{"id":294133,"date":"2019-09-24T12:17:35","date_gmt":"2019-09-24T10:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/nationaler-waldgipfel-waldkrise-durch-klimakrise-umweltorganisationen-fordern-oekologische-waldwende-2\/"},"modified":"2019-09-24T18:49:00","modified_gmt":"2019-09-24T16:49:00","slug":"nationaler-waldgipfel-waldkrise-durch-klimakrise-umweltorganisationen-fordern-oekologische-waldwende-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/nationaler-waldgipfel-waldkrise-durch-klimakrise-umweltorganisationen-fordern-oekologische-waldwende-2\/","title":{"rendered":"Nationaler Waldgipfel | Waldkrise durch Klimakrise: Umweltorganisationen fordern \u00f6kologische Waldwende"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Anl\u00e4sslich des f\u00fcr Mittwoch von  Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner einberufenen  &#8222;Nationalen Waldgipfels&#8220; dr\u00e4ngen der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz  Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin  Wood und WWF Deutschland auf eine \u00f6kologische Wende in der deutschen <!--more--> Waldpolitik. Die Umweltorganisationen fordern, die Bek\u00e4mpfung der  Klimakrise und den Schutz der W\u00e4lder ins Zentrum der Anstrengungen zu stellen. Es gelte, endlich konsequentere und wirksame Ma\u00dfnahmen zum  Klimaschutz zu ergreifen und gleichzeitig alles zu tun, um den Wald  in seinen \u00fcberlebenswichtigen Funktionen als Kohlenstoff-Speicher,  Lebensraum oder Trinkwasserproduzenten zu erhalten. Nur mit  effektivem Klimaschutz und einer schonenden, \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Waldwirtschaft h\u00e4tten die W\u00e4lder in Deutschland eine Chance, den  bereits jetzt h\u00e4ufiger auftretenden Klimaextremen zu trotzen, so die  Umweltorganisationen.     Zus\u00e4tzlich zur Klimakrise sei die aktuelle Waldkrise die Folge  einer Politik, die den Wald \u00fcber Jahrzehnte vor allem als Holzacker  behandelt hat. Der Wald sei jedoch nicht nur Rohstoffquelle, sondern  vor allem ein wertvolles \u00d6kosystem, Lebensraum f\u00fcr viele Tiere,  Pflanzen und Pilze sowie ein nat\u00fcrlicher Verb\u00fcndeter im Kampf gegen  die Erderhitzung, mahnen die Organisationen. &#8222;Die W\u00e4lder sind von  Trockenheit und Hitze bereits so geschw\u00e4cht, dass selbst einige  Laubw\u00e4lder absterben. Daher m\u00fcssen wir jetzt dringend \u00f6kologische  Mindeststandards f\u00fcr eine schonendere Waldwirtschaft im  Bundeswaldgesetz festschreiben. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise der  Verzicht auf eine intensive Holznutzung, der Waldbodenschutz,  ausreichend Biotopb\u00e4ume und starkes Totholz sowie der Verzicht auf  Pestizide. Zudem gilt es, insbesondere im \u00f6ffentlichen Wald  mindestens zehn Prozent der Fl\u00e4che den Wald wieder seiner nat\u00fcrlichen Entwicklung zu \u00fcberlassen, frei von forstlichen Eingriffen&#8220;, so die  Umweltorganisationen in ihrer gemeinsamen Einsch\u00e4tzung.     Laubw\u00e4lder sind reich an Biodiversit\u00e4t, erh\u00f6hen den  Grundwasserspiegel, sorgen f\u00fcr ein k\u00fchleres Waldklima und beugen so  auch Br\u00e4nden vor. Der dringend notwendige Umbau weg von naturfernen,  anf\u00e4lligen Nadelforsten hin zu naturnahen Laubmischw\u00e4ldern gehe  jedoch viel zu langsam voran. Hier m\u00fcsse massiv nachgelegt werden,  dabei d\u00fcrften aus Naturschutzgr\u00fcnden nur heimische Baumarten  gepflanzt werden. Enormen Handlungsbedarf sehen die Organisationen  hier im Bereich der Jagd: Die Bundesregierung m\u00fcsse endlich die lange \u00fcberf\u00e4llige Reform des Jagdrechts in Angriff nehmen, indem das  Prinzip eines waldfreundlichen Wildtiermanagements festgeschrieben  wird. Andernfalls w\u00fcrden junge Laubb\u00e4ume sofort wieder von Rehen  abgefressen. In gesch\u00e4digten Fichtenforsten d\u00fcrfe nur das zur  Bek\u00e4mpfung des Borkenk\u00e4fers unbedingt notwendige Holz entnommen  werden. Wo immer m\u00f6glich, solle das entstehende Totholz erhalten  bleiben, da es Kohlenstoff bindet, N\u00e4hrstoffe bereith\u00e4lt und die  Auswirkung von Klimaextremen abmildern kann.     