{"id":29537,"date":"2011-03-03T13:05:17","date_gmt":"2011-03-03T12:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=29537"},"modified":"2011-03-03T13:05:17","modified_gmt":"2011-03-03T12:05:17","slug":"innenminister-klaus-schlie-zur-kriminalstatistik-2010-beste-gesamtbilanz-seit-30-jahren-ist-kein-grund-zur-zufriedenheit-und-zu-vorschnellen-interpretationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/innenminister-klaus-schlie-zur-kriminalstatistik-2010-beste-gesamtbilanz-seit-30-jahren-ist-kein-grund-zur-zufriedenheit-und-zu-vorschnellen-interpretationen\/","title":{"rendered":"Innenminister Klaus Schlie zur Kriminalstatistik 2010: Beste Gesamtbilanz seit 30 Jahren ist kein Grund zur Zufriedenheit und zu vorschnellen Interpretationen"},"content":{"rendered":"<p>Die Polizei registrierte 2010 in Schleswig-Holstein so wenige Straftaten wie seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr. 221.000 Delikte wurden im vergangenen Jahr ver\u00fcbt, ein R\u00fcckgang um 8,8 Prozent im Vergleich zu 2009. Man muss bis ins Jahr 1981 zur\u00fcckgehen, um einen niedrigeren Wert zu finden. Damals verzeichnete die Kriminalstatistik 213.000 Straftaten. Die Polizei kl\u00e4rte 2010 jede zweite Tat auf. Die Aufkl\u00e4rungsquote von 50 Prozent ist zugleich die h\u00f6chste in Schleswig-Holstein seit 30 Jahren. Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, war auch im vergangenen Jahr wieder gering. Die so genannte H\u00e4ufigkeitszahl, die Auskunft dar\u00fcber gibt, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner kommen, sank um 8,7 Prozent auf rund 7.800 F\u00e4lle.<br \/>\nKlaus Schlie: Erfreuliche Gesamtbilanz, aber dennoch Grund zur Besorgnis<!--more--><\/p>\n<p>Innenminister Klaus Schlie warnte bei der Vorstellung der Kriminalstatistik am Donnerstag (3. M\u00e4rz) vor der Landespressekonferenz in Kiel vor Zufriedenheit und voreiligen Interpretationen. \u201eWir haben es mit der Momentaufnahme eines Jahres zu tun\u201c, sagte der der Minister. Die Gesamtbilanz sei zwar erfreulich, hinter einzelnen Zahlen st\u00fcnden jedoch Entwicklungen, die Grund zur Besorgnis g\u00e4ben. Von einer Trendumkehr k\u00f6nne keine Rede sein.<\/p>\n<p>\u201eDie Polizei und alle Vereine und Organisationen, die in unserer Gesellschaft Verantwortung f\u00fcr ein friedliches und soziales Miteinander tragen, bleiben aufgerufen, ihre Anstrengungen in der Zukunft weiter zu verst\u00e4rken\u201c, sagte Schlie. F\u00fcr die Polizei werde sich an den Schwerpunkten Pr\u00e4senz, Pr\u00e4vention und Repression nichts \u00e4ndern.<br \/>\nGewaltkriminalit\u00e4t breitet sich weiter aus<\/p>\n<p>Die Gewaltkriminalit\u00e4t ist im vergangenen Jahr nicht nennenswert weiter angestiegen. Die Polizei registrierte exakt 7.792 F\u00e4lle, f\u00fcnf mehr als 2009. F\u00fcr Schlie ist dieses Ergebnis jedoch kein Grund zur Beruhigung. Zwar ist der Anteil der Gewaltdelikte an der Gesamtkriminalit\u00e4t relativ gering, er wird jedoch von Jahr zu Jahr gr\u00f6\u00dfer. 2001 betrug 2,8 Prozent, 2010 machte er bereits 3,5 Prozent an der Gesamtkriminalit\u00e4t aus.<\/p>\n<p>Die gleiche Entwicklung verzeichnet die Polizei bei den Rohheitsdelikten. Die Fallzahl ging um 2,5 Prozent auf rund 31.500 Delikte zur\u00fcck, weil es weniger K\u00f6rperverletzungen gab. Mit 14,3 Prozent Anteil an der Gesamtkriminalit\u00e4t haben die Rohheitsdelikte um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr und um 3,4 Prozentpunkte mit Blick auf 2001 angezogen. Beunruhigend ist nach den Worten von Schlie die Zunahme von Raub\u00fcberf\u00e4llen. Insgesamt schlugen T\u00e4ter im vergangenen Jahr landesweit 1.900-mal zu, 114-mal mehr als 2009.