{"id":294642,"date":"2019-10-02T12:25:49","date_gmt":"2019-10-02T12:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/noch-laeuft-der-buero-vermietungsmarkt-rund-bueroflaechenumsatz-zum-dreivierteljahr-bei-ueber-3-millionen-quadratmeter\/"},"modified":"2019-10-02T12:25:49","modified_gmt":"2019-10-02T12:25:49","slug":"noch-laeuft-der-buero-vermietungsmarkt-rund-bueroflaechenumsatz-zum-dreivierteljahr-bei-ueber-3-millionen-quadratmeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/noch-laeuft-der-buero-vermietungsmarkt-rund-bueroflaechenumsatz-zum-dreivierteljahr-bei-ueber-3-millionen-quadratmeter\/","title":{"rendered":"Noch l\u00e4uft der B\u00fcro-Vermietungsmarkt rund &#8211; B\u00fcrofl\u00e4chenumsatz zum Dreivierteljahr bei \u00fcber 3 Millionen Quadratmeter"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt (ots) &#8211; Es kriselt. Nicht nur auf geopolitischer Ebene,  sondern mittlerweile auch fundamental und sp\u00fcrbar in Deutschland.<!--more--> Als exportorientierte Wirtschaftsnation leidet Deutschland besonders  unter den globalen Handelsbeschr\u00e4nkungen, die einerseits durch den  qu\u00e4lenden Handelskonflikt zwischen China und den USA immer manifester werden und andererseits auch durch politisch motivierte Sanktionen  Donald Trumps. Die Wirtschaft in Deutschland ist wie erwartet auch im zweiten Quartal geschrumpft und auch der Start in das dritte Quartal  fiel entt\u00e4uschend aus. Woher auch sollen derzeit Wachstumsimpulse  kommen? Unternehmen fahren Investitionen zur\u00fcck, in der Industrie  wird sowohl \u00fcber Kurzarbeit als auch \u00fcber Personaleinsparungen  diskutiert und in Folge dessen wird nun auch die bislang sehr starke  Binnenkonjunktur immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, obwohl der  private Konsum mit einem prognostizierten Wachstum von 1,6 Prozent  immer noch das Zugpferd in diesem Jahr bleiben wird. Insgesamt soll  die deutsche Wirtschaft laut Consensus Economics 2019 nur noch um 0,6 Prozent wachsen und n\u00e4chstes Jahr dann um 1,2 Prozent. &#8222;Doch  angesichts der nicht abflauenden Risikofaktoren und weiteren  politischen Konflikten wie z.B. die Unruhen in Hongkong sind jegliche Prognosen aktuell mit einem gro\u00dfen Fragezeichen versehen. Besonders  aus der Industrie kommen weiterhin keine guten Signale, und speziell  die Autoindustrie leidet unter der schrumpfenden Nachfrage aus China  und den immer noch kleinen Entwicklungsschritten in Bezug auf die  Elektromobilit\u00e4t&#8220;, erl\u00e4utert Timo Tschammler, CEO JLL Germany.     Was bleibt? Der Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor robust,  wenngleich auch hier ein Wendepunkt erreicht sein d\u00fcrfte und es nicht verwunderlich w\u00e4re, wenn in den n\u00e4chsten Monaten ein Anstieg der  Arbeitslosenquote zu verzeichnen w\u00e4re. Und gerade die Besch\u00e4ftigung  und als Proxy hierf\u00fcr das ifo-Besch\u00e4ftigungsbarometer hat sich f\u00fcr  den deutschen B\u00fcrovermietungsmarkt in der Vergangenheit als sehr  zuverl\u00e4ssiger Indikator erwiesen.     Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany, analysiert: &#8222;Rein statistisch gesehen gilt folgender Zusammenhang: Verliert der Index  f\u00fcnf Prozent, sinkt der Fl\u00e4chenumsatz um zehn Prozent. Und  tats\u00e4chlich ist das ifo-Besch\u00e4ftigungsbarometer in der ersten  Jahresh\u00e4lfte um rund f\u00fcnf Prozent gefallen, so stark wie seit 2009  nicht mehr. An den B\u00fcro-Vermietungsm\u00e4rkten ist von der sinkenden  Einstellungsbereitschaft der Unternehmen allerdings bislang noch  nichts zu sp\u00fcren. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass der  B\u00fcro-Vermietungsmarkt mit einem Nachlauf von ungef\u00e4hr einem  Dreivierteljahr reagiert.&#8220; Und Timo Tschammler prognostiziert: &#8222;F\u00fcr  2020 erwarten wir daher einen etwas deutlicheren R\u00fcckgang der  Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen. Die rezessiven Tendenzen schlagen dann  auch auf den Dienstleistungssektor durch, also auf die Branchen, die  im Schnitt f\u00fcr rund 85 Prozent des gesamten B\u00fcrofl\u00e4chenumsatzes in  den Big 7 verantwortlich sind.&#8220;     Umsatzvolumen zieht weiter an &#8211; Berlin und Stuttgart mit st\u00e4rksten Wachstumsraten     Der B\u00fcro-Vermietungsmarkt in den sieben Hochburgen zeigt im  laufenden Jahr weiterhin wachsende Ums\u00e4tze. Insgesamt wurden in den  ersten drei Quartalen 3,05 Mio. m\u00b2 vermietet oder an Eigennutzer  verkauft. Gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht  das einem Anstieg um f\u00fcnf Prozent. Dieser zun\u00e4chst vermeintliche  Widerspruch zu den konjunkturellen Eintr\u00fcbungen l\u00e4sst sich zum einen  mit dem beschriebenen zeitlichen Effekt erkl\u00e4ren, zum anderen gibt es aufgrund des signifikanten Angebotsmangels im aktuellen Zyklus noch  Umzugs-\u00dcberh\u00e4nge, die deshalb nicht realisiert werden konnten, weil  es keine verf\u00fcgbaren Fl\u00e4chen gegeben hat. Mit Blick auf die einzelnen M\u00e4rkte zeigt sich allerdings eine starke Schwankung. So weisen  Stuttgart (+58 % auf 257.000 m\u00b2) und Berlin (+26 % auf 759.000 m\u00b2)  die h\u00f6chsten Zuw\u00e4chse auf, w\u00e4hrend in Frankfurt (-15 % auf 389.000  m\u00b2) und in M\u00fcnchen (-12 % auf 605.000 m\u00b2) die Vorjahreswerte  unerreicht geblieben sind.     &#8222;Mit dem starken dritten Quartal im R\u00fccken erwarten wir f\u00fcr das  Gesamtjahr 2019 ein gegen\u00fcber dem Vorjahr stabiles Umsatzvolumen in  H\u00f6he von fast 4 Mio. Quadratmetern. Damit l\u00e4ge der der 2019 Umsatz  immer noch um rund f\u00fcnf Prozent \u00fcber dem F\u00fcnfjahresschnitt.  Gleichwohl d\u00fcrfte der Ausblick f\u00fcr 2020 etwas getr\u00fcbter ausfallen,  sollten sich die schlechten konjunkturellen Daten weiter  verfestigen&#8220;, so Timo Tschammler.     Derzeit \u00fcberlagern sich mehrere Effekte\/Trends am  B\u00fcroimmobilienmarkt mit jeweils verschiedenen Einfl\u00fcssen auf den  Fl\u00e4chenumsatz. Erstens, die starke konjunkturelle Entwicklung der  letzten Jahre bedeutet f\u00fcr viele Nutzer immer noch Expansion und  Fl\u00e4chenaufbau (Wachstum des Fl\u00e4chenumsatz). Zweitens, die sich nun  abk\u00fchlende Konjunktur wird ausgehend von der Industrie ihre  Auswirkungen auch auf den Dienstleistungssektor aus\u00fcben (abflauendes  Wachstum bis hin zur abflauenden Nachfrage). Und drittens, die gerade in den Toplagen vorherrschenden Fl\u00e4chenengp\u00e4sse entziehen der  Nachfrage das Potenzial f\u00fcr Fl\u00e4chenumsatz.      