Von Bundeslandwirtschaftsministerin Kl\u00f6ckner erwarten die  Umweltsch\u00fctzerinnen und Umweltsch\u00fctzer, ihre Hausaufgaben beim  Klimaschutz im Agrarsektor zu machen sowie s\u00e4mtliche geplanten  Investitionen auf ihren Beitrag zum Gemeinwohl und zum Schutz der  W\u00e4lder zu pr\u00fcfen. Private und kommunale Waldbesitzerinnen und  Waldbesitzer br\u00e4uchten Unterst\u00fctzung. \u00d6ffentliches Geld d\u00fcrfe aber  nur flie\u00dfen, wenn es der St\u00e4rkung des Wald\u00f6kosystems diene, wie einer naturvertr\u00e4glichen Waldwirtschaft, dem Waldumbau, der \u00f6kologischen  Wiederbewaldung und der dauerhaften Ausweisung von Naturw\u00e4ldern. Eine Subventionierung der Forstwirtschaft, die den Status quo erh\u00e4lt und  auf eine Maximierung des Holzertrags hinwirkt, d\u00fcrfe es nicht geben.     Kritisch sehen die Umweltsch\u00fctzerinnen und Umweltsch\u00fctzer deshalb  das angek\u00fcndigte Aufforstungsprogramm: F\u00fcr den fl\u00e4chigen Anbau von  Fichten, Kiefern oder schnellwachsenden Forstgeh\u00f6lzen anderer  Kontinente wie Douglasie, K\u00fcstentanne, Japanische L\u00e4rche oder  Roteiche d\u00fcrfe kein Steuergeld flie\u00dfen, ebenso wenig f\u00fcr den Zaunbau  oder anderer Schutzma\u00dfnahmen gegen Wildverbiss. Das F\u00f6rdergeld solle  prim\u00e4r f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes wie den  Verschluss von Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben, die Wiedervern\u00e4ssung von  Waldmooren, die Unterst\u00fctzung der Naturverj\u00fcngung auf Schadfl\u00e4chen  und der Totholzmehrung verwendet werden.     Zudem m\u00fcsse die energetische Nutzung von Holz beschr\u00e4nkt werden,  stattdessen solle die langfristige stoffliche Nutzung von Laubholz im Vordergrund stehen. Derzeit werde ein Gro\u00dfteil des Laubholzes  verbrannt und lande in Einwegartikeln aus Papierverbundstoffen, was  im Hinblick auf den Klimaschutz vollkommen kontraproduktiv sei, da  der gebundene Kohlenstoff sofort wieder in die Atmosph\u00e4re freigesetzt wird.     Hintergrundpapiere der Umweltorganisationen mit Forderungen zum  Waldgipfel:   BUND: &#8222;Neun Forderungen zu Deutschlands W\u00e4ldern in der Klimakrise&#8220;  www.bund.net\/waldgipfel  NABU: &#8222;12-Punkte-Papier Wald im Klimawandel&#8220;  http:\/\/ots.de\/QMMbar  Greenpeace: &#8222;Wege aus der Waldkrise&#8220;  www.greenpeace.de\/presse\/publikationen\/wege-aus-der-waldkrise  Robin Wood: Positionen und Empfehlungen zum Thema &#8222;Wald im  Klimawandel&#8220;  http:\/\/ots.de\/QyvSUb    Kontakt: BUND &#8211; Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland: Nicola Uhde, Tel. 0151 &#8211; 141 482 67, Nicola.Uhde@bund.net  DNR &#8211; Deutscher Naturschutzring: Florian Sch\u00f6ne, Tel. 030 &#8211;  6781775-99, Florian.Schoene@dnr.de   Forum Umwelt und Entwicklung: L\u00e1szl\u00f3 Mar\u00e1z, Tel. 0152 &#8211; 56163678,  Maraz@forumue.de  Greenpeace Deutschland: Christoph Thies, Tel: 0171 &#8211; 883 1107,  Christoph.Thies@greenpeace.org  NABU &#8211; Naturschutzbund Deutschland: Till Hopf, Tel. 030 &#8211;  284984-1618, Till.Hopf@NABU.de ROBIN WOOD: Jana Ballenthien, Tel. 040 &#8211; 38089211, Wald@robinwood.de  WWF Deutschland: Susanne Winter, Tel. 030 &#8211; 311 777 235,  Susanne.Winter@wwf.de  BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net,  www.bund.net  Original-Content von: BUND, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/4383856\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Anl\u00e4sslich des f\u00fcr Mittwoch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner einberufenen &#8222;Nationalen Waldgipfels&#8220; dr\u00e4ngen der Bund f\u00fcr Umwelt und<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-294133","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294133"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":294166,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294133\/revisions\/294166"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}