{"id":300156,"date":"2019-12-09T09:05:31","date_gmt":"2019-12-09T09:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/leichte-entspannung-bei-kurzfristig-anstehenden-unternehmensnachfolgen-im-mittelstand\/"},"modified":"2019-12-09T09:05:31","modified_gmt":"2019-12-09T09:05:31","slug":"leichte-entspannung-bei-kurzfristig-anstehenden-unternehmensnachfolgen-im-mittelstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/leichte-entspannung-bei-kurzfristig-anstehenden-unternehmensnachfolgen-im-mittelstand\/","title":{"rendered":"Leichte Entspannung bei kurzfristig anstehenden Unternehmensnachfolgen im Mittelstand"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main (ots) &#8211;     &#8211; 152.000 Mittelst\u00e4ndler suchen bis Ende 2021 einen Nachfolger    &#8211; Zahl bereits gesicherter \u00dcbergaben steigt weiter    &#8211; Familieninterne \u00dcbergaben werden weniger relevant, externe       K\u00e4ufer erstmals beliebter    &#8211; Gew\u00fcnschte Kaufpreise legen leicht zu  Bei den kurzfristig anstehenden Unternehmensnachfolgen im deutschen Mittelstand  zeichnet sich eine leichte <!--more-->Entspannung ab. Bis Ende 2021 planen die Inhaber von  152.000 mittelst\u00e4ndischen Unternehmen ihren R\u00fcckzug und suchen deshalb einen  Nachfolger, wie das aktuelle repr\u00e4sentative KfW-Nachfolge-Monitoring belegt  (Vorjahresbefragung: 227.000 Unternehmer bis Ende 2020). Auch der Anteil bereits finalisierter \u00dcbergaben liegt aktuell nochmals h\u00f6her als im Vorjahr: 58 % der  nachfolgesuchenden Mittelst\u00e4ndler haben die \u00dcbergabe bereits jetzt unter Dach  und Fach. Das Bewusstsein bei den Altinhabern f\u00fcr die Notwendigkeit, die  Nachfolge fr\u00fchzeitig zu finalisieren, steigt weiter. F\u00fcr rund 32.000  Mittelst\u00e4ndler wird jedoch die Zeit knapp. Sie wollen innerhalb der kommenden  zwei Jahre an einen Nachfolger \u00fcbergeben, haben bisher aber noch nichts in  dieser Hinsicht unternommen.  Dass die Zahl der offenen Nachfolgew\u00fcnsche im Mittelstand aktuell zur\u00fcckgeht,  l\u00e4sst sich zum Teil mit Blick auf die Existenzgr\u00fcndungsdynamik erkl\u00e4ren. Im Jahr 2018 haben sich etwa 72.000 Neugr\u00fcnder durch eine \u00dcbernahme selbst\u00e4ndig gemacht. Das ist die h\u00f6chste Zahl seit sechs Jahren, allein gegen\u00fcber dem Vorjahr 2017  ist sie um fast ein Viertel gestiegen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Generationenwechsel im Mittelstand eine strukturelle Herausforderung &#8211; und  der zentrale Engpass bei der Unternehmensnachfolge wird in erster Linie die zu  gering besetzte nachr\u00fcckende Gr\u00fcndergeneration bleiben. Das Gr\u00fcndungsinteresse  in Deutschland l\u00e4sst generell nach: Die Anzahl der Existenzgr\u00fcnder ist von 1,5  Mio. im Jahr 2002 auf zuletzt 547.000 gesunken.  Gleichzeitig schreitet die Alterung der Altinhaber voran, sodass der bereits  hohe Bedarf an Nachfolgern weiter zunehmen wird. Gegenw\u00e4rtig sind 44 % aller  Unternehmensinhaber 55 Jahre oder \u00e4lter. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es  lediglich 20 %. Damit hat aktuell beinahe die H\u00e4lfte aller Unternehmenslenker  ein Alter erreicht, in dem Erwerbst\u00e4tige allm\u00e4hlich Gedanken \u00fcber ihren  Ruhestand nachgehen. In absoluten Zahlen ausgedr\u00fcckt sind das etwas \u00fcber 1,5  Millionen Unternehmensinhaber. Spiegelbildlich dazu hat sich der Anteil junger  Inhaber (unter 40 Jahren) im selben Zeitraum von vormals 28 % auf gegenw\u00e4rtig 14 % halbiert.  &#8222;Die Zahl der offenen Nachfolgew\u00fcnsche im deutschen Mittelstand geht aktuell  zwar etwas zur\u00fcck&#8220;, sagt Dr. Michael Schwartz, Mittelstandsexperte bei KfW  Research. &#8222;Allgemeine Entwarnung kann hinsichtlich des anstehenden umfassenden  Generationenwechsels aber nicht gegeben werden. Die Demografie wird die  Nachfolgesuche k\u00fcnftig mehr denn je erschweren.&#8220; Besonders zwischen 2025 und  2035 werde dies stark sp\u00fcrbar werden, wenn die geburtenstarke  Nachkriegsgeneration aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die nachr\u00fcckenden  Geburtenjahrg\u00e4nge sind aber kleiner besetzt, die Zahl potenzieller Nachfolger  sinkt. &#8222;Mit anderen Worten: Demografisch  bedingt wird einer wachsenden Zahl  \u00fcbergabewilliger Inhaber eine schrumpfenden Zahl potenzieller \u00dcbernehmer  gegen\u00fcberstehen.