<br \/>\nR\u00fcckg\u00e4nge bei den so genannten Massendelikten<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr das vergleichsweise niedrige Niveau der Kriminalstatistik des Jahres 2010 sind teilweise stark r\u00fcckl\u00e4ufige Zahlen bei jenen Delikten, die rund zwei Drittel aller Delikte an der Gesamtkriminalit\u00e4t ausmachen. So sank der Diebstahl um 11.000 F\u00e4lle oder 10,4 Prozent. Bei Sachbesch\u00e4digungen gab es ein Minus von rund 5.000 Delikten oder 13 Prozent. Der Betrug nahm um 2.350 F\u00e4lle oder 8,4 Prozent ab. \u201eDaraus darf man keine falschen Schl\u00fcsse ziehen\u201c, sagte der Minister. Der R\u00fcckgang der Betrugsdelikte im vergangenen Jahr beruhe auf einem \u201eAusrei\u00dfer\u201c nach oben im Jahr 2009. Seinerzeit sorgten mehrere Gro\u00dfverfahren f\u00fcr einen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen. \u201eBetrugsdelikte nehmen in der Tendenz der vergangenen Jahre zu\u201c, sagte Schlie.<br \/>\nGewaltdelikte gehen h\u00e4ufig auf das Konto junger Leute \u2013 Alkohol oft im Spiel<\/p>\n<p>Obwohl der Anteil Tatverd\u00e4chtiger unter 21 Jahren um 1,9 Prozent leicht r\u00fcckl\u00e4ufig war, gibt es nach Aussage von Schlie bei der Jugendkriminalit\u00e4t weiterhin keine Entwarnung. Von den 79.000 Tatverd\u00e4chtigen waren 22.000 j\u00fcnger als 21. Das entspricht immer noch einem Anteil von 27,5 Prozent. Diese Altergruppe stellt jedoch nur ein F\u00fcnftel aller Einwohner. 58 Prozent aller Raubdelikte gehen auf das Konto von Jugendlichen. Und 43 Prozent aller gef\u00e4hrlichen und schweren K\u00f6rperverletzungen werden von Tatverd\u00e4chtigen unter 21 Jahren begangen. Mit 23,4 Prozent ist der Anteil der unter 21j\u00e4hrigen, die mindestens eine Straftat unter Alkoholeinfluss begangen haben, auffallend hoch. Das wird im Bereich der Gewalt- und Rohheitsdelikte noch deutlicher: 41 Prozent der Jugendlichen, denen diese Taten zur Last gelegt werden, waren 2010 alkoholisiert.<br \/>\nLinksextremisten weiterhin gewaltt\u00e4tiger<\/p>\n<p>2010 setzte sich die Entwicklung aus dem Vorjahr fort, dass Linksextremisten mehr politisch motivierte Gewalttaten begehen als Rechtsextremisten. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Staatsschutz ereigneten sich im vergangen Jahr 64 linksextremistische (drei weiniger als 2009) und 37 rechtsextremistische (23 weniger als 2009) Gewalttaten. F\u00fcr die sicherheitspolitische Beurteilung des politischen Extremismus sind nach Aussage des Ministers in erster Linie die Gewalttaten wichtig. \u201eIn diesem Bereich liegen wir in Schleswig-Holstein weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau\u201c, sagte Schlie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Polizei registrierte 2010 in Schleswig-Holstein so wenige Straftaten wie seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr. 221.000 Delikte wurden im<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-29537","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29537","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29537\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}