{"id":293377,"date":"2019-09-13T17:00:00","date_gmt":"2019-09-13T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/bayern-und-brandenburg-senken-preise-fuer-kontrastmittel-deutlich-ab-2\/"},"modified":"2019-09-13T17:00:00","modified_gmt":"2019-09-13T17:00:00","slug":"bayern-und-brandenburg-senken-preise-fuer-kontrastmittel-deutlich-ab-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bayern-und-brandenburg-senken-preise-fuer-kontrastmittel-deutlich-ab-2\/","title":{"rendered":"Bayern und Brandenburg senken Preise f\u00fcr Kontrastmittel deutlich ab"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; In Bayern haben sich nach Informationen von NDR,  WDR und &#8222;S\u00fcddeutscher Zeitung&#8220; die Gesetzlichen Krankenkassen und die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung auf eine drastische Absenkung der Preise  verst\u00e4ndigt, zu denen Radiologen Kontrastmittel abrechnen k\u00f6nnen. Die neue Vereinbarung soll bereits zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft  treten.<!--more--> Auch Brandenburg will eine deutliche Preisabsenkung Anfang  des n\u00e4chsten Jahres umsetzen. In mehreren anderen Bundesl\u00e4ndern  laufen derzeit ebenfalls Verhandlungen \u00fcber eine deutliche  Preissenkung.     Hintergrund ist, dass Anfang August erstmals echte Marktpreise  dieser Medikamente bekannt geworden waren. Damals hatten NDR, WDR und SZ mit Verweis auf zahlreiche interne Abrechnungen von  Pharmaunternehmen und radiologischen Praxen nachgewiesen, dass  R\u00f6ntgen\u00e4rzte Kontrastmittel zu einem Bruchteil dessen einkaufen  k\u00f6nnen, was sie anschlie\u00dfend von Krankenkassen erstattet bekommen. So liegen die tats\u00e4chlichen Einkaufspreise f\u00fcr einen Liter  MRT-Kontrastmittel bei rund 800 Euro. In Bayern haben die \u00c4rzte daf\u00fcr von den Kassen bisher 3900 Euro erstattet bekommen. K\u00fcnftig sollen  sie nur noch 970 Euro bekommen. Weder die AOK Bayern noch die  Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Bayern wollten auf Anfrage die neuen  Preise kommentieren, da die Vertr\u00e4ge noch nicht unterzeichnet seien.     Erst jetzt wird zudem bekannt, dass manche Krankenkassen noch  h\u00f6here Preise bezahlen als die bayerischen. So erstatten die  Krankenkassen in Sachsen und Th\u00fcringen den Herstellern f\u00fcr einen  Liter MRT-Kontrastmittel rund 4700 Euro. Das geht aus internen  Unterlagen hervor, die die zust\u00e4ndige AOK Plus an die Hersteller  geschickt hat und die NDR, WDR und SZ vorliegen. Auf Anfrage teilt  die AOK Plus lediglich mit: &#8222;Die vereinbarten Konditionen unterliegen unseren Betriebs- und Gesch\u00e4ftsgeheimnissen.&#8220;     Die f\u00fcr Brandenburg zust\u00e4ndige AOK Nordost hat jetzt Konsequenzen  aus den j\u00fcngst bekannt gewordenen tats\u00e4chlichen Marktpreisen gezogen. Sie will vom kommenden Jahr an den Herstellern in einem so genannten  Open-House-Verfahren nur noch 1200 Euro f\u00fcr einen Liter  MRT-Kontrastmittel bezahlen, wie aus Unterlagen ersichtlich ist, die  die AOK Nordost im &#8222;Deutschen Vergabeportal&#8220; ver\u00f6ffentlicht hat.     Laut Gesetz sind die Krankenkassen zur Wirtschaftlichkeit  verpflichtet. Derzeit zahlen sie bundesweit vollkommen  unterschiedliche Preise f\u00fcr Kontrastmittel. So geben nach Recherchen  von NDR, WDR und SZ die Kassen in Schleswig-Holstein 4,5 Millionen  Euro im Jahr f\u00fcr Kontrastmittel aus, Hamburg dagegen 11 Millionen  Euro &#8211; obwohl Hamburg deutlich weniger Einwohner hat. Rheinland-Pfalz und das Saarland wiederum haben zusammen Kontrastmittelausgaben in  H\u00f6he von 12 Millionen Euro, das etwa gleich gro\u00dfe Hessen gibt dagegen fast 27 Millionen Euro im Jahr aus. Baden-W\u00fcrttemberg hat mit 43,3  Millionen Euro die h\u00f6chsten Kontrastmittelausgaben in ganz  Deutschland. Umgerechnet auf 1000 Versicherte gibt zum Beispiel  Schleswig-Holstein nur 1804 Euro im Jahr f\u00fcr Kontrastmittel aus &#8211;  Baden-W\u00fcrttemberg dagegen 4607 Euro.     Aufger\u00fcttelt durch die Berichte \u00fcber den Kontrastmittelmarkt hatte das Bundesgesundheitsministerium f\u00fcr den 22. August mehr als 50  Vertreterinnen und Vertreter von Krankenkassen, Kassen\u00e4rztlichen  Vereinigungen und des Radiologenverbands zu einem Gespr\u00e4ch ins  Ministerium eingeladen. Radiologen-Chef Detlev Wujciak fasst in  seinem Verbandsblatt das Treffen so zusammen: &#8222;Die Selbstverwaltung  funktioniert! Es besteht kein Handlungsbedarf von Seiten des  Gesetzgebers und wurde von keinem der Teilnehmer gefordert.&#8220;     In Deutschland bekommen rund f\u00fcnf Millionen Menschen jedes Jahr  Kontrastmittel gespritzt. Die Mittel sollen die Bilder bei der MRT-  oder CT-Untersuchungen besser auswertbar machen. Nach Einsch\u00e4tzung  von Experten verschwenden die Gesetzlichen Krankenkassen im  Kontrastmittelmarkt jedes Jahr bis zu 200 Millionen Euro, indem sie  zu viel f\u00fcr die Mittel bezahlen.     \u00dcber das Thema berichtet der NDR am Freitag, 13. September, ab 17  Uhr online bei tagesschau.de und panorama.de sowie in den  ARD-Radioprogrammen.    Pressekontakt: Norddeutscher Rundfunk Presse und Information Iris Bents Tel.: 040 \/ 4156-2304 Mail: i.bents@ndr.de http:\/\/www.ndr.de  https:\/\/twitter.com\/NDRpresse  Original-Content von: NDR \/ Das Erste, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/69086\/4374825\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (ots) &#8211; In Bayern haben sich nach Informationen von NDR, WDR und &#8222;S\u00fcddeutscher Zeitung&#8220; die Gesetzlichen Krankenkassen und die<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-293377","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/293377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=293377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/293377\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=293377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=293377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=293377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}