{"id":294721,"date":"2019-10-02T17:31:04","date_gmt":"2019-10-02T17:31:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/wiener-konferenz-mehrheit-der-staaten-fuer-mehr-schutz-der-zivilbevoelkerung-vor-bombardierungen\/"},"modified":"2019-10-02T17:31:04","modified_gmt":"2019-10-02T17:31:04","slug":"wiener-konferenz-mehrheit-der-staaten-fuer-mehr-schutz-der-zivilbevoelkerung-vor-bombardierungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wiener-konferenz-mehrheit-der-staaten-fuer-mehr-schutz-der-zivilbevoelkerung-vor-bombardierungen\/","title":{"rendered":"Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten f\u00fcr mehr Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung vor Bombardierungen"},"content":{"rendered":"<p>Wien (ots) &#8211; Vertreter\/-innen von 133 Staaten und der  Zivilgesellschaft kamen f\u00fcr zwei Tage in Wien zur &#8222;Internationalen  Konferenz zum Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung in der st\u00e4dtischen  Kriegsf\u00fchrung&#8220; zusammen.<!--more--> Die Mehrheit der Teilnehmenden unterst\u00fctzte  die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz  von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte  sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu  arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg f\u00fcr einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Fr\u00fchjahr 2020 eine politische Erkl\u00e4rung zur  Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands  verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer  politischen Erkl\u00e4rung mit zu arbeiten. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) hatte jahrelang auf die menschliche Trag\u00f6die durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation  begr\u00fc\u00dfte die gro\u00dfe Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich,  dass auch konkrete Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der Opfer Teil der  Erkl\u00e4rung sein m\u00fcssen.     133 Staaten waren der Einladung \u00d6sterreichs gefolgt, sich \u00fcber die schrecklichen Auswirkungen zu informieren, die Zivilist\/-innen durch  Bombenangriffe und Beschuss in st\u00e4dtischen Gebieten erleiden m\u00fcssen.  Dar\u00fcber hinaus wurde \u00fcber die technischen, rechtlichen und  milit\u00e4rischen Aspekte der Kriegsf\u00fchrung in Wohngebieten diskutiert.  Diese internationale Konferenz war die erste dieser Gr\u00f6\u00dfe und ein  einschneidendes Ereignis, um die verheerenden humanit\u00e4ren Folgen  dieser Kriegsf\u00fchrung anzusprechen. Die hohe Anzahl von Staaten, die  an der Wiener Konferenz teilnahmen, ist bereits als ein gro\u00dfartiger  Erfolg zu werten.     Dringender Handlungsbedarf     Einige engagierte Staaten sowie Organisationen wie Handicap  International (HI) und andere Mitglieder des Internationalen  Netzwerks zu Explosivwaffen (INEW) hatten jahrelang auf die  Dringlichkeit des Problems hingewiesen. Eine Mehrheit der auf der  Konferenz anwesenden Staaten hat nun anerkannt, dass dringend  gehandelt werden muss: Sie sind bereit, in den kommenden Monaten \u00fcber eine politische Erkl\u00e4rung zur Beendigung des menschlichen Leidens  durch den Einsatz von Explosivwaffen zu verhandeln, beginnend mit  einem ersten Treffen am 18. November in Genf. Die Leiterin der  Politischen Abteilung von Handicap International Deutschland, Dr. Eva Maria Fischer, sagte anschlie\u00dfend: &#8222;Wir freuen uns, dass so viele  Staaten endlich handeln und eine politische Erkl\u00e4rung aushandeln, wie wir es seit Langem gefordert haben. Besonders begr\u00fc\u00dfen wir das starke Engagement der deutschen Regierung und ihre Ank\u00fcndigung, im nun  beginnenden Verhandlungsprozess konstruktiv mitzuarbeiten. Das werden auch wir von HI tun. Wir werden weiterhin unsere Beobachtungen und  Erkenntnisse aus den betroffenen Gebieten liefern und gleichzeitig  unsere \u00f6ffentlichen Kampagnen verst\u00e4rken, um sicherzustellen, dass  diese einzigartige M\u00f6glichkeit, menschliches Leid zu lindern, zu  einem erfolgreichen Ergebnis f\u00fchrt. Wir fordern, dass eine k\u00fcnftige  politische Erkl\u00e4rung den Einsatz von Explosivwaffen mit  Fl\u00e4chenwirkung in bev\u00f6lkerten Gebieten beendet und konkrete Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der betroffenen Menschen beinhaltet.