Eines in diesem Mix derzeit stark diskutiertes Thema ist die  Entwicklung der Betreiber f\u00fcr flexible B\u00fcrofl\u00e4chenkonzepte. Die  Expansion von Flexible Office Space-Betreibern war in den drei  vergangenen Jahren exorbitant. Auch in den ersten drei Quartalen hat  das Wachstum in den Big 7 angehalten: rund 190.000m\u00b2 wurden neu  angemietet, davon allein \u00fcber 70.000 m\u00b2 in Berlin. Damit ist in der  Hauptstadt bereits fast die Gr\u00f6\u00dfenordnung des gesamten Vorjahres  erreicht. In Frankfurt, D\u00fcsseldorf und M\u00fcnchen wurden jeweils rund  30.000 m\u00b2 registriert. Gr\u00f6\u00dfter Abschluss im dritten Quartal war  WeWork mit 20.000 m\u00b2 in D\u00fcsseldorf, JLL hatte den Mietvertrag  vermittelt. F\u00fcr das Gesamtjahr 2019 werden insgesamt bis zu 250.000  m\u00b2 erwartet.     Leerstand sinkt weiter     Das kurzfristige B\u00fcrofl\u00e4chenangebot geht weiter zur\u00fcck. Insgesamt  stehen den fl\u00e4chensuchenden Unternehmen in den Big 7 nur noch 3 Mio.  m\u00b2 zur Verf\u00fcgung. Vor nur f\u00fcnf Quartalen waren es eine Million  Quadratmeter mehr. Der R\u00fcckgang ist allerdings nicht mehr so stark  wie in den Vorquartalen. Wurde der Leerstand in den vergangenen vier  Quartalen um durchschnittlich 250.000 m\u00b2 pro Quartal abgebaut, waren  es in den Monaten Juli bis Ende September nur noch 25.000 m\u00b2. Den  st\u00e4rksten R\u00fcckgang der Leerstandsquote zum Vorquartal gab es in  D\u00fcsseldorf und in Hamburg mit jeweils -0,3 Prozentpunkte auf 550.000  m\u00b2 bzw. 472.000 m\u00b2. Bei Ausdehnung des Betrachtungszeitraumes auf ein Jahr zeigen alle sieben M\u00e4rkte einen R\u00fcckgang des Leerstands zwischen sechs Prozent (Stuttgart auf 189.000 m\u00b2) und 31 Prozent (K\u00f6ln auf  185.000 m\u00b2). In Berlin wurde zum Ende des dritten Quartals erneut die Zwei-Prozent-Marke unterschritten (1,9 % auf 396.000 m\u00b2). Die  h\u00f6chsten Leerstandsquoten finden sich nach wie vor in D\u00fcsseldorf und  Frankfurt (696.000 m\u00b2) mit jeweils sechs Prozent. &#8222;Angesichts der  extremen Knappheit in manch anderen Hochburgen erscheinen diese  Quoten mittlerweile nicht mehr als Malus, bedeuten sie doch eine  gewisse Fl\u00e4chenauswahl f\u00fcr die Nutzer&#8220;, so Helge Scheunemann.     Die \u00fcber die Big 7 aggregierte Leerstandsquote notiert Ende  September bei knapp 3,2 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresquartal. Bis Ende des Jahres werden die Leerstandsquoten  nochmals leicht nachgeben auf eine durchschnittliche Leerstandsquote  von 3,1 Prozent. Trotz der anziehenden Neubaut\u00e4tigkeit ist laut  Scheunemann auch f\u00fcr 2020 noch keine Trendwende in Sicht.     Das Bauvolumen bleibt \u00fcber der 4-Mio.