&#8220;  Gab es in den Vorjahresuntersuchungen stets eine Pr\u00e4ferenz f\u00fcr familieninterne  Nachfolgel\u00f6sungen, so spielen diese im Mittelstand eine stetig abnehmende Rolle. Aktuell wollen nur noch 44 % der Altinhaber mit Nachfolgedanken das Unternehmen  in die H\u00e4nde eines Familienangeh\u00f6rigen legen. Jeder zweite hingegen w\u00fcnscht  sich, sein Unternehmen an einen externen K\u00e4ufer (z.B. Existenzgr\u00fcnder,  Finanzinvestor, anderes Unternehmen) zu verkaufen. &#8222;Das pr\u00e4gende Bild der  familieninternen \u00dcbergabe an den Sohn oder die Tochter ger\u00e4t ins Wanken. Der  Wunsch nach externen Nachfolgern steigt&#8220;, kommentiert Dr. Michael Schwartz. Im  Vergleich zur L\u00f6sung innerhalb der Familie bringe die externe Nachfolgesuche  jedoch einige Herausforderungen mit sich, der Vorbereitungsaufwand und die  Transaktionskosten seien deutlich h\u00f6her. Verk\u00e4ufer und Nachfolger m\u00fcssen  schlie\u00dflich erst einmal zueinanderfinden und sich \u00fcber die Modalit\u00e4ten der  \u00dcbergabe einigen. &#8222;Wunsch und Realit\u00e4t klaffen beim Thema \u00dcbergabe an Externe  weit auseinander, das zeigen unsere Zahlen deutlich: Nur 1 % der Inhaber mit  Wunsch nach einem externen K\u00e4ufer hat bereits einen gefunden.&#8220;  Eine der schwierigsten H\u00fcrden f\u00fcr das Gelingen einer Unternehmens\u00fcbergabe an  einen Externen ist das Finden eines f\u00fcr Verk\u00e4ufer und K\u00e4ufer gleicherma\u00dfen  akzeptablen Kaufpreises. KfW Research ermittelt im Zuge des  Nachfolge-Monitorings Mittelstand auch die Preiserwartungen der Altinhaber. Im  Vergleich zur Vorjahresbefragung sind diese um 6 % gestiegen. Wird eine  Nachfolge konkret innerhalb der kommenden f\u00fcnf Jahre anvisiert (bis Ende 2024),  m\u00fcsste ein potenzieller K\u00e4ufer im Jahr 2019 im Durchschnitt 372.000 EUR f\u00fcr den  Kauf des Unternehmens einplanen (2018: 351.000 EUR).  Neben dem Wunsch einer geregelten Unternehmensnachfolge sind geplante  Gesch\u00e4ftsaufgaben der zweite gro\u00dfe Block bei der Zukunftsbetrachtung von  Unternehmen. Denn nicht jeder Unternehmenslenker mit konkreten R\u00fcckzugsgedanken  plant tats\u00e4chlich die Fortf\u00fchrung seines Unternehmens. Auch dies ist ein  nat\u00fcrlicher Bestandteil der strukturellen Erneuerung im Unternehmenssektor.  Aktuell ist f\u00fcr 12 % aller Inhaber eine Stilllegung der einzig denkbare Weg. Im  H\u00f6chstfall entspr\u00e4che dies rund 450.000 der gegenw\u00e4rtig aktiven Mittelst\u00e4ndler &#8211; davon etwa 100.000 bis Ende 2021. Besonders Inhaber von Kleinstunternehmen mit  weniger als 5 Mitarbeitern ziehen diese Variante h\u00e4ufig in Betracht. Mit  steigender Unternehmensgr\u00f6\u00dfe spielen Stilllegungspl\u00e4ne kaum mehr eine Rolle.  Auch im Verarbeitenden Gewerbe sind Gesch\u00e4ftsaufgaben eher nicht vorgesehen.  Das aktuelle Nachfolge-Monitoring Mittelstand von KfW Research ist abrufbar  unter: www.kfw.de\/fokus  Zur Datenbasis:  KfW Research begleitet die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den  Mittelstand seit vielen Jahren. Die aktuelle Analyse basiert auf einer  Sonderauswertung des repr\u00e4sentativen KfW-Mittelstandspanels 2019, das seit 2003  als Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland  durchgef\u00fchrt wird. Zur Grundgesamtheit des KfW-Mittelstandspanels geh\u00f6ren alle  privaten Unternehmen s\u00e4mtlicher Wirtschaftszweige, deren Umsatz die Grenze von  500 Mio. EUR pro Jahr nicht \u00fcbersteigt. Die Hauptbefragung lief vom 11.02.2019  bis zum 21.06.2019.  Pressekontakt: KfW, Palmengartenstr. 5 &#8211; 9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Christine Volk Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,  E-Mail: christine.volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de  Weiteres Material: https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/41193\/4462359 OTS:               KfW  Original-Content von: KfW, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/41193\/4462359\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main (ots) &#8211; &#8211; 152.000 Mittelst\u00e4ndler suchen bis Ende 2021 einen Nachfolger &#8211; Zahl bereits gesicherter \u00dcbergaben steigt<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-300156","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=300156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300156\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=300156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=300156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=300156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}