&#8220;     Mahnmal f\u00fcr den unbekannten Zivilisten     HI erinnerte die Teilnehmer\/-innen der Konferenz an die  menschliche Trag\u00f6die mit einem &#8222;Mahnmal f\u00fcr den unbekannten  Zivilisten&#8220;, das in den Konferenzr\u00e4umen aufgestellt wurde. Der  Pr\u00e4sident der Konferenz Thomas Hajnoczi legte zusammen mit dem  Vizepr\u00e4sidenten des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes  (IKRK), Gilles Carbonnier, Hansj\u00f6rg Strohmeyer vom Amt f\u00fcr die  Koordinierung humanit\u00e4rer Angelegenheiten der Vereinten Nationen  (OCHA) und der politischen Direktorin von HI, Anne H\u00e9ry, Blumen am  Denkmal nieder, um allen Opfern von Explosivwaffen zu gedenken. Das  Mahnmal wird k\u00fcnftig noch an weiteren Orten aufgestellt werden.     90 Prozent der Opfer sind Zivilist\/-innen     Bewaffnete Konflikte werden zunehmend in Ballungsgebieten, vor  allem in St\u00e4dten, ausgetragen. Die Auswirkungen des Einsatzes von  Explosivwaffen sind f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung verheerend: 2018 wurden  laut der Organisation &#8222;Action on Armed Violence&#8220; (AOAV) 20.384  Zivilisten\/-innen durch Explosivwaffen get\u00f6tet oder verletzt. Wenn  diese Waffen in besiedelten Gebieten eingesetzt werden, sind 90% der  Opfer Zivilist\/-innen.  Die massive Verseuchung mit explosiven  Kriegsresten ist einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Vertreibung der  Bev\u00f6lkerung au\u00dfer- und innerhalb der Landesgrenzen.     Zerst\u00f6rte Infrastruktur verhindert R\u00fcckkehr der Gefl\u00fcchteten     Der Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten f\u00fchrt nicht  nur zu unmittelbaren Todesf\u00e4llen und Verletzungen. Er zerst\u00f6rt auch  wesentliche Infrastrukturen, zum Beispiel H\u00e4user, Krankenh\u00e4user,  Schulen und die Wasser- und Stromversorgung. Dazu verseucht er die  Gebiete massiv mit explosiven Kriegsresten und ist  hauptverantwortlich daf\u00fcr, dass die Bev\u00f6lkerung innerhalb des Landes  oder \u00fcber Grenzen hinweg zur Flucht gezwungen wird.     Schutz f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung     Dies ist ein historischer Moment f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, die in  Konflikten lebt. Vor 20 Jahren gelang es Handicap International und  der Internationalen Kampagne f\u00fcr das Verbot von Landminen (ICBL) mit  der Annahme des Ottawa-Vertrags 1997, Landminen zu verbieten. Vor  zehn Jahren gelang es der Kampagne gegen Streubomben (CMC) mit der  Unterzeichnung der Oslo-Konvention 2008, Streumunition zu verbieten.  HI hat nun erneut die M\u00f6glichkeit, Geschichte zu schreiben und die  Staatengemeinschaft und ihre Streitkr\u00e4fte zu verpflichten, die  Zivilbev\u00f6lkerung in Konflikten besser zu sch\u00fctzen. Der Einsatz von HI gilt dabei schon immer dem Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung in bewaffneten Konflikten.     \u00dcber Handicap International     Handicap International ist eine unabh\u00e4ngige gemeinn\u00fctzige  Organisation. Sie unterst\u00fctzt weltweit Menschen mit Behinderung und  andere besonders schutzbed\u00fcrftige Menschen, um deren  Lebensbedingungen zu verbessern. HI hilft bei Armut und sozialer  Ausgrenzung, bei Konflikten und Katastrophen. Die Grundpfeiler ihrer  Arbeit sind Menschlichkeit und Inklusion. Auf v\u00f6lkerrechtlicher Ebene k\u00e4mpft die Organisation gegen die Missachtung der Menschenrechte, den Gebrauch von Landminen und Streubomben sowie Bombenangriffe auf die  Zivilbev\u00f6lkerung. Handicap International hat die internationale  Koalition gegen Streubomben CMC mitgegr\u00fcndet, geh\u00f6rt bis heute zu  ihren aktivsten Mitgliedsorganisationen und repr\u00e4sentiert die  Kampagne in Deutschland. HI ist au\u00dferdem eines der sechs  Gr\u00fcndungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von  Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat.  Handicap International Deutschland ist Mitglied der internationalen  Organisation Humanity &amp; Inclusion (ehem. Handicap International), die die Umsetzung der Programmarbeit verantwortet.    Pressekontakt: Huberta von Roedern Leitung Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit Mail: h.vonroedern@hi.org Tel.: +49 89\/54 76 06 34 Mobil: +49 151 73 02 32 06 www.handicap-international.de  Original-Content von: Handicap International, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/16206\/4391641\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien (ots) &#8211; Vertreter\/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen f\u00fcr zwei Tage in Wien zur &#8222;Internationalen Konferenz zum<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-294721","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294721"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294721\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}