-m\u00b2-Marke     Es tut sich (endlich) was an der Neubaufront: In den ersten drei  Quartalen 2019 wurden in den Big 7 insgesamt 800.000 m\u00b2  fertiggestellt. Das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.  Bis Jahresende werden weitere 440.000 m\u00b2 erwartet, allerdings sind  davon derzeit bereits 85% vermietet oder an Eigennutzer verkauft.  Auch wenn das Gesamtvolumen mit 1,24 Mio. m\u00b2 das h\u00f6chste seit 2009  ist: der Markt k\u00f6nnte derzeit durchaus noch mehr vertragen.     Im kommenden Jahr werden B\u00fcrofertigstellungen in den Big 7 mit  einem Volumen von \u00fcber 1,9 Mio. m\u00b2 erwartet. Davon sind aus aktueller Sicht noch ein Drittel verf\u00fcgbar &#8211; in Stuttgart und Hamburg  allerdings nur noch 15 Prozent bzw. 17 Prozent. M\u00fcnchen (370.000 m\u00b2)  und Berlin (260.000 m\u00b2) zeigen sich am &#8222;entwicklungsst\u00e4rksten&#8220;. In  diesen beiden sehr nachfragestarken M\u00e4rkten liegt demnach der Anteil  der noch freien Fl\u00e4chen an den Projektentwicklungen nur zwischen 11  Prozent in der Hauptstadt und 14 Prozent in der bayerischen  Metropole.     Mit 4,3 Mio. m\u00b2 bewegt sich das gesamte, derzeit im Bau  befindliche B\u00fcrovolumen auf einem hohen Niveau. Das gilt insbesondere f\u00fcr Berlin (1,5 Mio. m\u00b2 im Bau) und M\u00fcnchen (865.000 m\u00b2 im Bau).  &#8222;Beides sind M\u00e4rkte mit sehr geringen Leerst\u00e4nden, so dass wir kein  \u00dcberangebot erwarten&#8220;, sagt Helge Scheunemann. Und Scheunemann  erg\u00e4nzt: &#8222;Die Leerst\u00e4nde d\u00fcrften insbesondere ab 2021\/2022 wieder  zulegen und damit den Nutzern mehr Wahlm\u00f6glichkeiten bieten. Aus  deren Sicht insofern eine positive Entwicklung.&#8220;     Mietpreise ziehen weiter an &#8211; K\u00f6ln mit signifikantem Anstieg     Die Mietpreise kennen weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Ende des dritten Quartals 2019 verzeichnen alle Big 7 M\u00e4rkte gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Anstieg der Spitzenmieten (von D\u00fcsseldorf 1,8 % bis K\u00f6ln 13 %). Der JLL-Spitzenmietpreisindex (als  Mittelwert der Spitzenmieten in den Big 7) ist im Jahresvergleich (Q3 2018) um 6,8 Prozent gestiegen und notiert aktuell bei 216 Punkten,  dem h\u00f6chsten Wert seit 1992. Bis Ende des Jahres wird ein weiterer  Anstieg erwartet: ein Plus von 6,6 Prozent k\u00f6nnte notiert werden.  &#8222;Auch f\u00fcr 2020 rechnen wir mit weiter steigenden Mietpreisen. In der  Aggregation \u00fcber alle sieben Hochburgen sollte sich dieses Wachstum  allerdings auf dann rund zwei Prozent deutlich abschw\u00e4chen. Abseits  der Spitzenlagen werden allerdings auch im letzten Quartal 2019 und  im n\u00e4chsten Jahr teilweise deutlich h\u00f6here Wachstumsraten erreicht  werden&#8220;, so Timo Tschammler.    Pressekontakt: Dorothea Koch, Tel. 069 2003 1007, dorothea.koch@eu.jll.com  Original-Content von: Jones Lang LaSalle SE (JLL), \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/62984\/4391212\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt (ots) &#8211; Es kriselt. 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