechs  Standorten pr\u00e4sent: Hamburg, M\u00f6lln, Berlin, Frankfurt, N\u00fcrnberg und  M\u00fcnchen.     Ipsos ist seit dem 1. Juli 1999 an der Euronext in Paris notiert.  Das Unternehmen ist Teil des SBF 120 und des Mid-60 Index und hat  Anspruch auf den Deferred Settlement Service (SRD). ISIN code  FR0000073298, Reuters ISOS.PA, Bloomberg IPS:FP    Pressekontakt: Ipsos GmbH  Dr. Robert Grimm \/ Public Affairs  Berlin Fon: 030 3030645 7900  Mobil: 0160 2520275 robert.grimm@ipsos.com  Original-Content von: Ipsos GmbH, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7522\/4367752\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; 69 Prozent der Deutschen sind der Meinung, das Wirtschaftssystem werde zum Vorteil der Reichen und M\u00e4chtigen manipuliert.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-292638","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=292638"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292638\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=292638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=292638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=292638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}